KalleWirsch

Neues vom König der Erdmännchen

10.10.2011 | 17:46

Der Staat als Mörder III: Internationaler Tag gegen die Todesstrafe

Am 10. Oktober 2003 wurde der Internationale Tag gegen die Todesstrafe zum ersten Mal begangen. Zum 9 Mal gedenken heute die Gegner der Todesstrafe ihrer Opfer, erinnern an diejenigen, die von ihr bedroht sind und klagen diejenigen Staaten an, die sie bis heute praktizieren.

Die wohl spektakulärste Hinrichtung in diesem Jahr war die von Troy Davis. Trotz massiver Zweifel an seiner Schuld, Zeugen, die angaben von der Polizei unter Druck gesetzt worden zu sein, Jurymitgliedern, die ihren Urteilsspruch dementsprechend öffentlich revidierten und dem Fehlen jeglicher Beweise und obwohl sich weltweit Tausende und viele Prominete für ihn einsetzen, richtete der Staat Georgia Troy Davis am 21.09 dieses Jahres mit einer Giftspritze hin. Doch Troy Davis ist nur einer unter Vielen in den USA, die der staatlichen Lynchjustiz zum Opfer gefallen sind:

1235 6.1.2011 Oklahoma Billy Don Alverson Tödliche Injektion 1236 11.1.2011 Oklahoma Jeffrey Matthews Tödliche Injektion 1237 13.1.2011 Alabama Leroy White Tödliche Injektion 1238 25.1.2011 Georgia Emmanuel Hammond Tödliche Injektion 1239 9.2.2011 Missouri Martin Link Tödliche Injektion 1240 15.2.2011 Texas Michael Wayne Hall Tödliche Injektion 1241 17.2.2011 Ohio Frank Spisak Tödliche Injektion 1242 22.2.2011 Texas Timothy Adams Tödliche Injektion 1243 10.3.2011 Ohio Johnnie Baston Tödliche Injektion - erste Hinrichtung in den USA mit Pentobarbital als alleiniges Hinrichtungsmedikament 1244 29.3.2011 Arizona Eric King Tödliche Injektion 1245 31.3.2011 Alabama William Glenn Boyd Tödliche Injektion 1246 12.4.2011 Ohio Clarence Carter Tödliche Injektion 1247 3.5.2011 Texas Cary Kerr Tödliche Injektion 1248 6.5.2011 South Carolina Jeffrey Motts Tödliche Injektion - "Freiwilliger" 1249 10.5.2011 Mississippi Benny Stevens Tödliche Injektion 1250 17.5.2011 Ohio Daniel Bedford Tödliche Injektion 1251 17.5.2011 Mississippi Rodney Gray Tödliche Injektion 1252 19.5.2011 Alabama Jason Williams Tödliche Injektion 1253 25.5.2011 Arizona Donald Beaty Tödliche Injektion 1254 1.6.2011 Texas Gayland Bradford Tödliche Injektion 1255 16.6.2011 Texas Lee Taylor Tödliche Injektion 1256 16.6.2011 Alabama Eddie Powell III Tödliche Injektion 1257 21.6.2011 Texas Milton Mathis Tödliche Injektion 1258 23.6.2011 Georgia Roy Blankenship Tödliche Injektion 1259 30.6.2011 Arizona Richard Bible Tödliche Injektion 1260 7.7.2011 Texas Humberto Leal Tödliche Injektion 1261 19.7.2011 Arizona Thomas West Tödliche Injektion 1262 20.7.2011 Texas Mark Stroman Tödliche Injektion 1263 21.7.2011 Georgia Andrew DeYoung Tödliche Injektion - mit Videoaufzeichnung 1264 29.7.2011 Delaware Robert Jackson III. Tödliche Injektion 1265 10.8.2011 Texas Martin Robles Tödliche Injektion 1266 18.8.2011 Virginia Jerry Jackson Tödliche Injektion 1267 13.9.2011 Texas Steven Woods Tödliche Injektion 1268 21.9.2011 Texas Lawrence Brewer Tödliche Injektion 1269 21.9.2011 Georgia Troy Davis Tödliche Injektion 1270 22.9.2011 Alabama Derrick Mason Tödliche Injektion 1271 28.9.2011 Florida Manuel Valle Tödliche Injektion

 

Leider sollen das nicht die letzten Hinrichtungen dieses Jahr sein. Geplant sind weiterhin:

11.10.2011 H-R Hester TN 18.10.2011* Joseph Murphy OH 27.10.2011* Frank Garcia TX 9.11.2011* Hank Skinner TX 15.11.2011* Reginald Brooks OH 16.11.2011*Guadalupe Esparza TX

Quelle: Death Penalty Information Center

 

Die "Demokratiexporteure" USA gehören zu den Big Five der Todesstrafe. Zusammen mit China, Iran, Nordkorea und dem Jemen. Dicht gefolgt werden diese von Saudi Arabien.

