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Heute vor hundert Jahren wurde mein Vater geboren. Als Kind liebte ich ihn, weil er mein Vater war. Aber er war still und müde, wenn er von der Arbeit kam. Darum suchte ich mir andere Helden, denn ich wollte die Welt verstehen und meinen Platz in ihr finden:
Opa Peucker, der in den 20er Jahren in Oberschlesien mit den Polen seine „Volkstumskämpfe“ ausgefochten hatte und nun als Flüchtling bei meinen Eltern in einem ostwestfälischen Dorf eine Unterkunft gefunden hatte;
Onkel Ernst, der in den masurischen Sümpfen gegen den Bolschewismus gekämpft hatte und vermisst war, wahrscheinlich tot;
Onkel Heini, der, über England abgeschossen, den Absturz seines Bombers überlebt hatte, noch während des Krieges nach Deutschland zurückgekehrt war und nun mit zerschossenen Knien im Nachbarort lebte;
Onkel Heinz, der jüngste Bruder meines Vaters und Erbe des kleinen Hofes, im Herbst 1944 zur SS eingezogen, verletzt, vorerst gerettet mit einer Transfusion von Blut einer falschen Blutgruppe, von den Engländern im Frühjahr 1946 beim Pflügen auf dem Feld verhaftet, inhaftiert, entlassen, nun an einer Thrombose in der Knechtkammer langsam sterbend;
Onkel Hermann, der auf Familienfeiern, wenn die Frauen sich nach dem Essen in die Küche zurückgezogen hatten, so spannend von seiner Zeit als Kriegsgefangener in Workuta und vom Bolschewismus erzählte.
Kein Held ( leider ) mein Vater: der hatte sich 1945 bei Hohenlimburg von schwarzen (!) US-Soldaten einfach entwaffnen lassen. In den späten 50er Jahren fand ich beim Spielen auf dem Boden unseres Hauses seine Entnazifizierungsakte ( Kategorie IV: "Mitläufer" ).
Als ich lesen konnte, verblassten die Helden meiner Familie. Winnetou und Old Shatterhand, Rolf Torring, Sigurd, Tom Prox und Billy Jenkins beschäftigten meine Phantasie.
Meine alten Helden stürzten 1954 im Wankdorf - Stadion in Bern. Die neuen Helden ( nach meiner Erinnerung ): Turek – Posipal, Kohlmeyer – May, Liebrich, Eckel - Rahn, Fritz Walter, Otmar Walter, Schäfer, ???
Viele Zufälle machten mich zum Schüler eines humanistischen Gymnasiums in der Kreisstadt: Fahrschüler, „Für Ihren Sohn ist der Sprung vom Humus zum Humanismus zu groß“, viele unregelmäßige Verben, Versammlung aller Schüler am 17.Juni in der Aula: „Dreigeteilt? Niemals!“
Und neue Helden:
der Erdkundelehrer, der immer bereit war, uns die Geschichte seines Überlebens im Schützengraben in Flandern ( 1.Weltkrieg ) zu erzählen,
Gottfried Benn wegen vieler geheimnisvoller Verse,
ein Deutschlehrer, der im Krieg einen Arm verloren hatte und uns Camus ( „Die Pest“, „Der Fremde“ ) und den Existenzialismus erklärte;
der Jazz, der unseren Musiklehrer in Rage brachte: „Wir haben vor Stalingrad die deutsche Kultur verteidigt und ihr – ihr hört diese Niggermusik“; erst Louis Armstrong und Sidney Bechet, dann bald Gerry Mulligan und Charlie Parker;
ein Freund, der mit Hilfe seines Vaters Bilder des verhassten Mathelehrers in SA-Uniform aufgetrieben hatte und glaubhaft zu berichten wusste, wie es war, mit einer Frau zu schlafen.
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Wo hast Du eigentlich Deinen 1-Sternchen-Stalker her, koslowski? Ich schätze ja, das ist eine Maschine, auf Automatik-Modus gestellt. Andernfalls müsste man den Menschen, wenn es einer ist, für einen Idioten halten.
