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Gestern starb in einem Hospiz M., 71 Jahre alt. Er lebte in meiner Nachbarschaft und starb an Krebs.
Obwohl wir seit 28 Jahren in derselben Straße wohnten, lernte ich ihn erst in den letzten Monaten näher kennen, als ich ihn bei gutem Wetter ein-/zweimal in der Woche auf seinem Gang mit dem Rollator durch unser Viertel begleitete.
Es kam vor, dass er mich nicht erkannte, denn er litt an fortschreitender Demenz. Dann hielt er mich für einen Mitarbeiter der katholischen Kirchengemeinde und erzählte mir von seiner Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod.
Er war stolz auf seinen Titel ( Oberpostrat ) und seine beiden Söhne, aus denen etwas geworden sei.
Er liebte seine Frau, die eine gute Mutter seiner Kinder gewesen sei.
Er hasste die Linken, zu denen er auch die Sozis zählte, und die Gesamtschule.
Er beklagte sich über die vielen Muslime in der Stadt, die, wie er meinte, nicht zu „unserer Kultur“ gehörten.
Ich trauere um ihn.
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:(
War doch gut, dass Du ihn begleitet hast. Es gibt natürlich auch für mich eine Menschlichkeit jenseits der politischen Einstellungen , davon unbenommen denke ich natürlich weiterhin über Muslime, unsere Kultur und Linke anders als M., den ich ja nie kennengelernt habe. Viel Stärke für Deine Trauer. Deine Familie wird Dir sicher helfen, hoffe ich. Herzliche Grüße por |
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Geehrter Koslowski,
ich verstehe Ihren Blogtext nicht recht: Die Zeilen Er hasste die Linken, zu denen er auch die Sozis zählte, und die Gesamtschule. Er beklagte sich über die vielen Muslime in der Stadt, die, wie er meinte, nicht zu „unserer Kultur“ gehörten. machen eine zunächst scheinbar private (damit legitime) Trauerbekundung zu einem politischen Statement, das Sie in unangenehmer Schwebe lassen. Es könnte ein persönliches, vielleicht eitles Statement sein, "seht her, ich trauere auch um Leute mit konträren politischen Ansichten" es könnte ein Signal sein, dass Sie mit dem Verstorbenen nicht nur vier Wochen gemeinsam spazieren gegangen sind, sondern auch seine politischen Anschauungen teilten. Ich will Ihnen weder das eine noch das andere unterstellen, aber so ist die Stimmung, die Ihre kleine Schilderung eben noch anrührte und mindestens als erzählte Geschichte - wahr oder nicht wahr - funktionierte, durch den Text selbst wieder zerstört. Diese Zeilen könnten keine private Trauer erklären, die in vier Wochen Miterleben sich hätte gründen können, was sie ausdrücken (könnten) wäre dafür auch nicht nötig. mfg Uwe Theel |
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Demente alte Menschen können schon sehr zu Herzen, aber auch auf die Nerven gehen.
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Korrektur des letzten Satzes
Diese Zeilen könnten keine private Trauer erklären, die in vier Wochen Miterleben sich hätte gründen können. (Rest gestrichen) U.T. |
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Werter Herr Theel, all das und noch viel mehr könnte man in koslowskis Zeilen hinein interpretieren. Man könnte aber auch einfach das nehmen, was da steht.
