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Ganz ehrlich und unter uns: es gibt auch in diesen schweren Zeiten gute Nachrichten. So zum Beispiel die Nachricht dieses Tages: die FDP liegt in der aktuellen Wählerbefragung von Forsa bei rund fünf Prozent.
Warum dies eine gute Nachricht ist? Nun, die einstmals durchaus ehrenwerte Partei hat sich in den vergangenen 30 Jahren weiter als jede andere von ihren Wurzeln entfernt. Vom Geist der Liberalität ist nichts mehr geblieben, der Wert von Freiheit ist dem Extremismus gewichen. Beinahe tragisch sind Figuren wie Hildegard Hamm-Brücher, einer der letzten Vertreterinnen der idealistischen FDP. Denn die Wahrung der Demokratie und des Grundgesetzes, die einst im wesentlichen Teil des FDP-Programms waren, spielen in der heutigen FDP keine Rolle mehr. Mehr noch: Jüngst hat die FDP im Bundestagsunterausschuß “Neue Medien” die nicht ganz so unwichtigen Themen Internetsperren und Vorratsdatenspeicherung von der Tagesordnung gestrichen; ein Schelm wer sich an die öffentlichen Demonstrationen gegen die Einschränkung der Bürgerrechte durch eben jene Maßnahmen der jetzigen Justizministerin Leitheusser-Schnarrenberger (FDP) erinnert. Und wenn wir schon bei der bayerischen FDP-Vorsitzenden sind: die Novellierung des bayerischen Versammlungsgesetzes fand bei ihr ebenfalls massiven Widerstand; doch seitdem die FDP in Bayern mitregiert scheinen diese Bedenken sich in wundersamer Weise in Luft aufgelöst zu haben. Wagt man einen kleinen Sprung nach Hessen, so trifft man dort auf das “Hessische Sicherheits- und Ordnungsgestz”, welches von CDU und FDP in Hessen ebenfalls in höchst bedenklicher Manier geändert werden sollte.
Nehmen wir dazu die interessanten, wenngleich bedenklichen, Positionen der Partei in der Bundesregierung zu in den Bereichen Wirtschaft, Sozialem und Außenpolitik komme ich, alternativlos, zu dem Schluss: die FDP ist inzwischen eine extremistische Partei.
Dies ist dann im übrigen das erste Mal in der Nachkriegsgeschichte, dass eine extremistische Partei nicht nur Teil der Bundesregierung ist, sondern sogar die Bundesrepublik Deutschland nach außen vertritt. Allein aus diesem Gesichtspunkt stellt die Nachricht, FDP bei fünf Prozent, eine große Erleichterung dar, nähert sich die Partei doch allmählich an die Prozentzahlen von anderen extremistischen Parteien an und wird dann, so ist zu hoffen, nach den nächsten Bundestagswahlen, nicht mehr im Bundestag vertreten sein.
Wer allerdings dann die ursprünglichen Positionen der FDP vertritt, bleibt noch völlig offen.
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4,9 % weniger wäre mir lieber! Die andere kleine Partei mit der Sonnenblume dreht sich auch immer mit der Sonne und ist mir darum nicht viel weniger suspekt.
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Für mich ist die FDP zwar nicth extremistisch, aber sicherlich populistisch in vielen Punkten, gemixt mit "Wählerklientelismus". Somit ähnelt sie - als Gegenpol - der Linkspartei. Beide scheinen bei vielen Themen sehr der Vergangenheit verbunden - die einen prädigen den Kapitalismus, die anderen Sozialismus.
Die FDP ist aber noch schlechter dran, weil sie inzwischen zu einer "Ein-Führer-Figur" wurde, während "Die Linke" zum Glück sehr heterogen ist und sowohl viele Meinungen, Positionen, wie auch reichhaltiges Personal bietet (ob man die mag oder nicht: von Neskovic bis Wagenknecht). Was mit dem Liberalismus passiert ist? Der weltanschauliche ist zu den Grünen gewandert, der wirtschaftliche ehemals zu Schröder (denn: die FDP vertritt auch keinen echten Wirtschaftsliberalismus, dazu ist die Partei zu populistisch und zu klientelbezogen). |
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Die von mir sehr verehrte Frau Hamm-Brücher ist dann ja auch vor Jahren konsequenterweise aus der FDP ausgetreten. Somit ist sie streng genommen keine Vertreterin der idealistischen FDP mehr.
Irgend wie komisch idealistisch und FDP miteinander zu kombinieren. |
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Das ist möglicherweise eine Altersfrage. Es gab mal eine andere FDP. Frau Hamm-Brücher hast du ja genannt - und von der Sorte gabs noch mehr.