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So, für die Nachmirlesenden, ich gebe jetzt fünfe. Zu dem Zeitpunkt, wo ich dies tue, steht oben aber erst einer.
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Ach nun ja, Einsterne-Trolle kann man sich hier doch schnell einfangen - manchmal reicht es, jemandem irgendwann mal in der Sache widersprochen zu haben.
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P:S. Ich habe keine Sternchen verteilt - sehe schon wieder nur zwei. Ist nicht von mir! Ich finde den Text anregend, aber auch nicht so gelungen, hätte man, wenn man wollte, sehr viel mehr draus machen - meine Wertung wär also eher in der Mitte.
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Was die Tanten damals in der Küche zu erzählen hatten, hat ja in der guten Stube keiner gehört.
Ich schätze aber, nicht lange nach der Zeit, als der Freund "glaubhaft zu berichten wusste, wie es war, mit einer Frau zu schlafen", hat koslowski dann auch Heldinnen kennengelernt. Meine erste Heldin war meine Großmutter. Die hat mir viel vorgelesen, was meine Eltern nie taten. |
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Eben. Das geht schon. Mein großer Held war mein Opa. Aber auch Tanten, Nachbarinnen, Lehrer etc. (meine Familie war nicht groß).
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Meine Heldin, da war ich sieben, hieß Frollein Kendziorra, meine Klassenlehrerin. Ich mochte sie so sehr, dass ich sie verstehentlich mal während des Unterrichts als Mami ansprach. Alle lachten, das ärgert mich heute noch.
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Ja! Ob sie meine erste Heldin war, weiss ich nicht,
aber in meine erste Klassenlehrrerin war ich unsterblich verliebt...... übrigens erzählt meine Mutter noch heute mit einem feinen Lächeln, dass sich bei dieser jungen Lehrerin erstaunlich viele Väter zum Elternabend einfanden (in den sechzigern eher selten...) |
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Es ist immer wieder schön, wenn ich feststelle, dass ich mit meinen Gedanken nicht allzu alleine bin...
Wer sind Ihre Heldinnen, koslowski? Ein Leben ohne Heldinnen stelle ich mir ziemlich einseitig und beschränkt vor. Das erklärt so einiges... |
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Na, da muss man nicht mal Soziologin sein um zu sehen, dass die frühe Prägung Auswirkungen auf das spätere Frauen- / Männerbild hat. Ich bin sehr froh, dass das bei mir sehr gemischt war, und gerade mein Opa z.B. der gütigste und herzlichste war, eigentlich so die klassische Frauenrolle. Auch die anderen Männer, die ich als Vorbild gesehen habe, waren gütig und warmherzig.
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Zusammengefasst:
"Wer als Kind keine weiblichen Helden hat, ist kein ganzer Mann." ? |
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@merdeister
So etwa. |
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Meine erste Heldin war eine Frau, sie backte in der Küche des Hortes, in dem ich mit anderen meine Nachmittage verbrachte, große Bleche mit Zwetschgenkuchen und schon der Geruch, der so um die Ecke schwebte, versetzte uns Knülche ins Delirium. Sie war rundlich gebaut, immer fröhlich, freute sich, wenn ihre Produkte friedliches Mampfen hervorriefen und manchmal durfte man ihr in der Küche helfen, was für uns eine Ehre war. Wohlsein und Wohltun - das war ihre Devise, später musste ich erkennen, dass sich nicht alle an diese schlichte Glücklichsein-Wahrheit halten.
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Danke, lieber Koslowski.
