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Vorneweg: Männer sollen auf jeden Fall übers Kinderkriegen nachdenken, und die meisten Männer um die Dreißig, die ich kenne, haben zu dem Thema ein sehr entspanntes Verhältnis. Entspannt in dem Sinne, dass sie nichts ausschließen, aber auch keine Panik schieben, falls die Freundin noch nicht will. Schließlich, und das ist nunmal die biologische Tatsache, muss die Frau das Baby kriegen. Sie muss es gebären, stillen, betüdeln und vor allem all die hormonellen Zustände ertragen, die aus Frauen erst überempfindliche Fremde und später ängstliche Superglucken machen. Kurzum: Vater werden ist nicht schwer, Vater sein vermutlich sehr. Aber Mutter werden und sein verändert das Leben einer Frau, und zwar auf ziemlich drastische Weise, und zwar vor allem in einer Gesellschaft, wie der unseren.
Vor diesem Hintergrund wundert man sich dann schon, wenn manche Männer in Zeitungen übers Kinderkriegen schreiben, als sei das allein eine Frage von Mut und Herz. Die FAZ beschenkt uns heute zum Beispiel mit einem Leitartikel über die Präimplantationsdiagnostik, die besagtes Herz zur entscheidenden Instanz erhebt, weil ein Kind eben demütig unter diesem zu tragen ist, anstatt es zum Objekt der zunehmenden Technisierung zu machen, welche alle „natürlichen Risiken“ des Kinderkriegens auszuschalten sucht – immer bestrebt, die Grenzen des Machbaren nicht nur zu erweitern, sondern auch zu überschreiten.
Mich würde da schon interessieren, ob Daniel Deckers, ehemaliger Klosterschüler, Theologe und der Autor dieser etwas undifferenzierten Fortschrittsverneinung, seiner Frau anlässlich der Geburt von immerhin sechs gemeinsamen Kindern jeweils die Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchungen, jeden Ultraschall, das CTG und letztlich auch den Besuch im Kreißsaal untersagt hat, um die „natürlichen Risiken“ möglichst nicht durch unnatürlichen Technikkram zu minimieren. Und selbst wenn es inmitten unserer Gesellschaft Frauen gibt, die ihre Kinder aus lauter Sehnsucht nach Natur lieber in einer Lehmhütte als in einer Klinik zur Welt bringen: Niemand wird hoffentlich der Ansicht sein, es sei besser, ein übertragenes Kind in grünem Fruchtwasser sterben zu lassen, als ihm per Kaiserschnitt den Weg in ein gesundes und hoffentlich glückliches Leben zu ermöglichen.
Was Deckers wohl vergisst ist auch, dass die wenigsten Frauen, die heute eigenständig leben, sich bilden, erfolgreich im Beruf sind und ordentlich Steuern zahlen, vor Mitte Dreißig überhaupt dazu kommen, an Kinder zu denken, und damit in der Regel deutlich verringerte Chancen auf gesunden Nachwuchs haben. Viele kommen nicht einmal dazu, sich einen Partner zu suchen, und wenn dann doch, sieht es schlecht aus auf dem Markt. Die Sonntagszeitung der FAZ hat das erst in ihrer vergangenen Ausgabe im Gesellschaftsteil beklagt. Den Artikel hätte auch Jan Grossarth lesen können, der in der „Lounge“ der heutigen FAZ über die Angst vor dem Elternwerden abchillt, und dabei verwundert feststellt, dass eine Freundin sich noch Zeit lassen will mit dem Kinderkriegen, dabei – oh my god! - ist sie schon 34!
