Der bis heute älteste Mann der Welt ist gestorben - mit 114 Jahren und 205 Tagen. Natürlich ist die Nachricht aller Nachrichten: Wie! Hat! Er! Das! Geschafft! Na wie wohl. Mit Askese. Maßvolles Essen hat Walter Breuning zu Lebzeiten als sein Geheimnis angegeben. Vom Tisch aufstehen, wenn man noch hungrig ist. Dazu noch ein Aspirin täglich, und fertig war die Lebensfreude.
Er starb, darauf wird hingewiesen, eines natürlichen Todes. Kein Wort von Sex & Drugs & Rock 'n Roll. Man kann also freudlos sehr alt werden, ohne sich deshalb entleiben zu müssen.
Da folge ich lieber Robert Pfaller, der in seinem neuen Buch schreibt: "In dem Moment, in dem wir das Leben als Sparguthaben betrachten, gehen wir mit ihm in einer Weise um, als ob wir schon tot wären. Das ist eine Vorsicht gegenüber dem Leben, die das Leben selbst tötet."
Der politische Verzicht auf das, was wir vom Leben haben können, meint der Wiener Philosoph, gründet auf einer „Unfähigkeit, jene Bedingungen herzustellen und zu schätzen, unter denen so anstößige Dinge wie Feiern, Tabak, Alkohol, Sex, schwarzer Humor, müßiges Nachdenken etc. als lustvoll erlebt werden können.“
Möge er noch 114 Bücher schreiben. Dieses hier übrigens heißt „Wofür es sich zu leben lohnt“. Und gehört zum Ende der Fastenzeit wie der Apfel ins Paradies.