Bei den Wankdorf-Helden fehlt Max Morlock. Als Held kleiner querformatiger Heftchen hätte ich noch Akim anzubieten, ein Tarzan-Wiedergänger. Zu Sigurd habe ich nur zwei Bildchen in Erinnerung. Ein feindlicher Pfeil hätte ihn ins Herz getroffen, ich wäre fast mit ihm gestorben. Aber genau dort hin war sein Amulett verrutscht, es rettete Sigurd. Im nächsten Bild sagte Sigurd "oh". |
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"Meine Helden" hat jetzt schon 4 Sternchen, geht doch
;-) |
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Vergessen den Oberleutnant der großdeutschen Wehrmacht, den es vom Kumpan Horsti Schmandhoff an die Seite des scheinbar mehr Demokratie wagen wollenden Willy Brandt führte, den Nachrüstungshelden und nun auf seinen Zigarettenrauchwolken schwebenden Weltstaatsmann und Per S.- Promoter, den real existierenden Sozialdemopragmatiker Heldenmut Schmidt?
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@alle : Danke für Kommentare, Sternchen und "Helden"-Geschichten
@goedzak: Das geht, dass ein Automat ein Sternchen verteilt? Enttäuschend. Ich war immer froh, wenigstens die Aufmerksamkeit dieses Sternenkriegers gefunden zu haben. Deine Vermutung über spätere "Heldinnen" in meinem Leben ist zutreffend. @popkontext: Ich war ein Junge, der seine Vorbilder unter Männern suchte. Die Heldin meiner jungen Jahre war meine Mutter, die mir Wärme und Zuwendung gab, mich zum Gymnasium trieb und mich nach dem Abi klaglos in die Welt ziehen ließ. @weinsztein: Ja, Max Morlock aus Nürnberg! Danke. @born2bmild: Horsti Schmandhoff - die Helden aus meiner Familie waren anders: die waren gefallen oder kaputt aus dem Krieg gekommen. Willy war einer meiner Helden in den 70ern, Helmut Schmidt nicht, aber der hat meinen Vater dazu gebracht, einmal in seinem Leben SPD zu wählen. Heute finde ich den alten Smoky und Bambi-Preisträger ziemlich cool. |
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Jeder kann ein Held sein, manchmal auch nur für fünf Minuten....
danke, lieber koslowski |
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Wenn Sigurd, Akim, Kriegsversehrte und Nachkriegskicker im Dienste Herbergers, dann noch Willy Brandt, bzw. Helmut Schmidt, um nur einige der hier Genannten zu nennen in eine Kategorie fallen, Achill aber wieer fehlt, während Horsti Schmandhoff, den F.-J.D. nie als solchen sah, wieder da ist, dann wird das Reden über Helden ziemlich uninteressant, auf jeden fall wirr, keineswegs heldenmäßig klar.
Warum redet man(n) überhaupt über Helden? |
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Du bist auch son Held.
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Was Du nicht sagst.
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@Uwe Theel
"Warum redet man(n) überhaupt über Helden?" Guter Frage. |
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Ja, ich bevorzuge auch das Wort Rollenvorbilder. "Helden" im engeren Sinne hatte ich auch nie.
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Ok, dann wirklich ernsthaft:
Koslowski steigt ein mit den Helden seiner Kindheit: Das braucht man nicht anzuzweifeln, der kindlichen Seele sind Helden jeglicher Couleur und Größe eingängig und auch notwendig. Dann steigt der Text bruchlos um auf die Helden, die plötzlich für den nun Erwachsenen gelten, dem ein Zivilisationsbruch doch ins leben hieinragt und da wären Fragen zu stellen, bzw. Geschichten zu erzählen, die der Text verschweigt. Nun muß Koslowski diese Geschichten nicht erzählen, dass ein Publikum aber auf die Struktur des Textes komplett hereinfällt und einfach Maschenreihe um Maschenreihe daranstrickt, ohne das Muster zu wechseln, das erstaunt mich doch. P.S.: Daß "weibliche Helden" nur vermißt werden, ist ein Mißklang weiterer Art, denn diese werden nur ihren männlichen Kollegen gleichgestellt und nehmen, bloß weil sie weiblich seien, deswegen keine neue oder gar fortschrittlichere Gestalt an. Wie weiblich ist Super Woman wirklich? |
