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Heute hat der Begnadigungsausschuß des US Bundesstaates Georgia das Gnadengesuch von Troy Davis abgelehnt. Damit wurde der Hinrichtungstermin von Mittwoch, den 21. September 2011 um 19 Uhr (01.00 Uhr Donnerstag MESZ) bestätigt.

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Troy Davis soll 1989 den Polizisten Mark MacPhail erschossen haben und wurde dafür 1991 zum Tode verurteilt. Es wurden weder eine Tatwaffe noch DNA Spuren oder Fingerabdrücke gefunden, die auf Troy Davis als Täter hindeuten. Er wurde einzig aufgrund von Zeugenaussagen verurteilt, wobei sieben von neun Zeugen ihre Aussage wideriefen und angaben, sie seien von der Polizei unter Druck gesetzt worden. Drei der am Urteil beteiligte Geschworenen gaben an, dass sie heute dementsprechend nicht mehr zu dem ursprünglichen Urteil kommen würden.
Dreimal sprang Troy Davis der US amerikanischen Lynchjustiz von der Schippe aufgrund von massiven Protesten auf der ganzen Welt. Auch gegen seinen neuerlichen Hinrichtungstermin erhob sich großer Protest. Persönlichkeiten von Jimmy Carter über Demond Tutu, Catherine Ashton bis hin zu Papst Benedikt XVI forderten die Aufhebung der Todesstrafe. Gerade auch wegen der massiven Zweifel an Davis´Schuld. Bis zuletzt hatten Aktivisten weltweit die Hoffnung, dass es womöglich noch einmal zu einem neuen, fairen Prozeß kommen könnte. Mut machte die vorübergehende Aussetzung der Hinrichtung von Duane Buck in Texas, um die Rassismusvorwürfe bezüglich des Prozesses gegen Duane Buck zu prüfen. Ausschlaggebend für das Strafmaß der Todesstrafe soll hierbei die Aussage eines Psychologen gewesen sein, die besagte Schwarze neigten eher zu Wiederholungstaten als Weiße. 30 Tage darf Buck nun auf eine zivilisatorische Besinnung der US Justiz hoffen. Troy Davis wird, wenn nicht noch ein Wunder geschieht, am Abend des 21.09.2011 vom Bundesstaat Georgia durch eine Giftspritze ermordet.

Ich danke allen, die sich an der Online Petition zur Rettung von Troy Davis´Leben beteiligt haben. Hoffen wir auf ein Wunder.
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KalleWirsch,
Herrschaft muss immer mal wieder ein Exempel statuieren. "Schwarzer" und Polizistenmord, egal ob erwiesen oder nicht, nein, das geht nun gar nicht. Auf welche dummen Gedanken könnten die "Schwarzen", bevorzugt auch wegen erwiesener oder nur behaupteter kleinster Delikte, eingesperrt und damit auf Lebenszeit wichtiger Rechte beraubt, wählen beispielsweise, sonst kommen. |
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Richtig! Das ist zumindest moralisch gesehen Mord. Auch dann wenn er schuldig ist. Ist er unschuldig, ist es nur umso schlimmer.
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"Der Anteil der Afroamerikaner unter den Todestraktinsassen in Texas und in den USA ist überproportional hoch. In Texas beträgt ihr Anteil nur 11,5 Prozent an der Gesamtbevölkerung, jedoch 42 Prozent an den zum Tode verurteilten Gefangenen. Über 65 Prozent der zum Tode verurteilten Menschen in Texas sind entweder afroamerikanischer oder lateinamerikanischer Herkunft. Die Rasse des Opfers legt oft fest, wer lebt und wer stirbt. Von den seit 1977 getöteten Personen waren 80 Prozent wegen der Ermordung weißer Opfer verurteilt worden. 19 Prozent wurden verurteilt, weil sie Minderheitenopfer getötet hatten. Der Staat Texas hat in seiner gesamten Geschichte nie die Hinrichtung eines Weißen "nur" wegen dem Mord an einem Schwarzen vollstreckt." Quelle: AI Leipzig
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In fast allen US-Bundessaaten wird verurteilten Straftätern umfassend das Wahlrecht entzogen. In zehn Bundesstaaten werden sie lebenslang vom Wahlrecht ausgeschlossen. In einigen Staaten sind aus diesem Grund 10 Prozent der schwarzen Bevölkerung von Wahlen (demokratischer Beteiligung) ausgeschlossen.
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DIE PETITION GEHT WEITER. AMNESTY VERSENDET ALLE UNTERSCHRIFTEN PER FAX AN DEN BEZIRKSSTAATSANWALT. BITTE, ALLE, DIE NOCH NICHT UNTERZEICHNET HABEN: FOLGT DEM LINK UND BETEILIGT EUCH.
action.amnesty.de/p/dia/action/public/?action_KEY=8137 IN DEN ERSTEN 15 MINUTEN WURDEN 1000 UNTERSCHRIFTEN AN DEN EZIRKSSTAATSANWALT VON AMNESTY GEFAXT!!! |
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schrieb am
20.09.2011 um 18:33
Habe gerade unterschrieben... vorher habe ich die Sache nicht mitbekommen.
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ja, es ist es wert wenigstens mit der Unterschrift zu versuchen.
Nicht nur wegen dem rassistischen Moment sonder generell ist die Todesstrafe als eine Perversion anzusehen denn sie ist irreversibel. |
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Schon passiert. Super Engagement, Kalle!