Ein Kurzportrait des alten Mannes und seiner Ansichten, den er erst in den letzten Monaten kennengelernt hatte und mit dem er ein- bis zweimal pro Woche spazieren ging. Wie lange muss man denn einen Menschen Ihrer Ansicht nach kennen, damit man um ihn trauern darf? Ich habe auch schon um Menschen getrauert, die ich gar nicht kannt, z.B. Titta. Ist das nicht legitim? @koslowski Herr M. war kein Held und nichts Besonderes, er war ein Mensch. Ein alter Mensch, der viel in seinem Leben gesehen und geleistet hat und unter anderen Maßstäben als wir heute erzogen worden ist. Er verdient Ihre Trauer. Schon allein deshalb, weil er ein Mensch war. |
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@S. Steinebach
Danke. |
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@Uwe Theel am 23.08.2011 um 12:30
Lieber Uwe Theel, mein Text ist keine fiktive Geschichte; ich habe ihn geschrieben und hier eingestellt, weil mir meine Trauer um M. selbst nicht recht verständlich ist. Ist es Eitelkeit, die mich veranlasste, meine Trauer öffentlich zu machen? Das will ich nicht ausschließen. Ich denke darüber nach und werde , wenn ich Ihnen Recht geben muss, das Blog löschen. Gruß koslowski |
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@ koslowski 23.08.2011 um 13:56
Lieber Koslowski, es bestet m.E. kein Anlass Ihren Blog zu löschen, selbst wenn meine Lietraturkritik "recht" hat. Ihr Text, wiewohl auf einer "wahren Begebenheit" (Ihrer Begegnung mit M.) beruhend, ist im Augenblick Ihrer Niederschrift zum (fiktionalen) Text geworden. Nur den habe ich kritisiert, damit also die Fiktion (im positiven logischen Sinne genommen), die die Realität in ihrem Text (als Interpretatation Ihres eigenen Erlebens durch sie selbst angenommen hat, was nicht identisch mit Ihrer Person ist, die hier so nicht zur Kritik ansteht. Ein weiterer Grund den Text und seine Kommentare nicht zu löschen, sehe ich darin, dass in Ihren Blogs von Ihnen immer wieder der ernsthafte Versuch gemacht wird, Realität in literarische (?) Miniaturen zu fassen, die (vielleicht) etwas mehr mitteilen als nur ein äußeres Geschehen. Die Kommentare, die Ihnen dabei widerfahren sind in aller Regel unaufgeregt und auf die Schwierigkeiten oder das Gelingen dabei gerichtet, diskutieren es. Das sollte, kann m.M. nach für beide Seiten fruchtbar sein und sollte im Gelingen, wie im weniger Gelingen für die, wenn auch nur kleine Versammlung der Interessierten dokumentiert bleiben können. Ich wünsche Ihnen Glück mit Ihrem Projekt. Mit freundlichen Grüßen Uwe Theel |
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@ S. Steinebach schrieb am 23.08.2011 um 13:00
Werter Herr Theel, all das und noch viel mehr könnte man in koslowskis Zeilen hinein interpretieren. Man könnte aber auch einfach das nehmen, was da steht. Werte Frau Steinebach, es soll mein erstes Argument nicht sein, dass das Interpretieren von Texten etwas ist, das ich nicht nur von der Pieke auf gelernt habe sondern auch praktiziere. Gleichwohl kann ich Ihnen sagen, dass ich Koslowskis Text "genau so genommen habe, wie er da steht" und bevor sie mir da nur überschlaues Sinnzuschreiben zuschreiben, würde ich Sie bitten, mir zu entfalten, was dieser Text in genau ihrem Sinne der Interpreation verlöre, wenn die von mir inkriminierten Zeilen nicht Teil des textes wären. Ich behaupte er würde stärker und trüge "ihre" Interpreatation, die ich in meiner ursprünglichen Kritik gerade "retten" wollte, wenn ich das so sagen darf. mfg ut |
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Wahrhaft christliche Nächstenliebe manifestiert sich im
11. Gebot : Du sollst nicht trauern um demente Alte mit poltisch debilen Ansichten. Empfangen, ins Brett vorm Kopf geschnitzt und weitergegeben von Marxmoses U.T. |
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@ born2bmild schrieb am 23.08.2011 um 14:21
12. Gebot für borntbmild: Du sollst nicht trinken zuviel des zu milden Kaffees, sonst, denn es scheint Dir den geistigen Durchblick umgekehrt proportional zur Luzidität des Blümchenkaffees in Deiner Tasse zu trüben: Wenn Euer Geistigkeit lesen und verstehen könnten, dann habe ich gerade die Trauer, die ich als persönlich private anerkannte und anerkenne, als vom Text getragenenen Ausdruck retten wollen, indem ich deren Konterkarierung mit dem überflüssiggen Attribut, nicht weiter vom Text im Sinne des gewünschten Ausdrucks eingebautem politischem Gehalt kritisierte, nicht aber die Trauer, oder deren Ausdruck verbot ich. How silly can one get? |
