1
]
Internet und Geld verdienen waren bisher im Journalismus zwei Begriffe, die nicht recht zusammen passen wollten. Egal, wir versuchen's, dachte sich der Springer Verlag und verlangt nun etwas für Artikel.
Es kommt einem vor, als wäre es ohne Vorwarnung passiert: Plötzlich leuchten neben einigen der Online-Artikel des Hamburger Abendblatts kleine orangefarbene Buttons mit einem Euro-Zeichen drauf. Er ist da: Der Paid Content. Obwohl der Springer-Verlag schon angekündigt hatte, Inhalte nun nicht mehr kostenlos zur Verfügung stellen zu wollen, muss man doch dreimal hinsehen, um zu glauben was man da sieht. Wie jetzt, zahlen für Nachrichten im Internet? Aber so ist es.
7,95 Euro kostet ein Monat der lokalen und regionalen Nachrichten des Abendblatts. Als "alternativlos" bezeichnet Matthias Iken, stellvertretender Chefredakteur der Hamburger Zeitung, diesen Schritt. Noch im Januar kündigte Chefredakteur Claus Strunz an, dass nun dass "Abendblatt 3.0" komme. Die Ergänzung zum Web 2.0 heißt hier also anscheinend nun "Geld". Mit diesem Finanzierungskonzept ist das Blatt nicht allein im Springer Verlag. Bei der Berliner Morgenpost kostet das Abo 4,95 Euro. Die iPhone- Apps für Bild.de und Welt online gibts auch nicht mehr für lau.
Wie man mit journalistischen Inhalten Geld verdienen kann, schien bisher ein stark gehütetes Geheimnis gewesen zu sein. Und wer hätte gedacht, dass das Rezept unter den Kopfkissen von Matthias Döpfner lag. Alles scheint so einfach. Exklusive Inhalte, wie regionale Nachrichten, bei denen man wenig Konkurrenz hat, stellt man nur noch gegen Geld zur Verfügung. Ein Konzept, dass schon zum Beispiel für die Schwacke-Liste gilt. Und jetzt eben auch für Springer-Blätter. Aber warum muss es ein Monatsabo sein? Wer nur selten bewusst oder durch Zufall auf eine der Seiten kommt, wird wohl schnell abgeschreckt, wenn man schon für einen einzigen Artikel gleich ein ganzes Monat bezahlen muss. Da bleibt nur das Fazit: Idee: interessant; Umsetzung: mangelhaft.
|
|
Liebe Kathrina,
leider fehlt ein wesentlicher Aspekt: die Paid-Content Inhalte von Springer werden immer noch über Google gefunden. Deswegen ist die Umsetzung nicht nur "mangelhaft", sondern lächerlich! Da muss Döpfner sich wohl in Zukunft entscheiden: Entweder Google die kalte Schulter zeigen, damit Paid-Content wenigstens Sinn macht. Oder Paid-Content wieder abschaffen, weil man doch nicht ohne Google kann. Außerdem finde ich auch, dass der Vergleich von regionalen Nachrichten und der Schwacke-Liste als exklusive Inhalte sehr stark hinkt. |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
keine Versandkosten
kein Aufpreis
Einzelpreis: 3.60 €
>> bestellen