KalleWirsch

Neues vom König der Erdmännchen

25.01.2011 | 15:11

"Korrigierende Vergewaltigung"-Frauenverachtung in Südafrika

Die Organisation Avaaz ruft zur Unterzeichnung einer Petition gegen frauenverachtende Zustände in Südafrika auf. Aktueller Anlass ist die "korrigierende Vergewaltigung" der lesbischen Frau Millicent Gaika.

Ich poste hier den Informationstext von Avaaz und möchte euch bitten diese Petition zu unterstützen.

www.avaaz.org/de/stop_corrective_rape/?copy

Avaaz hat sich auch schon massiv für Sakineh Ashtiani eingesetzt. Bis jetzt haben 191,829 Personen diese Petition unterzeichnet.

Aufruf von Avaaz:

Millicent Gaika wurde während 5 Stunden gefesselt, gewürgt, gefoltert und vergewaltigt, von einem Mann, der sie angeblich von ihrer Homosexualität "heilen" wollte.

Sie überlebte nur knapp und ist eine von vielen -- dieses abscheuliche Verbrechen ist an der Tagesordnung in Südafrika, wo lesbische Frauen in ständiger Angst vor einem Übergriff leben. Bislang wurde allerdings niemand aufgrund "korrigierender Vergewaltigung" verurteilt.

Doch von einem kleinen Kapstädter Frauenhaus aus riskieren eine Handvoll mutiger Aktivistinnen ihr Leben, damit Millicents Fall einen Wandel auslöst. Ihr Appell an den Justizminister entfachte einen Proteststurm mit über 130.000 Unterschriften und zwang ihn zu einer Reaktion im Staatsfernsehen. Allerdings blieb die Aufforderung zum Handeln an den Minister bisher unbeantwortet

Lassen Sie uns nun aus allen Ecken der Erde auf diesen Horror aufmerksam machen - wenn sich jetzt genug von uns anschließen, verstärken wir die Kampagne und erreichen so nicht nur den Justizminister, sondern auch Präsident Zuma, der letztendlich für die Achtung der Grundrechte verantwortlich ist. Fordern wir nun Präsident Zuma und den Justizminister dazu auf, diese "korrigierenden Vergewaltigungen" öffentlich zu verurteilen, diese Hassverbrechen zu kriminalisieren, unmittelbare Vollzugsmaßnahmen durchzusetzen, die Öffentlichkeit aufzuklären und die Opfer zu schützen. Unterschreiben Sie die Petition und informieren Sie alle Ihre Freunde -- Avaaz wird sie gemeinsam mit unseren Partnern direkt an die südafrikanische Regierung übergeben:

https://secure.avaaz.org/de/stop_corrective_rape/?vl

Südafrika wird oft auch die Regenbogennation genannt und ist bekannt für seine Post-Apartheid-Bemühungen zum Schutz gegen Diskriminierung. Es war das erste Land, das die Gleichstellung der Geschlechter verfassungsrechtlich festschrieb und somit seine Bürger gegen Ungleichbehandlung schützt. Doch die lokale Organisation Luleki Sizwe berichtet von mehr als einer "korrigierenden Vergewaltigung" pro Tag und die Straffreiheit bleibt bestehen.

“Korrigierende Vergewaltigungen” basieren auf einer empörenden und völlig falschen Vorstellung, dass eine lesbische Frau durch Vergewaltigung “heterosexuell gemacht werden kann”. Dieser abschäuliche Akt wird in Südafrika jedoch nicht einmal als Hassverbrechen eingestuft. Die Opfer sind meist schwarze, arme, lesbische Frauen, die an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden. Doch auch die Massenvergewaltigung und der Mord an Eudy Simelane, der Nationheldin und ehemaligen südafrikanischen Fussballnationalspielerin, führte keine Wende herbei. Letzte Woche bestand Minister Radebe drauf, dass das Motiv bei Verbrechen wie “korrigierender Vergewaltigung” irrelevant sei.

