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Bei Wikipedia finden freie Wahlen für "freies Wissen" statt. Zum Kuratorium der Wikimedia Foundation, die Wikipedia betreibt, darf sich jetzt auch eine Hilter-Fan währlen lassen. O-Ton des extrem rassistischen Kevin Riley O‘Keeffe aus San Jose, Northern California, USA, „it’s really an awful shame that Adolph Hitler didn‘t finish the job in the first place“. (Unrast: Extrem Rechter O‘Keeffe kandidiert für Wikimedia/Wikipedia)
Auf dem media watch blog des Unrast Verlages, der ein kritisches Buch zur Wikipedia-Community (Günter Schuler: Wikipedia inside) herausgegeben hat, findet sich auch eine Auseinandersetzung um die Auswirkungen des strukturellen Rassismus auf die „freie“ Enzyklopädie. So seien eine Vielzahl der Artikel aus einer rein weißen Perspektive geschrieben. Dagegen hätten die Kriterien der beliebten Enzyklopädie jedoch zum Ziel, Artikel nicht aus einer einseitigen Perspektive zu verfassen.
Wie vermeide ich es, rassistische Artikel zu schreiben?
Angesichts dieser aktuellen Ereignisse in der Wikipedia, aber auch für das Verständnis der Debatte hier um männliche Afrika-Phantasien (Bildungswirt: Wie mir "Black Magic Woman" das Leben rettete), lohnt es sich, die selbstkritische Diskussion zu verfolgen.
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Was findet man(n) im Internet?
Im Prinzip alles! Von jeder "Perversion" sind wir alle, die wir uns im Internet bewegen, immer nur wenige Mouse-Clicks entfernt. Wer weiß, wie das, was er sucht ("auf englisch") heißt, findet es auch fast immer. Bevor ich Internet-Surfer wurde, habe ich niemals so viele rassistische, fremdenfeindliche, antisemitische und homophobe Äußerungen gehört oder gelesen, wie jetzt. Es ist kaum zu ertragen. Und ... man stößt leider inzwischen nicht nur auf bestimmten Internet-Seiten (die man meiden kann) darauf, sondern auch regelmäßig in ganz "seriösen" Foren (bevor sie dann von der Redaktion u.U. entfernt wurden). Also über Hitler-Anhänger und ähnlich kranke Zeitgenossen wundere ich mich längst nicht mehr. Was nicht heißt, dass ich mich nicht über sie aufrege! SexPower (schwul, selbstbewußt, rotzfrech ...) |
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Wikipedia: Ist ein Hitler-Fan wählbar?
Bei der Wikipedia schreiben Zig-Tausende. Über 500 Admins checken alles in der Wikipedia. Wie kann dann ein expliziter Rassist als Kandidat für das höchste Kontrollgremium der Wikipedia vorgeschlagen werden? - Ich denke, es könnten sich Medien wie derFreitag nicht leisten, einen extrem Rechten als Verantwortlichen wirken zu lassen. In der Wikipedia scheint man dem Glauben anzuhängen, in einer abgeschotteten Welt zu leben, in denen nur die eigenen extrem unpolitischen Regeln gelten. Auszug aus seiner Wahlkampf-Rede: "Als ich aktiver Wikipedianer wurde, musste ich feststellen, dass, während jede einzelne Episode von South Park über einen eigenen Artikel verfügt, zahlreiche Themen, die für uns von der politischen Rechten von Interesse und von echtem intellektuellen Anspruch sind, mit offener Verachtung behandelt wurden und Opfer willkürlicher Löschungen wurden. Ich habe den Eindruck, dass von Themen, die für Personen von der politischen Rechten von Interesse sind, eine deutlich höhere Relevanz verlangt wird." South Park. Ob O‘Keeffe hier den Stalinismus vermutet, wie andere hier hinter jeder Kritik ausgerechnet die DKP oder den "Volksgerichtshof"? – Mancher bleibt auch im Internet weltfremd. – k.m. |
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Hallo KM
"Wie vermeide ich es, rassistische Artikel zu schreiben? Angesichts dieser aktuellen Ereignisse in der Wikipedia, aber auch für das Verständnis der Debatte hier um männliche Afrika-Phantasien (Bildungswirt: Wie mir "Black Magic Woman" das Leben rettete), lohnt es sich, die selbstkritische Diskussion zu verfolgen." Ich habe ein schlechtes Gefühl, wenn du das so einstellst. Also mit der Überschrift und der anschließenden Nennung von Bildungswirt und seinem Blogbeitrag. Als wären die ein Paradebeispiel für den kritisierten Rassismus. Das hat was von vorgeführt werden. Und das gefällt mir nicht. Ich erwarte zwar eine kritische, ehrliche Auseinandersetzung im Freitag, aber ebenso auch einen angemessenen, menschlichen Umgang miteinander. Mich würde die Meinung der Community dazu interessieren, wie die übrigen User hier das sehen. LG Titta |