 

BEKANNT GEWORDENE HINRICHTUNGEN IM JAHR 2010
Ägypten (4), Äquatorialguinea (4), Bahrain (1), Bangladesch (> 9), Belarus (2), Botsuana (1), China (Tausende), Irak (> 1),
Iran (> 252), Japan (2), Jemen (> 53), Libyen (> 18), Malaysia (> 1), Nordkorea (> 60), Palästinensische Autonomiegebiete (5),
Saudi-Arabien (> 27), Singapur (+), Somalia (> 8), Sudan (> 6), Syrien (> 17), Taiwan (4), Vereinigte Staaten von Amerika (46)

> die tatsächliche Zahl dürfte höher liegen

Quelle:AI

Die Schätzungen der vollstreckten Todesurteile in China belaufen sich für das Jahr 2010 um die 5000, sie können aber auch höher sein, die Dunkelziffer ist nicht einschätzbar. Amnesty International gibt nur noch die Größe "Tausende" an, da sich die Organisation weigert aufgrund fehlender Transparenz des chinesischen Staates zu spekulieren. In den vergangenen Jahrzehnten machte jedoch China zwischen 70 - 90 % aller vollstreckten Todesurteile aus. Soviel ist sicher. An Transparenz mangelt es allerdings den meisten Staaten mit Todesstrafe.

 

Als Amnesty International ihren Kampf für Menschenrechte 1977 aufnahmen gab es lediglich 16 Länder weltweit, die sich von der Todesstrafe verabschiedet hatten. Mit den Jahren hat Amnesty viele Mitstreiter und Mitstreiterorganisationen gewonnen. Seither haben 139 Länder der Todesstrafe den Rücken gekehrt. 58 Staaten halten weiterhin an ihr fest, wobei einige davon sie momentan nicht mehr anwenden.

Viel hat sich getan zum Thema Todesstrafe in den letzten Jahren. Alleine 30 der 139 Staaten, die glücklicherweise umgedacht haben, taten dies während der letzten Dekade. Doch bis zur weltweiten Ächtung der Todesstrafe ist es noch ein weiter Weg.

BEKANNT GEWORDENE TODESURTEILE IM JAHR 2010
Ägypten (185), Äquatorialguinea (4), Äthiopien (> 5), Afghanistan (> 100), Algerien (> 130), Bahamas (> 5), Bahrain (1),
Bangladesch (> 32), Barbados (1), Belarus (3), Benin (> 1), Brunei Darussalam (+), Burkina Faso (> 1), China (+),
Demokratische Republik Kongo (+), Gambia (13), Ghana (17), Guatemala (1), Guyana (> 1), Indien (> 105), Indonesien (> 7),
Irak (> 279), Iran (+), Jamaika (4), Japan (14), Jemen (> 27), Jordanien (9), Kamerun (+), Kenia (> 5), Kuwait (> 3), Laos (4),
Libanon (> 12), Liberia (11), Libyen (+), Madagaskar (> 2), Malawi (2), Malaysia (> 114), Malediven (1), Mali (> 14),
Marokko/Westsahara (4), Mauretanien (> 16), Myanmar (2), Nigeria (> 151), Nordkorea (+), Pakistan (365), Palästinensische
Autonomiegebiete (> 11), Sambia (35), Saudi-Arabien (> 34), Sierra Leone (1), Simbabwe (8), Singapur (> 8), Somalia (> 8),
Sri Lanka (+), Sudan (> 10), Südkorea (4), Syrien (> 10), Taiwan (9), Tansania (> 5), Thailand (> 7), Trinidad und Tobago (+),
Tschad (1), Tunesien (> 22), Uganda (> 5), Vereinigte Arabische Emirate (> 28), Vereinigte Staaten von Amerika (> 110),
Vietnam (> 34), Zentralafrikanische Republik (14).

