kopfkompass

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14.12.2009 | 23:58

der Freitag: geschlossene Gesellschaft?

Weder kenne ich den Freitag besonders lange, noch habe ich das offenbar sehr mächtige Beziehungsgeflecht, das seine Community durchzieht, bisher verstanden. Aber in der kurzen Zeit die ich an Bord bin, wähne ich mich bereits als Zeuge einer irritierenden Entwicklung: Ich finde, der Freitag verkapselt sich.

Als ich irgendwann im September in einer Hamburger Bahnhofsbuchhandlung wortwörtlich über ein Heft gestolpert bin und bei der ersten Gelegenheit nach der Zugfahrt über die Seite hier, war ich begeistert: Ein  beachtlicher Haufen kluger, witziger, charmanter, provokanter Zeitgenossen, die - und das war überraschend weil selten - freundlich zueinander waren. Die Lektüre der Beiträge war anregend und unterhaltsam, die Diskussionen wurden fair und respektvoll geführt und die Themen waren enorm vielfältig, so dass mir mancher Horizont eröffnet wurde. Das fehlt mir sehr.

Wenn ich heute über die Seite stolpern würde, über die allerorts ausgelegten Minarett-Fallstricke, über die ewigen Ping-Pongs darüber, was irgendwer irgendwann überaus unfein gepostet hat, die erst in schmerzhafte Wortgefechte ausarten um dann in belanglosem Gefrotzel aufzugehen, oder über eine der unzähligen "Wer bezahlt hier eigentlich wen und wie gehen wir miteinander um?"-Debatten würde ich wahrscheinlich nicht bleiben. Ich hätte den Eindruck, sehr ungeschickt in eine geschlossene Gesellschaft geplatzt zu sein.

Nun ist meine Wahrnehmung kein objektiver Maßstab und meine Anwesenheit hier sicher verzichtbar. Unverzichtbar ist hingegen, dass der Freitag wachsen muss, wenn er bleiben will, on- wie offline. Und unbestreitbar ist, dass dem Freitag in den letzten Wochen einige Blogger verloren gegangen sind, die ihn sehr bereichert haben.

Ich fand es wesentlich ergiebiger, als hier vor allem über Inhalte diskutiert wurde statt über einander.

 
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Kommentare
Streifzug schrieb am 15.12.2009 um 00:00
Stimmt
I.D.A. Liszt schrieb am 15.12.2009 um 00:10
Hoffen wir mal, daß das ganze Getue und Gezänk nur eine vorübergehende Phase ist.

Trotdem willkommen in der geschlossenen Gesellschaft! ;-)
dame.von.welt schrieb am 15.12.2009 um 00:15
Selbstreferenzielle Diskussionen scheinen das unabdingbare Merkmal jeder community zu sein, die sich bereits eine Weile 'kennt'.
Für klug würde ich die Einrichtung eines 'Küchentischs' halten, um diese Diskussionen führen zu können, sie aber nicht ständig auf die Sachdiskussionen übergreifen zu lassen.

Abkapselung im Sinn einer geschlossenen Gesellschaft kann ich für mich, neu hier, überhaupt nicht feststellen - im Gegenteil - ich wurde außerordentlich freundlich begrüßt. Für mich spielt auch die Haltung der Redaktion zum Blog eine große Rolle - es freut mich sehr, wie wenig Grenze hier gezogen wird und mit wieviel Augenhöhe miteinander umgegangen wird.
kopfkompass schrieb am 15.12.2009 um 07:47
Der virtuelle Küchentisch wurde schon oft angeregt und scheint daher eine ebenso naheliegende wie vielversprechende Idee zu sein.

Was genau aber hat man sich darunter vorzustellen? Ein Forum? Ein Diskussionsverlauf unter einem Beitrag? Ein Chatroom? Und wie soll er funktionieren?

