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Am Vormittag mit Frau (Brückentag) und altem Kumpel ( Naturwissenschaftler, z.Z. arbeitsunfähig wg. Depressionen ) per Fahrrad nach H. in die Ausstellung „Bucky Fuller & Spaceship Earth“ (marta-herford.info/?page_id=9728 ).
Buckminster Fuller kannte ich nicht. Wir waren hier, weil uns die Architektur des Museums gefällt, das Museum bei den sparsamen Ostwestfalen einen schlechten Ruf genießt und meine Frau gespannt auf die Ausstellung war, weil ihre Schüler ganz begeistert über einen Vormittag in der Ausstellung mit ihrem Mathe- und Physiklehrer erzählt hatten. Sie hätten in diesen Stunden mehr über Mathematik und Physik gelernt als in drei Monaten Schulunterricht.
Mathematik und Physik waren nie mein Ding gewesen. Während der Kumpel meiner Frau die mathematischen Strukturen zu erklären versuchte, die in den architektonischen Visionen Fullers wirksam seien, begab ich mich nach einem eiligen Durchgang ins Museumscafe und kam dort mit einer jungen Frau ins Gespräch , die ganz begeistert von der Begeisterung Fullers für seine Projekte war, obwohl die alle gescheitert, d.h. nicht zur Serienreife gelangt waren.
„Scheitern macht stark“, sagte sie, lächelte selbstbewusst und spendierte mir einen Espresso.
Während der Rückfahrt dachte ich über das Scheitern in meinem Leben nach und kam zu dem Schluss, dass Scheitern für mich nie ein Ansporn für irgendetwas gewesen war, schon gar nicht für innere Stärke.
„Scheitern ist Mist“, dachte ich, dachte an Müntefering, die Arminia und Luhmann ( „Wie reproduzieren sich soziale und psychische Systeme in ihrer Umwelt? Warum scheitern manche Systeme an dieser Evolutionsaufgabe?“ ) und trat kräftig in die Pedalen.
Zurück in B. kehrten wir in eine Eisdiele ein, wo mir meine Frau beredt und enthusiastisch die ästhetischen Funktionen des Tetraeders im Werk von Buckminster ( "Bucky" ) Fuller erklärte.
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Nein, Scheitern ist das falsche Wort. Und was heißt das schon: "zur Serienreife gelangen". Schnöder Mammon, sonst nichts.
Obwohl mathematische Anlagen sich bei meinem Vater und dann erst wieder bei meinem Sohn einnisteten, habe ich mich vor Jahren mit platonischen Körpern und nichteuklidischer Geometrie beschäftigt und immerhin soviel verstanden, dass ich zwei dieser sogenannten Kemperschen Körper nachbaute. Die Begeisterung für diese Ästhetik verstehe ich gut. In diesen Systemen seine künstlerische Heimat zu finden, ist weißgott kein "Scheitern". Danke für die Notiz. |
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Lieber koslowski,
sehr überzeugend fand ich immer, dass "Bucky" unterscheidet zwischen "Seebewohnern" und "Landbewohnern"... als Beispiel nannte er die Seefahrer Ozeaniens, die auf ihren Reisen stets wissen, wo sie sind.... auch wenn sie schlafen, registrieren sie, wie und wohin sich ihr Schiff zwischen Wind und Strömung unter den Sternen bewegt. Der Landbewohner dagegen legt sich abends zum Schlafen nieder im Vertrauen, dass er morgens am gleichen Ort erwacht. Fuller differenzierte übrigens auch zwischen dem "pazifischen" Einfluss (Surfer! Silicon Valley! Westküste!) und dem europäisch geprägten "atlantischen" Einfluss (Territorialdenken! Hierarchien! Ostküste) in den Staaten, diese Unterscheidung fand ich immer sehr schön griffig, weil ich darin mein eigenes Erleben auf dem Meer bestätigt fand. Die geodätischen Gebilde sind nur ein kleiner Ausschnitt seiner Gedankenwelt, und ich bin irgendwie gerührt, dass sein Werk offensichtlich noch viruliert: ".... die ganz begeistert von der Begeisterung Fullers für seine Projekte war." Danke für den Bericht und für die Anregung (seit Monaten liegt "Bedienungsanleitung für das Raumschiff Erde und andere Schriften" ungelesen auf meinem Nachttisch ;-)) |
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Danke.
Gerne gelesen. Das ist ein Thema, dass mich inder letzten Zeit immer mehr interessiert. Scheitern gehört zum Leben und kommt vor. Jeder Arminia-Fan weiss das ja. ;) Herzliche Grüße por |
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"Scheitern macht stark" und "Scheitern ist Mist", beides ist wohl richtig. Ich finde es gut und wichtig, sich über das "Scheitern" aus zu tauschen. Wo ist wer gescheitert? Im Zusammenwerfen von "Scheitergeschichten" könnte eine Kraft wachsen.
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Also, den Tetraeder - warum nicht. Aber der Körper auf der Basis des Pentadodekaneder - das ist ein platonischer Körper auf der höheren Ebene - jedenfalls über dem der Milchbehälter. Fuller hat ihn übrigens angewendet - mit dem Tetraeder kann man nicht so viel anfangen.
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Pentagondodekaeder, oft auch nur Dodekaeder; Vielflächner/Zwölfflächner, wird von zwölf regelmäßigen Fünfecken begrenzt.
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Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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