koslowski

Was soll's?

30.05.2011 | 11:43

Zweierlei Tote

Das Attentat

"Bei dem Attentat in der nordafghanischen Provinzhauptstadt Talokan wurden am Samstag auch zwei deutsche Soldaten aus Rheinland-Pfalz und Hannover getötet. Insgesamt kamen sieben Menschen ums Leben, neben Daud auch der Polizeichef der Provinz Tachar. Der deutsche Kommandeur des Isaf-Regionalkommandos Nord, General Markus Kneip, und vier weitere Bundeswehrsoldaten wurden verletzt." (dpa ) 

 

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verurteilte das Attentat als „mörderische Menschenverachtung“. Sie sei „schockiert und traurig“, teilte Merkel mit. Den Angehörigen der Toten gelte ihr aufrichtiges Mitgefühl, den Verletzten wünsche sie von Herzen eine baldige und vollständige Genesung. Die Bundeskanzlerin forderte eine gründliche Untersuchung des Attentats durch die afghanischen Behörden, damit die Schuldigen so rasch wie möglich zur Rechenschaft gezogen werden können.

 

Auch Außenminister Guido Westerwelle (FDP) äußerte sich während eines Besuchs im Golfstaat Oman bestürzt über den Terrorakt. „Ich bin bestürzt über diesen barbarischen Terrorakt. Wir trauern um die Toten und bangen mit den Verletzten“, sagte Westerwelle. Verteidigungsminister de Maizière sprach den Angehörigen sein Mitgefühl aus. „Sie verlieren ihre liebsten Menschen, sie können sich nicht einmal von ihnen verabschieden.“ (Focus)

 

                                                                                  *

Der Luftangriff

"Bei einem Nato-Luftangriff in der südafghanischen Provinz Helmand sind nach Angaben der Provinzregierung 14 Zivilisten getötet worden, darunter zwölf Kinder. Der Sprecher des Provinzgouverneurs, Daud Ahmadi, sagte, bei dem Bombardement in der Nacht zu Sonntag seien fünf Mädchen, sieben Jungen und zwei Frauen ums Leben gekommen. Drei Kinder, eine Frau und zwei Männer seien verletzt worden. US-Truppen seien zunächst von Taliban-Kämpfern beschossen worden und hätten um Luftunterstützung gebeten. Die Nato-Flugzeuge hätten daraufhin zwei Wohnhäuser mit Zivilisten bombardiert." (dpa)

 

Die Isaf teilte mit, Kommandeur Stanley McChrystal habe sich bei Präsident Hamid Karzai für den "tragischen Vorfall" vom Sonntag entschuldigt, der gemeinsam mit afghanischen Behörden untersucht werde.

 

"Wir sind zutiefst betrübt über den tragischen Verlust unschuldigen Lebens", sagte McChrystal der Isaf-Mitteilung zufolge. Die Schutztruppe machte keine Angaben zur Zahl der zivilen Opfer bei dem Vorfall. (SZ)

                                                                                                              *

Blick nach vorn und...

"Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) und Außenminister Guido Westerwelle (FDP) bekräftigten, Afghanistan weiter helfen zu wollen.

"Wir werden den Weg der Partnerschaft nicht verlassen", sagte de Maizière. Es müsse nun "neues Vertrauen gestiftet werden". Westerwelle erklärte, der Anschlag "darf und wird uns nicht davon abbringen, unsere Strategie in Afghanistan umzusetzen.“ (Freie Presse )

"Verteidigungsminister de Maizière forderte die Deutschen in der Heimat auf, "gerade jetzt unseren Einsatz in Afghanistan zu unterstützen." Zweifel seien erlaubt und sogar angebracht. Doch: "Wir wissen, dass wir auf dem richtigen Weg sind." ( SZ )

... eine Stimme aus der Vergangenheit

"Wir fressen einander nicht, wir schlachten uns nur." ( Georg Christoph Lichtenberg, 1742 - 1799)

 
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Kommentare
poor on ruhr schrieb am 30.05.2011 um 12:54
Danke für das gut geschriebene Blog. Inhaltlich stimme ich zu.
Der war schon weise, der alte Lichtenberg. :(

Herzliche Grüße

por
goedzak schrieb am 30.05.2011 um 14:09
Den Hütern der deutschen Leitkultur muss 'naturgemäß' das deutsche Blut das wertvollste von allen Nationalbluten auf der Welt sein. Immerhin wird vielleicht (vielleicht!) demnächst auch das Blut von deutschen Soldaten 'mit Migrationshintergrund' dazugezählt.
archinaut schrieb am 31.05.2011 um 09:03
Danke für diesen nachdenklich-machenden Beitrag,
lieber koslowski!
goch schrieb am 31.05.2011 um 13:26
Ebenfalls , danke für den Beitrag.
Der Irrsinn des kriegerischen Tötens wird sehr plastisch deutlich. Die Kriechspur der Mainstream-Massenmedien auch.
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