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@Theel
Meistens ignoriere ich Ihre leerreichen Wortanhäufungen, ab und an bieten sie mir mit ihrer unfreiwilligen Komik auch Anlass zum Schmunzeln. Wenn Sie aber den Beitrag des von mir wegen seiner Miniaturen sehr geschätzten koslowski zum Anlass nehmen, hier Ihre säuerliche Magermilch der marxfrommen Denkungsart zu verschütten, muss ich als Mensch von Lebensart & Geschmack doch etwas aufwischen. Also, wisch und weg! |
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@ born2bmild 23.08.2011 um 15:15
Meistens ignoriere ich Ihre leerreichen Wortanhäufungen Dann darf ich freundlich bitten, sich an Ihren Vorsatz dauerhaft zu halten und hier die Diskussion nicht mit Polemik zu vergiften. Aber zum Mitschreiben: Ich habe die im Text thematisierte Trauer nicht "verboten" im Zusammenhang mit "dementen Alten" schon zweimal nicht und auch nicht aus "politischen" Gründen. Sie unterstellen meinem Text hier aus durchsichtigen Gründen einen Aussage, die dort nicht ausgedrückt wird. Bleiben sie bei Ihrem dünnen Kaffee |
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Lieber koslowski,
gratuliere zu ihrem Text, gerade weil er sich in der Schwebe befindet. Mit nichten kann man Ihnen unterstellen, hier Werbung für die politische Einstellung des Herrn M. getrieben zu haben. Nicht ansatzweise. Ich spüre da eher ein Bedauern, den alten Herrn nicht eher kennengelernt zu haben, um vielleicht auch noch andere Seiten an ihm - die es sicher auch gab - kennen zu lernen, oder um ihn gar einmal einzuladen, türkisch essen zu gehen. Ihr Text beeindruckt sehr - bitte auf keinen Fall löschen!!! Kann den geschätzten Uwe Theel, diesmal nicht nachvollziehen!!! Allerbeste |
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@ Ullrich Läntzsch schrieb am 23.08.2011 um 15:02
Mit nichten kann man Ihnen unterstellen, hier Werbung für die politische Einstellung des Herrn M. getrieben zu haben. Nicht ansatzweise. Mit Neffen, Ich bitte doch genau zu lesen, geehrte Frau Läntzch: Ich schrieb wörtlich: "... es könnte ein Signal sein, dass Sie mit dem Verstorbenen nicht nur vier Wochen gemeinsam spazieren gegangen sind, sondern auch seine politischen Anschauungen teilten. Ich will Ihnen weder das eine noch das andere unterstellen, ..." Von "Unterstellung politischer Werbung" keine Spur. Ich hoffe also, hinsichtlich Ihrer Wertschätzung wieder die ursprüngliche Zuschreibung zu gewinnen. mfg ut |
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Korrektur:
Entschuldigen Sie Herr Läntzsch, dass ich Sie mit "Frau Läntzsch" ansprach. Gruß Uwe Theel |
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Lieber Uwe Theel,
Frau Läntzsch - geschenkt. Vielleicht hätte zwei Kommentare schreiben sollen. Ich habe erst meine Punkte allgemein aufgeführt und dann Sie angesprochen. Bewußt. Warum ziehen Sie sich den Schuh an. Allerbeste |
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@ Ullrich Läntzsch am 23.08.2011 um 15:55
Lieber Herr Läntzsch, die Threadstruktur des freitag ist nicht sehr nutzerfreundlich, man verliert trotz kompletten Mitlesens doch manchmal Überblick. Den Schuh zog ich mir an, weil ich der einzige war, der explizit von "Unterstellung, die nicht gemeint sei" sprach und zudem das Problem der "Aussage des Textes gegen den Autor" ansprach, was z.B. ein Schreiber wie born2bmild offenbar gar nicht verstanden hat. Falls Sie Interesse haben, bitte ich dann zur Verdeutlichung meine nachgestellten Kommentare vom 23.08.2011 um 14:43 Uhr an Koslowski und um 14:53 an Frau Steinebach zu lesen. mfg Uwe Theel |
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Lieber Uwe Theel,
ja, vielleicht habe ich den ganzen Thread zu schnell gelesen, und Ihre Worte für den Grundtenor desselben gehalten. Daher las ich noch einmal auch Ihre Zeilen "Die Zeilen [...] machen eine zunächst scheinbar private (damit legitime) Trauerbekundung zu einem politischen Statement, das Sie in unangenehmer Schwebe lassen." Ist dies nicht eigentlich ein Paradoxon? Einerseits werden die Zeilen zum politischen Statement, andererseits bleiben sie in der Schwebe. Letzterem sehe ich ebenso. Und gerade diesen Schwebezustand, der zwar die politische Interpretation ermöglicht, sie aber, vor allen wenn man den emotionalen Subtext wahrnimmt, dann aber doch konterkariert, diese Qualität fand ich so besonders. Ohne jede Anmaßung würde ich Sie gern bitten, Ihre Interpretation daher noch einmal zu hinterfragen. Allerbeste Ullrich Läntzsch |
