koslowski

Was soll's?

19.01.2012 | 12:26

Auch ein Jahrestag

Bei so vielen Jahrestagen ( 18.Januar 1871: Proklamation des Deutschen Kaiserreichs in Versailles – 20. Januar 1942: Organisation des Völkermords an den europäischen Juden auf der Wannsee-Konferenz ) soll auch dieses noch gedacht werden:

 

Heute vor 93 Jahren, am 19.Januar 1919, wählten die Deutschen die verfassungsgebende Nationalversammlung für eine demokratische Republik. Die Wahl beendete die revolutionäre Phase nach Waffenstillstand und Zusammenbruch des Kaiserreichs.

Die SPD ging aus der Wahl als stärkste Partei hervor. Sie hatte am Tag zuvor in ihrem Zentralorgan „Vorwärts“ erklärt:

„Wir sind davon überzeugt, daß die kapitalistische Ordnung, die wenige zu Herren über den gesamten Wirtschaftsprozeß macht, abgelöst werden wird durch die sozialistische, die die gesamte Volkswirtschaft nach den Interessen der Allgemeinheit umgestalten und damit das Volk zu einer höheren Stufe des Wohlstandes und der Kultur emporführen wird.“

Heute

( ein Weltkrieg und einige Weltwirtschaftskrisen später, nach Aufstieg und Fall von Faschismus und real existierendem Sozialismus, nach Triumph und Krise des globalisierten Kapitalismus )

 könnte die „Kommunistische Plattform“ in der Partei DIE LINKE diesen Sätzen wohl zustimmen. Die „Occupy“-Bewegung nähme wohl Anstoß daran, dass ausgerechnet der Sozialismus der Ausweg sein soll. Das Feuilleton der FAZ könnte versucht sein, in Erwägung zu ziehen, ob die Linke vielleicht doch Recht ( gehabt ) habe. Die gegenwärtigen Vertreter der SPD würden etwas genervt und peinlich berührt abwinken und zur Rechtfertigung des antikapitalistischen Pathos der alten Genossen auf die Zeitumstände verweisen.

Und ich ? Bin ratlos.

 

 
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Kommentare
Streifzug schrieb am 19.01.2012 um 12:49
Ich bin davon überzeugt, dass der Freitag die Bild ablösen wird.

Und nu?
koslowski schrieb am 19.01.2012 um 12:59
"Und nu?" - Wirst du in 93 Jahren mit deinen Prognosen nicht besser dastehen als der Vorwärts. Hoffe ich mal.
Streifzug schrieb am 19.01.2012 um 13:16
Prognosen, genau. Unverbindliches Gerede, richtig.
Aber Wirklich Ernst machen? Ach du Schreck. Wo wir uns doch so schön eingerichtet haben. In der Macht. Im Wohlstand. Im Eigentum. Im Beruf. Im Haus. Nun gut, es kriselt etwas, Gott sei Dank bei uns weniger als bei anderen, sollen die doch den Gürtel enger schnallen, die Faulpelze, diese Griechen die. Wir machen jetzt erst mal wieder in Rot-Grün. Wird schon. Oder?
koslowski schrieb am 19.01.2012 um 13:32
"Wir machen jetzt erst mal wieder in Rot-Grün" - Etwas Besseres wird bis 2013 wohl nicht zu haben sein. Und dann macht der FREITAG Ernst und konkurriert mit BILD um die Hegemonie im Boulevard.
Streifzug schrieb am 19.01.2012 um 13:54
Der passende Teaser: Klaus macht Ernst
DandelionWine schrieb am 19.01.2012 um 14:04
Alles Quatsch. Bis 2013 wir BILD vom FREITAG übernommen und nach einigen linguistischen Metamorphosen unter dem Namen Freibier für alle bekannt.
Streifzug schrieb am 19.01.2012 um 14:06
Less Frei. More Bier.
Rosa Sconto schrieb am 19.01.2012 um 20:07
Trotz Eurem Optimismus bezüglich dem Freitag, ich bin auch jetzt noch ratlos. Schmunzelnden Dank für den "friendly reminder" Koslowski.
goedzak schrieb am 19.01.2012 um 14:15
"Sozialismus oder Barbarei!" - Datt stümmt januma! Selbst die CDU hatte damals kurz nach'm 'Zusammenbruch' fümmunfürzich ihren hellen Moment, wo sie das erkannte.

(Gemurmel im Hintergrund: Sollickhiajetznochnsmeiliihdrannpappen?)
DandelionWine schrieb am 19.01.2012 um 14:23
"(Gemurmel im Hintergrund: Sollickhiajetznochnsmeiliihdrannpappen?)"

Das habe ich jetzt nicht verstanden... Du murmelst selbst in Deinem Hintergrund? Und wen schickst Du in Dein Vordergrund, um Dich zu vertreten?
goedzak schrieb am 19.01.2012 um 14:45
Nee, da hat bloß jemand auf meinen Account-Anrufbeantworter gesprochen. Nicht rückzuverfolgen.
Georg von Grote schrieb am 19.01.2012 um 14:48
Währte nicht lange, diese Erhellung, schließlich gabs ja danach "Freiheit statt Sozialismus".
Ich frage mich, wo wir heute wären, wenn Geissler damals "Freiheit statt Kapitalismus" gewählt hätte. :-)
koslowski
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