30
]
Vor ein paar Tagen hat sich auf verschlungenen Pfaden und mit bemerkenswerter Verzögerung herausgestellt, dass mit gentechnisch verändertem Material vermischter Mais auf deutschen Äckern wächst. Das niedersächsische Landwirtschaftsministerium hatte bereits vor drei Monaten Kenntnis von der Verunreinigung, kam aber erst in die Gänge, als Greenpeace den "größten Saatgutskandal" recherchiert und öffentlich gemacht hatte.
"Ist das schlimm?" fragt nun bang der scheue Bürger.
Bezüglich der menschlichen Gesundheit lautet die Antwort wohl "Nein". Die Sorte Monsanto NK603 gilt als unbedenklich, auch wenn Greenpeace seit 2007 immer wieder eine Papier zitiert, das aus Studienergebnissen an Ratten auf mögliche Schäden an Nieren und Leber schließt. Das ist seither allerdings nie bestätigt worden. Der Mais selbst darf deshalb auch in Deutschland für die Herstellung von Lebensmitteln eingesetzt werden, bis zu einer Konzentration von 0,9 Prozent darf sich das Produkt sogar "gentechnikfrei" schimpfen. Nur angebaut werden darf der Technomais hier nicht.
Maisbauern betreffend ist obige Frage deshalb leider mit "Ja" zu beantworten - wie der NDR berichtet. haben allein in Niedersachsen 23 Bauern das verunreinigte Saatgut ausgebracht und dürfen die Pflanzen nun wieder unterpflügen, zum Schutz der benachbarten Felder, die von fliegenden Pollen ihrerseits gentechnisch verunreinigt werden könnten. In der Landwirtschaft gilt nämlich die Verunreinigungsgrenze von 0,0 Prozent. Schlimm ist deshalb auch, dass die Behörden nicht umgehend handelten, nachdem der Befund vorlag, nämlich im März. Die Bauern hätten noch eine Chance gehabt, das Saatgut auszutauschen. Der Ernteausfall wäre ausgefallen.
Am schlimmsten an dieser Geschichte aber sind die rechtlichen Umstände, unter denen sie zustande gekommen ist. Wie auch in der Stammzellforschung gibt es in Deutschland keine klare, offene Haltung der Regierung zur grünen Gentechnik. Seit dem Ende des Moratoriums vor sechs Jahren versuchen Minister und Behörden den Eindruck zu erwecken, man wolle seine Bürger vor der unpopulären Technologie schützen. Andererseits will natürlich niemand querliegen, den Weltmarkt für das häufigste Futtermittel betreffend. In den USA sind 85 Prozent des Mais gentechnisch manipuliert. Wer keinen GV-Mais will, muss nicht nur den Anbau, sondern auch auch die Einfuhr verbieten.
Das Resultat ist aber eben eine Geschichte wie diese. Wir bauen ihn nicht selbst an, und kontrollieren das auch, aber wir benutzen den Mais und ermöglichen, dass es niemand mitkriegt. Die manipulierte Kartoffel Amflora boxen wir mit dem Argument durch, sie sei ja nur für die Herstellung von Industriestärke gedacht. Und Frau Schavan turnt gestern am runden Tisch für Pflanzengenetik herum und bejubelt die grüne Gentechnik als Rettung gegen den Welthunger, weshalb man enger mit Entwicklungsländern zusammenarbeiten will. Die sollen das Zeug dann schön anpflanzen. Wohin das alles führen soll ist klar: Gutes Gewissen den wählenden Verbrauchern gegenüber. Aber bloß nicht auf einen zweifelhaften Segen der Wissenschaft verzichten. Man könnte das verlogen nennen.
|
|
Von Berlin aus ist es übrigens gar nicht weit zum größten Versuchsanbau von Bt-Mais MON810-6 der Firma Monsanto in Deutschland.
www.dosto.de/gengruppe/region/gentechgesetz/mon_bt_mais.html |
|
|
Lesenswerter Artikel!
Zu all dem Übel kommt die Saatgutmafia hinzu, deren erklärtes Ziel es ist, die Kontrolle über sämtliches Saatgut weltweit zu bekommen - ein gigantisches Geschäft. Die Methoden sind keineswegs subtil: Die käufliche Saat ist so behandelt, dass eine zweite Aussaat des aus der Frucht gewonnen Samens nicht möglich ist. Der Bauer kann sich daher kein Saatgut zurücklegen, sondern muss jedes Jahr neu kaufen. Eine perfekte Abhängigkeit. Das interessante dabei: die Gesetzgebung unterstützt dieses Vorhaben nachdrücklich. Wenn Unkraut die Opposition der Pflanzen gegen die Regierung der Gärtner ist, dann könnte altes ursprüngliches und selbsterzeugtes Saatgut die Opposition der Bauern gegen die Regierung der Saatgutmafia sein. Auch das wird immer schwieriger, weil mittlerweile jeder Acker in der EU per Satellit überwacht wird - damit kein Subventionsbetrug möglich ist. Trotzdem: wir als Konsumenten haben an diesem Punkt eine Macht, die wir leider noch nicht zu nutzen wissen. Was nicht isst, kann nichts werden... |
|
|
Naja, lieber GeroSteiner, das ist so eine Sache mit der Macht der Konsumenten - meines Wissens sind genveränderte Lebensmittelbestandteile erst ab 10% an der Gesamtmenge überhaupt deklarationspflichtig, darunter kann sich etwas wie bspw. ein Schokoriegel mit genetechnisch verändertem Soja 'genfrei' nennen. Ebenso hält nichts und niemand Züchter davon ab, ihren Tieren genverändertes Futter zu verabreichen - ebenfalls nicht deklarationspflichtig. Die einzige Alternative dazu heißt Bioladen, sprich: die strengen Biosiegel wie Demeter, Bioland etc.