Quelle:AI

Auch diese Zahlen sind der unterste Rand der Schätzungen. Im Jahr 2010 wurden die Verurteilten folgendermaßen hingerichtet:

 Enthaupten (Saudi-Arabien), Hinrichtung auf dem elektrischen Stuhl (USA), Erhängen (Ägypten, Bangladesch, Botsuana, Irak, Iran, Japan,
Malaysia, Nordkorea, Singapur, Sudan, Syrien), Giftinjektion (China, USA), Erschießen (Äquatorialguinea, Bahrain, Belarus, China, Jemen, Nordkorea, Palästinensische Autonomiegebiete, Somalia, Taiwan,USA, Vietnam).

Quelle:AI

Dieses Jahr widmet Amnesty International Deutschland den Internationalen Tag gegen die Todesstrafe dem Kampf gegen die Todesstarfe in Weißrussland. Belarus ist das letzte Land in Europa, das die Todesstrafe praktiziert. Die Justiz des Landes ist bekannt für Prozesse unter Ausschluß der Öffentlichkeit, erzwungene Geständnisse und Folter. Informationen über die Todesstrafe gelten als Staatsgeheimnis. Seit der Unabhängigkeit von Belarus im Jahr 1991 wurden schätzungweise 400 Menschen hingerichtet. Die Todesurteile werden innerhalb der ersten 6 Monate nach Urteilsverkündung vollstreckt, wobei die Verurteilten erst unmittelbar vor ihrer Hinrichtung informiert werden. Angehörige erfahren meist erst sehr viel später vom Tod ihrer Angehörigen, den Ort der Grabstätten erfahren sie nie.

 

 

 

Gegen die Todesstrafe in Weißrussland hat Amnesty eine Petition Online gestellt mit folgendem Wortlaut:

Sehr geehrter Präsident Lukaschenko,

Belarus ist das letzte Land in Europa und der ehemaligen Sowjetunion, das die Todesstrafe noch vollzieht. Im Justizsystem kommt es immer wieder zu Fehlern, internationale Standards für faire Gerichtsverfahren werden nicht eingehalten: „Geständnisse“ werden zum Teil unter Folter erzwungen, die Gefangenen haben oftmals keinen Zugang zu effektiven Berufungs- und Beschwerdeinstanzen. In der Regel erfahren sie den Hinrichtungstermin erst direkt vor der Vollstreckung.

Amnesty International, das nichtstaatliche belarussische Menschenrechtszentrum „Viasna“ sowie das belarussische „Helsinki Komitee“ lehnen die Todesstrafe ohne Ausnahme ab, denn sie verletzt das Recht auf Leben und ist eine grausame, unmenschliche und erniedrigende Strafe.

Bis zur vollständigen Abschaffung der Todesstrafe in Belarus fordern wir einen sofortigen Hinrichtungsstopp. Alle anhängigen Todesurteile müssen in Haftstrafen umgewandelt werden.

Hier geht es zur Petition:

action.amnesty.de/p/dia/action/public/?action_KEY=8181&;d=1

 

Die Todesstrafe ist immer und überall Unrecht. Ein Staat, der sie anwendet hat nicht das Recht sich Rechtsstaat zu nennen.

 

"5.24pm. I have another 10 or 15 minutes before I have to give this pen up. What can be said
in 15 minutes? The fear settles in, the inevitable fear of the unknown.
Trust in God, faith that things will be OK. No more words......"

(letzter Tagebucheintrag von Bobby West, bevor er 1997 hingerichtet wurde)

www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de/fileadmin/user_upload/bilder_initiative/PDF/robert_west_execution_diary.pdf

 


 
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Kommentare
Ullrich Läntzsch schrieb am 10.10.2011 um 18:09
Lieber Kalle,

großen Dank. Ich muß nämlich zu meiner Schande gestehen, den 10. Oktober, noch immer als ganz normalen Tag betrachte zu haben und nicht als einen, an dem mir das Gruseln immer wieder neu beibringt.

In meinen Augen ist ein jeder Richter, der einen Menschen zur Todesstrafe verurteilt, nichts als ein eiskalter Mörder. Dito jeder Politiker, der eine Begnadigung ablehnt. Auch ein Obama. Wie die Königin von England, wie der Geheimrat J. W, von und, und, und

Allerbeste, obwohl mir so kotzübel ist
abghoul schrieb am 10.10.2011 um 18:20
Mir war den ganzen Tag schon so als ob ich irgendwas verpasst habe...besten Dank das du daran erinnerst.
Tom Bombadil schrieb am 10.10.2011 um 19:11
Danke für die Erinnerung.

