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In Anlehnung an Katrin Schusters Thesen zum Thesenreiten möchte ich einige Thesen zum Reiten von Thesen über den Fußballtrainer der Gegenwart vorbringen. Die Thesen, was einen guten Trainer ausmacht, variieren jährlich, je nach Tabellenstand: Ist zufällig ein gestrenger Herr mit seiner Mannschaft vorne, bedeutet das das "Ende des netten Kerls", haben wir ja schon immer gewusst.
Ist irgendsoein Softi vorn, heißt es: "Die Ära der Alleinherrscher ist vorbei" bzw. "Kumpel als Zukunftsmodell". Haben ja auch genervt, die alten Männer mit dem Zeigestock. Natürlich nur, bis wieder ein Alleinherrscher Erfolg hat.
Daher lauten meine sieben absolut zeitlosen Thesen über den idealen Trainer der Fußballbundesliga:
1. Ein Trainer sollte nicht zu autoritär sein.
2. Ein Trainer sollte nicht zu unautoritär sein.
3. Ein Trainer sollte mit den Medien können, und dazu gehört: Er sollte allgemein halbwegs gut ankommen, also jemand zum Repräsentieren sein.
4. Ein Trainer sollte sich gegen Medien zur Wehr setzen können, wenn die Vertreter von, sagen wir mal, einer Tageszeitung mit großem Sportteil ihre Macht demonstrieren wollen.
5. Ein Trainer sollte, sportlich betrachtet, eine erkennbare eigene Linie haben, die eindeutig auf Fachwissen und nicht auf Blendungsvermögen beruht.
6. Ein Trainer sollte beim richtigen Verein sein, weil das den Rückhalt der obersten Vereinsgremien/-repräsentanten garantiert, ohne die ja sowieso gar nichts geht.
7. Ein Trainer sollte tunlichst Erfolg haben.
Betrachtet man die abgelaufene Saison unter Berücksichtigung dieser Thesen, so ergibt sich für die Trainer folgendes Bild:
Louis van Gaal (FC Bayern München, entlassen): 2, 4, 5 = 3 Punkte
Felix Magath (VfL Wolfsburg, vorher entlassen bei Schalke 04): 2, 4, 6 = 3
Andries Jonker (FC Bayern München): ?
Michael Oenning (Hamburger SV): 1, 3, 5 = 3
Jürgen Klopp (Borussia Dortmund): 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7 = 7
Jupp Heynckes (Bayer Leverkusen): 1, 2, 5, 7 = 4
Mirko Slomka (Hannover 96): 1, 2, 3, 6, 7 = 5
Dieter Hecking (1. FC Nürnberg): 1, 2, 4, 5, 6, 7 = 6
Christoph Daum (Eintracht Frankfurt): –
Lucien Favre (Borussia Mönchengladbach): 1, 2, 3, 5, 7 = 5
Bruno Labbadia (VfB Stuttgart): ?
Holger Stanislawski (FC St. Pauli): 1, 3, 4, 5 = 4
Ralf Rangnick (Schalke 04): 1, 2, 5 = 3
Volker Finke (1. FC Köln): 2, 5 = 2
Frank Schäfer (1. FC Köln, freiwillig gegangen): 1, 5, 6 = 3
Thomas Schaaf (Werder Bremen): 1, 2, 3, 4, 5, 6 = 6
Pierre Littbarski (VfL Wolfsburg, vorübergehend): ? (mit Tendenz zu –)
Thomas Tuchel (Mainz 05): 1, 2, 4, 5, 6, 7 = 6
Marco Peezaiuoli (TSG Hoffenheim): ?
Robin Dutt (SC Freiburg): 1, 2, (3?, 4?) 5, 6, 7 = 5
Marco Kurz (1. FC Kaiserslautern): 1, 2, (5?) 6, 7 = 4
Jürgen Klopp ist demnach mit sieben von sieben Punkten der Trainer des Jahres. Er ist ja auch gerade Deutscher Meister geworden. Quod erat demonstrandum.
Auch Dieter Hecking, Thomas Schaaf, Thomas Tuchel und Robin Dutt schneiden sehr gut ab. Der einzige Trainer unter den Top 5, der in diesem Jahr sportlich – gemessen an den Maßstäben des Vereins – nicht erfolgreich war, ist Thomas Schaaf.
Jemand andere Wertungen?
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Hallo Klaus Raab,
sehr viel Arbeit und Mathematik, leider Punkt 8 vergessen: Ein Trainer sollte die Fähigkeit besitzen, seine Ideen an die Mannschaft zu vermitteln, damit diese wiederum in der Lage ist, die Trainerideen in die Tat umzusetzen! Somit hat Jürgen Klopp 8 Punkte. Und die Trainer T.Tuchel, M.Kurz, B.Labbadia, M.Slomka, J:Heynkes jeweils einen Punkt mehr. Einverstanden? :) Gruß von SuzieQ |
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Klar. Geht absolut als zeitlos wichtig durch.
Gruß, KR |
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Und was ist mit Lucien Favre (Borussia Mönchengladbach), dem Retter (hoffentlich) der Mönchengladbacher Fohlen?
Nach seinem Einstieg ging es mit der kleinen Borussia bergauf wie schon in den 70-er Jahren unter Hennes Weisweiler, als der Sportinformationsdienst titelte: "Gladbachs Fohlen werden flügge". |
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Der hat 5 Punkte nach meiner Rechnung. Nimmt man SuzieGs These 8 dazu, hat er vielleicht sogar 6.
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SuzieQ natürlich. Und wo ich schon am Verbessern bin: nicht Peezaiuoli, sondern Pezzaiuoli. Immerhin hab ich nicht u und o vertauscht.
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Nur 5 oder 6 Punkte für Lucien Favre - schämen Sie sich denn gar nicht, Herr Raab?
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Doch, wie blöd.
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Gut.
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Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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