Wen das alles klar ist, sollte das Zusammenschrauben des hier designten Tischbausatzes kein Problem sein
dame.von.welt schrieb am 15.12.2009 um 13:49
Der virtuelle Küchentisch sollte vielleicht mit der Möglichkeit eines Schlichters m/w besetzt sein, der dabei behilflich sein kann (nicht muß), persönliche Streitigkeiten aus der Welt zu schaffen. Ich bin in diesem Forum viel zu neu, um auch nur zu ahnen, welche Nutzer diese Aufgabe erfüllen könnten und vor allem auch wollten - es müßten sicher mehrere im Wechsel sein. Grundlegend wäre in jedem Fall, nicht in die jeweiligen Streitigkeiten verwickelt, also möglichst objektiv zu sein.

Mein Erfahrungshintergrund dazu ist das nahezu abgewickelte Forum der Zeit, wo u.a. die Selbstreferentialität einen Vorwand für den unsäglichen Relaunch bot. Das Problem dort war, daß Streitigkeiten und Mißverständnisse* keinen legitimen Ort hatten und zunehmend die Sachdiskussionen überlagerten. Wie auch, daß die Onlineredaktion der oberste Oberrichter war, sich das Forum also nicht selbst befrieden und disziplinieren mußte. Das ist hier ja nun erfreulich anders, deswegen auch die Idee der Schlichter aus dem Forum, vielleicht wäre es auch sinnvoll, daß diese Rolle jeden mal trifft. Vielleicht würde so etwaiger Gefahr einer Hierarchie vorgebeugt - obwohl dieser Job sicher nicht übermäßig angenehm wäre.

Vielleicht wäre es möglich, den Küchentisch als Blog, als nicht an eine Person gebundene Identität einzurichten.
Keine Ahnung, ob und wie das technisch umsetzbar wäre - vielleicht wäre ein zeitweise nur den jeweiligen Beteiligten möglicher Zugang sinnvoll, um die Fetzen unabhängig von Wahrung der Privatheit, der Regeln und der Etikette fliegen lassen zu können und damit schneller und klarer zu einem Ergebnis zu kommen. In der Not eben zu 'Let's agree to disagree' und zum gegenseitigen Ignorieren - schrecklich sind ja die durch x Diskussionen getragenen unaufgelösten Feindschaften.

Ihre Gedanken @kopfkompass zur Aufmerksamkeit weiter unten in der Diskussion teile ich - statt eines Bewertungssystems würde ich mir aber einen Klickzähler sowohl für die redaktionellen wie die Blog-Artikel wünschen. Bewertungssysteme haben wohl immer den Nebeneffekt, daß weniger der Gehalt eines Beitrags als die Übereinstimmung mit der eigenen Position bewertet wird.

*Mißverständnisse: in einem persönlichen Gespräch entfallen an Informationstransfer gerade mal 7% auf den gesprochenen Text (weiß nicht mehr, wo ich das las). Der ganze große Rest an Information besteht aus Mimik, Gestik, Geruch. Im Grunde ist es ein Wunder, daß nicht viel mehr Streitigkeiten aus Mißverständnissen entstehen, wenn 93% der Information einer persönlichen Begegnung wegfallen. Auf die wir wohl alle, so gut wir auch lesen und schreiben können, weit eher geeicht sind.
Jan Jasper Kosok schrieb am 15.12.2009 um 15:42
Ursprünglich sind die Profilseiten (mit angeschlossenem Gästebuch) für genau solche "Zwischenmenschlichkeiten" gedacht. Die wurden aber bis dato eher wenig in Gebrauch genommen. Vielleicht zieht es ja die Communirati auch auf die große Bühne denn ins 4-äugige Kleinklein? Nur mal so.

LG JJK
mh schrieb am 15.12.2009 um 16:09
ich bin ausgewiesener fan der herzl. allerdings der rest, da wirds schwierig. man muss sich dran gewöhnen drauf zu schauen und dann müssen die anderen ja auch drauf schauen um zu sehen, dass da was steht und nur so kanns gehen.

ich bekomm aber keine emailmitteilung von euch, wenn da einer was schreibt. d.h. ich muss mir selbst angewöhnen darauf zu schauen. da hab ich lange für gebraucht, nur schreibt halt keiner, also isses eigentlich nutzlos sich dran zu gewöhnen und ich machs nur sicherheitshalber.

