Gegen 7 Uhr ein schriller Schrei der Gattin: „In unserem Garten liegt ein totes Tier. Tu endlich was!“ Ich stehe auf, ziehe mich an, gehe in den Garten und finde im Schnee eine tote Amsel. Keine Anzeichen von äußerer Gewaltanwend...>> mehr
Die Gattin ist nervös. Morgen ist ihr letzter Arbeitstag. Danach tritt sie in die Freistellungsphase der Altersteilzeit ein. Die Schule will sie feierlich verabschieden - mit Vorführungen von Schülern und Kollegen, Reden und kaltem B&uum...>> mehr
Ihren Namen und erste Verse der Dichterin lernte ich im Bus von Breslau nach Krakau kennen, als die polnische Reiseleiterin aus Gedichten von Wislawa Szymborska rezitierte, die gerade den Nobelpreis für Literatur erhalten hatte. Drei Verse blieben mir in ...>> mehr
Solange es keine auch nur irgendwie linke Sonntagszeitung gibt, lese ich am Morgen, während die Gattin mit ihrer Laufgruppe unterwegs ist, die FAS. Das ist manchmal hart, ermöglicht aber auch überraschende Leseerlebnisse. Zum Beispiel heute auf ...>> mehr
Ich mag Kaffee, ich mag Gedichte, und ich mag es, beim Kaffee Gedichte zu lesen. Der Dichter H.O. aus B., der seinen Lebensunterhalt tagsüber als Creative Director einer Werbeagentur verdient, schreibt seine Gedichte nachts und braucht viel Kaffee...>> mehr
Für seine Kolumne hat Aly in der FR und hier Prügel bezogen. Zu Recht, denn seine assoziative Gedankenführung und seine angeblichen Belege geben natürlich keine plausible Antwort auf die Frage „Wie li...
@Daniel Domeinski: "Sowohl den Text von Aly, als auch den von Scheil sehe ich als Versuche, die Aussage von Steinbach inhaltlich aufzuwerten." - Den Text von Scheil habe ich nicht gelesen. Was Aly angeht: der ist zu klug, um eine platte These, die ich schon zu Beginn der 60er Jahre im Geschichtsunterricht lernen musste, zu verteidigen. Alys Vorstellung vom "nationalen Sozialismus" der NSDAP ist komplexer als der Kampfbegriff aus dem Kalten Krieg. @miauxx Alys Kolumne ist kein Beispiel für differenzierte Argumentation. Seine Vorstellung vom "nationalen Sozialismus" der NSDAP hat er in seinen wissenschaftlichen Arbeiten entfaltet - die sollte man lesen und ihn dann mit Gründen kritisieren. @Uwe Theel Ich bin nur koslowski. Das Zitat habe ich unter den Kommentaren in der FR gefunden und als Beispiel für eine psychologisierende Schmähkritik hier zitiert. Mehr ist nicht.
@alle: Danke für Kommentare, Beileid und gute Wünsche. @Sarah Rudolph: Der Tag war nicht mehrdeutig gemeint. Ich blogge einstweilen weiter. @Alien59: Frau Koslowski bedankt sich und lehnt dankend ab. Sie interessiere sich für "wirkliche Menschen".
Thale war SBZ und lag einige Dutzend Kilometer von meinem Standort als Luftraumbeobachter im Westharz entfernt Richtung Osten. Mir war damals ( 1965 ) klar, dass ich nie nach Thale käme. Das machte mir keinen Kummer, denn viel mehr interessierten mich Hamburg, Kopenhagen und Paris. Ein paar Wochen nach der Wende fuhr ich mit meiner Mutter nach Ilsenburg, die dort 1938 ihr soziales Pflichtjahr abgeleistet hatte, und trafen dort eine alte Frau, die die Tochter des Bauern gewesen war, auf dessen Hof meine Mutter einquartiert war. Am Nachmittag fuhren wir nach Thale zur Familie der Tochter der Freundin. Seitdem ist Thale für mich der Ort, in dem ich zwei alten Frauen zuhörte, die sich ihr Leben erzählten.