Was die Saatgutmafia angeht - bei Monsanto ist die Hybridsaatgutbranche ja unter dem gleichen Dach wie die Gensaatgutbranche - so ist das erst wirklich dramatisch in armen Ländern, wo Monsanto mit allen! Mitteln nach der Monopolstellung strebt. Vom für arme Bauern fatalen wirtschaftlichen Faktor mal ganz abgesehen, gefährdet eine solche Monopolisierung auch den weltweiten Genpool von Saatgut. Es ist von größter Wichtigkeit, daß Saatgutsorten immer mal wieder miteinander gekreuzt werden, da andernfalls z.B. Schädlingsbefall in unter Umständen resistenter Form droht. Zu Monsanto gehörte übrigens auch eine der Firmen die das Agent Orange für den Vietnamkrieg herstellte, nach den ersten Schadensersatzforderungen verkaufte man aber diesen Zweig ganz schnell. Monsanto ist ein reiner purer Verbrecherverein und zwar ganz egal, welche Seite dieser Firma man betrachtet: Produkte, Produkthaftung, Mittel der Werbung, Monopolisierung, Patente auf Leben, Gentechnik, Hybridsaatgut nebst den dazugehörigen Verträgen. Sollte irgendjemand etwa den Film 'Mit Gift und Genen' noch nicht kennen, bittesehr: |
|
|
Der ist jetzt aber sehr klein geraten, hier der link:
video.google.com/videoplay?docid=-7781121501979693623# |
|
|
Yep. Hier noch was zu Monsanto und deren Unternehmensstrategie.
Erschreckend: Bereits jetzt sind 90 Prozent der Sortenvielfalt von den Äckern verschwunden. Gerade noch 15 Pflanzen- und 8 Tierarten liefern weltweit 90 Prozent aller Nahrung. Hier die Info dazu. Monsanto ist nicht nur bei Pflanzen sondern auch bei Nutztieren aktiv, um zum Beispiel ein weltweites Schweine-Monopol zu erhalten. Die Animal-Farm jetzt auch als Business Modell. |
|
|
Wenn man mal genauer hinschaut, betrifft es nicht nur unsere Nahrungsmittel, sondern auch unsere Kleidung aus Baumwolle. Da ist der Verbraucher zum Thema Gentechnik mangels Berichterstattung noch gar nicht sensibilisiert.
Hanf wird noch traditionell auf einen hohen Gehalt an THC gezüchtet. Aufatmen! |
|
|
Bei soviel "Vielfalt" kommt dann noch die Anfälligkeit der Pflanzen gegenüber Unkraut, Fraßschädlingen, Viren und Pilzbefall. Diese werden widerum mit Fungiziden, Herbiziden und Pestiziden "bekämpft". Das führt dann zu Verseuchung von Böden und Grundwasser und wird teilweise auch in die Meere gespült.
Monsanto ist eine Aktiengesellschaft, auf Aktionärsversammlungen könnten Kurskorrekturen verlangt werden, aber die Gier nach immer mehr Rendite lässt kritische Stimmen verstummen. Jeder Mensch der bei diesem Konzern Aktien besitzt müsste gezwungen werden den Versuchsfraß selbst zu essen. So schließt sich der ganze Kreislauf des gestörten Maximierungskapitalismus. Aber laut BWL Bübchen ist das natürlich wieder zu vereinfacht dargestellt, man liest ja allenthalben genügend solche Kommentare, auch hier. |
|
|
Man kann diesen verantwortungslosen Schwachsinn eines weltweiten Nahrungsmittelmonopols mit Abnahmeverpflichtung gar nicht einfach genug darstellen, damit auch wirklich JEDER kapiert was läuft.
Nicht jedem ist es gegeben, um die Ecke zu denken und in weiter Ferne liegende Konsequenzen zu erkennen oder abzuschätzen. |
|
|
schrieb am
15.06.2010 um 08:50
Hier grassiert riesiges Unwissen! Das Saatgut ist keineswegs "so behandelt, dass eine zweite Aussaat ... nicht möglich ist." Hochleistungssaatgut ist meist Hybridsaatgut, das heißt es ist genetisch eine Mischung aus zwei Zuchtlinien und die F1, also die erste Tochtergeneration, die "uniform", also gleich ist. Jeder, der ein wenig von den Mendelschen Regeln behalten hat, kann sich erinnern, dass in der F2, also in der Wiederaussaat, die verschiedenen Eigenschaften wieder in verschiedenen Individuen ausgeprägt werden (Unabhängigkeits Regel, Spaltungsregel!). Das trifft auch auf Blumensaatgut etc seit über hundert Jahren zu und hat ganz und gar nichts mit Gentechnik oder Großkonzernen zu tun, sondern schlicht mit der materiellen Eigenschaft von DNA und Chromosomen!
|
|
|
Sie haben völlig recht. Das Unwissen auf diesem Gebiet ist unglaublich. Vermutlich haben Sie deshalb noch nichts von genetic use restriction technologies oder Terminatortechnologie gehört, oder?