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@ Ullrich Läntzsch 23.08.2011 um 16:54
Ich verdeutliche meine Kritik: Der Schwebezustand in dem der Text verbleibt wäre nicht an und für sich irgendein Problem für den Text oder den Leser. Das Problem ist "warum", "Was" genau "wie" in der Schwebe bleibt. Die Kritiker meiner Kritik unterstellen auf unterschiedliche Art, ich hätte die Trauer des Ich-Erzählers, seine Beweggründe in Frage gestellt, gar behauptet, er dürfe nicht trauern. Ich tat twas ganz anderes: Ich habe Bewegründe, für die Trauer mich überzeugende, und weniger mich überzeugende "angenommen", um den Text zu prüfen, wie er "Funktioniert" um zu finden, dass Koslowski eigentlich überhaupt keine "Gründe" angibt, warum der Ich-Erzähler trauert, sondern uns einfach die Zeitspanne der Bekanntschaft erzählt wird und kurz in Schlichtheit gesagt wird, dass er trauert, um den Leser mit dieser Impression wieder alleine zu lassen. Alleine durch diese Konstruktion würde der Leser in der Schwebe gelassen, der Text bietet ihm keine Hilfe, wirklich zu erfahren warum K. trauert, aber als Mensch können wir es nachvollziehen. Alles weitere fände in unserem eigenen Leben (als Leser) statt, träte für uns so ein Fall ein, müßten wir unsere eigene Lösung finden, der Text empfiehlt garnichts, verbietet auch nichts, er bleibt, wie gesagt in der Schwebe. Das könnte man ihm zum Vorwurf machen, wäre man Lösungsfantiker. Ich habe Koslowski dies aber nicht zum Vorwurf gemacht. Sein literarischer Fehler war mir, dass er in zwei Zeilen "zu konkret" wurde: Er eröffnete der Interpretation Tore (vgl meine ursprüngliche Kritik, dort die beiden "Unterstellungen") die durch denText aber nicht getragen werden können, daher jetzt aber Spekulation herausforderte, ohne dadurch eine gewiß seiende Interpretation gewinnen zu können. Dieser Schwebezustand der ungewissen Spekulation nun macht, dass der Text nicht mehr funktioniert. Er ist zu unterscheiden von dem Schwebezustand eines grundsätzlichen Einverstandnisses bezüglich der Gewißheit über den Tod eines Menschen trauern zu können ohne konkrete Gründe zu haben. Wie weit, oder wie lange diese Trauer trägt, ist eine andere Frage, aber auch diese wird von der Geschichte nicht mehr gestellt. Nimmt man, wie gesagt die beiden von mir genannten Sätze aus dem Text heraus, funktioniert er genau in dem Sinn, wie mir vorgeworfen wurde, dass ich ihn nicht funtionieren lassen wollte. Koslowski schreibt hier im Blog keine (Entwicklungs)Romane, sondern Impressionen aus dem "Leben", die "manchmal Literatur" werden. In diesem Sinne einen schönen Abend zusammen Uwe Theel |
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Lieber Uwe Theel,
Sie sagen "Die Kritiker meiner Kritik unterstellen auf unterschiedliche Art, ich hätte die Trauer des Ich-Erzählers, seine Beweggründe in Frage gestellt, gar behauptet, er dürfe nicht trauern." Als explizite Antwort für meinen Betrag finde ich dies unseriös und entspricht nicht ihrem Niveau, das ich sehr schätze. Denn nein, derlei habe ich nie, auch nicht implizit ausgedrückt. Die Frage, ob ein Text funktioniert, kann meines Erachtens auch kein Kritiker als objektives Kriterium für sich reklamieren. Ich stimme Ihnen ausdrücklich zu, wenn Sie feststellen, " Text bietet ihm keine Hilfe, wirklich zu erfahren warum K. trauert, aber als Mensch können wir es nachvollziehen." Sie heben das WARUM fett hervor, was ich als das von Ihnen herausgestellte zentrales Manko interpretiere. Sehen Sie, genau dies ist es, was ich goutiere. Genau dadurch erreicht der Text für mich tatsächlich eine Universalität, die er eben nie erreichen könnte, würden individuelle Befindlichkeiten der Trauer, sprich Gefühle, in Worte gefaßt werden. "... der Text empfiehlt garnichts, verbietet auch nichts ..." Um Himmels willen, was kann den empfohlen werden, was verboten. Das ist es ja, was so viele Grabreden so uferlos peinlich macht. Genau der Versuch, was auch immer zu empfehlen. In seiner Trauer ist letztlich jeder Mensch genauso verdammt