Wachstum, Wachstum, Wachstum - Freudig erwartet, ständig gefordert.
Als Wachstum bezeichnet man den Anstieg einer bestimmten Messgröße im Zeitverlauf.
Also bedeutet Wachstum mehr. Doch mehr von was?
Im nominalen Wirtschaftswachstum wird das Wachstum als nominale Änderung des Bruttoinlandsprodukts beziehungsweise des Bruttonationaleinkommens definiert.
Dagegen wird beim realen Wirtschaftswachstum die Preissteigerung herausgerechnet. Gemessen wird nach diesem Konzept die eigentliche reale Leistungssteigerung der Gesamtwirtschaft.
Aha die Leistung der Gesamtwirtschaft erhöht sich also.
Leistung, zumindest im physikalischen Sinne, ist eine Energieaufwendung in einem bestimmten Zeitabschnitt. Da dieser Zeitabschnitt der gleiche ist, in dem gemessen wird, muss sich also die Energie verändern. Beziehungsweise volkswirtschaftlich gesehen, die Energie besser genutzt werden um mehr zu produzieren. Könnte man jetzt also sagen, "Ganz klar, dass ist Fortschritt!".
Die Länder, die in den Jahren 1960-1965 ein durchschnittlich höheres Niveau bei der Produktivität erreicht haben, hatten im Jahr 1990 auch das größte Pro-Kopf-Einkommen.[6] Anders formuliert waren die reichen Länder produktiver als die ärmeren, weil sie mehr Kapital je Beschäftigten hatten.
(a.a.O.)
Also erkundigen wir uns über Kapital.
Unter Kapital im volkswirtschaftlichen Sinne kann man alle bei der Erzeugung beteiligten Produktionsmittel verstehen
[...]
Das Kapital in diesem Sinne ist der dritte Produktionsfaktor neben Arbeit und Boden.
[...]
Aber der Begriff wird nicht nur für die unmittelbar konsumierten Güter (Realkapital) benutzt, sondern auch für Geld
[...]
Die Bildung von Kapital erhöht die Produktivität der übrigen Produktionsfaktoren und führt damit zu höheren Erträgen, die wiederum zur weiteren Kapitalbildung beitragen, aber auch die Voraussetzung einer besseren Entlohnung des Produktionsfaktors Arbeit sind.
(de.wikipedia.org/wiki/Kapital#Kapital_in_der_Volkswirtschaftslehre)
Also sind wir bei einer besseren Entlohnung des Produktionsfaktors Arbeit.
Und das ist jetzt also einer dieser Faktoren, die so wichtig am Wachstum sind. Eine bessere Entlohnung führt zu einem höheren Lebensstandard, klar. Das neoliberale, arbeitgebernahe Deutsche Institut für Wirschaftsforschung (DIW) selbst hat hierzu eine Studie veröffentlicht, die belegt, dass die Reallöhne während des Aufschwungs gesunken sind, und das nicht wenig.
www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,641909,00.html (Den letzten Absatz hätten sie sich sparen können, siehe verwendete Adjektive für das DIW - Durchhalteparolen, siehe dazu auch den letzten Absatz des folgenden Artikels)
blog.nci-net.de/2009/08/30/sinkender-reallohn-in-deutschland/
Wenn jetzt aber trotz eines guten Wachstums eben nicht die Entlohnung der Arbeit steigt, wohin fließt denn dann das zusätzlich erwirtschaftete Kapital? Ich denke dies muss ich gar nicht weiter ausgreifen. Die grundlegende Frage bleibt aber noch offen. Systemfehler? Regulierungsfehler? Wenn Menschen trotz harter Arbeit (also Leistung) am Existenzminimum in einem reichen Land wie Deutschland leben, nichts von einem Wachstum haben, jedoch Wachstum den Fokus der Medien bildet, wo liegt der tiefere Sinn?
Es herrscht Klassenkrieg, aber es ist meine Klasse, die Reichen, die Krieg führt und wir sind dabei zu gewinnen.
Warren Buffet
(Investment-Unternehmer und zweitreichster Mensch der Welt)
Zitat der Woche bei www.make-capitalism-history.de/
Ausgabe 07/12
16.02.2012
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