Dann wird's Zeit. "Weltweit versuchen große Agrokonzerne wie Monsanto, Bayer, Syngenta oder DuPont, das Recht auf den freien Nachbau von Saatgut zu unterminieren. Der perfideste Schachzug der Agrarmultis ist dabei der Versuch, die genetische Sterilisierung von Saatgut durchzusetzen. Die so genannte Terminator-Technologie, die auch als GURTs (genetic use restriction technologies) bezeichnet wird, macht Pflanzen mittels eines gentechnischen Eingriffs nach einmaliger Aussaat steril, indem sie den Keimling im ausgereiften Samenkorn abtötet. " Quelle Da kommt Freude auf. Wenn Sie Spaß dran haben, suche ich Ihnen auch noch die dazugehörigen Patente der Untenehmen raus. Die meinen das ernst. |
|
|
|
|
Nachtrag 2
"Oh, and did I forget to mention that Monsanto announced in 2006, its takeover of Delta Pine & Land? www.banterminator.org/News-Updates/News-Updates/Monsanto-Announces-Takeover-of-Delta-Pine-Land This would not be of much consequence, but for the fact that Delta Pine & Land is a joint owner along with the USDA of US patent # 5,723,765 - GURT technology. In March 1998 the US Patent Office granted Patent No. 5,723,765 to Delta Pine & Land for a patent titled, Control of Plant Gene _Expression. The patent is owned jointly, according to Delta Pine´s Security & Exchange Commission 10K filing, ´by DP&L and the United States of America, as represented by the Secretary of Agriculture.´ (www.globalresearch.ca/index.php?context=va&aid=3082) This makes, as of 2006, Monsanto and the United States of America (USA, Inc.), as represented by the Secretary of Agriculture (USDA), which is currently Tom Vilsack, joint owners of the GURT patent. Kind of gives you that warm, fuzzy feeling all over, doesn´t it?" Quelle: American Chronicle |
|
|
schrieb am
16.06.2010 um 00:52
Danke für den Hinweis! In der Tat hatte ich nicht vermutet, dass GURTs mit der Formulierung gemeint sein könnte. Soweit mir bekannt war, ist GURT auch noch vier bis fünf Jahre von der Marktreife entfernt, was natürlich in der Biologie kein Zeitraum ist. Ebenso Bestrebungen Pollen transgener Pflanzen steril zu machen, bzw dafür zu sorgen, dass das Transgen im Pollen nicht exprimiert wird. Dass entsprechendes Saatgut schon auf dem (amerikanischen???) Markt ist, ist mir völlig neu. Ist aber ein gutes Beispiel für die Ambivalenz einer Technik und dass es drauf ankommt, was man draus macht. Eigentlich wäre dies ja eine gute Sache hinsichtlich Koexistenz oder biologischer Schädlingsbekämpfung, da GURT ja nicht auf Pflanzen beschränkt ist. Alle die unbedingt die 0,0% Verunreinigungsgrenze (blödes Wort im Zusammenhang mit Genen) haben wollen, müssten ja über diese Technik jubeln. Da die Technik, soweit ich sehe, aber, im Gegensatz zur Hybridzucht, überhaupt keinen Anbauvorteil bietet, wüsste ich nicht wie sich solche Sorten auf dem Markt durchsetzen sollten. Da hierzulande selbst Biobauern ihr Saatgut kaufen, dürfte solches Saatgut hier überhaupt kein Problem sein, da der Sortenschutz und Nachbauverbot ohnehin besteht. Schwierig wird es wohl in der Tat in Ländern in denen die mickrigen Erträge aus dem Nachbau noch immer höher sind, als der Anbau heimischer Sorten. Und, da sind wir wieder am Anfang, das Wissen um die Eigenschaften von solchem Saatgut (noch) fehlt. Aber auch da tut sich ein weites Feld auf.
|
|
|
Wir beschäftigen uns(m.Mann und ich) mit dieser Problematik seit etwa dreieinhalb Jahren, kenne diese Filme, haben Unterschriften gesammelt, Faxe an Politiker geschrieben, Leserbriefe in Zeitungen veröffentlicht, Bücher mit dem Thema verschenkt usw., kann alles gesagte über MONSANTO und Co nur bestätigen. Seriöse amerikanische Wissenschaftler haben sich schon vor 10 oder 20 Jahren die größten Sorgen gemacht, haben Warnungen ausgesprochen. Steven Block, Professor für Biophysik an der Stanford University: "Wir sind geneigt zu sagen, dass niemand bei gesundem Menschenverstand diese Dinge je einsetzen wird- aber nicht jedermann ist bei gesundem Menschenverstand ! Ich kann nur jedem empfehlen, das Buch von William Engdahl darüber zu lesen,"Saat der Zerstörung", dann sieht man die ganze Sache umfassend und klar im gesamten Weltpolitischen Kontext !Ich zitiere ihn von 2007: Innerhalb von 5 bis höchstens 10 Jahren werden sich wesentliche Teile der weltweiten Nahrungsmittelversorgung in den Händen von nur 4 global agierenden Großkonzernen befinden(....)-ein Geschäft, das der Teufel sich nicht hätte besser erfinden können. Wird diese Entwicklung nicht aufgehalten, entsteht eine neue, bislang nicht für möglich gehaltene Form von Leibeigenschaft.
|
|
|
Kathrin Zintkant, zu dem freudigen Rumturnen von Schavan über die grüne Gentechnik als Hilfe gegen den Welthunger,möchte ich noch ein Frühstückskommentar meines Mannes von heute zum Besten geben:
MONSANTO,SINGENTA & Co helfen insofern den Welthunger reduzieren, weil von ihnen abhängig gemachte Bauern reihenweise Selbstmord verüben. In Indien waren es zig-oder hundertausende. Ganz Großes leistet dort die Physik-Professorin Vananda Shiva, die neben vielem anderen z.B. eine private Samenbank angelegt hat, wo Bauern sich unendgeldlich gesunde Samen anholen können. |
|
|
@Ehrlicher
Beide Kommentare finden meine volle Zustimmung und Unterstützung! Wenn die Menschen dann aufwachen und den Wahnsinn durchschauen, dann bitte so früh, dass nicht die Gesetzgebung, vornehmlich die der EU, eine Artenvielfalt bei Getreidesorten, Kartoffelsorten, Äpfeln (wieviele Sorten werden eigentlich weltweit noch vertrieben? Fünf? Sechs?) per Gesetz verhindert. |
|
|
Und noch ein Kommentar dazu, auch auf die Gefahr hin, mich wieder bei allen unbeliebt zu machen: Mir fehlt sehr die gewissenhafte Konsequenz der Verbraucher, was ihr Essverhalten betrifft !