Sich Zeit lassen wollen heißt dabei vielleicht einfach genau das: sich nicht unter Druck setzen lassen wollen. Diesen Druck gibt es, und er ist auf eine perfide Weise größer als früher. Neben den Ansprüchen an die Frau als emanzipierte Leistungsträgerin fällt man heute nämlich zusehends darauf zurück, in alten Rollenmustern zu denken. Und wenn man dann studiert, geackert und ein paar schwierige Beziehungen hinter sich gebracht hat, muss man schleunigst noch den Job als fruchtbare Super-Mom erledigen, bevor die biologische Uhr ausgetickt hat und die „natürlichen Risiken“, die ja offenbar hinzunehmen sind, die erfolgreiche Pflichterfüllung verhindern (über die man aber auf keinen Fall vergessen dürfte, im Beruf zu reüssieren!)
Und die Erzeuger? Jan Grossarth, ich habe mir erlaubt, das nachzuschauen, wird kommendes Jahr 30. Vielleicht geraten deshalb auch die Betrachtungen übers eigene Geschlecht etwas plakativ. Männer, zitiert er eine Statistik, wünschten sich zu selten Familie. Dabei würden sie einer anderen Statistik zufolge doch total glücklich damit, wenn sie eine hätten. Auch hier also: Kein Mut, das Richtige zu tun. Schonmal überlegt, dass heute, da Frauen höheren Ansprüchen ausgesetzt sind, vielleicht auch für Männer höhere gelten, neue zumal, die aber ebenso mit alten Rollenfragmenten durchsetzt sind, wie bei den Frauen? Nicht jeder hat darunter zu leiden. Aber viele schon. Nur dass Männer über sowas leider nicht so viel reden. Oder schreiben. Wie sähe das denn aus?
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schmunzel, sehr schön entlarvend und enttarnend. ja, wie sähe das aus, wenn man(n) erst denkt und dann schreibt?
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schrieb am
20.11.2010 um 22:17
Was für 'ne Perle!
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Den angesprochenen Leitartikel braucht man wirklich nicht weiter zu diskutieren, "argumentiert" Deckers doch allein mit seinem Bauchgefühl und lamentiert gleichzeitig, dass der Rest der Bevölkerung eben dieses immer weniger teilt.
Den Beitrag von Grossarth habe ich dagegen mit Gewinn gelesen. Ich halte es für plausibel, dass vielen kinderlosen Paaren in der erster Linie der Mut/die Sorglosigkeit fehlt, um sich für Kinder zu entscheiden. |
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"Offenbar haben nicht nur männliche Ökonomen, sondern Männer ganz allgemein keine Vorstellung vom emotionalen Nutzen, den Kinder bringen."
Na sowas, der "emotionale Nutzen" eines monatlichen Besuchsrechts von ein paar Tagen inkl. erhöhter Erwerbsobligenheitspflicht wahlweise fiktives Einkommen erschließt sich Männern nicht. Aber sowas von überraschend. Leseempfehlung an Herrn Grossarth: www.amazon.de/vaterlose-Gesellschaft-%C3%9Cberf%C3%A4llige-Anmerkungen-Geschlechterkampf/dp/349960597X/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1290343538&sr=8-1 |
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Und wieder wird nur aus der Sicht der bildungsprivilegierten Frauen auf die Welt der Gleichberechtigung beim Kinder-Kriegen (s. Streifzug) geguckt:
Und wenn man dann studiert, geackert und ein paar schwierige Beziehungen hinter sich gebracht hat, muss man schleunigst noch den Job als fruchtbare Super-Mom erledigen..., schreibt Kathrin Zinkant. Da wird doch nur der eigene Bauchnabel betrachtet. |
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wie?
mein eigener bauchnabel iat nun auch schon tab-uhu?! |
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lieber achtermann, da kriegen sie aber ein bisschen was durcheinander. es geht hier nicht um die gleichberechtigung beim kinderkriegen, es geht um die frage, ob mann oder frau überhaupt welche bekommt und wenn ja, welchen risiken dabei vorgebeugt werden darf. und was, bitte, hat das mit bildungs-"privilegien" zu tun? wenn überhaupt, dann mit bildung. frauen, die studieren oder in einem unternehmen vorankommen wollen, können nicht einfach mal nebenbei eine familie gründen. selbst, wenn der mann oder freund elternzeit nimmt. es ist schwer und beruflich riskant, deshalb bekommen viele, auch unprivilegiert gebildete frauen erst spät kinder. was risiken mit sich bringt. usw.
ich wüsste im übrigen nicht, was das mit meinem nabel zu tun hat. herzlich, ihre frau zinkant |
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Achtermann hat da was verwechselt. Bildungs"privilegierte" Frauen sind beim Kinderkriegen unterprivilegiert. Ums Kinderkriegen geht's aber in diesem Artikel.
