...da kommt mein Glückwunsch zwar spät, aber ehrlich gemeint. Denn wenn sich Gestalter schon so viel Mühe geben, sollen sie auch den Preis geniessen. Mit meiner immer noch bestehenden Kritik will ich in dieser Feierlaune kein Wasser in den Wein giessen. Jedoch macht eine gute Gestaltung noch keine gute Zeitung aus. Ich für meinen Teil, als freitagleser der ersten Stunde, habe das Abo gekündigt. Schade, jedoch: die "Linke Mitte", vom Freitag, bzw. seinem Verleger präferiert, wird in diesem Lande nichts verändern. Deswegen ist auch eine Zeitung der "Linken Mitte" unnötig. Nichtsdestotrotz gibt es die guten, ausgezeichneten Autoren des Freitags ja auch immer mal anderswo zu lesen............ Das Projekt "Freitag" wird vielleicht sogar wirtschaftlich überleben. Es wird jedoch nichts verändern; ausser, dass die geneigten LeserInnen und BloggerInnen das Gefühl haben, am Rad der Geschichte mitgedreht zu haben....... Trotz allem noch einmal: Herzlichen Glückwunsch den Gestaltern!
Sind wir alles so durchgenudelt, dass sich außer mir niemand mehr über diese Spitzenpolitiker aufregen kann? Das finde ich ja fast noch schlimmer als diese politische Realität - den Mangel an Empörung...
Herr Augstein, Herr Augstein!!!!!!!! .[Zitat]"Die Wahrheit ist wohl, dass ich eine naive Resthoffnung hatte, dass irgend ein Geist der Sozialdemokratie in der Nacht zum Sonntag Besitz von Steinmeier ergreift und er plötzlich als Brandt redivivus neben der mecklenburgischen Hausfrau sitzt und die Merkel-Wähler wie aus einer Trance erwachen, sich verwundert die Augen reiben und selber nicht mehr verstehen, warum sie die Trantüte mit den hängenden Mundwinkel jemal gewählt haben.."[/Zitat] Warum denn so durchgenudelt, Herr Augstein? Im übrigen bevorzuge ich Linda! Die Merkel-Wähler, ........ ja, wenns man nur eine Trance wäre, während der diese ihr Kreuz bei der Erscheinung aus Mecklenburg machen. Mich deucht, da muss mehr dahinter stecken. Es wird wahrscheinlich diese Sehnsucht nach dem total Normalem sein, dieses geheimnsivolle Streben nach Mief und Geborgenheit, das Sinnen nach Hierachie und klaren Strukturen. 14 Millionen sollen das am Sonntagabend geschaut haben. Ohje.........
Sind wir alles so durchgenudelt, dass sich außer mir niemand mehr über diese Spitzenpolitiker aufregen kann? Das finde ich ja fast noch schlimmer als diese politische Realität - den Mangel an Empörung...
Lieber JA,ruhig Blut. "Demokratie, Wählen, Wahlkampf, Debatte - das brauchen wir doch alles." - da haben Sie doch völlig Recht!!!!! Die politische "Debatte" jedoch, die man uns in "TV-Duellen" vorführen will, ist doch (in diesem Falle der GK) eine Scheindebatte! Ich debattiere viel mit KollegInnen, Freunden, Bekannten und fordere diese nachdrücklich auf, zur Wahl zu gehen. Aber wichtig ist doch, dass die Menschen wieder fähig werden, Alternativen zu erkennen, die agierenden Politiker zu entlarven, sie meinetwegen (ja auch)zu verspotten. Wenn man Veranstaltungen, wie die vom Sonntagabend allerdings zum Maß der politischen Dinge nimmt, kann das m.E. nicht geschehen. Der Weg der Erkenntnis ist lang, ich bin aber schon so weit darauf unterwegs, dass ich mich mit dem Sonntagabend-Geplänkel von Politiker-Darstellern nicht mehr ernsthaft beschäftigen möchte. "Das finde ich ja fast noch schlimmer als diese politische Realität - den Mangel an Empörungsbereitschaft." - woraus schließen Sie, das es an Empörungsbereitschaft mangelt? Was mich betrifft, kann ich das verneinen. Ich bin nur darüber hinweg, mich in größerem Umfang damit zu beschäftigen, was bei derartigen Veranstaltungen von Politikern und Moderatoren verzapft wird. Um es noch einmal deutlich zu sagen: ich fühle mich von "Duellen" dieser Art und wie sie medial aufgeblasen werden, verarscht. Ist dies empört genug, lieber JA? Ansonsten: immer gerne inhaltliche Auseinandersetzung mit dem politischen Gegner!
Wäre es nicht an der Zeit, wenn sich Medien, die sich als "kritisch" verstehen, solche Verdummungsveranstaltungen einfach ignorieren würden? Jede darüber geschriebene Zeile scheint doch eine vergeudete Ressource darzustellen. Die als sogenannte Moderatoren fungierenden Menschen sind bessere Stichwortgeber, das kennt man doch aus ihren anderen Sendungen. Die wesentlichen Fragen werden doch sowieso nicht gestellt. Zehn Minuten Qual vor der Mattscheibe haben mir da mal wieder zur Bestätigung meines Vorurteils gereicht. ;-) Sorry, den beiden Reagenzien in dieser Versuchsanordnung kann man doch nun wirklich nicht länger zuhören............. wer lässt sich denn schon gern übermäßig viel seiner Lebenszeit stehlen.
Übrigens: Für einen baldigen Abzug sprechen gravierende verfassungsrechtliche, völkerrechtliche, strafrechtliche sowie völkerstrafrechtliche Bedenken (Jürgen Rose). Ihm stimme ich vorbehaltlos zu. Die deutsche Armee ist (mal abgesehen von den materiellen und geopolitischen Interessen, die dort "verteidigt" werden) in Afghanistan hinein gestolpert, wie die Amerikaner in den Irak. Ohne Konzept, ohne die kulturellen und historischen Fakten zu reflektieren. Wer Wind sät, wird Sturm ernten; ein Sprichwort, das in diesem falle mal voll trifft. Wer glaubt, die Lage in diesem Land sei militärisch unter Kontrolle zu bekommen, hat z.B. von den USA in Vietnam und den Russen in Afghanistan nichts gelernt. In der Tat halte ich es allerdings auch für sehr schwierig, jetzt (oder in 2 Jahren) aus dem Land zu gehen. Denn die notwendige zivile Hilfe wird unter dem, in den letzten Jahren geschürten, Hass leiden. Und mit jedem "Fehler", wie die Bombardierung der Tanklastzüge, wird dieser Hass wachsen. Trotzdem müssen alle Möglichkeiten erörtert und abgewogen werden. Es gibt keine Alternative zu einem baldigen Abzug - außer wir, Deutschland, akzeptieren, dass Menschenblut für geostrategische Zwecke fliessen muss! Im Übrigen sehe ich desöfteren auf der Straße vollverschleierte Frauen. Wann zieht endlich die Bundeswehr in diese Stadtviertel ein, und befreit diese Frauen aus ihrer Burka? Jaja, man kann jedes Thema auf vielerlei Art diskutieren........