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@Uwe Theel
Da hast du was missverstanden - es geht nicht darum, dass Heldinnen / weibliche Vorbilder per se "neue" oder "fortschrittlichere" Qualitäten haben, sondern dass sie überhaupt erstmal wahrgenommen werden, im Idealfall jenseits der "angestammten" Rollen als (ausschließlich) Fürsorgerinnen. Obwohl das Fürsorgliche sicher gerade bei kleineren Kindern eine große Rolle spielt, die aber genauso von Männern kommen kann - bei mir war es eben z.B. die Herzlichkeit und die unbedingte Liebe meines Großvaters, die mir wichtiger war als das leckere Essen von der Großmutter. Und ich finde es schon erstaunlich, dass bei koslowski nicht mal diese fürsorlichen Frauen aus der frühen Kindheit eine Rolle spielen - Mutter, Lehrerinnen, Tanten...oder sonstige beeindruckende Frauen, die es in seinem Leben gab, von denen er auch gelernt hat. |
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@ Popkontext am 26.11.2011 um 19:07
Liebe Barbara, Ich glaube nicht, dass ich da etwas nicht verstanden habe. Ich versuche es einmal ganz einfach: Der kindliche Heldenbegrif ist eine Machtphantasie, die dem Kind zur eigenen Erhaltung dient, da diese wirklich nicht mit eigenen Kräften möglich ist. Dem Helden, der Heldin werden die Kräfte zugeschrieben, derer man selbst auf dieser Stufe der Lebensentwicklung ermangelt. Diese Stufe wird mit dem Eintritt ins eigenverantwortliche Erwachsenenleben objektiv hinter sich gelassen, man könnte sich allenfalls noch als Held seiner selbst oder der seiner Kinder fühlen, aber selbst keinen mehr "über sich" brauchen. Dass dies realiter anders ist, erklären uns u.a. die Psychologie und die Kritik der politischen Ökonomie. Damit ist klar, dass der Heldenbegriff als Selbsterhaltungsnotwendigkeit unter Erwachsenen genauso hohl ist, wie er es umgekehrt als Legitimation von Herrschaft in jedem Fall ist. Schließlich: Fürsorglichkeit an den Heldenbegriff zu koppelen, hieße in der Konsequenz, den "guten, den väterlichen, wahlweise den mütterlichen Diktator" zu legitimieren. Die eingebildeten Helden der Kindheit können für Kinder gute Vorbilder sein, müssen es aber nicht sein. Vorbilder sollten als Erwachsene unter Erwachsenen niemals echte oder eingebilde Helden sein, da Helden zum Herrschen geschaffen sind. Was den Mangel an "weiblichen Helden" betrifft, so wäre er mir gerne eine Hoffnung, dass das Weibliche tatsächlich weniger "heldenhaft" im kritisierten Sinne wäre als das Männliche. Allerdings glaube ich das auch nicht wirklich, wenn ich mir die anerkannten weiblichen Helden in der Praxis dann als "Eisernen Ladies" betrachte, die sich von einem "Eisernen Kanzler", z.B. dem "Held von Tannenberg", dann letzlich überhaupt nicht unterscheiden. Ansonsten ist es als empirisches Problem nicht anders zu erklären, als das Phänomen, dass Frauen für die gleiche Arbeit weniger Lohn empfangen als Männer. Nur Kinder brauchen Helden und wir haben darauf zu achten, dass diese nicht die Kinder daran hindern, spätestens dann, wenn sie groß geworden sind, zu Vorbildern für z.B. Fürsoglichkeit zu werden. LG Uwe Theel |
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Bleibt cool, ihr zwei HeldInnen des Kampfes gegen alles Bürgerliche bzw. Antifeministische.
