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Die Gattin ist nervös. Morgen ist ihr letzter Arbeitstag. Danach tritt sie in die Freistellungsphase der Altersteilzeit ein. Die Schule will sie feierlich verabschieden - mit Vorführungen von Schülern und Kollegen, Reden und kaltem Büffet. Der Bürgermeister und die Dezernentin der Bezirksregierung haben sich angesagt. Ihr ist klar geworden: von ihr werden letzte Worte erwartet. Besinnlich und heiter sollen sie sein, mit Dank an Kollegium, Schulleitung, Schülern und Eltern und mit sinnstiftenden pädagogischen Botschaften, mit Substanz in der Sache, aber elegant und wie beiläufig in Sprache und Stil.
Gegen 16:00 Uhr kommt sie nach Hause. Wir trinken Tee. Sie habe um 17:00 einen Friseurtermin, komme gegen 18:30 zurück, danach werde sie ihre Abschiedsrede schreiben. In der Zwischenzeit solle ich mal über einen geeigneten Einstieg nachdenken und mich im Netz informieren, ob sich dort nicht heiter-ironische Zitate, die zum Anlass passten, fänden. Und verschwindet.
Ich grüble über den Einstieg. Habe keine Idee und suche erst einmal im Internet nach passenden Zitaten. Gegen Sentimentalität hilft immer Loriot, und tatsächlich: Die Gattin sollte seinen Satz „Ein Leben ohne Möpse ist möglich, aber sinnlos“ paraphrasieren: „Leben ohne Schule“ offensichtlich absurd, aber „Leben ohne die XY-Schule“ schon bedenkenswert und anschließend das Pro und Contra kritisch, konstruktiv und witzig erörtern. Das werde ich ihr vorschlagen, und dann habe ich auch eine Idee für den Einstieg: einfach von unserer Expedition nach H. erzählen, vor 25 Jahren, als wir in einer Kneipe nach der neuen Gesamtschule fragten und der Mann hinter der Theke ganz cool antwortete: „Wir haben keine Gesamtschule, und die brauchen wir auch nicht.“
Gegen 19:00 kommt die Gattin zurück, bester Laune. Sie hatte im Salon gute Ideen. Loriot lehnt sie ab ( „zu ironisch“ ), über den Gesamtschul-Ignoranten hinter der Theke will sie nachdenken.
Nun sitzt sie am PC. Ich höre sie lachen und seufzen. Gutes Zeichen, das wird schon.
Ich gehe in die Küche, hole mir ein Bier aus dem Kühlschrank und denke daran, wie sich mein Leben verändern wird, wenn die Gattin morgens nicht mehr das Haus verlässt, um zur Schule zu eilen. Aus ihrem Arbeitszimmer höre ich ihr Lachen.
Das wird schon.
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viel glück für ihre gattin morgen. und ihnen für ab übermorgen!
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Ihr macht Euch gegenseitig Mut?!
Vielleicht ändert Deine Gattin bald ihre Meinung zu Deiner Bloggerei - oder nun erst recht nicht? Euch beiden alles Gute!!! |
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"nun sitzt sie am PC..."
wird sie wohl in Zukunft Deine Blogs korrigieren ... ? |
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der "bammel" vor dem übergang ist so spürbar -
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Von mir aus auch Alles Gute für die Famililie koslowski! Freue mich auf Deinen nächsten Blog!
Herzliche Grüße por |
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@ koslowski
Danke für koslowski&co am Vorabend. Gerne schließe ich mich den guten Wünschen für koslowski&co der Vorkommentatoren an. Wünsche noch einen feinen Resttag Christiane Paffen |
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Der tag "abschied" zu diesem Text macht mich ein wenig traurig, erinnere ich mich doch daran, dass du einmal schriebst, dass wenn deine Frau dann auch zuhause ist, du mit dem Bloggen aufhören wirst.
Sollte dies wirklich dein Abschied sein, und nicht nur der deiner Frau von der Schule... ich fände es sehr schade. Deine Stimme würde hier sehr fehlen. Liebe Grüße Sarah |
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Moechte mich Sarah anschliessen. Koennte man nicht Frau Koslowski zum neuen Lebensabschnitt einen eigenen Blog schenken?
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"Ich gehe in die Küche, hole mir ein Bier aus dem Kühlschrank und denke daran, wie sich mein Leben verändern wird, wenn die Gattin morgens nicht mehr das Haus verlässt, um zur Schule zu eilen."
Klingt nach Panik... |
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@alle: Danke für Kommentare, Beileid und gute Wünsche.
@Sarah Rudolph: Der Tag war nicht mehrdeutig gemeint. Ich blogge einstweilen weiter. @Alien59: Frau Koslowski bedankt sich und lehnt dankend ab. Sie interessiere sich für "wirkliche Menschen". |
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"Sie interessiere sich für 'wirkliche Menschen'." - Heißt das, Frau Koslowski hält Herrn Koslowski für einen unwirklichen Menschen?
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Ich glaube ja, aber den Menschen, der sich hier als koslowski ausgibt, hält sie für wirklich und deshalb für interessant. Auf Herrn Koslowski pfeift sie.
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Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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