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@Kalle Wirsch
Ja, hoffen wir auf ein Wunder. Es gibt Situationen, da beneide ich die Religiösen zutiefst. In früheren Zeiten hätte man, um welche Uhrzeit auch immer, in den hiesigen Katholentempeln zumindest eine Kerze anzünden können. Perdu. Alle abgeschlossen. Als das Beten noch geholfen hatte... Dank für Ihren Blog. Gruß Tom |
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'n Bekannter von mir (Arzt mit schwulem Bruder, der dort bleiben musste) findet es total doof, dass in seinem Heimatland Bekannte an Baukränen aufgehängt werden. Hat es leider nich in die Staaten geschafft. :(
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Es geht insgesamt gegen die Todesstrafe. Jenseits irgendwelcher politischen Ideologien und Sympathien. Mir ist gleich, ob ein sich zivil gebender Staat wie die USA von Staats wegen mordet oder der Gottesstaat Iran. Mord ist Mord. Ihre Ironie ist geschmacklos. Menschenrechte sind auf der Welt überall gleich.
Aber wenn sie den Iran schon durchscheinen lassen, wieso klären Sie dann nicht auf über die Situation von Homosexuellen im Iran (die Todesstrafe für Schwule gibt es übrigens auch noch so manch anderem Staat)? Aber nichts für ungut. Ich mache das gerne für Sie. Der Iran scheint seine Taktik ei der Hinrichtung von Homosexuellen abermals geändert zu haben, wie mir scheint. Zunächst geschah dies offen und zum Zwecke der offensive Abschreckung. Verschärft hat sich die Lage insbesondere seit Ahmadinedschads Amtsantritt als Präsident. Als die Hinrichtung der beiden minderjährigen Schwulen Mahmoud Asgari und Avaz Marhoni 2005 weltweit Proteste auslöste, ging man dazu über Schwule zusätzlich pädokrimineller Verbrechen als auch der Vergewaltigung anzuklagen. Die neue Taktik scheint es jetzt zu sein, Hinrichtungen still und heimlich durchzuführen und wenn, dann erst nach deren Vollstreckung bekannt werden zu lassen. Anders kann ich mir bis jetzt nicht erklären, wieso weder Amnesty noch Human Right Watch über die drei Männer berichtet haben. Leider haben es beide Organisation bisher unterlassen, die Menschenrechstverletzungen an Schwulen durch die palästinensischen Autonomiebehörden zu thematisieren (weswegen ich keinerlei Petition für die Erschaffung eines palästinesischen Staates unterzeichne), aer üer den Iran wird von beiden normalerweise stets berichtet. Ich möchte aber nicht vergessen über die Situation der Lesben im Iran zu reden. Vom Gesetz wird lesbischer Sex mit 100 Peitschenhieben bestraft. Nach der dritten Verurteilung kann die Todesstarfe erfolgen. Das Gestz besagt: § 110 Die Strafe für homosexuelle Handlungen ist die Todesstrafe. Die Tötungsart steht im Ermessen des religiösen Richters. § 111 Der homosexuelle Verkehr wird dann mit dem Tode bestraft, wenn der aktive und der passive Täter mündig und geistig gesund sind und aus freiem Willen gehandelt haben. § 129 Die Strafe für die lesbische Liebe sind 100 Peitschenhiebe für jede. § 131 Wenn die lesbische Liebe drei Mal wiederholt und jedes Mal mit Peitschenhieben bestraft worden ist, ist die Strafe beim vierten Mal die Todesstrafe. Insgesamt scheint es so, dass es bei Lesben seltener zu Verurteilung kommt. Üblich allerdings scheint, dass die Frauen Arbeits und Studienplatz entzogen wird und sie der Obhut der Familie übergeben werden. Dieser sind sie dann vollkommen und ohnmächtig ausgeliefert. Auch der Gewalt, die Oftmals die Folge ist. Ob und wie oft es dabei zu nicht geahndeten Morden kommt, darüber lässt sich für mich nichts in Erfahrung bringen, wie überhaupt über die Situation von lesbischen Frauen im Iran (weswegen ich die Formulierung "scheint" wähle). Weibliche Sexualität wird nicht ernst genommen. Doch lesbische Liebe bedeutet immer noch eine Entehrung der Familie. Wieviele lesbische Frauen möglicherweise wegen Ehebruchs gesteinigt werden kann ich auch nicht sagen. Die Schätzungen der Hinrichtungen von Schwulen im Iran seit 1979 belaufen sich im Allgemeinen von 4000 - 6000. Das wären, nimmt man nur die unterste Schätzgrenze 125 pro Jahr und somit ca. alle drei Tage eine Hinrichtung aufgrund von homosexuellen Handlungen. Es gibt auch Quellen, die von 8000 Hinrichtungen sprechen. Das stammt aus diesem Blog. Und? Rechtfertigt das die Tötung von Troy Davis? Welcher Mord ist nun schlimmer? Der der drei schwulen Iraner Anfang dieses monats, oder die bevorstehende Hinrichtung von Troy Davis? Nachdenken hilft. |
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Habe den Link vergessen einzufügen. War spät.
Das stammt aus diesem Blog. www.freitag.de/community/blogs/merdeister/fundstuecke---homoeosexualitaet-ist-heilbar |
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Das habe ich mich ehrlich gesagt auch schon gefragt. Aber ich denke, dass Amnesty wissen wird, was sie zu tun haben.