Um auch mal humorlos zu werden: Wäre es nicht sinnvoller (im Sinne des Kampfes), Ihr suchtet Euch würdigere Gelegenheiten und Gegner, um loszuschlagen? |
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@ goedzak schrieb am 27.11.2011 um 03:08
"Um auch mal humorlos zu werden: Lieber goedzak, grimmig und heldenhaft genug schaut mich Dein Avatar ja an. Wie Du darauf kommst ich hätte antifeministisch argumentiert, verschweigst Du heldenhaft, wird ebenso heldenhaft wohl Dein Geheimnis bleiben. Mir hier Koslowski zum "Gegner" zu erklären um etwas zu haben worüber Du Dich, wenn auch noch wie leicht aufregen zu können, ist ohne Substanz (s. meine Antwort an Koslowsk o. vom 27.11.2011 um 12:23 Uhr). Es würde mich freuen, wenn Du einmal inhaltlich diskutieren würdest, statt andere Diskutanten nur immer ad personam zu klassifizieren. mfg ut |
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Deine bierernst-beflissenen Einlassungen, das wollte ich sagen, Uwe Theel, für die Du anscheinend jeden, auch den nichtigsten Anlass gern nutzt, sind jedenfalls hier in koslowskis thread um einen kleinen Text mit Erinnerungen und ein paar Gedanken über selbige so angebracht, wie das Instellungbringen einer Kanone gegen einen Spatz, der in einer weggeworfenen MacDonald-Schachtel rumpickt. - Daraus ergibt sich dann folgerichtig, dass ich nicht "inhaltlich" auf Deinen elaborierten Sermon eingehen werde.
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@ goedzak am 27.11.2011 um 19:30
Allein der Ton Deiner Antwort, läßt mich gerne Dir gegenüber verstummen, aber zuvor sei Dir gesagt, dass Du Dein Fremdpaternalisieren von Koslowski ruhig sparen kannst, der ist nun wirklich alleine groß. Meinen Interpreatation eines Koslowskitextes muß nun wirklich nicht mit der Deinen übereinstimmen, und wenn Du schon meine Art und Aussage der Interpretation monierst, dann bitte Butter bei die Fisch und nicht nur die üblichen antiintelltuellen inhaltslosen Hohlsprüche ohne Beleg. Wenn ich "elaboriert" formulierte, dann müßtest Du schon belgen, wie genau die von mir dort hineingestekte Arbeit (lat.: labor ) denn es zu keinem guten Ergenis gebracht habe bevor Du meine Arbeit einen Sermon nennst, was eigentlich auch nur Lateinisch ist und "Wechselrede, Gespräch; Vortrag" (lat.: sermo) bedeutet. Deine negativen Konnotationen, müßtest Du also eigentlich auch wieder erst benennen und begründen, sonst müßte ich Deine Rede mindestens "restringiert" nennen. |
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@Uwe Theel
hier geht es ja weniger um Helden in dem von dir beschriebenen Sinne, sondern *Rollenvorbilder*, an denen sich das Kind orientiert, von denen es lernt, ein ganzer erwachsener Mensch zu werden. Deshalb funktioniert auch der Begriff "Fürsorglichkeit" im positiven Sinne. Natürlich kann es auch negaive Rollenvorbilder geben, die ihre Macht gegenüber dem Kind mißbrauchen - im Zweifel beliben die aber dann nicht positiv in Erinnerung. "Weiblichkeit" und "Männlichkeit" als abstrakte Begriffe sind bekanntlich Konstrukte - die du auch in Deinen Einlassungen aufrecht erhältst. |
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"Daraus ergibt sich dann folgerichtig, dass ich nicht "inhaltlich" auf Deinen elaborierten Sermon eingehen werde."
goedzak - mein Held, mein Held...(erschauernd ab) :-)))))))))))))))))))) |
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@ Uwe Theel - "Wenn ich "elaboriert" formulierte, dann müßtest Du schon belgen, wie genau die von mir dort hineingestekte Arbeit (lat.: labor ) denn es zu keinem guten Ergenis gebracht habe bevor Du meine Arbeit einen Sermon nennst, was eigentlich auch nur Lateinisch ist und "Wechselrede, Gespräch; Vortrag" (lat.: sermo) bedeutet."
