KalleWirsch

Neues vom König der Erdmännchen

11.05.2011 | 10:44

Homosexuellen in Uganda droht erneut die Todesstrafe - Eine Petition

Die Situation von Homosexuellen in Uganda ist jetzt schon katastrophal. Immer wieder kommt es zu brutalen Übergriffen auf Lesben und Schwulen, Zeitungen des Landes outen Homosexuelle in ihren Ausgaben und setzen Sie damit erheblicher Lebensgefahr aus. Trauriger Höhepunkt der Homosexuellenverfolgung in Uganda war der brutale Mord an David Kato im Januar diesen Jahres.

Das aber scheint religiösen Fanatikern (es gibt in Uganda einen massiven evangelikalen Einfluss) noch nicht weit genug zu gehen. Letztes Jahr scheiterterten sie mit einem Gesetz, dass Strafen für Homosexuelle bishin zur Todesstrafe vorsah. Auch die Unterstüzung homosexueller Menschen sollte hierbei unter Strafe gestellt werden. Das Gesetz wurde von Präsident Museveni nur gestoppt, weil es einen weltweiten Aufschrei gab und der Regierung mit wirtschaftlichen Sanktionen gedroht wurde.

Die politische Lage in Uganda hat sich in den letzten Monaten zusehends destabilisiert. Der Präsident sieht sich mit massiven Prostesten der Bevölkerung gegen hohe Lebensmittel- und Benzinpreise konfrontiert, die er gewaltsam niederschlägt. Die religiösen fanatiker im Parlament sehen ihre Chance, das zurückgestellte Anti-Homosexuellen Gesetz nun doch noch auf den letzten Drücker durchzubringen. Innerhalb der nächsten 12 Stunden soll hierüber abgestimmt werden. Dies gilt es zu verhindern. Denn sollte eine Abstimmung scheitern, so wäre zumindest dieser Gesetzesentwurf Geschichte.

Avaaz will in den nächsten Stunden insgesamt 1,5 Millionen Unterzeichnerfür ihre Petition. Es sind schon über 1 Million.

Bitte unterzeichnet auch. David Katos Kampf für ein Ugnada der Menschenrechte darf nicht umsonst gewesen sein. Zum Unterzeichnen geht es hier entlang. Hier bekommt ihr auch noch genauere Informationen:

www.avaaz.org/de/uganda_stop_homophobia_petition?fp

 

Im Folgenden der Text von Avaaz und einige Presselinks zu Unganda. Ich bitte alle, die nun wieder gegen Avaaz ins Feld ziehen wollen, dies bitte in ihrem eigenen Blog zu tun. Hier geht es nicht um Avaaz, sondern um die Homosexuellen in Uganda und da bitte ich um Respekt.

AVAAZ:

In 12 Stunden könnte das ugandische Parlament über ein brutales neues Gesetz abstimmen, das Homosexualität mit dem Tod bestraft. Tausenden von Ugandern könnte die Hinrichtung drohen -- einfach nur, weil sie homosexuell sind.

Wir haben schon einmal dabei geholfen, dieses Gesetz zu verhindern, und wir können es wieder tun. Nach einem massiven globalen Aufschrei im vergangenen Jahr hat der ugandische Präsident Museveni den Gesetzesfortschritt angehalten. Doch aufgrund der zunehmenden politischen Unruhen in Uganda hoffen religiöse Extremisten im Parlament, dass das Durcheinander und die Gewalt auf den Straßen die internationale Gemeinschaft von einem zweiten Versuch, dieses hasserfüllte Gesetz zu verabschieden, ablenken werden. Wir können ihnen zeigen, dass die Welt immer noch zuschaut. Wenn wir die Abstimmung noch 12 Stunden lang, bis zum Ende der aktuellen Legislaturperiode, verhindern können, dann wird das Gesetz für immer verfallen.

Wir haben keine zeit zu verlieren Lassen Sie uns in den nächsten 12 Stunden eine Million Stimmen gegen das ugandische Gesetz zur Todesstrafe für Homosexuelle sammeln -- unterschreiben Sie jetzt und erzählen Sie allen von dieser Kampagne!

Machen Sie noch mehr, um zu helfen


Wenn Sie unterschrieben haben, und Freunde und Familie informiert haben, klicken Sie hier, um Ihren Staatschef/Ihre Staatschefin anzurufen damit diese(r) umgehend handelt, um dazu beizutragen, dass das Anti-Homosexuellen Gesetz verhindert wird.

