Empfehlung der Woche

Frieden – Wie geht das?

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Klaus von Dohnanyi, Erich Vad

Hardcover, gebunden

160 Seiten

22 €

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Meine Frau weint

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Angela Schanelec

Drama

Deutschland, Frankreich 2026

93 Minuten
ab dem 11. Juni im Kino!

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Kultur : Daily Error

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Am Mittwoch endet die ARD-Endlos-Soap "Marienhof". Und macht Platz für eine Journalisten-Daily, die es allerdings noch nicht gibt.

Immer nur Ärzte, Köche, gähn … Immer steht ganz Großes auf dem Spiel: ein Schloss, eine Liebe, schnarch … Journalisten dagegen haben nicht viel zu verlieren, höchstens – manchmal – noch ihren guten Ruf. Erinnert sei an den kürzesten Witz über die gebeutelte Branche: Geht ein Journalist an einer Kneipe vorbei …


So gibt es viele treffliche Klischees, um die herum sich spielend die Handlung einer fünf Jahre währenden Telenovela stricken ließe. Gilt doch auch für Drehbuchschreiber, was Karl Kraus über Journalisten anmerkte: „Keinen Gedanken haben und ihn ausdrücken können: Das macht den Journalisten.“ Auch nannte er sie „Tintenstrolche“ und „Fanghunde der öffentlichen Meinung“. Das verweist auf tausendmal mehr Konflikte als die Frage, ob der „Sturm der Liebe“ Werner Saalfeld nun aus dem Fürstenhof fegt. Oder erstmal doch noch nicht.

Auch Thomas Wolfe weiß es deutlich auf den Punkt zu bringen. Am Montag ist sein Buch „Die Party bei den Jacks“ erschienen, in den Neunzigern aus dem Nachlass rekonstruiert, liegt es nun zum ersten Mal auf Deutsch vor. Wir schauen ins Jahr 1928, ein New Yorker Wohnblock brennt:

„Es ist schwer zu sagen, weshalb oder woran man es erkannte, dass diese Männer zur Presse gehörten. Aber jeder erkannte es auf Anhieb. Die Indizien waren so unbestimmt wie untrüglich. In ihren Augen war etwas Abgestumpftes, und das Zerbeulte, Ramponierte, Schmuddelige, das ihrer ganzen Erscheinung anhaftete, fand sich auch in ihren Gesichtern wieder, im Tonfall, in der Art zu gehen oder in der, wie einer rauchte, und noch der Sitz der Hosen und besonders die zerbeulten Hüte ließen keinen Zweifel daran, dass dies die Herren von der Presse waren.“ Im übrigen erkenne man sie an den „roten Nasen, typisch für jene Zeit der Flüsterkneipen“. Jaja, geht ein Journalist an einer Kneipe …

Die Überprüfung dieser Behauptung führt direkt zum Riesling-Dealer des Vertrauens. Und neben einer Literflasche mit Journalisten-tauglichem Schraubverschluss fällt ein Faltblatt ins Auge, das „Vergnügliche Weinseminare“ anpreist mit dem Ziel, die „Schwellenangst Wein“ abzubauen.

Versprochen wird „betreutes Trinken“ zum Erwerb eines „alltagstauglichen Grundwissens“, es gibt Länder- oder Themenabende sowie eine Verkostung von „Kultweinen“. Die sind, wird angemerkt, allerdings auch „kultverdächtig teuer“. Womit die am häufigsten gestellte Frage erreicht ist: Gibt es Journalistenrabatt?

In der nächsten Folge: Legt ein Journalist eine E-Mail aufs Fax …

(dieses blog ist zuerst erschienen unter www.lvz-online.de)

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.