eine emailbenachrichtigung könnte da also viel helfen.

was aber wesentlich wichtiger wäre, ist sowas wie eine spamecke. palaver, ohne gleich einen ganzen blogbeitrag erstellen zu müssen. offtopic, so der offizielle name. man kanns auch netter nennen, z.b. Streifzug-Ecke. du weißt ja was ich meine.

das würde helfen die blogs zu entlasten. während die mitteilung im profil doch mehr der anbandelung der persönlichen kontaktaufnahme dienlich sein kann/wird/ist.

mfg
mh
weinsztein schrieb am 15.12.2009 um 00:17
Und mit meiner unsachlichen Kritik kannst Du immer rechnen.
weinsztein (cosa nostra)

(Schön, dass Du da bist. Klingst vielversprechend.)Und mit meiner unsachlichen Kritik kannst Du immer rechnen.
weinsztein (cosa nostra)

(Schön, dass Du da bist. Klingst vielversprechend.)
Michael Angele schrieb am 15.12.2009 um 00:31
Lieber kopfkompass

ich finde das - wohl tatsächlich übliche - Ausmass an Selbstreferentialität mittlerweile fast gesundheitsschädigend hoch. Es ist so hoch, dass das redaktionelle Angebot des FREITAG nur noch marginal interessiert - "geschlossene Gesellschaft" auch in dieser Hinsicht. Das ist nicht nur an der geringen Anzahl der Kommentare zu abzulesen, viel deutlicher wird es noch in folgendem Umstand: offenbar findet es kein einziges Community-Mitglied einen Kommentar wert fand, dass die Anzahl der Autorenbeiträge auf der redaktionellen Seite seit ein paar Wochen massiv zurückgegangen ist. Ja, es ist wohl noch nicht einmal aufgefallen. Schon erstaunlich.
Schöne Grüße
Michael Angele
Streifzug schrieb am 15.12.2009 um 00:37
@Michael Angele,

es ist aufgefallen, aber ohne Input kein Kommentar.
kay.kloetzer schrieb am 15.12.2009 um 01:06
Lieber Michael Angele,
eigentlich wollte ich meinen Mund halten, aber da Sie es nun ansprechen ...
Ich kann Ihre Verwunderung, Enttäuschung, womöglich Frustration über nur noch marginales Interesse nachvollziehen. Den Grund dafür sehe ich aber nicht in der Selbstreferentialität der Community.

Auf der redaktionellen Seite steht ein Beitrag unter dem Stichwort "Modebewusstsein" und der Überschrift "Revolutionäre Farbenlehre", an dem sich mein Problem mit eben dieser Seite gut festmachen lässt. In der Unterzeile heißt es dann: "Auch in Kopenhagen findet modebewusster Protest statt. Woran liegt es nur, dass die Guten auch besser aussehen als die Bösen? Eine kleine Geschichte des Proteststylings".
Zusammen bündelt das schon sehr gut die Unentschiedenheit des ganzen Beitrags. Die ich bedaure, denn Protestkultur (auch) an Äußerlichkeiten festzumachen, sehe ich durchaus als Thema. Beispielsweise ließe sich analysieren, was Kleidung über Motivation, Gruppenzugehörigkeit, Anspruch aussagt. Revolutionskitsch könnte eine Rolle spielen oder auch Revolutionsnostalgie. Eine Analyse ist genauso möglich wie eine Glosse. Der Text, wie gesagt, entscheidet sich nicht und bleibt vielleicht aus diesem Grund an der Oberfläche. So könnte er eigentlich überall stehen.
Das kann passieren, es gibt nicht jeden Tag den Pulitzer-Preis.

Dann aber kommentiert ein Community-Mitglied:
"Was soll dieser Artikel?
So einen Mist kann ich auch in der letzten Berliner PseudoSzeneZeitung lesen, wenn es mir den gefällt so meine Zeit zu verschwenden.
Vielen Dank für diese Verstopfung meiner Gedankengänge mit Müll.
Gute Nacht Freitag!".