Ich werd da mal nachfragen, aber ich denke die Antwort wird dauern und wohl auch eine grundsätzliche und keine die Troy Davis noch helfen könnte. Obama würde aber wahrscheinlich nichts tun. Er ist zwar als Todesstrafengegner angetreten bei den Präsidentschaftswahlen, weichte diese Position allerdings auf, indem er sie für akzeptabel für Pädokriminelle erklärte. Die Todesstrafe ist in den USA immer noch populär. Ich glaube nicht, dass er zu Zeiten, wo er politisch nicht gefestigt dasteht, das Risiko eingeht ein Thema aufzumachen, das ihn Wähler kosten könnte. |
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Da wirst Du Recht haben. - Ob die eigentlich alle immer wissen, worauf sie sich einlassen, wenn sie für das Präsi-Amt kandidieren?
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Der Weg dahin ist weit, steinig und gewissenlos. Ich denke schon.
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@Goedzak und @KalleWirsch
Meines Wissens kann der jeweilige Präsident der USA lediglich bei Strafsachen, die unter das Bundesrecht (also für die er die Gesetzgebungskompetenz hat) fallen, ein Begnadigungsrecht ausüben. Das Begnadigungsrecht ist in den USA recht kompliziert geregelt - es hängt von der Gesetzgebung in den jeweiligen Bundesstaaten ab. Meines Wissens sind in vielen Bundesstaaten die Gouverneure für Begnadigungen zuständig, aber wie es nun in Georgia genau geregelt ist, weiß ich nicht. Ich bin mir aber nicht ganz sicher - es ist schon länger her, dass ich mich intensiver damit befasst habe. |
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Danke kywupp. Das hört sich schlüssig an. Ich wart mal ab, was Amnesty genau zurückschreibt und werde dann hier berichten. Ich sag euch dann bescheid.
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@goedzak
"Hat nicht der US-Präsident das Begnadigungsrecht?" Ich glaube schon, dass er das hat. Letztlich kann dem US-Präsidenten doch in allen Angelegenheiten des Staates das letzte und entscheidende Wort zukommen. Auch wenn eben speziell die Todesstrafe Angelegenheit der Bundesstaaten ist. Bisher haben die US-Präsidenten aber immer nur diesen Truthahn zu thanksgiving begnadigt. |
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Amnesty hat mir nun geantwortet und die Frage nach dem Begnadigungsrecht des Präsidenten geklärt:
In den USA kann die Todesstrafe entweder nach Bundes- oder Militärrecht, oder nach dem Recht der Bundesstaaten verhängt werden. Die meisten Todesurteile werden auf Ebene der Bundesstaaten verhängt, so auch im Fall von Troy Davis. Das heißt, Obama hatte gar keine Macht, in den Prozess einzugreifen - nur der Begnadigungsausschuss in Georgia, der Bezirksstaatsanwalt und die zuständige Richterin Penny Freesemann. |
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Lieber Kalle und Freunde,
ich muß Euch enttäuschen, Obama ist kein Gegner der Todesstrafe. Als Senator in Illinois nahm er explizit Stellung und bezeichnete die Todesstrafe für entsprechende Taten als richtig und angemessen. Wer nicht einmal dazu in der Lage ist Guantanamo abzuschaffen, Leute, das einzig Gute an Obama ist der Umstand, daß ein Farbiger es überhaupt geschafft hat President zu werden. Das ist aber auch schon fast alles. Fast halt da war noch die verwässerte Krankenversicherung, die wie lange noch Bestand hat? Bestürzte Grüße |
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"Als Senator in Illinois nahm er explizit Stellung und bezeichnete die Todesstrafe für entsprechende Taten als richtig und angemessen."
Okay, ich hatte das anders in Erinnerung gelesen zu haben. Hast du da vielleicht einen Link für mich. Fänd ich spannend nachzulesen. |
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Danke für das Nachhaken zum Thema Begnadigungsrecht des Präsidenten.
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Die Zahl der Unterzeichner hat sich über Nacht verdoppelt.
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Erschütternd.