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ne ne ne
8-termann weiß, dass die babies durch den bauchnabel rausgekrabbelt kommen - alles andere wäre nämlich vormodern - und will deshalb nur sagen: nicht so viel grübeln, dann flutscht es besser |
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"Dabei würden sie einer anderen Statistik zufolge doch total glücklich damit, wenn sie eine hätten."
Falsch. Jedenfalls zeigen die mir bekannten Statistiken, dass Kinder die Partnerschaft belasten, keine Zeit für sich selbst und den Partner mehr lassen, der Grund für schlechten Sex sind, sofern der überhaupt noch statt findet, und generell für eine größere, nervliche Belastung sorgen. Diese Friede-Freude-Eierkuchen Darstellungen der ach so glücklichen Familie sind i.d.R. meilenweit an der Realität vorbei. Männer sind eben nicht "total glücklich damit", Frauen meist auch nicht. Jedenfalls dann nicht mehr, wenn der erste Hype verschwunden ist und sich der mühevolle Alltag mit Kindern einstellt. |
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lieber nostradamus, das klingt doch interessant. haben sie links zu den von ihnen genannten studien? oder die literaturstellen?
wäre dankbar: ihre frau zinkant |
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Nun ja, ich fand den Beitrag durchwachsen.
Hier zum Beispiel: "...muss man schleunigst noch den Job als fruchtbare Super-Mom erledigen, bevor die biologische Uhr ausgetickt hat..." Wer genau sagt, irgendeine Frau *muss* Kinder bekommen? Es gibt keinen gesellschaftlich auferlegten Gebärzwang. "(...) die ja offenbar hinzunehmen sind, die erfolgreiche Pflichterfüllung verhindern." Auch hier wird durch die Wortwahl suggeriert, Frauen hätten ein "Pflicht" zu erfüllen. Diese Pflicht existiert jedoch nicht. Es handelt sich um den *Wunsch* nach einem Kind/Kindern, der hier eine Rolle spielt für die jeweilige Frau. Dabei scheint die Schwierigkeit zu sein, zwecks Familiengründung einen männlichen Partner zu finden. Wenn ich den Faz Text durchlese, dann strotz dieser mal wieder vor Pauschalisierungen. Es ist ja generelle Standard Ausrede geworden, Männer könnten nicht mit einem Status Gefälle umgehen in einer Beziehung. Was ich allerdings nicht verstehe: Wieso schauen sich die weiblichen Hochkaräter nicht in ihrer Firma oder Branche um? Und falls die Antwort lautet: Die sind mir zu langweilig!, so sollte frau ins Kalkül ziehen, dass sie eventuell ein gleichermaßen langweiliger Mensch ist - zumindest in den Augen anderer. Erstaunlich wenig lese ich über die Beziehungserfahrungen der dort geschilderten Frauen. Nach meiner - natürlich nur sehr eingeschränkt gültigen - Erfahrung ist ein Problem, dass viele akademisch gebildete Frauen in solchen Positionen ein Beziehungsmuster aufweisen, welches recht kurzfristig ist. Es wimmelt dann vor Beziehungen im Leben einer bspw. 35-jährigen, die nie länger als drei Jahre dauerten. Was sollte mich als Mann veranlassen zu glauben, ausgerechnet ich sei nun der Garant für ein langfristiges Projekt namens "Familie"? Wenn erkennbar die Beziehungsmuster darauf hindeuten, die Setzung der Prioritäten im Leben dieser Frauen waren bisher völlig andere? Und diese Setzungen sprechen nicht für eine ausgeprägte Beziehungsfähigkeit on the long run. Da handelt es sich m.E. nicht um den mangelnden Mut der Männer "das Richtige" zu tun, sondern um blanken Realismus. Schönen Gruß, C. |