Vergewaltigung ist in Südafrika ein Volkssport. Für eine in Südafrika geborene Frau ist die Wahrscheinlichkeit, sexuell missbraucht zu werden, höher als die, lesen und schreiben zu lernen. Erstaunlicherweise werden ein Viertel aller südafrikanischen Mädchen einmal vergewaltigt bevor Sie 16 Jahre alt werden. Dies hat mehrere Gründe: männlicher Machtanspruch (62% aller Jungen über 11 Jahren glauben, jemanden zum Sex zu zwingen sei kein Gewaltverbrechen), Armut, überfüllte Siedlungen, arbeitslose und entrechtete Männer, gesellschaftliche Akzeptanz -- und dass die wenigen Fälle, die von mutigen Frauen bei den Behörden gemeldet werden, von der Polizei nicht ernst genommen werden und die angezeigten Täter umgehend wieder freigelassen werden.

Dies ist eine humanitäre Katastrophe. Doch Luleki Sizwe und Partner von Change.org haben ein kleines Fenster der Hoffnung geöffnet. Wenn sich jetzt die ganze Welt einschaltet, können wir Gerechtigkeit für Millicent sicherstellen und einen nationalen Aktionsplan gegen “korrigierende Vergewaltigung” vorantreiben:

https://secure.avaaz.org/de/stop_corrective_rape/?vl

Schlussendlich ist es ein Kampf gegen die Armut, das Patriarchat und die Homophobie. Um die Welle der Vergewaltigungen zu stoppen braucht es eine mutige Führungsrolle, um den transformativen Wandel in Südafrika und auf dem ganzen Kontinent anzuführen. Präsident Zuma ist ein Zulu-Traditionalist, der sich selber wegen Vergewaltigung vor Gericht verantworten musste. Doch er verurteilte die Verhaftung eines schwulen Paares aus Malawi letztes Jahr und nach gewaltigen nationalen und internationalen Protesten stimmte Südafrika einer UNO-Resolution zur Ächtung von außergerichtlichen und willkürlichen Tötungen aufgrund sexueller Orientierung zu.

Wenn sich jetzt genug von uns diesem globalen Aktionsaufruf anschließen, können wir erreichen, dass Zuma seine Stimme erhebt, dringend benötigtes staatliches Handeln vorantreibt und einen nationalen Dialog einleitet, um die öffentliche Meinung bezüglich Vergewaltigungen und Homophobie in Südafrika grundlegend zu verändern. Unterzeichnen Sie jetzt und verbreiten Sie die Nachricht:

https://secure.avaaz.org/de/stop_corrective_rape/?vl

Wenn man mit einem Fall wie von Millicent konfrontiert wird verliert man leicht die Hoffnung. Doch wenn Bürgerinnen und Bürger aus der ganzen Welt zusammenkommen und ihre Stimmen erheben, können wir Veränderungen bei grundlegenden Ungerechtigkeiten hervorrufen, die tief in Praktiken und Normen verwurzelt sind. Letztes Jahr in Uganda haben wir solch eine gewaltige Protestwelle auslösen können, dass die Regierung gezwungen wurde einen Gesetzesentwurf zu verwerfen, welcher die Todesstrafe für homosexuelle Ugander vorschrieb. Und es war der weltweite Druck zur Unterstützung von mutigen Aktivisten, der Südafrikas Spitzenpolitker dazu brachte, die Aids-Krise in ihrem Land anzupacken. Lassen Sie uns nun gemeinsam für eine Welt einstehen, in der jeder Mensch ohne Furcht vor Missbrauch leben kann.

Hoffnungsvoll,

Alice, Ricken, Maria Paz, David und das ganze Avaaz Team

QUELLEN:

Blog von Luleki Sizwe, die Südafrikanische Organisation, die den Aufruf an die Regierung anführt und die Opfer der "korrigierenden Vergewaltigungen" unterstützt: (Englisch)
lulekisizwe.wordpress.com

"Korrigierende Vergewaltigung" - Lesben wehren sich gegen Schändung, N-TV Report
www.n-tv.de/mediathek/sendungen/auslandsreport/Lesben-wehren-sich-gegen-Schaendung-article858811.html

Vergewaltigen ist in Südafrika ein Volkssport, Tages Anzeiger
www.tagesanzeiger.ch/ausland/naher-osten-und-afrika/Vergewaltigen-ist-in-Suedafrika-ein-Volkssport/story/17328762