Gruß
Tom
poor on ruhr schrieb am 10.10.2011 um 20:16
Bedrückender Report!

"Die Todesstrafe ist immer und überall Unrecht. Ein Staat, der sie anwendet hat nicht das Recht sich Rechtsstaat zu nennen."

Dem kann ich nur unengeschränkt zustimmen.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 11.10.2011 um 09:42
Hier die Weltkarte von ausgeführten Todesurteilen in 2010.

diepresse.com/home/panorama/welt/645319/Wo-erhaengt-erschossen-enthauptet-wird

Auffällig ist, dass die meisten Hinrichtungen in islamischen Staaten erfolgten!
KalleWirsch schrieb am 11.10.2011 um 09:57
Danke für die Karte.

"Auffällig ist, dass die meisten Hinrichtungen in islamischen Staaten erfolgten!"

Bei all meiner Verachtung für religiösen Fanatismus (jeglicher Religionen), diese These stimmt schlicht und ergreifend nicht. Die meisten Hinrichtungen finden in China statt, und zwar in einem Maße, dass alle Scharia Opfer zusammengenommen diese Zahl nicht annähernd erreichen. Das soll die Menschenrechstverbrechen im iran und Saudi Arabien etc. ganz bestimmt nicht relativieren, aber wir sollten bei den Fakten bleiben. Das ist verdammt wichtig beim Kampf gegen die Todesstrafe.

Was auf jeden Fall stimmt, ist die Tatsache, dass die Todesstrafe meistens aus ideologischen Gründen (dazu zähle ich religiösen Fanatismus jeglicher Coleur) verhängt wird.
claudia schrieb am 11.10.2011 um 11:36
>>Die meisten Hinrichtungen finden in China statt,..<<
China ist wichtiger Handelspartner und steht somit ausserhalb der Kritik.

Und Saudiarabien hat erst neulich wieder 200 Panzer gekauft, da sind wir ja auch nicht so pingelig, nicht wahr?
KalleWirsch schrieb am 11.10.2011 um 13:11
Das ist bittere Realität.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 11.10.2011 um 13:33
KalleWirsch schrieb am 11.10.2011 um 09:57
Danke für die Karte

Die meisten Hinrichtungen finden in China statt, und zwar in einem Maße, dass alle Scharia Opfer zusammengenommen diese Zahl nicht annähernd erreichen.

Ja, das stimmt!
Aber nicht für das Jahr 2010.

Ich persönlich bin auch gegen die Todesstrafe!

Wenn nun Staaten meinen, dass die Todesstrafe zur Abschreckung oder was auch immer sein muß, wäre allerdings China mit seinen ca. 1,3 Milliarden Menschen bei der Vollstreckung der Todesstrafe vergleichsweise "harmloser" als die islamischen Staaten.
Man könnte nämlich eine Kennzahl bilden mit dem Quotient aus Hinrichtungen pro Einwohner.
Dann wäre wiederum die islamischen Länder "Spitze"!

Weiterhin könnte man an der "Moralschraube" drehen.

In den USA werden Menschen meistens für Morde hingerichtet.
In islamischen Länder auch für Homosexualität und für's Fremdvögeln von Frauen.
Das ist m. E. schon ein moralischer Unterschied!
Daniel Domeinski schrieb am 11.10.2011 um 15:30
"In den USA werden Menschen meistens für Morde hingerichtet.
In islamischen Länder auch für Homosexualität und für's Fremdvögeln von Frauen.
Das ist m. E. schon ein moralischer Unterschied!"