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schrieb am
22.11.2010 um 06:28
@ Crumar
Da widersprache ich ihnen, eine "Pflicht" zum Kinder kriegen mag nicht bestehen doch wenn das Unterlassen katastrophale gesellschaftliche Auswirkungen hat, so muss man es stark kritisieren und hinterfragen. Sie können das in etwa damit vergleichen das eine Gesellschaft Raubbau an der Umwelt und ihren Reccourcen betreibt und damit die Lebensgrundlage nachfolgender Generationen zerstört. Natürlich gibt es keine Pflicht das zu unterlassen und es steht auch nirgendwo. Jedoch handeln wir in höchsten Maße verantwortungslos wenn wir so handeln. Der Vergleich mag überzogen vorkommen, aber ich würde ihn so stehenlassen. Eine Gesellschaft mit 1,3 Kindern pro Frau ist nicht überlebensfähig, wir schaffen uns selber ab (und das meine ich nicht im sarazin'schen Sinne sondern wortwörtlich). |
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@Mandelbrot
Natürlich besteht für eine Gesellschaft die Notwendigkeit, sich selbst zu reproduzieren und wenn dies notwendig ist, so steht die Gesellschaft in der Pflicht, alle Grundvoraussetzungen zu schaffen, damit die Mitglieder dieser Gesellschaft dies gewährleisten können, ohne in der Entfaltung ihrer Persönlichkeit gehindert zu werden. Das wäre die noch zu schaffende Gesellschaft, oder? An dem Punkt full ack. Ich bin aber dagegen, aus einer gesellschaftlichen Notwendigkeit eine individuelle Pflicht abzuleiten, wenn es empirisch offensichtlich ist, dass der individuelle *Wunsch* zu einer Verpflichtung gar nicht mehr existiert. Nur sind diejenigen Mitglieder der Gesellschaft in der Regel konkret männlich und weiblich, die diese Reproduktion gemeinsam (in der Regel partnerschaftlich organisiert) zu gewährleisten hätten. Einer dieser beiden fällt bei der Diskussion jedoch völlig unter den Tisch. Der Mann kommt nur als Verhinderer der Entfaltung der Persönlichkeit der Frau ins Spiel - insofern alles gesellschaftliche, was diese behindert mit "männlich" kurzgeschlossen wird. Wohingegen seine Rolle bei der biologischen Reproduktion ebenso ausgespart wird, wie eine zukünftige Rolle in der Partnerschaft mit Kind, bzw. Kindern. Lustig genug, dass damit die böse männliche Kultur der guten weiblichen Biologie im Wege steht - irgend woher kennt man doch diese Dichotomie... ;) Niemanden interessiert aber, was Männer dazu führen mag, lieber oder unlieb ohne Kinder zu bleiben - sie werden noch nicht einmal gefragt, weil sie letztlich in der Gleichung gar nicht existieren. Alle Ängste und Sorgen von Männern werden souverän ignoriert - letztlich unterstellt man ihnen eine Art irrationale Hysterie (das ist ironisch, oder?). ;) Und die Autorin reproduziert ja selber Geschlechterklischees, indem sie an den "Mut" der Männer appelliert das "Richtige" zu tun. "Richtig" bedeutet in diesem Kontext übersetzt, den a. Wunsch der Frau nach einem Kind b. umzusetzen und das c. möglichst in einer gelingenden Partnerschaft. Und weil das a. anscheinend nicht PC ist, wird der individuelle Wunsch in eine Verpflichtung umgebogen. Den Männer gefälligst b. zu realisieren haben, weil es ja schließlich unsere Schuld ist (siehe Kultur), dass den Frauen der "Pflichtwunsch" fünf vor zwölf auf der biologischen Uhr einfällt. Und das bitte in c. zu partnerschaftlichen Bedingungen, die so tun, als wäre die zu schaffende Gesellschaft schon Realität. Mit dem disclaimer, dass auch in dieser Gesellschaft die Sorgen und