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Ich finde die Frau super. Habe letztens mal geschaut, ob sie noch lebt und war sehr froh, dass an dem so ist. Leider ist sie schon ein wenig zu alt für die Strapazen einer Bundespräsidentin. Sonst wäre sie meine Idealbesetzung.
Mein politisches Denken beginnt eigentlich mit dem Ende der SozialLiberalen Koalition. Und somit kenne ich kaum vernünftige Liberale. Eignetlich ist Liberalismus so ein wunderbarer Begriff. Die FDP hat ihn hierzulande zum Schimpfwort gemacht. Nach dem aktuellen Wahlbetrug erst recht. |
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schrieb am
09.06.2010 um 15:07
@ mit Genscher als Innenminister und Willi Brandt als Kanzler und dann die Sache mit G. Genscher wurde dann Vizekanzler. Und die Leute mochten ihn, sind ja nicht so kritisch.
Es gab auch den Baum. Da waren schon interessante Leute in der FDP. Der Graf Lambsdorf hat der Partei dann aber mit seinen Verwicklungen in Bestechungen die Hose runter gelassen. Das ist bei der FDP auch noch nicht durch, Hotel und Gaststätten usw... Nur, pauschalisierend die FDP als extremistische Partei zu bezeichnen ist zu weit hervorgeholt. Das wäre ja so als würde jedem, der seinen Lebensunterhalt damit verdient das er/sie im Bundestag rumhockt gar kein Vertrauen mehr geschenkt werden kann. |
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Ich meine es waren Brauchitsch und Lambsdorff die maßgeblich für den Wandel der FDP - zumindest nach draußen - verantwortlich waren. Dies war dann auch die Zeit, in der die 'alten' FDPler vor dem Kurswechsel warnten.
Zum Extremismus: zum einen bewegt sich die Partei in ihren Handlungen am Rande des politischen Spektrums, zum anderen sind einige Positionen auch nicht mit dem Geist des Grundgesetztes zu vereinbaren (man denke hier nur an "Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen."). Mir scheint, dass diese grundlegenden Regeln durch die FDP-Führung nicht mehr beachtet werden, so dass die Bezeichnung der Partei als extremistisch zumindest nicht abwegig ist. |
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Dann sollten Sie unbedingt einen Antrag auf FDP-Verbot stellen.
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So ist die FDP: Drei Namen - drei Meinungen.
Karsten Fischer. "Dies ist dann im übrigen das erste Mal in der Nachkriegsgeschichte, dass eine extremistische Partei nicht nur Teil der Bundesregierung ist, sondern sogar die Bundesrepublik Deutschland nach außen vertritt." Lukasz Szopa: "Für mich ist die FDP zwar nicht extremistisch, aber sicherlich populistisch in vielen Punkten, gemixt mit 'Wählerklientelismus'." Hans-Olaf Henkel: "Wir haben nur noch eine Partei, die in der Mitte ist, die den Mittelstand und das Bürgertum repräsentiert, und das ist die FDP.“ Wer hat denn nun recht? |
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Das geht einfach: so weit ich erinnere - und ich mache das schon eine ganze Weile - gab es noch nie einen Fall in dem Henkel recht hatte. Never Ever. Andererseits sollte man diesen mal nach seiner Definition von Mittelstand und Bürgertum befragen, dies würde mit Sicherheit Licht ins Dunkel bringen.
Was meine hier vorgebrachte Ansicht und die von Lukasz Szopa betrifft: einfach mal die passenden Definitionen raussuchen und in den Programmen und vor allem Taten der Partei rumwühlen, dies trägt zur eigenen Meinungsbildung sowie zur Bewertung der Partei bei ;) |
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Alles gut und richtig, aber bitte keine nostalgischen Lobhudeleien einer angeblich ehemals durchweg liberalen oder gar linksliberalen FDP!
www.klick-nach-rechts.de/gegen-rechts/2002/05/moellemann02.htm |
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Die Abkehr der FDP vom Liberalismus fand deutlich vor Möllemann statt; die letzten prominenten Vertreter waren z.B. Thomas Dehler und, zumindest teilweise, Walter Scheel und eben Hildegard Hamm-Brücher. Genscher und Lambsdorff führten die FDP langsam in die Ecke, in der die Partei heute steckt. Dies war alles in den 1950-1970er Jahren. Lambsdorff wurde 1977 Minister und prägte den Wandel der FDP maßgeblich mit.
Von Möllemann war, zumindest zu diesem Zeitpunkt, keine Rede; dieser hat sich letztlich in das von anderen bereits gemachte Bett gelegt. Dies nur um mal den Zeithorizont ein wenig zu erweitern. |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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