Der ganze Monsanto-und Syngenta-und Co-Scheiß(leider gehts ja durchaus nicht um monsanto allein!) konnte und kann doch nur so aufblühen, weil die Menschen in den reichen Industriestaaten so viel Fleisch essen wollen ! Ich verstehe es nicht: zumindest bei nachdenklichen,informierten Menschen scheinen doch nun die Fakten rund ums Nutzvieh-Essen hinreichend bekannt zu sein: Es ist schädlich für Mensch,Umwelt und sich selbst. Trotzdem wird immer weiter Tier gegessen und wer das anprangert, wie ich,auf dem wird mehrheitlich herumgedroschen. Dann sagt man: Ja,es ist eben deine Art, wie das so rüberkommt ! Das halte ich für eine selbsttäuscherische Ausrede ! |
|
|
"konnte und kann doch nur so aufblühen, weil die Menschen in den reichen Industriestaaten so viel Fleisch essen wollen!"
Dies ist so betrachtet etwas einseitig. In Europa trägt vor allem die Subventionspolitik dazu bei, dass immer mehr und mehr produziert werden MUSS, obwohl der pro Kopf Fleisch Verbrauch sogar zurück geht. Die Tonnen an Fleisch welche täglich weggeschmissen werden zeugen davon. Es ist dem Irrsinn einer nicht existenten "Marktlogik" zu verdanken, dass 48% der weltweit hergestellten Antibiotika in der Veterinärmedizin und als Futterzusatz verwendet werden (Allgemeine Mikrobiologie 8. Auflage Georg Fuchs). Bedingt durch die Massentierhaltung verbreiten sich schneller Krankheiten, bedingt durch die Wachstumshormone kommt das Immunsystem nicht hinterher, daher werden prophylaktisch Antibiotka verabreicht. Mehr mehr mehr heißt die Devise in allen Bereichen, das biologische Systeme der Gaußverteilung folgen kapiert der dummbatzige BWL Schnösel nicht. Es wird in den betriebswirtschaftlichen Lehren auch überhaupt nicht darauf eingegangen. Das es auch anders geht zeigen die wenigen Bauern die mit wenigen Tieren eine nachhaltige Nutztierhaltung betreiben. Die Kühe wachsen in Ruhe bei natürlichem Futter auf, dass dauert länger und macht das Fleisch teurer. Allerdings ist das Tier weniger Stress ausgesetzt und bedarf keiner AB. Nur leider erfolgt die Subventionvergabe nach dem Prinzip "Wer viel hat bekommt noch mehr" denn sie wird nach genutzter Landfläche und Anzahl der Tiere berechnet. Ich finde die radikale Meinung von Veganern fehl am Platze. Mir würde es reichen ein oder zwei Mal die Woche Fleisch zu essen, dafür würde ich auch mehr bezahlen. Mir und den meisten Menschen schmeckt Fleisch einfach gut unabhängig davon ob es bereits pflanzlichen Proteinersatz gibt. |
|
|
schrieb am
11.06.2010 um 14:18
@Technixer. Was soll ich dazu noch schreiben ?
Hoffnungslose Angelegenheit, jedenfalls hier. |
|
|
schrieb am
11.06.2010 um 14:45
Ein letzter Versuch: Was ist die logische Begründung,also Ihre, dafür, unbedingt Fleisch essen zu müssen,außer,dass es ihnen eben schmeckt ?
Verstehen Sie mich nicht falsch:Ich will nicht, dass das essen Ihnen oder sonstwem nicht schmeckt. Aber woher wissen Sie so genau, dass Ihnen fleischlose Ernährung nicht schmecken könnte ? Fleisch z.B. muss man würzen und in den meisten Fällen erhitzen. Früchte schmecken genauso, wie sie von der Pflanze kommen. Es gibt z.B. kleine gelbe runde Früchte, die wie Käse schmecken, mit Kokosmilch kann ich Suppen und anderes wunderbar sahnig machen. Meine Spaghetti agli e oglio e pepperoncino bestreue ich anstatt mit Parmesankäse mit leckeren Hefeflocken. Anstatt Fleisch brauche ich nicht auf Sojaprodukte ausweichen, sondern kann auch Saitan lecker mit gutem Kokosfett in der Pfanne mit Zwiebeln und Pepperoni zubereiten. Und so weiter. Unsere Gäste, die auch Mischesser sind, sind jedenfalls immer begeistert. Ich plädiere dafür , dass eine weltweite Logistik erarbeitet wird, um die Vielfalt der Früchte dieser Welt zu pflegen und allen zugänglich zu machen und gleichzeitig die gesamte Nutztierhaltung abgeschafft wird. Und ich bin nicht"die Veganer", sondern ich bin ich ! |
|
|
"Aber woher wissen Sie so genau, dass Ihnen fleischlose Ernährung nicht schmecken könnte"
Schmeckt mir schon, aber eben nicht nur, wahrscheinlich aus dem gleichen Grund mögen Ihre Gäste die kredenzte Kost. Seitdem ich über die Herstellung Fleisch bescheid weiß, esse ich weniger, aber trotzdem mag ich es von Zeit zu Zeit ein saftiges Steak oder Rippchen zu mampfen. Die ganzen obig genannten Missstände gäbe es bei artgerechter, ökologischer Haltung nicht, keine Antibiotika, kein genverändertes Futter, keine Hochgeschwindigkeitsmast, keine gestressten Tiere. Auch die Umweltbelastung wäre so in den Griff zu kriegen. Eine 80%ige Reduzierung von 267 Millionen Tonnen Fleisch auf 50 Millionen würde reichen um all diese Ziele zu verwirklichen und trotzdem allemal die Fleischeslust zu befriedigen. Auf die aus ihnen resultierende Vielfalt auf dem Speisplan würde ich ungern verzichten wollen. Sämtliche Milchprodukte wären weg, Eier, Hähnchenfleisch, Fisch usw. Die Menschheit hat genügend Raum und Futtermittel um dies zu ermöglichen. Es sei denn (und das wäre die radikale Position) sie verbieten es aus ethisch moralischen Ansprüchen. Also