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Sie kommen zu den Menschen ins Wohnzimmer, sagen sie gern, die TV-Alleinunterhalter. Womöglich würden sie sich dort gern heimisch fühlen und für länger einnisten, denn so gemütlich ist es schließlich nicht in diesen Studios mit den überhitzten Redakteuren und unterkühlten Produktionsleitern.
Sie klingt ambivalent, die jüngste Werbebotschaft, mit der Sat.1 Harald Schmidt wieder in die Familie integrieren will: „Endlich daheim“. Nein, liebe Kinder, Harald Schmidt ist nicht dieser rauchende Ex-Kanzler sondern dieser ehemalige Entertainer, in den Herbert Feuerstein 3 Mal hineinpasst und der Humor der deutschen 300 Mal.
Er war einst, die Älteren werden sich erinnern, Kult. Weil er anders war. Anders als Jürgen von der Lippe, anders als Thomas Gottschalk und anders als alle TV-Komiker sowieso. Er war so lange das intellektuelle Zuhause jener, die eigentlich nur Tagesschau und Kulturmagazine goutieren, bis er deren Erwartungen guillotinierte.
Seitdem pendelt er - von sich selbst gelangweilt - zwischen Privaten und Öffentlich-Rechtlichen, Theater- und Lesebühnen, ist ein Nomade in der Unterhaltungssteppe und dabei Fata Morgana der Karawane, die ihm folgt. Kabarettist, Schauspieler, Autor, Moderator, Werbeträger, Messias und Gottvater der Frustsublimierung zu sein – das vermag nicht mal er.
So ist er der ewige Rückkehrer: von der ARD zu Sat.1 zur ARD zu Sat.1 … Ein Wiedergänger, dessen Begrüßungsgesten das Abwenden kaum überspielen wollen. Auch das ist eine Möglichkeit des Zynismus, den er so perfekt beherrscht. Der aber gar kein Zuhause haben kann und will, weil er ein Impuls der Flucht ist.
Endlich daheim? Ab 13. September ist Schmidt dienstags und mittwochs, jeweils 23.15 Uhr, auf Sat.1 zu sehen. Late Night. Die neue Sendung werde wie die alte, sagt er der Süddeutschen Zeitung im Interview. „Die äußere Form bleibt genau die gleiche, so wie ein Fußballfeld immer gleich bleibt.“
An Fußballbildern scheint er Gefallen zu finden. „Im Fernsehen ist immer noch Torsten Frings. Oder zeigen Sie mir in der Fernsehunterhaltung einen Mesut Özil oder einen Marco Götze?“ Jedem, der Fernsehen machen will, rät er: „Guck dir Fußball an.“ Findet aber auch zur näher liegenden Pointe: „Die ARD will Dieter Bohlen ohne Dieter Bohlen.“
Und was will er? „Die Inhalte sind heute anders, das ist klar. Eine völlig andere Welt.“ Wie kann man sich zu Hause fühlen in einer völlig anderen Welt? Wenn man ganz bei sich ist? Das wäre ganz toll, wenn Harald Schmidt wieder ganz bei sich bliebe, weder Andrack noch Pocher noch sonst einen Sidekick parieren müsste und sowieso nicht zuständig wäre für die provisorische Inneneinrichtung geistig abgebrannter Pantoffel-Defätisten.
Doch kann er dann im deutschen Fernsehen eine Heimat finden? Endlich daheim und ganz bei sich ist vor allem der Trost. Und summt beim Schnittchenschmieren in der Werbepause die alte Nationale: Uns aus dem Halbschlaf zu erlösen, können wir nur selber tun! Angenehmer ist es natürlich mit ihm, Dirty Harry
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Ich mag es eh nicht, daß solcherart Leute sich in meinem Wohnzimmer aufhalten, wenn ich auch durch eine Scheibe vor ihnen geschützt werde.
