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Während ich hier auf Freitag.de die Debatte verfolgte, was links ist, kam in mir die Frage auf:
Was ist eigentlich konservativ?
Und wer? Wann sind unter Umständen auch linke Werte konservativ?
Schwarz/Gelb sehen wir normalerweise als konservativ an. Die neue englische Regierung ist konservativ. Was aber waren ihre Vorgänger Regierungen? Links? Progressiv? Wie konservativ waren Rot-Grün und Labour wirklich? Ist zum Beispiel ein Hauptanliegen der Grünen, der Umweltschutz, nicht etwas sehr konservatives. Etwas bewahrendes, erhaltendes. Wieviel vom ursprünglichen Wortstamm steckt überhaupt im Konservatismus heutiger Tage. Wie kommt es, dass bei den Konservativen Frauen wie Thatcher, Merkel und Von der Leyen an politisch wichtige Machtpositionen gelangen, während bei den links verorteten Parteien die Männerseilschaften immer noch hervorragend zu funktionieren scheinen? Was machen schwule Bürgermeister und Außenminister bei den Konsevartiven? Und was sagt das über unser Feindbild der Konservativen aus? Ist Sozialismus heute nicht auch strukturkonservativ, das Bewahren alter Ideale?
Was ist bei den Konservativen wirklich konservativ und was ist Verpackungsschwindel? Und welche konservativen Elemente tragen unsere links verorteten Parteien?
Was denkt die freitägliche Gemeinde dazu?
Wir sind uns nicht einig, was links ist! Haben wir noch ein klares Feindbild?
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interessant - wieso?
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naja war nur konstatiert....
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Konservativ heisst ja in den meisten Fällen nicht, dass die aktuelle politische Lage konserviert werden soll, sondern dass die so genannten "guten" alten und besonders wichtig: traditionellen Werte wiedererlangt werden - z.B. die Zeit als die Geschlechterverhältnisse noch kaum hinterfragt wurden. Alte sozialistische Werte können teilweise konservativ sein (z.B tradierte Vorstellungen von Geschlecht haben), aber progressiv und links im Kern sein, z.B. die Idee der Geschellschaftsumstruktierung tragen.
Strategisch gesehen ist die Eingliederung von Frauen und Homosexuellen in den konservativen Parteien gelungen, was übrigens nicht heisst, dass es mehr konservative Politkerinnen bzw. homosexuelle Politiker_innen gibt - sie sind bloß mehr von medialem Interesse. Die paar Frauen bzw. Schwule/Lesben bei den Konservativen in den höheren Positionen sind dort als Zeichen der angeblichen Offenheit, nicht als Zeichen von progressiver Politik zu sehen. Konservative Werte sind demnach in der Praxis nicht (mehr) automatisch mit Männlichkeit und Heterosexualität verbunden (wenn auch oftmals von diesen Gruppen vertreten). Solange diese Werte von Frauen und Homosexuellen nicht als rückständig hinterfragt werden, können sie auch gerne von diesen verbreitet werden. Linke haben m.E. das Problem, dass sie immer noch existierende Ausschlußmechanismen in Politik und Wirtschaft nicht als solche erkennen, gerade weil sie sich als post-diskriminierend sehen - "Linke und Diskriminierung: Niemals!". Die Kernideen der Linken sind demnach progressiv (in Hinblick auf Wirtschaft, Gesellschaftsentwurf, Freiheitsbegriff etc.), haben aber teilweise konservative, unhinterfragte Aspekte, z.B. dass es ihnen an emanzipatorischen Ideen mangelte was die Geschlechterverhältnisse betrifft. Trotzdem ist es schwierig von "den Linken" zu sprechen, denn da gibt es so viele Untergruppierungen, mal radikal, mal eher pragmatisch. Zugegebenermaßen ist es schon ziemlich schwer, klare Antworten zu geben. |
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Dass Politiker in einigen Angelegenheiten, die ihre Kollegen betreffen toleranter geworden sind, ist ein gewisser Fortschritt, den man aber nicht überbewerten sollte.
Überzeugte und überzeugende d.h. auch ehrliche Konservative habe ich noch nicht wahrgenommen. Geißler und natürlich Dombrowski :) fallen mir da noch ein. Die lobbybestimmten Versager in Berlin sollte man auf keinen Fall als konservativ bezeichnen, sie sind eher konservativfeindlich. Sie wollen unseren gemeinschaftlichen Besitz und unsere sozialen Errungenschaften einigen Gewinnsüchtigen zwecks Gewinnbefriedigung überlassen. Das hat mit konservativ nichts zu tun. Das ist nicht bewahrend, sondern auflösend und einfach nur ein Skandal, der eigentlich auch sozial denkende Konservative auf die Barrikaden bringen müsste.:) |
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Konservativ sein, heisst, Neues nicht zu akzeptieren. Insofern sind wir nach dem Alter von etwa neun Jahren alle konservativ.
Das geht bis in die Sinnensorgane hinein: was Du nicht kennst, nimmst Du nicht wahr. |
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Einen sich selbst als politisch Konservativ (auch in der Tradition des politischen Konservativismus) sich verstehenden Anhang gibt es hier:
www.blauenarzisse.de/v3/index.php/gesichtet/1131-konservativ-subversive-aktion-die-neue-rechte-wacht-auf www.staatspolitik.de/ www.edition-antaios.de/ www.shop.edition-antaios.de/index.php?cat=c8_Karlheinz-Wei-mann.html&XTCsid=550d8cc69c642fc71c223ef07432f355 www.jungefreiheit.de/Single-News-Display.154+M5e1d3d31217.0.html Intellektuelle Hauptvertreter heute sind: Karl Heinz Weißmann und Götz Kubischek vom IfS |
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Der alte Politologe wieder. Danke.
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Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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