im Sinne von, das Säugetiere sich in jemanden hineinversetzen können und sich selbst bewusst sind, ergo wie Menschen denken können. Wenn dies Ihre Position ist, kann ich als Biologe mal damit anfangen das Sie Pflanzen essen, welche nachgewiesener Maßen a) Stressempfinden haben b) Kommunikation betreiben c) "Schmerzempfinden" haben (Motosensoren und Aromaten). Diese wachsen dann in Monokulturen mit ordentlich viel chemischer Soße die das Grundwasser vergiftet auf, tjaa da wirds mit der Wahl an ethisch-moralisch einwandfreien Nahrungsmitteln doch ziemlich eng ;) Wir sind Menschen und als Tiere ein Teil dieses Planeten. Als Allesfresser unterscheiden wir uns nicht von Wildschweinen, ja nichteinmal auf genetischer Ebene. Ich weiß, dass ich damit die Vorstellungskraft um die Wertigkeit des Menschen der Meisten sprenge, erst recht die der christlichen Religion. Die Abartigkeit mit der wir andere Tiere und diesen Planeten behandeln bedarf einer radikalen Trendwende. Aber Fleisch auf Grund eigener ethisch-moralischer Ansprüche anderen verbieten zu wollen ("die gesamte Nutztierhaltung abgeschafft") ist falsch. Das Hefeflocken aber wie Parmesan schmecken sollen geht gar nicht, weil andere Stoffwechselendprodukte vorliegen und es ein Pilz ist, im Gegensatz zu durch Milchsäuregärung hervorgerufenem Käse. Die ollen Sojawürste/-schnitzel haben mit Fleisch geschmacklich soviel gemeinsam wie Tomaten mit Bananen. Das sie anderen schmecken bestreite ich nicht, aber geschmackliche Gemeinsamkeiten sind da wohl kaum. |
|
|
@Ehrlicher
Proteine braucht der Mensch. Ich gebe Ihnen recht, dass diese Menge nicht aus Tierkadavern kommen muss. Die Perversion der Massentierhaltung in industriellem Maßstab ist vermutlich den wenigsten wirklich bewusst. Wer wissen will, wie heute unsere Lebensmittel hergestellt werden, der schaue sich den Film "unser täglich Brot" an. Der österreichische Filmemacher Nikolaus Geyrhalter reiste zwischen Herbst 2003 und Herbst 2005 durch ganz Europa und stattete Produktionsstätten, wo in Fließbandarbeit "unser täglich Brot" hergestellt, wird, mit der Kamera einen Besuch ab. Er macht dabei keinen Unterschied zwischen dem monotonen Abschlachten von Rindern in einer weißgekachelten Halle und dem nicht weniger eintönigen Abernten von Obst in einem riesigen Treibhaus. Hier die Links zu "unser täglich Brot" Teil 1 Teil 2 Teil 3 Teil 4 Teil 5 Teil 6 Teil 7 Teil 8 Teil 9 |
|
|
Die links unten sind keine. Habe ich vergessen zu löschen - Tschulligung. Vielleicht greift ja die Red. hier mal korrigierend ein...
|
|
|
Lieber Herr Steiner,
Ihren Beitrag hier kann ich ja zum Anlass nehmen, ganz allgemein zwei Fragen an die nachdenkliche Gemeinde hier, sie unterscheidet sich wohltuend von so manchen anderen Webgemeinden, zu richten. Tatsächlich greift der Film es sehr deutlich auf. Wir (unsere Gesellschaften) glauben nämlich kollektiv und feste daran, dass nur eine solche Fleischproduktion niedrige Preise, ausreichende Kilogramm an Proteinen und eine differenzierte Auswahl an Produkten garantiert. - Wer genauer hinschaut, der erkennt, das ist ein ganz großer Trugschluss, der zumindest in Nordamerika und Europa durch Milliardensubventionen aufrecht erhalten wird und mit der ganzen vorgeordneten Futterpflanzen und Düngemittelbeschaffung für Europa, Amerika und einen wachsenden asiatischen Markt, ökologische Probleme in ungeahnter Größenordung erzeugt. Die agrarische Industrieproduktion führt zur extremen Artenarmut. Bei der Milch produzieren z.B. im wesentlichen nur noch zwei Rinderarten als Hochleistungsmilchkühe in den europäischen und amerikanischen Ställen. Ein zweiter Weg in die Einförmigkeit ist der für die Intensivlandwrtschaft notwendige Anbau von Futterpflanzen, die auf der anderen Seite des Atlantiks längst zum größten Teil GV-verändert sind (Soja, Mais, Futtergetreide). Leider wird aber die Folgewirkung dieses Glaubens und der Glaube selbst, weltweit verbreitet, und führte zu einer auf die westlichen Industriestaaten ausgerichteten weltweiten Produktion recht standardisierter Massenprodukte, vom immer gleichförmigen Tiefkühl-Lammkotelett, bis zum Hähnchen vom Band. Unser täglich´ Fleisch und Brot gib´ und heute, lieber SupersuperMarkt. Einige Fragen hinsichtlich der Kommentarbeiträge drängen sich jedoch auf: Sicher ist, die Ernährung könnte weitgehend fleischlos erfolgen. Aber, was ist mit den anderen ökologischen Bedingungen, die durch Viehhaltung beeinflusst werden? - Vielleicht bedenken die strengen Vegetarier auch einmal, dass z.B. die nun langsam wieder (aus Natur- und Umweltschutzgründen) in Mode gekommene Weidewirtschaft unsere artenreichen Landschaften offen hält und z.B. im Alpenraum oder in den Mittelgebirgen (Alpen-Voralpen Rinderwirtschaft,Rhön-Schafe, Mittelrhein-Schafe, Ziegen, in Modellregionen Wildpferde) die einzige Chance bieten, einigermaßen wirtschaftlich die Räume interessant und artenreich zu halten, die sonst technisch bewirtschaftet würden oder anderen Nutzungen (Golfplätze, Freizeitparks, Energiepflanzenproduktion) zum Opfer fielen. - Wohin mit dem Fleisch? - Vielleicht ist Mäßigung, wie es Technixer vorschlägt die sinnvolle Lösung. Eine eher extensive Fleischwirtschaft könnte dann fast alle Produkte nach Bio-Standard anbieten. Es reichte locker für die Versorgung. Der mögliche Ersatz, die intensive Pflanzenproduktion, bedeutete unter den heutigen Bedingungen, die Anbauflächen maximal auszudehnen, d.h., auch auf Böden mit schlechten Bodenzahlen intensiv zu wirtschaften. Unsere lieben nächsten Nachbarn, die Hausschweine und die "Hof"-Hühner, sie sind weltweit der Notnagel für Proteinernährung, mobil, handelbar, auch für Kleinbauern und Kleinhändler wirtschaftlich. Da wo selbst an diesen Tieren Mangel herrscht oder sie nicht bezahlt werden können, fangen sich die Erdenbürger Ratten. - Was tun? Frau Zinkant schreibt, NK603 sei unbedenklich und tatsächlich könnte diesen Futter- und Industriemais ein Mensch lange konsumieren und das in großen Mengen, ohne etwas zu bemerken. Wie sein Süßmais- Partner Bt13, sind beide Sorten zwar im Anbau verboten, aber die Einfuhr erfolgt und die Weiterverarbeitung auch. Während NK 603 mit einer Roundup-Ready (Glyphosat) Resistenz ausgestattet ist und daher eine Saatpackung überall in der Welt auch mit einer Packung des Totalherbizids an die Bauern verkauft wird. Danach sollte auf dem Acker ausschließlich nur noch patentgeschützter Hochleistungsmais wachsen, weil Roundup alle anderen Pflanzen beseitigt. - Dazu werden wohl auch Hautflügler und Amphibien, sowie gerade junge Fische gekillt, gelangt Rondup ins Wasser. Der Bt-13 Mais ein Nahrungsmais, der ein Gen für das Bakterium Tueringensis enthält, welches den Maiszünzler, das Schadinsekt am Mais, abtötet, bzw. die Populationszahl reduziert. Aufgrund der Genamplifikation ist die Konzentration an Bt in diesem Mais und seinen Pflanzenteilen durchaus höher, als wenn diese Subtanz auf die Äcker ausgebracht wird. - Amerikaner dürften ihn schon mehrheitlich genießen, hier in Europa kommt er, zusammen mit dem Industriemaisvertreter, in die Lebensmittelproduktion und wird als Importmais, das steht ja auf keiner Packung drauf, welches konventionele oder GV-Maiskornhybrid als Mehl, Polenta oder Ganzkorn verkauft wird, in den Handel. Unbedenklich GV-frei, bis zur Grenze von 0,9 %, sind dann nur Bio-Mais-Produkte. Eine Frage drängt sich jedoch auf. Haben denn die GV-Maissorten wirklich einen deutlich besseren Ertrag als konventionelle Hochleistungshybride, bieten sie Vorteile, in dem sie Energiekosten und Düngerkosten reduzieren, sowie einen höheren Ertrag produzieren? - Untersuchungen in Spanien belegen eigentlich nur, dass die Erträge gleich bleiben. Mehr Geld verdienen lässt sich dort, oder auch in Italien, das sind ja die Hauptgebiete des Anbaus, jedenfalls für die Bauern mehr, wenn sie Ökomais anbauen und exportieren. Dann sind sie auch nicht abhängig von ihren Saatgut- und Düngemittellieferanten. Grüße Christoph Leusch |
|
|
Lieber Herr Steiner,
Ihren Beitrag hier kann ich ja zum Anlass nehmen, ganz allgemein zwei Fragen an die nachdenkliche Gemeinde hier, sie unterscheidet sich wohltuend von so manchen anderen Webgemeinden, zu richten. Tatsächlich greift der Film es sehr deutlich auf. Wir (unsere Gesellschaften) glauben nämlich kollektiv und feste daran, dass nur eine solche Fleischproduktion niedrige Preise, ausreichende Kilogramm an Proteinen und eine differenzierte Auswahl an Produkten garantiert. - Wer genauer hinschaut, der erkennt, das ist ein ganz großer Trugschluss, der zumindest in Nordamerika und Europa durch Milliardensubventionen aufrecht erhalten wird und mit der ganzen vorgeordneten Futterpflanzen und Düngemittelbeschaffung für Europa, Amerika und einen wachsenden asiatischen Markt, ökologische Probleme in ungeahnter Größenordung erzeugt. Die agrarische Industrieproduktion führt zur extremen Artenarmut. Bei der Milch produzieren z.B. im wesentlichen nur noch zwei Rinderarten als Hochleistungsmilchkühe in den europäischen und amerikanischen Ställen. Ein zweiter Weg in die Einförmigkeit ist der für die Intensivlandwrtschaft notwendige Anbau von Futterpflanzen, die auf der anderen Seite des Atlantiks längst zum größten Teil GV-verändert sind (Soja, Mais, Futtergetreide). Leider wird aber die Folgewirkung dieses Glaubens und der Glaube selbst, weltweit verbreitet, und führte zu einer auf die westlichen Industriestaaten ausgerichteten weltweiten Produktion recht standardisierter Massenprodukte, vom immer gleichförmigen Tiefkühl-Lammkotelett, bis zum Hähnchen vom Band. Unser täglich´ Fleisch und Brot gib´ und heute, lieber SupersuperMarkt. Einige Fragen hinsichtlich der Kommentarbeiträge drängen sich jedoch auf: Sicher ist, die Ernährung könnte weitgehend fleischlos erfolgen. Aber, was ist mit den anderen ökologischen Bedingungen, die durch Viehhaltung beeinflusst werden? - Vielleicht bedenken die strengen Vegetarier auch einmal, dass z.B. die nun langsam wieder (aus Natur- und Umweltschutzgründen) in Mode gekommene