Uwe, mit Ihnen müsste man sich mal im Gebüsch schlagen. Oder meinte ich jetzt: "Ins Gebüsch schlagen"? Sie sollten Komiker werden. Oder sind Sie gar einer? Das sind doch die, die alles ganz ganz ernst nehmen. Doch, so einer sind Sie, manchmal nicht zu "schlagen", deshalb kein Gebüsch. Na nichts für ungut, bei Ihnen habe ich manchmal das Gefühl, Sie können da gar nich für, das ist mehr so zwangsläufig, Sie folgen da einem inneren Stern, vielleicht isses ja auch ein Morgenstern, (mein Gott, wie heißt der jetzt wieder mit Vornamen) |
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@ Magda am 29.11.2011 um 15:20
Liebe Magda, was Sie "meinen", das überlasse ich gerne Ihnen, auszudrücken, bzw. zu wissen; man tut es immer auf die Gefahr hin mißverstanden zu werden, trotz allem, aber ohne Not würde ich mich auch im Gebüsch nicht schlagen, aber wenn, dann schon. Mich ins Gebüsch zu schlagen, würde nur den Grund haben können , dass es da drin spannendender wäre zu reden oder sonst was zu machen, als davor. Was das Ernst nehmen betrifft, so stelle ich auch hier in der FC immer wieder fest, dass die, die den größten Wert darauf legen nit dem höchsten Spaßfaktor zu schreiben - mit der Ausnahme von vielleicht Columbus -, sehr darauf erpicht sind, sehr ernst genommen zu werden. Was meinen inneren Stern betrifft, den muß meine Großmutter, Gott habe sie selig, schon vor rund 60 Jahren bemerkt haben, als sie mich "ihren Sonnenschein" nannte. Ach ja, der Morgenstern heißt Christian. Liebe Grüße Uwe Theel |
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@ Popkontext am 28.11.2011 um 12:16
Liebe Brabara, es ging schon um Helden, Helden in ihrem Vorbildcharkter. Es gibt, gäbe auch andere Vorbilder. Was "weiblich"- "männlich" betrifft, so habe ich das ehe nur am Rande diskutiert, weil ich glaube, dass Heldentum weder weiblich noch männlich, sondern schlicht "heldisch" ist. - Aber ich lasse da gerne mit mir darüber reden. Liebe Grüße Uwe |
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@uwe theel
„Warum redet man(n) überhaupt über Helden?“ – Ich schrieb das hier, weil es einen persönlichen Anlass gab. Beim Schreiben fiel mir auf, wie sehr meine Kindheit unter dem Einfluss stand von Männern aus meiner Familie, die der Krieg getötet, beschädigt oder stumm gemacht hatte. Und dass ich mich mit diesen Verlierern identifiziert hatte. Die Helden meiner Jugend waren andere ( Fußballspieler, Romanfiguren ), hatten aber eine ähnliche Funktion für mein Leben: „da wolltet ihr so gern wie Horsti Schmandhoff sein“ ( F J. D. ). Achill kam als Held oder Vorbild nicht in Frage, er war Schulstoff und aus einer archaischen Zeit. Nebenbei: In Unter- oder Oberprima musste ich mal ein Referat halten über Karl Reinhardt: Die Krise des Helden ( „die Wut in Achill“ ). Sie dürfen meine kleine Skizze nicht zu ernst nehmen, sie hat weder analytischen noch literarischen Ehrgeiz. @popkontext: Es gab außer der Mutter für mich keine Heldinnen im o.g. Sinn, aber viele weibliche Wesen schon in meiner Kindheit, mit denen ich mich auseinandersetzen musste. Über meine vielen Cousinen und mich habe ich vor einiger Zeit mal ein Blog geschrieben ( aber bitte nur lesen, wenn Sie mir versprechen, die selbstironischen Züge im Monolog des kleinen Macho zur Kenntnis zu nehmen ): bit.ly/sB9FcD |
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@ koslowski am 27.11.2011 um 11:48