 

Afrikas Homosexuelle im Visier
www.nachhaltigkeit.org/201105056606/mensch-gesellschaft/hintergrund/afrikas-homosexuelle-im-visier

Homosexueller Aktivist in Uganda ermordet
www.sueddeutsche.de/politik/politik-kompakt-homosexueller-aktivist-in-uganda-ermordet-1.1051883

Zeitung in Uganda outet Schwule
www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,726573,00.html

 
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Kommentare
Knüppel schrieb am 11.05.2011 um 10:47
@KalleWirsch

Danke Kalle, bin dabei ...
Knüppel schrieb am 11.05.2011 um 11:15
Unterschrieben!
dame.von.welt schrieb am 11.05.2011 um 11:30
Danke, daß Sie, lieber Kalle, auf die Wiedervorlage des ugandischen Anti-Homosexuellen-Gesetz aufmerksam machen - wäre mir entgangen.

Die bei avaaz hinterlegte Telefonnummer der Bundesgeschäftsstelle der CDU ist wenig sinnvoll, mir wurde dort empfohlen, im Bundeskanzleramt 030-40000 anzurufen und mich mit dem Büro von Frau Merkel verbinden zu lassen, wo meine Bitte um sofortige Intervention zustimmend, freundlich und ohne jedes Gezicke entgegen genommen wurde.

Es beschränkt sich leider nicht auf Uganda, daß die Mischung alter Vorurteile mit der aggressiven Mission us-amerikanischer evangelikaler Sekten sich gegen Homosexuelle richtet - das ist mehr oder minder in ganz Afrika südlich der Sahara so. Gegen die alten Vorurteile braucht es Zeit, mehr soziale Sicherheit und positive Rollenvorbilder, die dagegen eintreten.

Fatal ist aber der Einfluß besagter evangelikaler Sekten auf die öffentliche Meinung (und Gesetzgebung) - diese Mission tritt in vielen Ländern Afrikas in direkte Konkurrenz zu von Saudi-Arabien finanziertem muslimischen Engagement und unterscheidet sich in Lautstärke, Rückständigkeit und Menschenverachtung nicht im Mindesten davon.
KalleWirsch schrieb am 11.05.2011 um 12:10
Vielen Dank für den Hinweis bezüglich des Bundeskanzleramtes.

"Es beschränkt sich leider nicht auf Uganda, daß die Mischung alter Vorurteile mit der aggressiven Mission us-amerikanischer evangelikaler Sekten sich gegen Homosexuelle richtet "

Ja, sehr gruselig. Der erste Anlauf dieses unsäglichen Gesetzes wurde unmittelbar nach dem Besuch US- amerikanischer Evangelikaler in Uganda gemacht. Ich kann gar nicht oft genug vor diesen evangelikalen Sekten warnen. Sie sind gefährlich und werden leider in der öffentlichen Wahrnehmung immer noch als harmlose Spinner abgetan. Dem ist aber nicht so. Diese Sekten haben in den USA großen Einfluss und sie missionieren aggressiv in Afrika und auch in Europa. Ich erinnere an das Christival, dass ein Heilungsseminar für Homosexuelle veranstalten wollte. Dieses "Fest" wurde sogar potent von der damaligen Familienministerin Ursula von der Leyen finanziell unterstützt, weil man sich Erkenntnisse für die Jugendarbeit versprach.

Ich empfehle auch immer wieder den Film "Jesus Camp" zum Thema Evangelikale, den man sich vollständig auf Youtube ansehen kann.
Knüppel schrieb am 11.05.2011 um 12:31
Nachtrag zu "Ich empfehle auch immer wieder den Film "Jesus Camp" zum Thema Evangelikale, den man sich vollständig auf Youtube ansehen kann"

Sehr richtig, lieber Kalle, hier ist er:








KalleWirsch schrieb am 11.05.2011 um 12:37
Merci.
j-ap schrieb am 11.05.2011 um 12:03
KalleWirsch schrieb am 11.05.2011 um 12:38
;)))

Ich hätte es aber auch so geglaubt.
Popkontext schrieb am 11.05.2011 um 13:09
"(es gibt in Uganda einen massiven evangelikalen Einfluss)" Da sollte auch mal deutlich gesagt werden, wo die ganz konkret herkommen, nämlich aus den USA. Danke, dass du auf das Thema nochmal aufmerksam gemacht hast. Gestern schon unterzeichnet und verteilt.
Jacob Jung schrieb am 11.05.2011 um 15:48
Lieber Kalle,

danke für den wichtigen Hinweis.