Jeder vierte Mann in Südafrika ist Vergewaltiger; Welt Online
www.welt.de/politik/article3955294/Jeder-vierte-Mann-in-Suedafrika-ist-Vergewaltiger.html

Missbrauch in Südafrika: Alle zehn Minuten eine Vergewaltigung, Der Spiegel
www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,632612,00.html

Südafrika: Fast jeder zweite Schüler berichtet von Vergewaltigungen, Der Spiegel
www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,568606,00.html

Die Petition auf Change.org von den Aktivistinnen von Luleki Sizwe (Englisch)
humanrights.change.org/petitions/view/south_africa_declare_corrective_rape_a_hate-crime

Das Interview mit Justizminister Radebe auf dem Staatsfernsehen (South African Broadcasting Corporation) (Englisch)
www.youtube.com/watch?v=lkx-PYqHM0U


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Kommentare
Joachim Petrick schrieb am 25.01.2011 um 17:23
"Korrigierende Ver- Gewaltigung"

was für eine monströs entlarvende Wortfindung
KalleWirsch schrieb am 26.01.2011 um 13:58
@rahab

Danke für den Link. Der Link im Text funktioniert wohl nur aus meinem E-Mail Account heraus.
Sorry, hätte ich wohl checken müssen.
Rahab schrieb am 25.01.2011 um 17:43
ich hoffe mal, hier
www.avaaz.org/de/stop_corrective_rape/?copy
kommen unterzeichnungswillige weiter
Joachim Petrick schrieb am 25.01.2011 um 17:55
Danke für den Link
luggi schrieb am 25.01.2011 um 18:02
Das geht aber flott beim unterzeichnen, Junge, Junge.
luggi schrieb am 25.01.2011 um 20:03
Au fein, ein esotörichtes Sternchen. Danke an nil oder ngng.
Die Dosierung ist aber noch viel zu hoch um eine homöopathische Wirkung zu erzielen. Zeig mal dein Dosierungsvermögen.
KalleWirsch schrieb am 26.01.2011 um 14:02
hier ist der Kommentar richtig ;)

@rahab

Danke für den Link. Der Link im Text funktioniert wohl nur aus meinem E-Mail Account heraus.
Sorry, hätte ich wohl checken müssen.

Ich habe deinen Link jetzt oben eingefügt.
ForenBoy schrieb am 25.01.2011 um 18:13
Vielleicht hat ja jemand mal Zeit, die Ziele von "avaaz" zu untersuchen, mir fällt nur auf, dass jede Woche eine andere Sau durchs Dorf getrieben wird und zwar zu den unterschiedlichsten Themen.

Diese Flut von Aktionen, die in keinem thematischen Zusammenhang stehen, außer, dass sie gerade angesagt sind, kommt mir befremdlich vor.

Aber vielleicht täusche ich mich ja.

Nach WikiLeaks, Western Union, Schokolade, Bienen und jetzt Vergewaltigung, das alles in wöchentlicher Folge........
Gustlik schrieb am 25.01.2011 um 18:30
Wär im Flugblattzeitalter unmöglich gewesen. Damals bestand ein LINK noch aus Anrufen, Kopieren, Vorlesen, Verteilen, Vordietürgehen und Fragen.
Ob heute nun mit dem Schneller alles intensiver wird, kann getrost bezweifelt werden. Die Betroffenen haben meist kein Internet...
ForenBoy schrieb am 25.01.2011 um 18:46
Vor allem verlieren Unterschriftenaktionen jegliche Bedeutung, wenn sie als ePost im Spam filter der Adressaten ohnehin verloren gehen.

Deshalb die Frage, geht es in Wahrheit um das Einsammeln von Spenden?
Rahab schrieb am 25.01.2011 um 21:15
forenboy
du kannst ja gern avaaz untersuchen und das ergebnis mitteilen

ansonsten finde ich "sau durchs dorf treiben" leicht unpassend
ForenBoy schrieb am 25.01.2011 um 21:28
@Rahab, ich weiß dass ich das kann, es geht mir aber nicht um meine Meinung, sondern um die anderer, wozu sollte ich denn sonst in einem Forum posten?
Jedenfalls für Deinen Hinweis bestimmt nicht.