Ängste von Männern keine Rolle spielen und Entfaltung der Individualität die Männer irgendwie schon noch mitmeint (oder so). Demnach bin ich für das Unglück der Frau prinzipiell verantwortlich, hingegen habe ich (daher) gefälligst für ihr Glück zu ihren Konditionen Sorge zu tragen. Das hört sich für mich nach einem sehr traditionellen Männerbild an, welches sich nur ein fortschrittliches Mäntelchen umhängt. Das macht für mich die Wahl einer Beziehungspartnerin, mit der ich - als Mann - meinen Kinder*wunsch* realisieren kann nicht gerade einfach. Gruß, C. |
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schrieb am
22.11.2010 um 19:28
Hallo,
ich habe leider nur noch einen Link finden können, der den Inhalt der betreffenden Studie nur kurz zusammenfasst. Es geht hier allerdings nur um die Auswirkung des ersten Kindes auf die Partnerschaft. Es gibt weitere Studien, die zum selben Schluss kommen: Kinder bedeuten nicht automatisch mehr "Glück" (wie auch immer man das definieren mag). Wer noch kinderlos ist und sich schonmal aus erster Hand informieren möchte, was da auf einen zu kommt, der kann ja das Buch "Kinderkacke" lesen. Kein Scherz, das heißt so. Geschrieben von "gewordenen" Eltern, natürlich subjektiv und etwas überzogen, aber ganz interessant. Ach so, hier noch ein Link zu oben genannter Studie: www.sciencedirect.com/science?_ob=ArticleURL&_udi=B6X01-4VXBXCB-8&_user=10&_coverDate=03%2F31%2F2009&_rdoc=8&_fmt=high&_orig=browse&_srch=doc-info%28%23toc%237201%232009%23999039996%23999060%23FLP%23display%23Volume%29&_cdi=7201&_sort=d&_docanchor=&_ct=15&_acct=C000050221&_version=1&_urlVersion=0&_userid=10&md5=7ab3a700d1627380eb1e1371bf3e1e27 Wie gesagt, es gibt mehr dieser Studien, alle mit dem gleichen Tenor. |
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lieber crumar, nicht ich appelliere an den Mut der Männer, sondern der männliche Autor, den ich zitiere.
Und wie man dem letzten Absatz meines Blogeintrags vielleicht entnehmen kann ist die Lage der Männer nicht so leicht zu erschließen wie die der Frauen. Darüber wird in der Tat zuwenig geredet oder geschrieben. Das können Sie gern auch mir vorwerfen, aber im Zusammenhang mit der PID und der Frage des Geburtsalters war mir die Frauenperspektive da ehrlich gesagt naheliegender. Aber Familie, oder: Beziehung als Voraussetzung für Familie: Für Männer hat sich scheinbar wenig geändert. Sie sollen ein paar Zugeständnisse machen, großzügigerweise, ansonsten haben sie doch immer schon den Hut aufgehabt und können ruhig mal zurückstecken (Achtung, achtung, blinkblink: Das ist nicht meine Meinung!). In der Realität sieht das aber anders aus. Nur wie? Durch Zuweisen oder Abweisen von Schuld - Ich als Mann soll verantwortlich sein, sie als Frau (und Opfer) fordert die Erfüllung von "Konditionen."... - und die Formulierung von Ansprüchen kommt man da wenig weiter. Gilt selbstverständlich für beide Seiten. Wie soll denn so ein gemeinsames Leben aussehen, in dem beide gleichberechtigt leben, auch mit Blick auf den Beruf, und auf Kinder, und zwar positiv formuliert? Das fänd ich dann mal interessant. Herzlich, Ihre Frau Zinkant |
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Lieber nostradamus, habe einen blick auf die zusammenfassung geworfen, und natürlich kann ich jetzt nur für diese untersuchung sprechen: da fehlt einfach der vergleich mit paaren, die keine kinder bekommen haben, in dem gleichen zeitraum.