Weidewirtschaft unsere artenreichen Landschaften offen hält und z.B. im Alpenraum oder in den Mittelgebirgen (Alpen-Voralpen Rinderwirtschaft,Rhön-Schafe, Mittelrhein-Schafe, Ziegen, in Modellregionen Wildpferde) die einzige Chance bieten, einigermaßen wirtschaftlich die Räume interessant und artenreich zu halten, die sonst technisch bewirtschaftet würden oder anderen Nutzungen (Golfplätze, Freizeitparks, Energiepflanzenproduktion) zum Opfer fielen. - Wohin mit dem Fleisch? - Vielleicht ist Mäßigung, wie es Technixer vorschlägt die sinnvolle Lösung. Eine eher extensive Fleischwirtschaft könnte dann fast alle Produkte nach Bio-Standard anbieten. Es reichte locker für die Versorgung. Der mögliche Ersatz, die intensive Pflanzenproduktion, bedeutete unter den heutigen Bedingungen, die Anbauflächen maximal auszudehnen, d.h., auch auf Böden mit schlechten Bodenzahlen intensiv zu wirtschaften. Unsere lieben nächsten Nachbarn, die Hausschweine und die "Hof"-Hühner, sie sind weltweit der Notnagel für Proteinernährung, mobil, handelbar, auch für Kleinbauern und Kleinhändler wirtschaftlich. Da wo selbst an diesen Tieren Mangel herrscht oder sie nicht bezahlt werden können, fangen sich die Erdenbürger Ratten. - Was tun? Frau Zinkant schreibt, NK603 sei unbedenklich und tatsächlich könnte diesen Futter- und Industriemais ein Mensch lange konsumieren und das in großen Mengen, ohne etwas zu bemerken. Wie sein Süßmais- Partner Bt13, sind beide Sorten zwar im Anbau verboten, aber die Einfuhr erfolgt und die Weiterverarbeitung auch. Während NK 603 mit einer Roundup-Ready (Glyphosat) Resistenz ausgestattet ist und daher eine Saatpackung überall in der Welt auch mit einer Packung des Totalherbizids an die Bauern verkauft wird. Danach sollte auf dem Acker ausschließlich nur noch patentgeschützter Hochleistungsmais wachsen, weil Roundup alle anderen Pflanzen beseitigt. - Dazu werden wohl auch Hautflügler und Amphibien, sowie gerade junge Fische gekillt, gelangt Rondup ins Wasser. Der Bt-13 Mais ein Nahrungsmais, der ein Gen für das Bakterium Tueringensis enthält, welches den Maiszünzler, das Schadinsekt am Mais, abtötet, bzw. die Populationszahl reduziert. Aufgrund der Genamplifikation ist die Konzentration an Bt in diesem Mais und seinen Pflanzenteilen durchaus höher, als wenn diese Subtanz auf die Äcker ausgebracht wird. - Amerikaner dürften ihn schon mehrheitlich genießen, hier in Europa kommt er, zusammen mit dem Industriemaisvertreter, in die Lebensmittelproduktion und wird als Importmais, das steht ja auf keiner Packung drauf, welches konventionele oder GV-Maiskornhybrid als Mehl, Polenta oder Ganzkorn verkauft wird, in den Handel. Unbedenklich GV-frei, bis zur Grenze von 0,9 %, sind dann nur Bio-Mais-Produkte. Eine Frage drängt sich jedoch auf. Haben denn die GV-Maissorten wirklich einen deutlich besseren Ertrag als konventionelle Hochleistungshybride, bieten sie Vorteile, in dem sie Energiekosten und Düngerkosten reduzieren, sowie einen höheren Ertrag produzieren? - Untersuchungen in Spanien belegen eigentlich nur, dass die Erträge gleich bleiben. Mehr Geld verdienen lässt sich dort, oder auch in Italien, das sind ja die Hauptgebiete des Anbaus, jedenfalls für die Bauern mehr, wenn sie Ökomais anbauen und exportieren. Dann sind sie auch nicht abhängig von ihren Saatgut- und Düngemittellieferanten. Grüße Christoph Leusch |
|
|
Sorry für das Doppelposting. Ich könnte schwören, ich habe nur 1x geklickt. C.L.
|
|
|
...aus all diesen Gründen wird es wirklich Zeit in den Industrieländern das eigene Konsumverhalten zu überdenken, regional und jahreszeiten-orientiert einzukaufen und den Fleischkonsum mindesten zu halbieren. Auch der enorme Verbrauch an Kleidung, insbesondere von nicht verrottenden Textilen sollte überdacht werden. Es würde sich auch lohnen den Panik-Mechanismus was GVOs angeht mal abzuschalten und sachlich darüber nachzudenken, wo, wann und wie der Einsatz sehr sinnvoll ist, statt dies den Grosskonzernen zu überlassen. Immer mehr Auflagen, Feldzerstörungen und das Gerüchte streuen, wie z.B.das Märchen von den selbstmordenden Indern führen nur dazu, dass kleine Firmen sich den Forschungsaufwand nicht leisten können und man genau das Gegenteil von dem erreicht, was man beabsichtigt. Bt-Mais erzielt nur im Vergleich um ca. ein drittel höhere Ertrage, weil er eben nicht vom Maiszünsler vernichtet wird. An sich sind die Sorten natürlich nicht ertragsreicher, sparen aber Ausgaben für Spritzen und damit einhergehenden Dieselverbrauch, CO2-Ausstoss und Bodenverdichung. Sind also unter ökologischen Gesichtspunkten eine höchst interessante Angelegenheit. Im Vorliegenden Fall gibt es noch immer keinen unabhängigen Nachweis, dass der Mais tatsächlich "verunreinigt" wäre. Hier werden also Bauern massiv geschädigt, weil eine nicht sachgemäße Panik vor GVOs besteht.
|
|
|
Gerade das, nämlich ein deutlich höherer Ertrag, dazu noch um ein Drittel, wie Sie, Marte, es angeben, wird durch Untersuchungen in Spanien nicht bestätigt!
