Empfehlung der Woche

Frieden – Wie geht das?

Frieden – Wie geht das?

Klaus von Dohnanyi, Erich Vad

Hardcover, gebunden

160 Seiten

22 €

Zur Empfehlung
Meine Frau weint

Meine Frau weint

Angela Schanelec

Drama

Deutschland, Frankreich 2026

93 Minuten
ab dem 11. Juni im Kino!

Zur Empfehlung

Kultur : Schossgebete S. 7-22: Von wegen Rausch!

Zum Kommentar-Bereich

Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community.
Ihre Freitag-Redaktion

Auch wenn man es sich anders wünscht, und auch wenn die Autorin fröhlich dazu ermuntert, sollte man nicht den Fehler begehen, in Romanen beschriebene Ereignisse mit der Wirklichkeit zu verwechseln.

Aber selbst wenn sich dieser künstlich beheizte Blowjob im Leben von Charlotte Roche nie zugetragen haben sollte, erinnert er mich doch sehr deutlich an einen überaus enervierendes Phänomen, dass mir aus eigenem Erleben aber auch aus Schilderungen von Freunden bestens vertraut ist:

Wir vögeln nicht, wir denken.

In der Schilderung von Roche nimmt der Rausch zweieinhalb Sätze des fünfzehnseitigen Fellatio-and-everything-after-Essays ein. Meiner statistisch zugegeben sehr dürftigen Datenlage nach ist das schon erfreulich viel.

Ich dachte immer, Sex sei für Körper gemacht, meinetwegen für Seelen, vielleicht sogar für Tiere. Meiner bescheidenen Erfahrung nach, bietet er aber lediglich die passende Kulisse uns zu fragen:
- wie wir gerade aussehen
- ob wir das gerade richtig machen oder es vielleicht noch besser ginge
- ob sich Außenstehende nicht möglicherweise vor Lachen ausschütten würden bei unserem Anblick
- ob wir nicht vielleicht sehr unappetitlich riechen
- ob wir laut oder leise genug sind
und warum das in Pornos alles so viel einfacher und lustvoller aussieht.

Ein physikalisches Wunder, dass überhaupt noch Blut für unsere Genitalien übrig bleibt, wenn es doch unsere Gehirne sind, die so anschwellen.

Tantra ist mir zu anstrengend und hat (auch im Bekanntenkreis) für mehr lustige als lustvolle Stunden gesorgt. Drogen helfen ein bisschen, kommen mir künstlich und unauthentisch vor. Vertrautheit hilft sehr, ist aber umgekehrt proportional zum Prickeln.

Die Gedankenlosen sind glücklicher als wir? Wirklich?
Ach komm!

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.