ich glaub aber auch - denn die aussage mit dem glück druch kinder stammt ja nicht von mir, wenn ich das mal anmerken darf - dass kinder per se nicht glücklich machen. wenn, dann sind die paare glücklich und bleiben es mit dem kind. und weiteren kindern. was ja wünschenswert ist, für den sagenumwobenen glücksfaktor, aber eben nicht selbstverständlich. danke für den link! herzlich, ihre frau zinkant |
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Liebe Frau Zinkant,
leider ist mir entgangen, dass sie nur zustimmend zitierten und nicht unmittelbar die eigene Meinung ausdrückten. Ich hoffe, ich komme in diesem Kommentar ihrer Position näher. Zunächst einmal hat sich in der Realität für Familien mit kleinen Kindern in der Schweiz die Lage so geändert, dass beide Elternteile zusammen für Arbeit, Haushalt und Kind 144 Wochenstunden verausgaben. Davon der Mann 73 und die Frau 71 Stunden. Das Zeitpensum für die Erwerbsarbeit hat in den vergangenen Jahren für beide stetig zugenommen aus dem einfachen Grund, weil die realen Einkommen nicht gestiegen sind, die Kosten jedoch schon. Tatsächlich ist der Anteil der Männer an der Finanzierung des Familieneinkommens jedoch immer noch zu hoch - da sollten Männer eklatant zurückstecken. Der klägliche Anteil von 2% aller Haushalte mit Kindern, in denen der Mann Teilzeit arbeitet, die Frau Haupternährerin der Familie ist, spricht Bände. Fakt ist jedoch, Familie fordert von beiden Geschlechtern Opfer und der gelingende Ausgang ist ungewiss, was wohl beiden Geschlechtern Angst macht. Ich darf aber noch einmal auf den leicht zu überlesenden Fakt hinweisen, dass Männer in der Summe bereits jetzt mehr Zeit investieren als Frauen. ;) Gerne würde ich diesen Fakt als durchweg positiv und als emanzipatorischen Schritt ansehen, aber m.E. bedeutet dieser in erster Linie, dass auf die "alten" Ansprüche an Männer die "neuen" Ansprüche einfach draufgesattelt wurden. Das ist das komplette Gegenteil eines Zugeständnisses, weil sich die Wahl der meisten Männer in Sachen Lebensplanung noch immer auf die Entscheidung zwischen Vollzeitarbeit, Vollzeitarbeit und Vollzeitarbeit erschöpft. Womit ich positiv fordern möchte, die Wahlmöglichkeiten für Männer drastisch auszuweiten und echtes "burden sharing" zwischen den Partnern zu ermöglichen. Sie thematisieren den *identischen* Sachverhalt der bloßen Addition von Ansprüchen spiegelverkehrt und ausführlich und exklusiv aus Frauensicht. Ich kann nur aus meinen Leseeindrücken sagen, dass exakt diese, ihre Sicht sich in 90-95% aller Medien wiederfindet. Das prägt m.E. die ganze Debatte und gibt ihr einen eigentümlichen Spin. Sie haben Recht, dass die Lage für Akademikerinnen in der Bundesrepublik so aussieht: Das erste Kind kommt "kurz vor nicht mehr so gut", wie eine promovierte Freundin so schön formulierte. Sie thematisieren nun die Risiken, die sich mit der faktischen Realität, der immer später ihr (Wunsch?) Kind in die Welt setzenden Frauen ergeben. Medial thematisiert werden (gesundheitlich oder auf Karriere bezogen) die Frauen selbst, hingegen ihre Partner gar nicht und wenn, dann als "späte Väter". Bei diesen handelt es sich jedoch meist um gut situierte Herren in der Zweitfamilie. Was die Männer im Alter von 35-45 betrifft, gibt es eine Lücke in der medialen Verarbeitung, die auffällig oft gefüllt wird mit Aussagen von Frauen, sie fänden keinen Partner, der ihren Ansprüchen genügt. Das bedeutet entweder, es gibt in dieser skizzierten Altersgruppe eine ungeheure Anzahl von männlichen Knallchargen, oder irgendetwas stimmt mit den Ansprüchen der Frauen oder gewisser "biographischer Details" nicht. Wie ich oben schon schrieb, gilt bei mir bspw. ein