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Liebe Titta,
ich verstehe Dein Unbehagen. Es wäre weder fair noch souverän, hier jemanden vorzuführen. Allerdings verstehe ich den Eintrag nicht in diesem Sinn, vielmehr sehe ich die Erwähnung des Black-Magic-Women-Blogs in der Absicht der Einordnung. km scheibt von der "Debatte hier um männliche Afrika-Phantasien ...) und verweist damit auf eine Diskussion, die mit der hier angestoßenen in Verbindung stehen könnte. Und die ich im übrigens zum Teil als selbstgerecht und eitel wahrgenommen habe. Natürlich ist Bildungswirts Text kein Paradebeispiel für Rassismus. Die Kommentare jedoch sind zumindest Beispiele für die Schwierigkeiten mit selbstkritischer Reflexion. Herzlich kk |
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2. Versuch
Danke, kk, für deine Rückmeldung. Du verstehst mein Unbehagen, teilst es aber nicht bzw. siehst keinen Vorführeffekt. Das beruhigt mich dann selbst auch wieder. Ich überleg in solchen Fällen immer, wie ich es an Stelle der andern machen/empfinden würde. Und ich hätte den Link vermutlich nicht gesetzt. Liebe Grüße Titta |
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Liebe Titta,
Der Betreiber von derFreitag machen unsere Beiträge öffentlich und ladet das gesamte Internet ein, mitzulesen und mitzumachen. Deine Kommentare und Beiträge sind für Google und andere Suchmaschinen zugänglich gemacht und können und werden von vielen gelesen. Auf Twitter wird von Seiten der Betreiber mit unseren Statement zu Themen für diese Einrichtung geworben. Über 800 Leute verfolgen hier zum Beispiel eine Kommentar von mir zur Freitagsfrage in Sachen Krise. Ich und du, wir sitzen hier nicht auf einem privaten Sofa, sondern in der großen Öffentlichkeit des Internets. Welchen Sinn macht es, sich trotzdem so zu verhalten, als säße man innerhalb der eigenen vier Wände? Damit andere uns beim „so tun als“ ob begaffen können? Nein, ich bewege mich immer bewusst in Richtung Austausch mit allen, die Zugang zu diesen Orten haben. Ich bin im Internet auf derFreitag und auf Menschen wie dich und auf Diskussionen, auf die ich oben verweise, aufmerksam geworden. Ich bewege mich öffentlich in diesem Netz und sehe mich als einer der vielen Netznomaden, -Bürger etc. und verhalte mich auch so. Das hat auch Vorteile: Wenn ich an Punkt A eine Diskussion um ein Problem X habe, dann ist es an Punkt B im Netz sehr hilfreich auf die Diskussion in Punkt A zu verweisen, um nicht bei Problem X wieder bei Adam und Eva anzufangen. Das spart nicht nur Energie und Zeit, sondern macht ja gerade die Qualität des Internets und der Netzkultur aus, weil schneller Wissen ausgetauscht und Menschen mit ähnlichen Interessen und Problem sich schneller vernetzen, austauschen und von einander lernen können. Das ist eine sehr demokratischer Effekt des Internets. Wenn ich auf die Wikipedia-Auseinandersetzung um Rassismus „Wie vermeide ich es, einen rassistischen Artikel zu schreiben“ verweise, dann auch deshalb, weil du sehr viele Fragen an mich in der Diskussion hast, die bereits in dem dortigen Beitrag bereits diskutiert wurden. Ich sehe den offenen Wikipedia Beitrag über Rassismus auch als eine notwendige Grundlage gerade unsere Diskussion um Rassismus im derFreitag. Ich beziehe mich hier also sehr bewusst auf die dortige Diskussion. Weder dort noch hier: Es gibt nichts, was man im Internet unter dem Deckel halten könnte. Gruesse, -- k.m. |
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Und in dieser öffentlichen Diskussion verweise ich auf den Unterschied zwischen nützlicher und angemessener Diskussion.
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Ich halte es für äußerst angemessen, sich beim Schreiben in der Öffentlichkeit gedanken darüber zu machen, wie ich es vermeide, einen rassistischen Text zu schreiben:
unrastwildcat.blogsport.de/2009/07/23/wie-vermeide-ich-es-rassistische-artikel-zu-schreiben/ |
Ausgabe 07/12
16.02.2012
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