Lieber Koslowski, ich hatte versucht deutlich zu machen, dass die kindliche, auch noch jugendliche Heldenvorstellung für mich kein grundsätzliches Problem darstellt, sondern mich an ihrem Text irritierte, daß dieser diese Vorstellung praktisch bruchlos ins Erwachsenenleben zu verlängern schien, mindestens nicht deutlich machte, dass da ein Bruch gewesen wäre. Dabei habe ich Ihnen an keiner Stelle unterstellt, sie wären über diese Position nicht hinausgekommen; Sie erzählten halt nicht davon. Ich habe genauso bewuß das Problem als allgemeines diskutieren wollen. Dass z.B. Goedzak das jetzt persönlich wendet ist seine Sache. mfg ut |
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@koslowski
Mir geht es ja darum zu ergründen, warum es nicht zu wenige Männer gibt, für die Frauen Wesen von einem anderen Stern sind, denen weibliche Lebenswelten völlige Rätsel sind - oder die eben Frauen eben nur in den klassischen Rollen als Mütter, Freundin, bzw. Köchin, Fürsorgerin etc. wahr- bzw. ernst nehmen. Natürlich wird das gesellschaftlich noch immer noch vermittelt, weil sich so eine Wahrnehmung nicht innerhalb von ein paar Generationen verändert. Aber das setzt sich natürlich eben auch durch die intividuelle Sozialisation fort. Und bei euch schient es eine wahnsinnig wichtige Rolle gespielt zu haben, welchen Geschlechts ein Kind / ein Mensch ist. Das war in meiner Familie nie so. Die war allerdings auch ziemlich klein (nur Großeltern müttelicherseits, Mutter, Tante). Aber ich bin generell nicht so erzogen worden - ich wollte z.B. nie "Mutter-Kind"-Bücher lesen, sondern u.a. Gustav Schwab oder auch Stanisław Lem (von meiner Mutter inspiriert) mit Begeisterung gelesen, als Teenager die klassischen Bücher, die auch männliche "Hipster" lesen (z.B. Kerouac und Wilde, und durch die Verfügbarkeit der Bücher in der DDR bestimmt auch James Baldwin...). Für mich sind männliche Lebenswelten nie fremd gewesen, obwohl es seit ich zehn war und mein Opa starb keinen wirklich wichtigen Mann mehr in der Familie hatte - ich hatte Kumpel und generell keine Berührungsängste mit männlichen Lebenswelten. Das ist natürlich auch leichter als umgekehrt, weil männliche Lebenswelten immer noch deutlich dominanter sind in unserer Gesellschaft. Schwieriger dann schon, als Frau da auch anerkannt zu werden - so haben z.B. selbst wohlmeinende Männer zumeist Probleme zu verstehen, dass ich tatsächlich Musikexpertin bin, weil es bei ihnen im Kopf so fest verankert ist, dass das ein absolutes Jungsding ist. |
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..."Freundin" hier im Sinne von Geliebte, Sexualpartnerin, nicht Kumpel oder Vertraute...
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Danke für die ausführliche Rückmeldung.
"bei euch schient es eine wahnsinnig wichtige Rolle gespielt zu haben, welchen Geschlechts ein Kind / ein Mensch ist"- Für meine konservative Familie von Bauern und Handwerkern war es wichtig, Söhne als Erben zu haben. Es bekamen aber alle dieselbe Zuwendung - nicht jedoch Bildungschancen, was wohl an den Traditionen und dem "Zeitgeist" in den frühen 50er Jahren lag. Für meine drei Töchter , in den 70ern geboren, gab es andere Bedingungen. Aus ihren Berichten weiß ich, dass es heute trotzdem schwierig ist, einen Einstieg in den Beruf und dort Anerkennung zu finden. Gruß |
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Koslowski schrieb:
"... der hatte sich 1945 bei Hohenlimburg von schwarzen (!) US-Soldaten einfach entwaffnen lassen. " Papa ist also kein Held, weil er sich "einfach" hat entwaffnen lassen? Hätte er sich wehren sollen? Und warum wird erwähnt, dass es ein schwarzer US Soldat war? Und dann noch mit Ausrufezeichen? Ich dachte, ich frage lieber, bevor ich anfange zuspekulieren. |
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spekulieren muß nicht sein.
einfach in der zeit zurückversetzen reicht völlig. |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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