Lebenslauf mit 10-15 Beziehungen in zwanzig Jahren nicht als Empfehlung zur Familiengründung - das mögen andere Männer anders sehen. Ich denke es herrscht noch ein Wirrwarr der alten und neuen Ansprüche an Partnerschaft und Familie im Hirn der betroffenen Geschlechter. Und 1. die Frauen haben zur Zeit den marketingtechnischen Vorteil, ihr Wirrwarr besitzt Deutungshoheit und 2. haben sich zu viele Männer noch keine Gedanken um ihr Wirrwarr gemacht. Dieses Desinteresse ist leider zugleich individuell schädlich wie gesellschaftlich nützlich. Schönen Gruß, C. Schönen Gruß, C. |
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Guter Blog. Danke. Gerne gelesen.
Herzliche Grüße por |
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Moin Frau Zinkrat,
immer wieder wird die Problematik der bildungsbürgerlichen Kinderlosen von den Medienschaffenden auf feministische und maskulinistische Positionen reduziert; die hohen psychischen Belastungen durch die Ideale der Emanzipation, die zeitlichen Aufwendungen in Bildung, Karriere und Persönlichkeitsentwickelung / häufig wechselnde Beziehungen, dazu die körperliche Belastung einer späten Schwangerschaft bei den potenziellen Müttern. Auf der Männerseite das Abwartenmüssen bis die Partnerin "bereit" ist, die Angst bei einer Trennung ins menschliche und juristische Hintertreffen zu geraten, ausgenützt zu werden. Ich vermisse die Beleuchtung der wichtigsten psychischen Vorraussetzung für eine dauerhafte Paarbindung ( 10-20+ Jahre) welche bei weniger gebildeten Frauen und Männer offensichtlich besser erfüllt ist: Die Fähigkeit, seinem Gefühl zu vertrauen, den passenden Partner ausgesucht zu haben. In dem Sinne, " wer`es nicht erspürt, wird es nicht erjagen"... Warum nimmt diese Fähigkeit mit steigendem Bildungsgrad ab? Gruß- Emma Rothschild |
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Ich sag's ja immer schon: Bildung schadet ! Besonders Frauen.
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Männer kennen sich doch mit allem aus.
PS. Der Artikel ist unfrei... |
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nachtrag: dass sich männer über den blog so brüskieren deute ich damit, dass frau zinkant wohl ins schwarze getroffen hat.
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...mal abgesehen von der Tatsache, dass es Themen gibt, bei denen dieselben immer Männer brüskiert sind...
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versteh ich nicht.
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Kommt noch. Wenn nicht, in vier Wochen nochmal nachfragen... :-p
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umpf.
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umpf.
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"Und die Erzeuger?"
Ihre Begrifflichkeiten verraten ein Denken in "alten Rollenfragmenten", Frau Zinkant. |
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Jedem die Rolle, die er* am besten kann, ne smith...
*oder sie |
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schrieb am
22.11.2010 um 10:33
Alles `ne Frage der Sozialisation, merdeister.
Wenn alle nur lange genug das Elter statt Erzeuger sagen, klappt`s auch. ;) |
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Ich werde E/Älter... :-)
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das
www.taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/da-laechelt-die-amerikanerin/ paßt hier gut rein, finde ich |
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Ich finde, das hier passt auch super:
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Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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