Habe gerade zwar auch noch dran teilgenommen, bin mir aber über den eher symbolischen Charakter solcher Aktionen im Klaren. Wie streifzug schreibt, " es wird wieder ein Exempel statuiert". Der Titel von diesem Blog trifft den Nagel auf den Kopf. War mein ganzes Leben lang gegen die Todesstrafe und diese unsagbare Hinrichtung ist der dunkle bedrohliche Schatten der Gewalt dieses anderen Amerikas, der über die ganze Welt geworfen wird und den ich nicht verstehen kann. Sklaverei noch lange nach der französichen Revolution, wo die Wirtschaftsinteressen stets höher im "Börsenkurs" standen als die Menschenrechte. Mit Todesstrafe und Water-Boarding als entsetzlicher Folter bis in heutige Zeit hinein. Zwar sehe ich bei den USA auch immer, dass sie maßgeblich mitgeholfen haben , die Welt von Hitler zu befreien, aber an so einem Tag wie heute, tritt das für mich vollständig in den Hintergrund. Es ist einfach nur entsetzlich und zeigt die mörderische Dimension der Justiz eines Staates, der gegen über der Welt und Ländern wie den Iran vorgibt einer der fortschrittlichsten und demokratischten Staaten der Welt zu sein. Heut ist die USA nur ein Land mit einer Hinrichtung und somit eine Bestrafungsform die zwar leider so alt wie die Menschheit ist, und die noch nie etwas besser gemacht hat. Selbst bei wirklich Schuldigen- wovon bei Troy Davies keine Rede sein kann, weil er Opfer dieses Staates ist- hat eine Hinrichtung noch nie einen Ermordeten zurückgebracht. |
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Europarat und EU Parlament setzen sich für Troy Davis ein:
www.sueddeutsche.de/panorama/umstrittene-hinrichtung-in-den-usa-europarat-und-eu-parlament-intervenieren-fuer-troy-davis-1.1146888 www.zeit.de/politik/ausland/2011-09/usa-todesstrafe-protest „Der Kampf für Gerechtigkeit endet nicht mit mir. Dieser Kampf ist für alle Troy Davise, die vor mir kamen und die nach mir kommen werden" Troy Davis |
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Pressemitteilung vom 21.09.2011 | 15:25
Auswärtiges Amt Menschenrechtsbeauftragter fordert Stopp der für heute Abend geplanten Hinrichtung von TROY DAVIS in den USA Erscheinungsdatum 21.09.2011 Trotz erheblicher Zweifel an der Schuld des zu Tode Verurteilten TROY DAVIS hat der Gnadenausschuss des Staates Georgia am Dienstag sein Gnadengesuch abgelehnt. Dazu erklärte der Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik, Markus Löning, heute (21.09.) in New York: “Mit Bestürzung habe ich von der Ablehnung des Gnadengesuchs von TROY DAVIS erfahren. Bis heute bestehen schwerwiegende Zweifel an seiner Schuld. Eine Hinrichtung ist unumkehrbar - ein eventueller Justizirrtum ist nicht mehr gut zu machen. Deshalb fordere ich die Behörden des Staates Georgia und der Vereinigten Staaten von Amerika auf, die auf heute Abend angesetzte Hinrichtung zu verhindern. Die Bundesregierung lehnt die Todesstrafe aus grundsätzlichen rechtspolitischen und moralischen Gründen ab. In den USA hat die Zahl der Hinrichtungen während der letzten Jahre stetig abgenommen. Einige Bundesstaaten, wie zuletzt Illinois, haben die Todesstrafe ganz abgeschafft, andere deren Vollstreckung zumindest ausgesetzt. Wir fordern die USA auf, diese Tendenzen konsequent weiter voran zu treiben.“ TROY DAVIS wurde 1991 wegen Mordes an einem Polizisten im Jahr 1989 in Georgia zum Tode verurteilt. In der durch das US Supreme Court angeordneten Anhörung 2010 ergaben sich Zweifel an seiner Schuld. Für TROY DAVIS haben sich unter anderem Papst Benedikt XVI., der frühere US-Präsident Carter und die EU-Außenbeauftragte Ashton eingesetzt. Pressemitteilung vom 20.09.2011 | 17:33 Die Linke. im Bundestag Begnadigung für TROY DAVIS und für die Abschaffung der Todesstrafe weltweit "Die heutige Entscheidung durch den Gnadenausschuss in Atlanta ist eine Schande und ist mit einem humanen, demokratischen Rechtssystem nicht vereinbar. Die Todesstrafe ist eine barbarische, inhumane und nicht akzeptable Form der Bestrafung von Menschen", so Annette Groth zur heutigen Ablehnung des Gnadengesuchs von TROY DAVIS durch den Begnadigungsausschuss in Atlanta. Die menschenrechtspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE weiter: "Trotz der Bitten von über einer Millionen Menschen aus der gesamten Welt, die sich in Petitionen an den Gnadenausschuss gewandt haben, kennen die Mitglieder dieses Ausschusses keine Gnade. Mit einer menschenrechtswidrigen Entscheidung soll morgen ein Unschuldiger hingerichtet werden. Die erneute Beweisaufnahme vor zwei Jahren zeigte, dass Zeugen durch die Polizei unter Druck gesetzt wurden, um eine Aussage gegen TROY DAVIS zu erzwingen. Sieben von neun Belastungszeugen haben ihre Aussage gegen TROY DAVIS zurückgezogen. Ein Zeuge gab ausdrücklich zu Protokoll, von Polizisten unter Druck gesetzt und zur Aussage gedrängt worden zu sein. Wir bitten den US-amerikanischen Präsidenten Obama, sich für das Leben von TROY DAVIS einzusetzen und diesem Wahnsinn ein Ende zu bereiten. Die Bundesregierung fordern wir auf, sich für das Leben von TROY DAVIS einzusetzen." F.d.R. Beate Figgener Pressesprecher Pressemitteilung vom 20.09.2011 | 18:20 SPD-Bundestagsfraktion Todesurteil