Gut, das ist hingerotzt und nicht sonderlich ausführlich argumentiert. Aber dem liegt ja eine Unzufriedenheit zu Grunde, die zu ignorieren oder zu befragen wäre. Stattdessen antwortet Freitags-Redakteurin Susanne Lang:
"Was soll dieser Kommentar?
So einen Mist kann ich auch in der letzten Berliner PseudoRadikalLinksZeitung lesen, wenn es mir den(n) gefällt so meine Zeit zu verschwenden.
Vielen Dank für diese Verstopfung unserer Kommentargänge mit Müll.
Gute Nacht Mittelstandskind Ost!"

Und das, lieber Michael Angele ist nicht nur äußerst unsouverän, es der Moment, da mir die Lust vergeht, mich ernsthaft damit auseinanderzusetzen. Ich habe mir das Kommentieren geklemmt, beim nächsten Mal klemme ich mir vielleicht das Lesen.

In der Community ist der Umgang miteinander - von Ausnahmen abgesehen - inspirierender, ernsthafter, auch klüger.

herzlich
kk
archinaut schrieb am 15.12.2009 um 01:15
Lieber Herr Angele,

Ihre Einlassung lässt eine gewisse Verbitterung vermuten, aber hoffentlich täusche ich mich.....

Sehr schade wäre es, wenn Sie aus den "Knderkrankheiten" der FreitagCommunity eine fehlende Wertschätzung Ihrer Arbeit ableiten wollten.

Die Reise hat doch gerade erst begonnen, hoffe ich...?

Mit freundlichen Grüßen
archie
archinaut schrieb am 15.12.2009 um 01:33
pardon:
Kinderkrankheiten
merdeister schrieb am 15.12.2009 um 07:28
Lieber Herr Angele,

gerne füge ich noch zwei weitere Beispiele hinzu, um kk beizuspringen. Der Test "Wie Islamophob sind sie" (oder ähnlich) war Recht dröge und peinlich, wurde so kommentiert und dann ist nichts mehr passiert, mit wem soll ich mich da noch auseinander setzen?
"Wie überlebt ihr Weihnachten" drohte in einer Anekdotensammlung auszuarten, einzig die Community hat peinlicheres durch Nichtbeteiligung verhindert.

merde
kopfkompass schrieb am 15.12.2009 um 08:30
Lieber Herr Angele,
von Ihrem Beitrag aus ist es nur ein Gedanke zu folgender Erkenntnis: Es geht um Aufmerksamkeit.
1. Jeder der hier bloggt will gelesen werden und heischt um die Aufmerksamkeit der anderen. Das einzig wahrnehmbare Zeugnis dieser Aufmerksamkeit sind Kommentare. (Falls ich mich irre, würde ich mich freuen, wenn mir einer den Effekt des Bewertungssystems mit den hübschen Sternen erklärt. Ich erkenne nämlich keinen.)
Das provoziert einen Effekt, den Walter Benjamin entdeckt hat: Viele Kommentare bedeuten viel Aufmerksamkeit und viel Aufmerksamkeit bedeutet, dass was dran sein muss am Text. Das wiederum zieht neue Aufmerksamkeit an. Beiträge die nicht sofort kommentiert werden verschwinden schnell von der Bildfläche. Ich komme mir manchmal aber bescheuert dabei vor, unter Beiträge die ich gut finde nichts weiter zu schreiben als: Toller Beitrag! Gerade bei redaktionellen Artikeln verkneife ich mir das meistens. Wenige Kommentare mit wenig Aufmerksamkeit gleichzusetzen halte ich aber falsch. Aufmerksamkeit lässt sich besser mit einem Besucherzähler messen und mit einem funktionierenden Bewertungssystem steuern.
2. Die Gesetze der Aufmerksamkeitsökonomie bringen es mit sich, dass die, die viel senden auch viel gelesen werden. Die sich mir in ihrer weiteren Sinnhaftigkeit nicht erschließen wollende Community-Cloud visualisiert das ja sehr schön. Gerade die Menschen, die sehr aktiv in einer Community sind, prägen Seele, weil sie oft auftauchen und die Community stark beeinflussen. Ich mag jene, die das hier tun, sonst wäre ich nicht hier. Aber vielleicht ist es einen Versuch wert, die Community-Cloud umzudrehen und die Namen derer am größten zu schreiben, die zwar aktiv sind, denen aber wenig Aufmerksamkeit zu Teil wurde?
3. Ich glaube auch, dass eine gewisse Selbstreferentialität normal und nötig ist. Zum Beispiel für Diskussionen wie diese. Im Augenblick habe ich aber das starke Gefühl, dass uns viele gute, lesenswerte Beiträge einfach durch die Lappen gehen, weil wir durch Selbstzerfleischung aufgehalten werden.
4. kay.kloetzer und nicht nur sie legt einen letzten Punkt offen: Mangelnde Qualität wird mit Aufmerksamkeitsentzug bestraft. Das soll auch so sein. Hat aber jemand eine plausible Idee, wie wir unsere Aufmerksamkeit wieder verbreitern, damit die Debatte über uns selbst wieder das wird, was sie sein sollte: Ein Thema unter vielen?
mh schrieb am 15.12.2009 um 10:06
@michael angele:

es ist mir aufgefallen und ich habe es beispielsweise auf dem freitag salon auch erwähnt .. dass ich mich frage, was ihr da eigentlich den ganzen tag macht. denn artikel sind es scheinbar nicht. aber redaktionskonferenzen ... ich vermutete diese dauern eine stunde. auch darauf keine klare reaktion, es wurde zumindest mal nicht abgestritten.

da ist einiges an unlogik.

antworten fehlen allerdings. und nicht nur in dem bereich.

und wenn wir schon so locker freudigst plaudern. wir sprechen hier seit monaten darüber, was sich alles ändern muss. und wir sprechen immer noch und es tut sich nichts. da wirds irgendwann müßig und langweilig. da fehlt dann schlichtweg die lust.

es ist ja nicht so einseitig.

mfg
mh
merdeister schrieb am 15.12.2009 um 10:26
@kopfkompass

das Bewertungssystem hat soweit ich mich erinnere der Mitblogger Sexpower vor einigen Monaten vehement kritisiert. Passiert ist...siehe mh.
Magda schrieb am 15.12.2009 um 16:09
Lieber Kopfkompass

„Jeder der hier bloggt will gelesen werden und heischt um die Aufmerksamkeit der anderen.“

Gewiss, gewiss

„Das provoziert einen Effekt, den Walter Benjamin entdeckt hat: Viele Kommentare bedeuten viel Aufmerksamkeit“

Walter Benjamin hat den Kommentareffekt entdeckt, wo? Auf der Flucht ins Exil?

„Aufmerksamkeit lässt sich besser mit einem Besucherzähler messen und mit einem funktionierenden Bewertungssystem steuern. „

Stimmt. Schon öfter gewünscht, nicht geliefert, Wäre am allerbesten.

„2. Die Gesetze der Aufmerksamkeitsökonomie bringen es mit sich, dass die, die viel senden auch viel gelesen werden.“

Ich schreie gleich los - Das sind Gesetze? Das sind Binsenweisheiten.
Aber es stimmt: Community Cloud ist - in der Form - Quatsch, aber Umdrehen ist genau so Quatsch, weil das aus meiner Sicht nicht funktioniert.

„3. Ich glaube auch, dass eine gewisse Selbstreferentialität normal und nötig ist“

Das ist schön, Sie haben ja auch gleich noch was beigetragen dazu.

„Mangelnde Qualität wird mit Aufmerksamkeitsentzug bestraft“

Schon wieder was, wo ich nicht drauf gekommen wäre.

„Hat aber jemand eine plausible Idee, wie wir unsere Aufmerksamkeit wieder verbreitern“

Nö, im Moment nicht. Ich verenge mich ja gerade in Ihre Einlassungen.

Resümee
Sie sagen es selbst verehrter Kopfkompass, manchmal muss die Community sich mit sich befassen - das wird sich wieder geben nach den Feiertagen, wenn Neue kommen, wenn nicht Leute mehrfach antanzen. Jeder Laden in dieser Art hat mal so einen Schauer. Und nun Gott befohlen.