Der Bt-Mais ist auch nur am Anfang billiger, bis er die schlechter von den Herstellern kontrollierbaren, konventionellen Hybridsaaten verdrängt hat. Es gibt da nämlich etwas mehr Konkurrenz beim Angebot. Die meisten konventionellen Hochleistungssorten werden jedoch von den gleichen Firmen, ein wenig getarnt durch geschickte Filialisierung und Schachtelung der Konzerne, vertrieben, wie nun der Bt-Mais. Wie sehen die angeblichen "Erfolge", selbst in den am höchsten mit dem Zünsler belasteten Gebieten, in Spanien ist das die Region um Zaragoza, aus? Vollmundig schreibt z.B. "Schaugarten Üplingen" ( www.schaugarten-ueplingen.de/de/innovative-landwirtschaft/gruene-gentechnik-aktuell.html ), eine, der grünen Gentechnik freundliche Webseite, zu den Ergebnissen der EU-Begleitforschung: "In Regionen mit starkem Schädlingsbefall (Maiszünsler) konnten die Landwirte durch Bt-Mais ihren Ertrag um durchschnittlich 6,3 Prozent und ihr wirtschaftliches Ergebnis um 13 Prozent verbessern (www.schaugarten-ueplingen.de/de/innovative-landwirtschaft/gruene-gentechnik-aktuell.html )." - Also weit enfernt von den 33,33%, auf die Sie spekulieren. Abgeschrieben haben die Üplinger übrigens nicht. - Das Verfahren ähnelt aber dem Vorgehen der vielen Seiten, die bei Google aus unerfindlichen Gründen ganz vorn landen. Jetzt kommt es: Schaut man nun in die Originalstudie, aus der die "Schaugarten-Leute" ihre Angaben angeblich herauslösten, dann findet man dort den klaren Hinweis, dass nur in einer Vergleichsregion, nämlich in der Region Zaragoza, überhaupt ein signifikanter Unterschied, der nicht auf irgend welche anderen Faktoren zurück zu führen ist, festgestellt werden konnte. Klar, dort wütete der Maiszünsler bei den konventionell wirtschaftenden Bauern besonders krass. Ein typischer Befund für monoman betriebene Spezialisierung, die z.B. einen mehrjährigen Frucht-Wechsel im Anbau nur erlaubt, wenn tatsächlich die Ertragsminderung durch ausgelaugte Böden droht. Der Maiszünsler ließe sich aber mit klugen Fruchtwechseln auf ein Maß reduzieren, bei dem keine signifikanten Unterschiede mehr entstehen. Einziges Problem: In manchen Regionen kann das notwendige tiefe Pflügen problematisch sein, weil es die Bodenerosion befördert. "Survey results show that farmers adopting Bt maize experienced higher average yields than conventional maize growers for the three growing seasons studied (2002-2004). These higher yields were, however, statistically significant only for the province of Zaragoza (a yield increase of 1110 kg/ha or 11,8%) ( Executive Summary, p.11; ftp.jrc.es/EURdoc/JRC37046.pdf ) " Wie gesagt, in der EU-Studie standen die ökonomischen Faktoren im Vordergrund, nicht strategische Überlegungen, ob nicht eine nachhaltige Landwirtschaft mit dem Maiszünsler anders zurecht käme, wie z.B. Ergenisse in der Pfalz zeigen. Die Schläge dort sind natürlich kleiner und der Mais nicht flächendeckend im Anbau. Vergleiche und Untersuchungen, die die biologische Landwirtschaft einbeziehen, wurden nicht angestellt. Sehr aufschlussreich ist auch, dass die EU-Untersucher zur Markt- und Ertragssituation in den USA fast keine geeigneten Studien und Untersuchungen fanden. Die EU-Agrarökonomen konnten also überhaupt nicht prüfen, ob sich die dort weitgehend erfolgte Umstellung auf GV-Bt-Mais lohnte, weil kein verlässliches Datenmaterial vorhanden ist! Schließlich wird GV-Bt-Mais dort schon seit den späten 90er Jahren des letzten Jahrhunderts angebaut. - Andererseits hat dort Bt-Mais und zudem immer häufiger Roundup-Mais, schon eine völlig marktbeherrschende Stellung. Ähnliches bahnt sich in Südamerika an, oder ist bereits eingeteten. "There are very few reports on the economic performance of Bt maize in other parts of the world. For the United States, the largest grower of Bt maize, on-farm evidence is limited to the early years of adoption (1997-99) and points to very variable economic effects due to large differences in geographical incidences of maize borers. (Summary, p.12 )" Die harten Fakten zum Bt-Mais: Nur auf 10% der gesamten derzeitigen Mais-Flächen, jenen mit besonderem Zünslerbefall, lohnte sich der Anbau marginal. An einzelnen Standorten, bei denen sich nun fast alle Bauern für den Bt-Mais entschieden haben, kommt es sogar zur problematischen Selektion resistenter Maiszünsler. Selbst die Befürworter des Bt-Mais aus den agrarwissenschaftlichen Landesanstalten (z.B. Bayern) fordern die Bauern dringlich auf, mindestens 30% der Maisschläge mit konventionellen Hybriden zu führen. - Warum? - Auf diesen Flächen hält sich eine Maiszünslerpopulation, die nicht resistent ist und sich gegen die derzeit noch wenigen resistenten Zünsler aus den Bt-Feldern durchsetzt. - Biologie und Landwirtschaft ist schon sehr komplex! "Nicht verrückt machen", das hieße dann, auch die "Erfolge" der GV-Pflanzenproduktion ganz nüchtern zu betrachten. Mit freundlichen Grüßen Christoph Leusch |
|
|
Nachtrag: aus dem Tagebuch eines GVO Geschädigten
www.topagrar.com/index.php?option=com_content&task=view&id=19004&Item id=519 |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
keine Versandkosten
kein Aufpreis
Einzelpreis: 3.60 €
>> bestellen