Unterschrieben und getwittert.

Lieben Gruß vom Jacob
KalleWirsch schrieb am 11.05.2011 um 18:01
Vielen Dank fürs twittern. Seit ich diesen Beitrag gepostet habe haben 220.000 Menschen unterzeichnet.
Es sind nun fast 1,3 Millionen Unterzeichner.

Letztendlich wird es darauf ankommen, dass die Regierungen, die Uganda den Geldhahn zudrehen können, eben dieses androhen.

Eine zweifelhafte Hoffnung, da dies leider nur geht, weil Afrika abhängig gemacht worden ist von westlicher Zuwendung. Aber wieso soll nicht auch mal der Kollonialismus zu etwas gut sein.
luzieh.fair schrieb am 11.05.2011 um 16:30
Lieber Kalle,

ach mensch. Gerade saß ich in der Küche, erholte mich von meiner Nachtschicht und meine Mitbewohnerin erzählt mir (etwas zusammenhangslos;-)) was von ner Petition gegen ein Gesetz, von Todesstrafe für Homosexualität und 12 Stunden...Ich so: wo kann ich unterschreiben? Sie wusste nicht so genau, wollte gucken...

Kurz Freitag geöffnet und siehe da: der Kalle hilft. Steh jetzt drunter.

Ich hab da noch was (so ne bbc doku...) zu den Fundis in Amerika und poste hier mal Teil 1

Gibt noch mehr, aber das lässt sich finden...

Liebe Grüße, Luzieh

KalleWirsch schrieb am 11.05.2011 um 18:16
Ja, die kenn ich die Doku. Die sind unglaublich. Und es ist wie immer. Zuerst denk man einfach: Was für Vollpfosten. Und wenn du dann etwas weiter denkst, dann siehst du diese Kinder, die sie für ihre Zwecke missbrauchen und infiltrieren, ihre Geschmacklosigkeiten, ihren unglaublichen Hass auf alles was anders ist als sie, weil sie NICHT in der Lage sind sich selbst zu lieben. Ich farge mich, ob diese Art Christen eigentlich einen angeborenen Lesedefekt für das Wort Nächstenliebe hat.
Ich verstehe nicht, wie man an eine Gottheit glauben kann, die hasst.

Ich würde nur wünschen, ihre Kinder hätten eine Chance.
luzieh.fair schrieb am 11.05.2011 um 19:52
"ob diese Art Christen eigentlich einen angeborenen Lesedefekt für das Wort Nächstenliebe hat"

Tja, ich schätze, die sind eher alttestamentarisch, und da bleiben (wegen Auge um Auge und so...) eben keine Augen mehr zum Sehen und keine Zähne, um Informationen vorzukauen. Da wird dann vieles, unverdaut ausgeschieden...weil: naja, das sind halt Evangelikale, die nehmen's wörtlich...Gleichnisse gibts da nicht...

hatte auch mal ne witzige Diskussion mit zwei Missionaren...als ich dann den Satz: am Anfang war die Sünde hörte, dachte ich: hä? war nicht am Anfang, das Feuer?

Das mit den Kindern: da bleibt das eine zu hoffen: Revolte gegen das Elternhaus. Aber: ein Fußballverein (letztens vor der Bar: Mutter - Pauli, Sohn - Bayern...und sehr witzige Pöbeleien zwischen den beiden) ist ja auch keine Religion.

Liebe Hools: nicht verkloppen, bitte.;-)
KalleWirsch schrieb am 11.05.2011 um 20:10
Ich stelle mir einfach vor, ein schwuler Junge oder ein lesbisches Mädchen wachsen mit dieser Infiltrierung und diesem Hass auf. Revolte hin oder her. Ich glaube der Selbsthass sitzt tief und ist schwer zu überwinden. Sicherlich nicht unmöglich, aber wie fühlt man sich, wenn man von morgens bis abend hört, dass Homosexualität das Übel schlechthin ist und man beginnt zu ahnen, dass eben dieses "Übel" in dir steckt.
Ich kannte mal ein Mädchen, deren Eletrn Zeugen Jehovas waren und die mit 17 abgehauen ist und freiwillig ins Heim ging um den Schlägen ihrer Eletrn zu entgehen. Körperliche Züchtigung ist bei den Zeugen nicht nur geduldet, sondern erwünscht (von wegen harmlose Wachturmspinner). Ich hatte großen Respekt vor ihr, weil ich sie irre mutig fand. Aber da war so viel Selbsthass in ihr, das war der Hammer.