Nichts für ungut.
Magda schrieb am 15.12.2009 um 17:20
Und jetzt muss ich gleich wieder "bereuen", denn an mich war der Beitrag ja gar nicht gerichtet.

Entschuldigung
Eigentlich wollte ich das Senfglas heute zulassen.
kopfkompass schrieb am 15.12.2009 um 18:33
Liebe Magda,
es stimmt, den Verweis auf Benjamin hätte ich mir verkneifen können. Aber nicht müssen. In seinem Kunstwerk beschäftigt er sich ja sehr ausführlich mit Sinn und Zweck der Autorenschaft.(Obwohl ich zugeben muss, dass man da über die Kommentarfunktion beim Freitag freilich kein Sterbenswörtchen findet.)

Die Gesetze der Aufmerksamkeitsökonomie sind auch nicht auf meinem Mist gewachsen sondern auf seinem. Mir haben sie aber sehr eingeleuchtet.

Vor Binsenweisheiten fürchte ich mich nicht, wie Sie bereits bemerkt haben. Mit Blick auf Ihren Kommentar zur Selbstreferentialität meines Beitrages dürften wir aber quitt sein, was das angeht.

Und keine Sorge, den Happen aus dem Senfglas vertrag ich schon.
Magda schrieb am 17.12.2009 um 11:33
Ja danke, ich entschuldige mich trotzdem, weil ich beschlossen habe, gut zu werden.

:-))
archinaut schrieb am 15.12.2009 um 01:31
Hallo Kopfkompass,

auch wenn ein Internet-Forum ein virtueller Raum ist, scheinen sich die gleichen Revierkämpfe zu entwickeln wie auf dem Podium einer TV-Talkshow..... vielleicht muss man noch ein paar Verkehrsregeln entwickeln, um Kommunikationsunfälle zu vermeiden...

" Unverzichtbar ist hingegen, dass der Freitag wachsen muss, wenn er bleiben will, on- wie offline" - das wünschen ich diesem Projekt ebenfalls.

archie
merdeister schrieb am 15.12.2009 um 07:29
Stimmt. Blöd! Ändern wir!! Bitte bleiben!!!
Michael Angele schrieb am 15.12.2009 um 09:56
Danke sehr für das Echo. Ich hoffe, es melden sich noch mehr Stimmen. Heute viel zu tun, Produktionstag, damit die Zeitung wird, hoffe, sie interessiert dann doch mehr als derzeit unser online-Angebot
merdeister schrieb am 15.12.2009 um 10:24
Echo oder Rückmeldung?
kopfkompass schrieb am 15.12.2009 um 18:35
dafür 10 Punkte!
jayne schrieb am 15.12.2009 um 11:01
geschlossene gesellschaft - in abständen mögen diese selbstreferentiellen diskussionen notwendig sein, weil sie auch eine möglichkeit der selbstvergewisserung bilden - aber eben in abständen ... Ansonsten habe ich nicht den eindruck, mich in einer geschlossenen gesellschaft zu bewegen, denn da würde ich ausbrechen wollen. Tag für tag kommen vielmehr neue user hinzu.
Was das "messen" der aufmerksamkeit für einzelne beiträge btrifft - es wäre wahrscheinlich ein einfaches, dafür neben der kommentiermöglichkeit noch etwas anderes anzubieten; ich selbst mag auch nicht zu jeden beitrag einen kommentar abgeben, obwohl er mir gefällt, aber wenn man mit einem klick die freude oder das interesse am artikel signalisieren könnte, ohne punktesystem, fände ich das wunderbar. Denn eines stört mich - das messen von qualität nach quantität: so funktioniert ja auch die "wolke". Sicher, oft fallen quantität und qualität zusammen, aber manch gelungenes bleibt auch sehr marginal in der wahrnehmung - als beispiel dafür nur mal die stets fundierten, aber eben eher selten gestreuten beiträge "mahungs" (jedenfalls, was die anzahl der kommentare angeht).
kopfkompass schrieb am 15.12.2009 um 18:07
Das wäre dann so etwas ähnliches wie der "Gefällt mir"-Knopf bei Facebook. Ich würde ihn drücken: Gefällt mir!
Jakob Augstein schrieb am 15.12.2009 um 11:36
Lieber kk,