allein, wie beim sterben. "Das könnte man ihm zum Vorwurf machen, wäre man Lösungsfantiker." Was heißt dies nach den ersten fünf Absätzen, die Ihre Kritik verdeutlichen sollen? Haben Sie da vielleicht im Schreiben selbst gemerkt, so nicht? - so wirkt es zumindest auf mich. "Sein literarischer Fehler war mir, dass er in zwei Zeilen "zu konkret" wurde: Er eröffnete der Interpretation Tore" Ja wie nun, zu konkret und dadurch werden interpretatorische Tore aufgestoßen. "... die durch denText aber nicht getragen werden können, daher jetzt aber Spekulation herausforderte, " Ich folge der Aufforderung in der ursprünglichen Kritik nachzusehen ... die im übrigen mit dem Bekenntnis beginnt: "ich verstehe Ihren Blogtext nicht recht" ... Als wesentlicher Punkt der Kritik erscheint mir ihr Vorwurf, "Die Zeilen []machen eine zunächst scheinbar private (damit legitime) Trauerbekundung zu einem politischen Statement" Richtig die eindeutige politische Standortbestimmung bleibt aus. Nur ist der ganze Text von einer derartigen Menschlichkeit getragen, das ich mir keine unmenschliche Einstellung des Autoren vorstellen kann. Sie auch nur ansatzweise, ohne eindeutigen Beleg auch nur anzudeuten, dies ist für mich nicht nachzuvollziehen. Allerbeste - auf jeden Fall Ullrich Läntzsch |
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@ Ullrich Läntzsch am 24.08.2011 um 20:50
Lieber herr Läntzsch, sie rennen bei mir doch offene Türen ein. Das Mißverständnis am Anfang zwischen uns war doch schon ausgeräumt, was kramen sie es jetzt wieder hervor? Den einzigen Kritiker, den ich explizit nannte war born2bmild, der aber eigenentlich unter jeder Kritik war. Was die Kritik an sich betrifft, so gebe ich ihnen Recht: Wenn man zu lange zuviel vom Guten ißt, dann wird es auch zu viel oder gar ungenießbar. Ich hätte mir sehr gewünscht, ich hätte auf meine Erklärung meiner Kritk verzichtet,, aber die Verhältnisse, die sind nun einmal so ;-) Koslowski war übrigens schlau: Er hat seine Geschichte nicht versucht, auch noch selbst zu erklären. In diesem Sinne. Einen Guten Abend Uwe Theel |
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Mein Blog werde ich nicht löschen, denn es hat sich ja zwischen Uwe Theel und Ullrich Läntzsch eine ernsthafte Diskussion über seine Qualitäten und Defizite entwickelt. Ich würde ihn jedoch nicht noch einmal ins Netz stellen, denn der Eindruck, ich benutzte den Tod von M. zur Selbstdarstellung als guter Mensch mit literarischen Anspruch, ist mir peinlich.
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Lieber Herr Koslowski,
habe nach dem Schreiben des letzten Kommentars noch einmal nachgedacht und bin zu der spannenden Frage gekommen, wie weit Freundschaft zwischen politisch oder religiös weit differierenden Menschen möglich ist. Mein bester Freund ist wahrer Katholik - diametraler zu mir geht es kaum. Es ist also möglich. Dann erinnerte ich mich an das Buch Die Troika von Markus Wolf, das seinerzeit mit eben jener These einer großen ideologieübergreifenden Freundschaft auch noch zwischen 3 Männern verkauft wurde. Es war ein leeres Versprechen. An diese fast vergessene Geschichte erinnerte mich mit Ihrem Text. Ich vermute, Ihnen könnte so eine Freundschaft auch gelingen. Allerbeste Ullrich Läntzsch |
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@Ullrich Läntzsch am 25.08.2011 um 15:33
Eine dauerhafte Freundschaft wie Ihre zu dem katholischen Freund gelänge mir vielleicht dann, wenn die Haltungen jenseits der ideologischen Positionen nahe beieinander wären - Selbstironie, fünf gerade sein lassen können, naive Menschenfreundlichkeit und sich selbst und anderen Gutes tun, zum Beispiel. Ich danke Ihnen für Ihre Kommentare und wünsche ein heißes Wochenende. Koslowski |
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Nichts ist vergleichbar.
Und weil mich dieses Diktum zuweilen etwas stört, vergleiche ich jetzt einfach mal: "M. ist tot" von koslowski empfinde ich in seiner kargen Äußerlichkeit als gut gelungen. Der Text erinnert mich vage an Ferdinand von Schirachs "Verbrechen". Mir hat auch gefallen, dass koslowski dem Verstorbenen keine verbale Brücke in Richtung "Gutmensch" gebaut hat. Ich habe - anekdotenhaft - mit solcherart Ende gerechnet. |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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