an TROY DAVIS nicht vollstrecken Anlaesslich der Ablehnung des Gnadengesuchs von TROY DAVIS erklaeren der menschenrechtspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Christoph Straesser und die zustaendige Berichterstatterin Angelika Graf: TROY DAVIS soll morgen hingerichtet werden. Der Begnadigungsausschuss im US-Staat Georgia hat das Gnadengesuch abgelehnt. Die SPD-Fraktion ist zutiefst erschuettert, da mit dieser Entscheidung ein moeglicherweise unschuldiger Mensch sein Leben verliert. TROY DAVIS wurde 1991 fuer den Mord an einem Polizisten fuer schuldig befunden und zum Tode verurteilt. Mittlerweile haben sieben der neun Zeugen ihre belastende Aussage zurueckgezogen oder geaendert; die Mordwaffe wurde nie gefunden. TROY DAVIS selbst hat stets seine Unschuld beteuert. Der Begnadigungsausschuss hat stets darauf verwiesen, dass er keiner Vollstreckung des Todesurteils zustimmen werde, wenn er den geringsten Zweifel an der Schuld von TROY DAVIS haben wuerde. Dreimal bereits hat der Ausschuss die Hinrichtung ausgesetzt. Angesichts der vielen Unstimmigkeiten in diesem Fall stellt sich die Frage, woher die Ausschussmitglieder die Sicherheit fuer ihre heutige Entscheidung nehmen. Die SPD-Bundestagsfraktion lehnt die Todesstrafe als Verletzung des Rechts auf Leben ab. Wir fordern daher den Begnadigungsausschuss auf, seine Entscheidung zu revidieren und TROY DAVIS nicht hinzurichten. Pressemitteilung vom 21.09.2011 | 16:00 FDP-Bundestagsfraktion SCHUSTER: Todesurteil gegen TROY DAVIS nicht vollstrecken - Todesstrafe abschaffen (21.09.2011) BERLIN. Anlässlich der bevorstehenden Hinrichtung von TROY DAVIS in Jackson, Georgia, USA, erklärt die Sprecherin für Menschenrechte und humanitäre Hilfe der FDP-Bundestagsfraktion Marina SCHUSTER: Die FDP-Bundestagsfraktion verurteilt die bevorstehende Hinrichtung von TROY DAVIS heute Nacht deutscher Zeit. Wir sind zutiefst betroffen. Die Exekution eines Menschen ist eine unmenschliche und grausame Strafe. Unser weltweiter Kampf gegen die Todesstrafe gilt unabhängig von Tat und Schuld. Entscheidend für die Abschaffung der Todesstrafe ist allein der politische Wille der Verantwortlichen. Menschliches Leid kann mit der Todesstrafe weder gut noch ungeschehen gemacht oder zukünftig verhindert werden. Im Gegenteil: Die Todesstrafe verursacht neues Leid und offenbart ein Gesellschaftsverständnis, das wir nicht teilen können. Sie ist mit unseren Werten unvereinbar. Jedem Justizurteil wohnt immer die Möglichkeit eines Irrtums inne. Mit der Todesstrafe ist jedoch nicht nur der Irrtum irreversibel, schlimmer noch, es wird ein Menschenleben beendet. Dieses Verständnis wird durch den Sachverhalt um TROY DAVIS mit eindringlicher Deutlichkeit verstärkt: nach Informationen von amnesty international und weiteren Berichten fehlen konkrete Beweise wie eine Tatwaffe oder Fingerabdrückte für seine Tatbeteiligung. Zudem haben sieben der neun Augenzeugen, die ihn ursprünglich belastet hatten, inzwischen Abstand von ihren Aussagen genommen. Die Entscheidung gegen das Leben von TROY DAVIS ist ein herber Rückschlag für die Menschenrechte in den USA. Dabei gab es Grund zur Hoffnung, als zuletzt der Staat Illinois die Todesstrafe abschaffte. |
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Selbst in manchen hiesigen Mainstream-Medien ist TROY DAVIS Thema.
Der STERN berichtet ausführlich. Soeben war es Thema in den 20:00 Uhr Nachrichten von WDR5. Nochmal Dank an KalleWirsch für die Blogs. Hoffen wir weiter. Tom |
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Wär's ein Weißer würds keinen interessieren!
Man kann von der Todesstrafe halten, was man will. Aber die Diskussion sollte hier mehr um den Mordfall gehen, als dass man jmd. hier zum Märtyrer macht. |
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@Daniel
Sie haben den Artikel von Kalle nicht gelesen, gell? 1. Geht es im Artikel um den "Mordfall" 2. Geht es Kalle, wie auch anderen im thread, v.a. um die Todesstrafe als solche 3. Niemand macht hier Davis zu einem Märtyrer. Obwohl er es in gewisser Weise tatsächlich ist. Aber für's Verständnis dazu: Punkt 1 folgen! |
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@Meister Sheriff
du bist doch wohl das ekeligste, was hier frei rumläuft. @Redaktion Aus welcher Psychatrie heraus postet der Kerl da oben eigentlich? Passen die in Lippstadt eigentlich überhaupt nicht mehr auf ihre Web-Anschlüsse auf? Darf da jeder gemeingefährliche Insasse ran? Ohne Gruß |
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Wär's ein Weißer würds keinen interessieren!
Behauptung ohne Beleg. Nein, es geht nicht um weiß oder sonstige Attribute oder Eigenschaften, es geht um einen Menschen. Man kann von der Todesstrafe halten, was man will. Nein, kann man nicht. Das ist nicht beliebig. Das erfordert eine klare Positionierung, denn es geht um Leben oder Tod. Und "was man will" ist schicksalsbestimmend. Beobachten Sie sich als geohrfeigt. Q. PS: Sie haben die Wahl der Waffen. Satisfaktionsgesuch per "Nachricht senden" an mich hier im derFreitag. |
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Beobachten Sie sich als geohrfeigt. ging an Daniel Meister.