Ich hör auf, sonst komm ich noch düsterer drauf.

1,344 093 Unterzeichner bis jetzt.
dame.von.welt schrieb am 11.05.2011 um 20:14
Am Anfang war entweder das Wort oder alles wüst und leer, luzieh ...;-)... (Johannes 1,1-2 oder Mose 1, 1-2)

Das mit dem 'Auge um Auge' ist nicht ganz so, bitte hier entlang allensteyn.blogsport.de/?p=6 ab 'Lieber Josef' wird's interessant.
luzieh.fair schrieb am 11.05.2011 um 22:13
Liebe dame.von. Welt

danke für den Hinweis. Ich muss -um den verlinkten Blog komplett zu begreifen (mir fehlen da ein paar Grundlagen)- noch etwas recherchieren. Das wird heute nichts mehr.

Anmerken möchte ich, als Unwissende (war mir nicht so klar, diese Deutung), dass ich 1. alttestamentarisch und 2. den Bezug auf Augen und Zähne zurückziehe, so dass der Kommentarteil jetzt so geht:

"Tja, ich schätze, (...) da wird dann vieles, unverdaut ausgeschieden...weil: naja, das sind halt Evangelikale, die nehmen's wörtlich...Gleichnisse gibts da nicht..."

so gehts erstmal, oder?

@Kalle:

Ich habe das Gefühl, mit meinem etwas flapsigen Kommentar, den Ernst der Lage nicht ganz gewürdigt zu haben. Und wo ich gerade lese, wie sehr Dich das berührt, möchte ich nun nochmal in aller Ruhe sagen:
Diese Kinder (und die Erwachsenen, die aus ihnen werden) erleben existentielle Nöte und Ängste. Und keiner, der/die es nicht selbst erlebt hat, kann sich vorstellen, was es heißt, sich aus religösen Gründen (oder welchen Gründe auch immer) für etwas zu schämen, das sich nicht ändern lässt.

Liebe Grüße, Luzieh
KalleWirsch schrieb am 12.05.2011 um 08:47
UPDATE
Es scheint so, als sei die Todesstrafe für Homosexuelle nach internationalen Protesten vorerst vom Tisch. Der Gesetzentwurf wurde im parlament vorerst nicht behandelt. Zunächst schien es wohl so, als sei das Gesetz damit komplett vom Tisch (so hatte ich den Aufruf zur Petition auch verstanden). Doch das wird in Uganda dementiert. Es ist wohl möglich das Gesetz auch noch in der nächsten Legislaturperiode zu verabschieden. Darin soll dann zwar die Todesstrafe nicht mehr enthalten sein, an allen weiteren Verschärfungen will man aber festhalten. Schon jetzt stehen auf homosexuellen Sex 14 Jhare Gefängnis.

Aufgrund der kritischen Lage in Uganda, den Protesten gegen den Präsidenten und das Einreiseverbot für den Oppositionsführer, gerät das Thema Anti Homo Gesetz in den Medien ins Hintertreffen. Die Tagesschau erwähnte es bei den Berichten über die Unruhen in Uganda nicht einmal im Nebensatz. Selbst in der taz konnte ich nichts finden.

Berichtet wird aber, dass Dirk Niebel die Entwicklungshilfe für Uganda aufgrund der Verfolgung von Homosexuellen in den Land gestern eingefroren hat.

Nochmal nachzulesen bei Queer.de und dazu einen interessanten Artikel über das Mitwirken evangelikaler US Amerikaner:

www.queer.de/detail.php?article_id=14217

www.thedailybeast.com/blogs-and-stories/2011-05-11/uganda-anti-homosexual-bill-inspired-by-american-evangelicals/#
KalleWirsch schrieb am 12.05.2011 um 11:55
11.51 Uhr: Gerade eben wurden 1,5 Millionen Unterzeichner der Petiton gegen das Anti-Homo Gesetz in Uganda gezählt.

Die Unterschriften werden direkt dem Parlament übergeben. Die Gesetzesinitiatoren scheinen die Verschärfung der schon bestehenden Homosexuellenverfolgung in einer "Notfall - Sitzung" doch zur Abstimmung bringen zu wollen.
KalleWirsch
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