wenn ich jetzt technisch schon so weit wäre, dass ich ein Bild in meinen Kommentar einbinden könnte :(, dann würde ich den ScreenShot der Startseite beifügen, auf dem zu sehen ist, wieviel worüber hier zur zeit diskutiert wird. Das sind alles keine selbstreferentiellen Thememn der geschlossenen Gesellschaft (klingt wie geschlossene Anstalt, hihi). Sondern einfach nur Themen. ((Wenn Sie Jacob Frickes erhellenden Freitag-Zeit Vergleich als Thema akzeptieren.))

Also ich mache mir, was das angeht, keinen Sorgen.
Viele Grüße
Ihr JA
luggi schrieb am 15.12.2009 um 12:01
"...wenn ich jetzt technisch schon so weit wäre, dass ich ein Bild in meinen Kommentar einbinden könnte :(, dann würde ich den ScreenShot der Startseite beifügen, auf dem zu sehen ist..."

Ich wäre dann schon so weit, theoretisch, aber technisch werde ich durch den Filter des Webservers behindert. Würde einfach Sinn machen, dass statt der Links zu den Webseiten ein kleines Fenster im Kommentar mit akt. Inhalt der Website erscheint. Dazu muss aber der object-tag freigegeben werden. Würde auch den neuen Standards für die Browser entsprechen.

Das Hauptproblem der obigen Diskussion sieht man an dem Eingeständnis, kein Bild einbinden zu können. Das ist jetzt keine Abwertung sondern nur eine Feststellung. Journalismus im Web muss die Techniken kennen und Basics beherrschen. Aber dazu werde ich noch einen Blogeintrag schreiben.

mit unterirdischen Kampfesgrüßen

luggi

btw: jemand hat mir solch einen Grinselöwen auf mein Tunnelsystem gestellt. Ich bitte denjenigen freundlich um Entfernung. Mein Lüftungssystem spielt verrückt und im ganzen Tunnel stinkt es nach Maulwurfsch...
merdeister schrieb am 15.12.2009 um 12:47
Sorry, ist schon weg, roch wirklich etwas streng...
kopfkompass schrieb am 15.12.2009 um 18:14
Lieber JA,
vornweg: Jakob-Frickes Freitag-Zeit-Vergleich fällt eindeutig in die Rubrik "selbstreferentiell". Was ja nicht per se schelcht ist.

Denn sie haben recht: Auf der Freitag-Homepage wimmelt es nur so vor spannenden Themen. Manche von denen werden aber im Augenblick von Debatten wie dieser hier verdrängt, was ich schade finde.

Ich glaube, mit der Umsetzung von jaynes Vorschlag wäre ein Schritt gemacht. Was halten Sie davon?
Magda schrieb am 15.12.2009 um 15:53
Lieber Kopfkompass,
das ist nun zu allen selbstreferentiellen Beschäftigungen hier noch ein selbstreferenzieller Blog.

Es sollte sich was ändern.
Jaja .
Friedland schrieb am 17.12.2009 um 11:29
Vielleicht kann man ja auch mal den Seitenaufrufzähler von eBay borgen und unter die (Community-)Artikel setzen...
Friedland schrieb am 17.12.2009 um 11:31
War als allgemeiner Kommentar gedacht, aber ich habe keine Lust mehr, immer hochzuscrollen, um dort den Kommentar-Button zu suchen. Der hier ganz unten funktioniert ja (IMMER NOCH!!!) nicht...
Deaktivierter Nutzer schrieb am 17.12.2009 um 17:48
Möchte sagen: Kenne mich in dieser Anstalt schon ganz gut aus, und kommentiere natürlich nicht alles, was ich lesend kennengelernt habe. "Toller Beitrag" verkneife ich mir auch meist. Ein Einspruch dagegen zählt zwar auf der Richterskala, aber eben nicht unbedingt als Freispruch der kommentierten Argumentation.
Oft heißt das Motto: Lesen - und schreiben lassen.
kopfkompass
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