Q. |
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@miauxx schrieb am 21.09.2011 um 22:29
Doch gelesen! Aber genau das nervt, dass der Mordfall eben zu sehr in den Hintergrund gerückt ist! |
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@Tom Bombadil schrieb am 21.09.2011 um 23:19
Auf Ihr Niveau werde ich mich nun nicht begeben... |
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@Don Quijote schrieb am 22.09.2011 um 00:20
"Satisfaktionsgesuch" Dachte Sie lehnen das Töten von Menschen ab;)?! Ich habe nicht mal klar pro Todesstrafe Stellung bezogen, sondern lediglich die Meinung der in diesem Falle Andersdenkenden etwas in Schutz genommen. Einen Unschuldigen hinrichten ist nicht rechtens. Genauso wenig darf man ihn einsperren. Nur Justizirrtümer gibt es leider immer wieder, was auch in der sprichwörtlichen Natur des Menschen liegt. Der Mordfall rückt mir zu sehr in den Hintergrund. Bevor ich jemanden verteidige, muss ich zumindest wissen, wen ich hier verteidige! |
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@ daniel meister
es ist nun mal fakt dass seit jahrzehnten in der großen mehrheit farbige die todesstrafe in den USA erhalten; auch relativ zu der schwere des vergehens. das ist EIN bestandteil der argumentation gegen das todesurteil von troy davis, nicht die gesamte argumentation. das bewußt zu verdrehen und zu verdeuten ist schon ganz schön bösartig bei dieser ausgangslage. laubfrosch |
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@laubfrosch schrieb am 22.09.2011 um 17:58
Die Hautfarbe kann und DARF nie Bestandteil der Argumentation für oder gegen ein Urteil sein. Einzig und allein die Tat ist entscheidend, nicht, ob der Täter nun groß, klein, schwarz oder weiß ist. Die hohe Anzahl der Urteile gegen Schwarze liegt halt auch an der hohen Anzahl an Verbrechen dieser Gruppe. Das hat vielfältige Ursachen, darf aber nicht zur Rechtfertigung dienen. |
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Vielen Dank, @laubfrosch.
Ihr Beitrag enthebt mich der Versuchung, dem "Sheriff" direkt zu antworten. Im virtuellen Raum kommuniziere ich nicht mit derartigen Entitäten; im realen Leben nur über Kimme und Korn. Also, Kimme auf meiner Seite. Ich hätte es deutlich vulgärer ausgedrückt als Sie. Der Anlass des Blogs von @KalleWirsch (bei dem ich mich erneut für sein Engagement bedanke!), verbietet es mir, detaillierter darauf einzugehen. Troy Davis ist vom Staat, in dem er lebte, ermordet worden. An sich nichts ungewöhnliches. Tag für Tag sterben zigtausende Menschen in aller Welt aufgrund primitiver, ungerechter und ungesicherter Rechtsverständnisse. Mein Nebenproblem dabei, abgesehen von der persönlich/menschlichen Komponente, ist, dass es mal wieder ausgerechnet der selbsternannte "Leitstern" der "westlichen Zivilisation" ist, der für diesen Mord verantwortlich ist. Wie so oft. Niemand, der die "allgemeinen Menschenrechte" auf seine Fahnen geschrieben hat, kann dies billigen. Von Staaten wie (stellvertretend für viele!) Nordkorea, China, Iran, Saudi Arabien et altera erwarte ich nicht, dass sie das Konzept "Menschenrechte" vorleben, geschweige denn, zur Handlungsmaxime erheben (außer verbal, dann, wenn's passt!). Von den "Erfindern" der allgemeinen Menschenrechte erwarte ich das schon. Nicht, dass jeder Interessierte nicht schon immer hat erkennen können, dass das Menschenrechtsgeschwafele der westlichen Staaten eben genau das ist (nämlich Geschwafele!). Nur, die Schamlosigkeit, mit der dies heute geschieht, wird immer obszöner. Der von den westlichen Massenmedien vormals als Messias gefeierte Tiger Obama, ist als Bettvorleger gelandet. Er ist heute der Reichsverweser des Untergangs des "weißen Mannes". Um den Imperialismus des letztgenannten ist es weiß Gott nicht Schade! Um die, zugegebenermaßen ideologische, Hintergrundidee schon. War ne schöne Idee, die Geschichte mit den Menschenrechten, des Rechts auf körperliche Unversehrtheit, des Rechts auf unabhängige Rechtsprechung, des Rechts auf Wasser und Nahrung, des Rechts auf Wohnung, Arbeit, Krankheitsvorsorge etc. Und das alles unabhängig von Geschlecht, Rasse, Religion, undsoweiterundsofort. Perdu. Ich trauere hier um Troy Davis. Wer auch immer, sei seiner Seele gnädig. ----------------------------- Kein Projekt nirgends Tom |
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@Daniel Meister
Mit Verlaub, manchmal frage ich mich, ob sie nur quer lesen oder die Dinge mit Absicht anders sehen wollen. Mir geht es um die Todesstrafe im allgemeinen. Weltweit. Sie ist barbarisch. Weil Mord barbarisch ist, weil sich Menschen und Justiz irren können, weil sie als Instrument mißbraucht wird, etc.. Das einzige Argument, das außer Rache für die Todesstrafe ins Feld geführt wird, ist die Abschreckung. Doch vergleicht man die Mordrate der USA zum Beispiel mit Deutschland, so erkennt man, dass die Mordrate in den USA fast doppelt so hoch ist (5,6 zu 2,9 auf 100.000 Einwohner). Ich habe alle Fakten, die gesichert sind zum Mordfall Mark MacPhail gepostet, dies auch nochmal im ursprünglichen Blog, dieser ist ja der zweite zu Troy Davis. Vielleicht war es ein Fehler diesen nicht zu verlinken, aber ich denke, Troy Davis googlen ist kein Problem. Was ich bewusst ausgelassen habe, sind Informationen, die unklar sind. So stand zunächst der Hauptbelastungszeuge von Troy Davis unter Verdacht. Er soll mit dem Mord vor Zeugen geprahlt