Der Vergleich hinkt, wenn man bedenkt, dass v.a. Afroamerikaner und arme Menschen hingerichtet werden.
KalleWirsch schrieb am 11.10.2011 um 18:22
Die Chinadaten hochzurechnen ist ziemlich schwierig, da es so gut wie gar keine gesicherten Zahlen gibt. Beim Iran ist die Zahlenlage auch schwierig, aber etwas klarer. Im Iran ist es auch beliebt politisch Unliebsame des Drogenhandels oder der Homosexualität anzuklagen. Ist dies dann jetzt bezüglich des Drogenhandels eigentlich moralisch etwas besser, aber eigentlich nicht, und bezüglich,...
Es ist doch so. Es gibt nicht ein bisschen Menschenrechte. So gibt es auch keine Todesstrafe light, die moralisch besser ist, weil es sich um Mord handelt. Schon gar nicht angesichts der vielen Fehlurteile und des Rassismus, der die Todesstrafe in den USA prägt. Worauf ich aber hinaus will, ist, dass die Todesstrafe immer und grundsetzlich menschenverachtend ist. egal o sie einen unschuldigen oder Saddam Hussein trifft. Menschenrecht sind eben universell, so schwer das auch manchmal auszuhalten sein mag.

Ich halt überhaupt nichts von den fundamental islamisch regierten Staaten (das wäre als seltsam als schwuler Mann), aber een auch nicht von christlich fundamental geprägten Staaten, wie zum Beispiel Texas.
Ich finde es falsch den Kampf gegen die Todesstrafe zu instrumentalisieren für eine Ablehnung gegenüber dem Islam. Mal ganz abgesehen von der notwendigen Differenzierung zwischen der Religion und ihrer praktischen Ausführung wie zum Beispiel der Scharia. Der letzte Staat, der die Todesstrafe für Homosexualität einführen wollte war Uganda. ein christlich, fundamental christlich geprägtes Land.
Wenn wir anfangen die Religionen hier gegeneinander abzuwägen, dann ist das ein Irrweg. Können uns einig sein im Kampf gegen den Fundamentalismus insgesamt. Und auch dann wird es wieder schwierig, weil die religiösen Motive mittlerweile herhalten müssen, um Regimegegner politscher Natur auszuschalten.

Bezüglich der Todesstrafe kann es nur immer und grundsätzlich heißen, dass sie uneingeschränkt, egal für welches Verbrechen gleichermaßen abzulehnen ist. In diesem Punkt bin ich klar für ein Dogma.

Und wir westlichen Länder sollten mal von unserem hohen moralischen Roß runterkommen. In vielen Saaten der USA ist es noch nicht lange her, dass Oralsex und Homosexualität strafbar waren, die Nazis haben Schwule verfolgt zuhauf verfolgt und umgebracht. Viele drakonische afrikanische Gesetze (Z.B. in Uganda) stammen aus der Kollonialzeit. Wir können ein Faß aufmachen, wer moralisch höher steht, oder auch eines, wer einfach subtile mordet, oder wir können uns gegen die Todesstrafe stellen.
ich schrieb am 11.10.2011 um 10:42
Hallo Kalle,
schau mal hier!
KalleWirsch schrieb am 11.10.2011 um 10:51
Danke, ich glaube, ich kenn das. Bin mir aber nicht sicher. Schaue mir das später an.
Streifzug schrieb am 11.10.2011 um 11:14
Die "Troika" fordert im Zuge der Bankenkrise die flächendeckene Wiedereinführung der Todesstrafe in Europa. Nur so könne der notwendige Stellenabbau sichergestellt werden.
claudia schrieb am 11.10.2011 um 11:58
Noch nicht. Die Gekündigten werden als Discountarbeiter in Reserve gehalten. Das klappt im Moment noch ganz gut mit der "Faul&Dekadent"-Propaganda.

Aber die Reserve hat natürlich begrenzte Kapazität. Man wird allerdings nicht von "Todesstrafe" sprechen, sondern "finale Sanktion" sagen.
Aus Kostengründen: Gerichtsverfahren, die einer Todesstrafe vorausgehen, wären zu teuer.
tlacuache schrieb am 11.10.2011 um 12:06
Wenn's die "Troika" so nicht schafft, kann ja Grossgrundbesitzer "'Ndrangheta" oder aehnliche Institutionen dazu aufgerufen werden, dem Nachwuchs eine Chance zu geben, da spart man auch noch Rentenausschuettungen. "Out(ge)sourcing(t)" sozusagen, da lacht das Arbeitsvermittlungsherz.
Man muss nur noch die Sonderregelung im Bundestag und Bundesrat durchsetzen, dass der "goldene Schuss"
mit Bleiummantelung von Statten geht, ausserdem muessen natuerlich anfallende Kosten steuerlich absetzbar sein ("Nachtzuschlaege, Baseballschlaeger, Zielfernrohre, Schalldaempfer etc.")
KalleWirsch
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