Katharina N.

SocialPosition.blogspot.com

11.01.2011 | 00:14

Partnerbörsen - auch ein Spiegel der Gesellschaft?

Man könnte sich regelrecht verfolgt fühlen - egal in welchem Medium ich mich bewege, ich komme an den zahllosen Singleangeboten der Stadt nicht vorbei.

In einer einzigen Werbepause während der Montagabendserie flattern drei unterschiedliche, allseits bekannte, Partnerbörsen-Banner über den Bildschirm, schweben schöne glückliche Päarchen durch das Bild. Anderer Sender, gleiches Werbeangebot, eine weitere der unzähligen Vermittlungsagenturen präsentiert sich, Erfolg ist garantiert. 

Nun, natürlich bleibt es jedem selbst überlassen, welche Form der Kontaktaufnahme ihm am liebsten ist. Facebook, Twitter usw. gelten als unpersönlich, sind aber einfach und äußerst effektvoll wenn es darum geht, schnell und viele Kontakte zu knüpfen. Dieser inzwischen uns allen vertrauten Umgangsform, Freunde per Internet hinzuzufügen, ist es wahrscheinlich zuzuschreiben, dass Partnervermittlungen im Netz so beliebt sind. Der Erfolg gibt dieser cleveren Geschäftsidee recht, fast flächendeckend werden wir seit Jahren mit Singleangeboten versorgt. Profil erstellen, Checkliste ausfüllen, Klick und fertig. Liegt hier vielleicht menschliche Vereinsamung, das Fehlen sozialer Kontakte, Unsicherheit oder ähnliches der einsamen Herzen vor? Oder ist es einfacher, sich einen Partner anhand von Ausstattungsmerkmalen zuordnen zu lassen? Haben wir Menschen es verlernt, Menschen im Umgang miteinander kennen zu lernen?

 

 
Senden Bookmarken Drucken
Kommentare
rolf netzmann schrieb am 11.01.2011 um 02:14
Wir leben in einer immer unpersönlicheren Welt, in welcher die Zeit für Gefühle, für Treiben lassen immer weniger wird. Auch darauf beruht der Erfolg der virtuellenPartnerbörsen, auch der von Facebook und Twitter. Schnell und effektiv, zwei Schlagworte, die unser tägliches Leben diktieren.
Ich glaube aber, dass Partnerbörsen zwar die Kontaktaufnahme erleichtern und dadurch, dass Profile abgeglichen werden, schon gemeinsame Interessen vorhanden sind. Nur, die Sympathie stellt sich erst im direkten Kontakt ein, oder auch nicht. Wer nicht nur einen Partner sucht, der von den von Ihnen genannte Ausstattungsmerkmalen zu einem passt, sondern eine tiefe innige Beziehung, der wird eine intensivere persönlichere Kontaktaufnahme von sich aus wollen und das langsame Kennenlernen des anderen zunehmend genießen. Partnerschaft sollte aus dem Stress und der Geschäftsmäßigkeit unserer Alltags herausgelöst bleiben. Der Reiz des Kennenlernens, das prickeln, die Zeit zu bummeln und für Gespräche, all dies macht doch auch das Leben aus, fernab von Business, Laptop und Terminen. Wer das nicht mehr annehmen kann, kann mir nur leid tun.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 11.01.2011 um 10:12
Partnerbörsen sind natürlich ein Spiegelbild unserer Gesellschaft.
Es sind Shops. Reingehen, aus dem Überangebot der Saisonsware auswählen, begutachten, evtl. anprobieren; wenn die Ware einigermaßen der eigenen Wunschvorstellung entspricht, mitnehmen; (be)nutzen oder vom Rückgaberecht Gebrauch machen oder wegwerfen. Dann...reingehen, aus dem Überangebot...

Und wenn dann doch?...Dann war's ein "kleines Schwarzes"...( Coco Chanel, starb fast haargenau vor 40 Jahren).

Wir leben in einer Gesellschaft, in der psychische Störungen nicht dadaus entstehen, dass Genuss verwehrt wird, sondern aus dem Zwang, genießen zu müssen. Sagt Slavoj Zizez.
chrislow schrieb am 26.01.2011 um 21:58
Ich habe es sicher irgendwo gelesen, ... oder gehört....

Gefühle werden über ein Gen vererbt. Und wenn Frau Mutter oder Herr Vater keine haben (Gefühlsgene), dann hat der Sohn ... oder die Tochter natürlich auch keine....

Es darf protestiert werden.

Ansonsten halte ich natürlich überhaupt nichts von teuren Partnerbörsen, Dating-Portale ... und so. irgendwie kommt mir die Sache vor, als ob da Lockvögelchen glitzern ... und sonst nur vom leben enttäuschte, gezeichnete, betrogene, beschädigte, übriggebliebene, verspätete, zurückgebliebene, ignorierte ..... Frauen irgendetwas suchen, wofür aber irgendwie die Ansprüche und Vorstellungen unpassend naiv sind.

Das wird jetzt jedem Leser auch wieder anmaßend erscheinen.

Aber ich habe mich nicht aufgehoben, um dann in einen solchen Abgrund gezogen zu werden und zu büssen, nur damit ich dadurch dann auch noch eine abkriege....

Nichts für ungut....
Katharina N. schrieb am 26.01.2011 um 23:23
Partnerbörsen haben sicherlich für den einen oder anderen ihre Berechtigung. Ich halte allerdings auch nichts davon, mir durch Agenturen einen Partner vermitteln zu lassen. Entweder klappt es im realen Leben, oder nicht...;)
Katharina N.
Il n´y a pas d´amour heureux....Danielle Darrieux
Ort:
Berlin
Mitglied seit:
1 Jahr 41 Wochen
Zuletzt aktiv:
20.05.2012
Status:
Bloggerin
Aktivität:
Beiträge: 47
Kommentare: 91
Mein Projekt:
Mein Web:
Logbuch
07:59
Wolfram Heinrich hat gerade einen Kommentar geschrieben.
07:59
Wolfram Heinrich hat gerade einen Kommentar geschrieben.
07:39
Hans Shan hat gerade einen Kommentar geschrieben.
07:09
heidenplejer hat gerade einen Kommentar geschrieben.
06:40
heidenplejer hat gerade einen Kommentar geschrieben.
Jürgen Roth Gazprom – das unheimliche Imperium Westend Verlag 2012

316 Seiten. Gebunden.

19,99
 
Das Imperium Gazprom verfügt über eine eigene Armee und einen mächtigen Geheimdienst. An verantwortlichen Positionen arbeiten ehemalige KGB-Agenten, sein privater Besitz ist absolut geschützt, die Verantwortlichen sind unantastbar. Mit Hilfe williger deutscher und europäischer Industrieller versucht es, den Energiemarkt zu monopolisieren und die Verbraucher abzuzocken. Jürgen Roth enthüllt, wer hinter den Kulissen die Fäden zieht >> mehr
Arte-Kooperation

portlet_ArabienArte.png

portlet-gaertnerbuch.png

wir müssen reden

Augstein und Blome

portlet_Phoenix-12.png

Probe-Abo

probeabo260x120.jpg

Aktuelle Ausgabe bestellen
Der gefährlichste Mann Europas?

Ausgabe 21/2012
24.05.2012

keine Versandkosten
kein Aufpreis

Einzelpreis: 3.60 €

>> bestellen
der Freitag Kollektion

Freitag-Kollektion_Gaertner.jpg

Arte

portlet_arte+zeile.pngportlet_arte+zeile.png

Freitag-Buchshop.png

 
 
 
 
© der Freitag Mediengesellschaft mbH & Co. KG