haben. Letzteres bewegt sich aber mehr im Bereich von Hören Sagen und ich habe es deshalb ausgelassen. Die Süddeutsche hat es geschrieben. Dass der Mordfall so dünn erscheint ist der Tasache geschuldet, dass die Beweislage so dünn ist. Aber ich möchte nochmal deutlich machen, dass Troy Davis nur ein trauriges Beispiel für all die anderen Lynchjustizopfer auf der ganzen Welt ist. Der Kampf um sein Leben war real und symbolisch zugleich. Das hat Troy Davis selbst so gesehen. www.amnesty-todesstrafe.de/index.php?id=607 Die USA steht auf Platz 5 der meisten volstreckten Todesstrafen. Ihre Zahl ist insgesamt rückläufig, aber mit knapp 50 pro Jahr immer noch erschreckend. de.wikipedia.org/wiki/Todesstrafe_in_den_Vereinigten_Staaten @Tom "Ich hätte es deutlich vulgärer ausgedrückt als Sie." Das verstehe ich, aber es ist eben der falsche Weg. Danke für´s unterlassen. Das ist nicht immer einfach, gerade bei solchen Themen. Aber ich glaube nur Information hilft. |
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@Tom Bombadil
Danke, dass Sie mir Ihre Vulgaritäten ersparen... |
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@KalleWirsch schrieb am 23.09.2011 um 08:48
Ich bin kein großer Befürworter der Todesstrafe und Ihr Engagement ist bewundernswert. Ob Davis schuldig oder nicht schuldig ist, vermag ich nicht zu beantworten. Aber ich vertraue hier schon den Gerichten. Hinrichten darf man aber nicht, wenn keine 100%ige Sicherheit der Schuld besteht.l Deshalb hätten Sie in diesem Falle sogar Recht. Nur finde ich die Argumentation einiger gegenüber den USA engstirnig und politisch verbohrt. Die Stilisierung Davis' zum Märtyrer hysterisch... "die Mordrate in den USA fast doppelt so hoch ist (5,6 zu 2,9 auf 100.000 Einwohner" Haben Sie auch eine Statisik zur Hand, welche die Mordraten der Staaten mit Todesstrafen denen derer ohne gegenüberstellt? |
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"Aber ich vertraue hier schon den Gerichten. Hinrichten darf man aber nicht, wenn keine 100%ige Sicherheit der Schuld besteht."
Man darf es gar nicht. Denn 100%ige Sicherheit gibt es nicht. Auch nicht in einem noch so fairen Justizsystem. Menschen machen Fehler, irren sich. Aber ich wäre auch dagegen, wenn der Mord als eindeutiger Videobeweis vorläge. Ich war gegen die Hinrichtung von Saddam Hussein, und auch gegen die Exekution von Osama Bin Laden. Eine Gesellschaft, die auf Humanität baut, kann dies nicht mit barbarischen Mitteln erreichen. "Haben Sie auch eine Statisik zur Hand, welche die Mordraten der Staaten mit Todesstrafen denen derer ohne gegenüberstellt?" Zur Hand nicht. Aber deswegen hatte ich Zahlen aus den USA gewählt. Denn hier gilt die Todesstrafe ausschließlich für Mord und Raub mit Todesfolge. In den anderen maßgeblichen Todesstrafen - Staaten ist das eben nicht so. "Neben China vollstreckten Iran (mind. 252), Nordkorea (mind. 60), Jemen (mind. 53), die USA (46) und Saudi-Arabien (mind. 27) die meisten Todesurteile. " Quelle: AI Amnesty veröffentlicht keine Zahlen mehr zu den Hinrichtungen in China, weil sich China weigert die zahlen Transparent zu machen. Gesichert erscheint aber, dass China mehr Hinrichtungen vollzieht, als die gesamte Welt zusammen. In China gibt es alleine 68 Verrechen, unter anderem auch Steuerhinterziehung, die mit der Todesstrafe bestraft werden. Im Jemen hat sich die Anzahl im Gegensatz zu 2008 verdoppelt. In Saudi Arabien und im Iran steht das Todesurteil auf Ehebruch, Gotteslästerung, Homosexualität... - Wobei mir Amnesty erst vor ein Wochen mitteilte, dass im Iran neuerdings die Anklage wegen Homosexualität gerne benutzt wird, um Regimekritiker loszuwerden. In Nordkorea wurde vor ungefähr einem Jahr eine Frau hingerichtet, weil sie Bibeln verteilte. In anderen Staaten steht Drogenhandel mit auf der Todesagenda. Sie sehen, das Thema Todesstrafe kann man schwer singulär mit dem Thema Mord behandeln. Das einzige Land Europas, das noch die Todesstrafe verhängt ist Weißrussland. Da wäre ich auch vorsichtig, ob es bei den Urteilen immer mit rechten Dingen zugeht. Ich glaube aber, dass man einen Vergleich ziehen kann zwischen den USA und Deutschland. Mir will nicht in den Kopf, dass man in den USA an der Todesstrafe als Abschreckung festhält, die ja erst 1976 wieder eingeführt wurde, man aber zeitgleich Waffen im Supermarkt kaufen kann. Doch selbst, wenn die Abschreckung funktionieren würde, so bleibt das Menschenrecht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Menschenrechte sind unteilbar. Ein bisschen Menschenrechte oder Menschenrechte mit Ausnahmen funktionieren nicht. |
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@KalleWirsch schrieb am 26.09.2011 um 10:04
Respekt! Ein gelungenes Plädoyer contra Todesstrafe. Gerne würde ich Ihnen komplett zustimmen...nur sehe ich ein paar wenige Einzelfälle anders. Nämlich die von Massenmördern und Kriegsverbrechern. Einzelbeispiele gefällig: Himmler, Hitler, Eichmann...Hier finde und fand ich die Todesstrafe immer noch angemessen. Bin Laden's "Ergreifung" ohne dabei die Seals zu gefährden war kaum möglich und somit sehe ich hier nicht eine "Hinrichtung", sondern eher einen "finalen Todesschuss"! Aber das habe ich damals hier ausreichend diskutiert. |
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Troy Davis Anwalt hat Einspruch eingelegt vor dem Obersten Gerichtshof der USA. Es ist die letzte Instanz, die letzte Chance.