Für seine Kolumne hat Aly in der FR und hier Prügel bezogen. Zu Recht, denn seine assoziative Gedankenführung und seine angeblichen Belege geben natürlich keine plausible Antwort auf die Frage „Wie links war die NSDAP?“. Aber auch zu Unrecht, denn manche Kritiker bestreiten die Legitimität seiner Fragestellung und diagnostizieren beim Autor schnell einen psychischen Defekt ( „vom autoritären Maoisten zum autoritären Spießer“ ) oder eine fiese politische Absicht ( Rechtfertigung der neoliberalen Umwandlung der Gesellschaft ). Ich lese Alys Kolumne als eine Retourkutsche auf die schnelle Kritik an Steinbachs Twitter-Diagnose, die seinen Verdacht bestätigt, dass in der deutschen Öffentlichkeit „Rechts mit Böse und Links mit Gut“ identifiziert werde. Deshalb seine Hinweise auf die Anfänge des Naturschutzes und den Ausbau des Sozialstaats im Nationalsozialismus, auf dessen Unterstützung für die Sache der Palästinenser, auf Hitlers Rolle im Münchener Soldatenrat und auf Äußerungen linker Zeitgenossen, die von der politischen Verführbarkeit von Proletariern berichten. Nichts davon ist neu, und nichts davon beweist, dass die NSDAP eine linke Partei war. Aly stützt damit nicht Steinbachs Vulgärthese ( die er als „Deutschlands Obervertriebene“ charakterisiert ), sondern die Berechtigung der Frage, ob und in welchem Maße die Nazis vor und nach 1933 Begriffe, Feindbilder und Leitvorstellungen der politischen Linken adaptiert und deren soziale Milieus für sich gewonnen haben. In seinen Untersuchungen zur deutschen Gesellschaft im Nationalsozialismus und zum Völkermord an den europäischen Juden hat Aly seine Themen nah an den Quellen und mit Argumenten entwickelt, immer in Auseinandersetzung mit dem Mainstream der Forschung. Seine publizistischen Arbeiten sind häufig provokativ formuliert. Das ist, meine ich, nicht Ausdruck eines nach rechts drehenden Zeitgeists, sondern hat damit zu tun, dass er, dem die Großmeister der historiographischen Zunft misstrauten, lange Jahre sein Brot als Journalist verdienen musste. Über seine Erfahrungen schreibt er in „Rasse und Klasse. Nachforschungen zum deutschen Wesen“ ( 2003 ): „Den Typus des linkskonform in sich ruhenden Rechthabers kannte ich schon in seiner westlich verweichtlichten Variante aus meinen Jahren bei der taz. Die Berliner Zeitung indes ließ mich auf den vom Wohlstand weniger verformten Phänotypus des treudeutschen Linkshabers treffen. Er weiß Bescheid; weiß, was er als gut oder böse, faschistisch oder antifaschistisch wertet; er steht regelmäßig auf der richtigen, weil besseren Seite der Politik; er interessiert sich für Geschichte, weil er sie als Spiegelsaal seiner Überzeugungen versteht. Wer sich jedoch den Einzelheiten, den angeblichen Randerscheinungen des Vergangenen aussetzt, gerät in einen menschlichen Irrgarten, der die eigenen Gewissheiten ständig gefährdet. Geschichte erfordert Demut und hält nur die eine Lehre bereit: Niemand steht auf der sicheren Seite.“ ( S. 246f ) Danke für’s Blog.
Das letzte Gedicht lockt zum Weiterspinnen, freundlicher koslowski: Was passiert mit einem Gedicht in der FreitagCommunity? Brummt es ungelesen vor sich hin?
Nach Szymborska: Wenn es nur "durchgelesen" wird oder sein(e) Autor(in) seine Existenz vorzeitig beendet. Jedenfalls scheitert es nicht, wenn der Autor/die Autorin scheitert, ihm eine Sprache und eine Form zu geben.
Warum sie an Barack Obama hassen, was wir lieben. 2012 steht in den USA im Zeichen des Präsidentschaftswahlkampfs und auch Europa schaut gespannt zu. Christoph von Marschall erklärt die unterschiedlichen politischen Kulturen dies- und jenseits des Atlantiks und entlarvt typische Vorurteile auf beiden Seiten
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