Und was die Sau durchs Dorf treiben angeht, halte ich den für den zutreffendsten Ausdruck, Du kannst es ja gern anders nennen.
Rahab schrieb am 26.01.2011 um 18:20
sau durchs dorf treiben
"zutreffendster ausdruck" für "ich fick dich solange, bis du immer mehr davon haben willst"?

ach so, ging ja nur um ne schwatte...
ForenBoy schrieb am 26.01.2011 um 21:29
ich bin ja nicht wie DU, der immer einen drauf setzen muss.
KalleWirsch schrieb am 27.01.2011 um 01:25
Angesichts dessen was Millicent Gaika zugestossen ist, bitte ich darum persönliche Fehden zu unterlassen, sowie auf die eigene Wortwahl zu achten. Die Sau durchs...ist so geschmacklos bei diesem Thema, dass ich es nicht noch mal wiederholen will. Auch die Frage, ob Online-Petitionen Sinn machen (die ja durchaus berechtigt ist) bitte ich in seperaten Blogs zu klären. Wer Avaaz für merkwürdig hält möge sich näher informieren und dies an anderer Stelle kundtun.
Mit soviel Pietätlosigkeit hätte ich nicht gerechnet zu diesem Thema.

Von mir aus macht einen Blog auf, indem ihr euch über die lächerlichen Petitionsaufrufe des ach so betroffenen KalleWirsch lustig macht, aber bitte keine Schlammschlachten angesichts dessen, was dieser Frau und so vielen anderen Frauen auch widerfahren ist.
Rahab schrieb am 27.01.2011 um 09:44
danke Kalle!
ForenBoy schrieb am 27.01.2011 um 11:24
Mir geht es mit meiner Frage, ob Avaaz einer näheren Durchleuchtung bedarf NICHT um die Herabwürdigung des beschriebenen Opfers, sondern einzig um Hinterfragung dieses für jeden erkennbaren Werbeblogs.

Denn um eine PR-Kampagne für Avaaz scheint es hier vorrangig zu gehen.
Man zähle nur einmal die Linkverweise und Erwähnung der Leistung und des Namens der Organisation Avaast im Vergleich zu den teilweise überholten Uraltlinks am Ende!

Meine Bedenken werden ja offensichtlich nicht nur von mir geteilt:

tinyurl.com/ForenBoy84
tinyurl.com/ForenBoy85
tinyurl.com/ForenBoy86
tinyurl.com/ForenBoy87

Kein Grund also, hier den moralischen Zeigefinger zu erheben, oder gehört genau das auch zu der Masche von Avaaz?
Das Leid einer Frau als Vorwand für eine PR-Kampagne?
Rahab schrieb am 27.01.2011 um 11:32
dann mach darüber einen eigenen blog!

und nimm zur kenntnis, dass manche es schaffen, das eine zu tun und das andere zu lassen
ForenBoy schrieb am 27.01.2011 um 11:45
Was soll denn dieser vordergründig scheinheilige Kommentar?

Hier hat wohl jemand etwas gegen Information und Aufklärung.

Hier ein paar Zitate aus meinen Links:

"Die Avaaz-Verantwortlichen sind keine einfachen Bürger, sondern bewegen sich im Dunstkreis der Machteliten – dies wird besonders beim Thema Gentechnik und im Moment beim Wikileaks Skandal deutlich. Die Gefahr, dass hier der Widerstand nur kanalisiert und nichts getan wird, ist groß. Kritisches Denken, gesunder Hausverstand und eigenverantwortliches Handeln sind mehr gefragt denn je – vielleicht auch mit dem Widerruf der eigenen Unterschrift bei einer fragwürdigen Aktion."

"Vorsicht AVAAZ: trojanisches Pferd marschiert durch den linken Rand: HIER FOLGEN EINIGE INFOS über AWACS oder AVAAZ"

Dass dies ausgerechnet in einem linken Forum so unkritisch gesehen wird, wundert mich allerdings sehr, dass "Rahab" da vorne mit marschiert allerdings nicht.
KalleWirsch
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