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Ich kann nicht sagen, wie sehr ich über diese Hinrichtung entsetzt und empört bin. Das ist einfach die Sache, die ein normaler zivilisierter Mensch einfach nicht erfassen kann... da fällt die Weltbild auseinander. Wie kann man SO fahrlässig mit einem menschlichen Leben umgehen? Und wie feige sind die Menschen, die es nicht gewagt haben, einen anderen Menschen, einen hilfsbedürftigen Menschen, der so ungerecht behandelt wurde, in seinen Schutz zu nehmen? Wie feige ist der Präsident der vereinigten Staaten?
Aber über Obama wurde ja schon viel geschrieben... allerdings habe ich bis jetzt nirgendwo ein Wort über die Leute gelesen, die diese Hinrichtung durchgeführt haben und auch andere Hinrichtungen durchführen und dafür bezahlt werden. Wie absurd, wie zynisch ist das alles? Was für eine Besinnung muss man haben, um sich für so ein Job zu entscheiden, um sich für Morde zu bezahlen lassen? Dennoch sind diese Menschen anerkannte und respektierte Gesellschaftsmitglieder... sind ja schließlich nicht irgendwelche arbeitslose Schmarotzer! Insbesonder wenn man von über diesen Menschen Beschied weiß, dass seine Schuld nicht nachgewiesen ist? Was sagt man dann seiner Frau und seinen Kindern, wenn man danach nach Hause kommt? Darüber hinaus: Mal angenommen, Troy Davis hätte diesen Polizisten tatsächlich erschossen (Konjunktiv!). Nun, wenn die Verwandten oder Freunden von diesem Polizisten in ihrem Trauer die Fassung verlieren und die sogenannte Selbstjustiz ausüben wollen -wenn sie also Troy Davis aufsuchen und töten würden - dann werden sie sowohl strafrechtlich als auch von der öffentlichen Meinung verurteilt. Auf ihre Gefühle, auf ihr verletztes Leben wird kein Rücksicht genommen. Wenn aber staatlich beauftragte Vollzugsbeamten den Mord an Troy Davis kaltschnäuzig durchführen, dann findet man so etwas in Ordnung und bezahlt man das sogar, und zwar nicht schlecht. Wo ist hier die Logik? Ich meine, nicht die juristische Logik (die verstehe ich ja!), sondern menschliche humane Logik? Man, so viel kann ich gar nicht essen, wie viel ich kotzen will! |
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@Fahrenheit 451
Einen Punkt habe ich nicht verstanden. Findest du Selbstjustiz gerechtfertigt? |
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schrieb am
23.09.2011 um 09:46
Nein, natürlich nicht. Aber ich kann sie auf Gefühlsebene nachvollziehen (was natürlich nicht heißt, dass ich sie befürworte!)... ich kann verstehen, was den Menschen dazu treibt und was der Mensch dabei fühlt. Und ich habe Mitgefühl mit ihm, auch wenn ich seine Tat ablehne.
Über die staatlich beauftragte, respektierte und und gut bezahlte Berufsmörder kann ich das nicht sagen. |
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Lieber Kalle,
wie ich es geschaffte, diesen Deinen so verdammt wichtigen Blog zu spät zu finden weiß ich nicht. Selten hat das Wort zuspät ein derart dramatische Gewalt. Ich würde gern wissen welche geistigen Neanderthaler Den Blog so runtergewertet haben und warum. Ich jeden gab auf jeden Fall fünf Sterne. Es ist so uferlos traurig, daß ein Land, das - so lang ist es noch nicht her - soviel Hoffnung und Zuversicht für eine bessere Welt ausstrahlte, sich derart rückentwickeln konnte. Die ungebrochene, was sage ich, die wieder aufflammende Begeisterung für die Tradition der staatlichen Lynchjustiz, vulgo Todesstrafe ist neben Guantanamo der sichtbarste Ausdruck für etwas was man m.E. nur mit faschistoiden Tendenzen bezeichnen kann. Wer mir jetzt Antiamerikanismus vorwirft, hat von der Geschichte der USofA nur rudimentäre Kenntnisse und keineerlei Ahnung vom Kummer, mit dem ich diese Zeilen schreibe. Allerbeste Ullrich Läntzsch |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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