Harald Schmidt fand ich persönlich noch nie kultig, sonder immer eher überflüssig. Vielleicht bin ich zu deutsch und verstehe seine Art von Humor nicht. Ich betrachte ihn als eine Art Mario Barth oder Stefan Raab für Leute mit Latinum - er hat die gleiche Art, sich über sein Publikum lustig zu machen und dafür noch beklatscht zu werden. Und seine Scherze - nun ja! Deshalb bin ich heilfroh, daß er wieder 'daheim' ist, denn Sat.1 sehe ich nur äußerst selten und brauche ihm so beim Zappen hoffentlich nicht zu oft zu begegnen. Außerdem ernährt er sich so wenigstens nicht mehr von unseren GEZ-Beiträgen, obwohl die mit der Fütterung eines Günther Jauch auch nicht besser verwendet werden. |
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also früher fand ich ihn schon erfrischend bis erleichternd. aber da war er genauso 15 jahre jünger wie ich. ich glaube aber an den kern, der umfettet wurde von diesen und jenen. allerdings komme auch ich bei Sat.1 nur selten vorbei, zumal ich von hand sender wählen muss, also direkt am gerät, und da steht man in meinem alter nicht mehr gern auf, wenn einmal was läuft ...
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Solange Schmidt noch mit Feuerstein Schmidteinander beim WDR gemacht (also im Dritten), fand ich den immer ganz spaßig. Sicherlich auch in seiner Zeit. Aber da hat er sein Publikum noch nicht verarscht, sondern die absurden Studiogäste. Als er ins Erste ging fiel er rapide ab.
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"Die äußere Form bleibt genau die gleiche, so wie ein Fußballfeld immer gleich bleibt." (Harald Schmidt)
Aus der Tiefe des Raumes... Na - dann bin ich ja mal auf das neue (immer gleiche?) Format gespannt. Denn ein Fussballfeld muss beileibe nicht immer die gleichen Maße haben! Ein Fussballplatz kann sowohl unterschiedlich breit als auch lang sein. Kaum zu glauben, aber das Feld muss mindestens 45 Meter breit und 90 Meter lang sein. In der Regel sind die Plätze der 1. und 2. Bundesliga 68 m breit und 105 m lang. |
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am ende ist es doch so: ein vertrag ist rund und eine sendung hat 60 minuten. kann aber auch, je nach perspektive, wesentlich länger oder kürzer erscheinen. ich bin mal gespannt, welche firmen sich von der werbung dazwischen was versprechen. das sagt vielleicht mehr, als alle vermutungen es können.
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womöglich wollen nur die autoren der sendung witzig sein, H.S. aber will ..., ja, was? es allen zeigen? ich bin dann doch gespann, was das sein könnte ...
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... auch Abtreten will gelernt sein,
ohne Publikum geht nur Trockenübung ;-)) |
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h.s. - also noch ein drogenabhängiger, der davon nicht loskommt - sat 1 zu schauen wird auch harald schmidt mich nicht verlocken, und man will es immer nicht wahrhaben, das ende, und daß danach was anderes seinen lauf nehmen könnte ...
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ja, es entsteht - ja nicht nur was ihn betrifft - der eindruck, als ginge es zuerst darum, wo der x oder y fürderhin moderiert. und weniger darum, was. oder: ob.
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Bin da völlig bei dir, kay. Hatte SAT 1 fast vergessen. Lass uns mit Schmidt alt werden! Der Generation nach uns wird das mit Oli Pocher so gehen, weil Simon Gosejohann derzeit noch zu... originell? ... für die Masse scheint.
Und: Ist doch schön, wenn Harald Schmidt in Zukunft endlich mal ohne den Druck der Quote arbeiten kann... |
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solange er sich nicht in die niederungen einer koch-show begibt oder ein fußballspiel kommentiert, sich also dem genre-wechsel-hype der kompetenzüberschreitung entzieht ... gibt's hoffnung.
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Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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