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Drei große Aufgaben … K&B&D
Klimawandel, Bevölkerungswachstum, Desertifikation
Stell Dir mal vor, es ist Klimawandel und keiner merkt es …
Stell Dir mal vor, Dein Garten vertrocknet und keiner weint …
Stell Dir mal vor, wir haben Bevölkerungswachstum und keinen interessiert es …
Der Klimawandel ist heimtückisch … mal ist der Sommer heiß, mal der Winter kalt, mal das ganze Jahr durchwachsen und der Kurzfristdenker wiegelt ab: alles nur heiße Luft, ein Riesengeschäft, Klimaforscher werden bezahlt, alles nur eine riesige Verschwörung zur Optimierung von Profit. IPPC? Das sind alles Verbrecher zur Desinformation einer im Grunde desinteressierten Öffentlichkeit.
Und doch geht es alle an, auch die Abwiegler. In Kopenhagen, 2009, gerierte sich die 2°C Zielvorgabe zu einem als fundamental herausgestellten Durchbruch. In Wirklichkeit war auch dass schon Makulatur; diese Zielvorstellung schon längst überschritten. Verkaufen konnte die Politik dies, weil die Öffentlichkeit nicht weis, wie es aussieht. In den mittleren Breiten trifft das noch gerade zu, Schleswig kommt an 2°C Steigerung dran, in Koblenz sind es schon mehr als 2°C Steigerung … in den letzten 30 Jahren.

Abb. 1

Abb. 2
Island ist eine Insel und die Temperaturen werden vom Meeresklima bestimmt. Wie man sieht, ist das Klima dort in den letzten 25 Jahren um >2°C wärmer geworden: sowohl die Maxima, als auch die Minima und der Durchschnitt. Dies stimmt gut überein mit der Beobachtung, dass das Meereswasser im gleichen Zeitraum ebenfalls um 2°C wärmer geworden ist:
www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,742054,00.html
Abb. 3
Diese Strömung transportiert warmes Wasser bis vor die Küsten Sibiriens, womit denn damit auch verständlich wird, warum es am Polarkreis (Abb. 4) gleich um 5°C wärmer geworden ist; der Temperaturunterschied ist größer! Abb. 3 zeigt die steigenden Temperaturen im Winter.

Abb. 4 zeigt den Temperaturverlauf der letzten 50 Jahre. Wir können diese Entwicklung getrost als dramatisch bezeichnen. Jetzt hat jedoch dieses warme einströmende Wasser einen weiteren Effekt, der hier beobachtet wurde:
www.morgenpost.de/web-wissen/article1269321/Nordpolarmeer-setzt-klimaschaedliches-Methan-frei.html
www.weltderphysik.de/de/4245.php?ni=906
mc.cellmp.de/op/focus/wnw/ct/-X/artikel/wissen-klimawandel-344675/939020/95817/?cat=2
www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,547716,00.html
www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,435766,00.html
Das heißt, dass Methan freigesetzt wird. Dieses Methan ist als Methanhydrat unter bestimmten Druck- und Temperaturbedingungen an Wasser gebunden und stabil. Durch das einströmende warme Meereswasser wird dieses Gleichgewicht gestört und das Molekül zersetzt sich. Es setzt Methan frei, ebenfalls ein Klimagas, nur wesentlich wirksamer als Kohlendioxid . Das Fatale an diesem Prozess liegt darin, dass keine Klimakonferenz ihn aufhalten kann und er keinem politischen Willen unterworfen ist. Es ist ein Rückkopplungsvorgang, der sich selbst erhält und das Klima in ein neues Gleichgewicht drängt … zum Wärmeren hin, was dann wieder den vorher beschriebenen Effekt verstärkt. Die Auswirkungen in anderen Gegenden liegen z.B. in zunehmenden Dürren und zwar gerade in den Ländern, die es am wenigsten verkraften können. Hierzu einige Links, die die Entwicklung verdeutlichen:
de.wikipedia.org/wiki/Desertifikation
www.fao.org/ag/agl/agll/drylands/definitions.htm
www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,746876,00.html
www.klett.de/sixcms/list.php?page=lehrwerk_extra&extra=Haack+Weltatlas-Online
www.asien.org/2011/02/news/warnung-vor-missernte-durch-trockenheit-in-china/
wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php/Desertifikation_und_Klimawandel
www.klett.de/sixcms/list.php?page=geo_infothek&node=Desertifikation
www.pik-potsdam.de/members/lissner/praesentation-desertifikation-burg-rothenfels
D.h. dass wir hier, in unseren Breiten im Moment noch keine Probleme mit Verwüstungen (es sei denn man betrachtet die politischen Rahmenbedingungen als Verwüstung unseres Sozialstaates), sondern in gewissen Jahreszeiten mit einem Überschuss an Wasser zu kämpfen haben. Dieses Problem trat in den letzten Jahren ebenfalls in China, in Pakistan und in Indien auf. Ganze Ernten wurden von den Fluten weggespült. In Pakistan herrscht oder droht derzeit eine Hungersnot. China hat riesige Weizen- und Reisreserven gehortet und kann/konnte die Bevölkerung vor Knappheit bewahren. Aus Indien erreichen uns derzeit keine Nachrichten. Aber noch einmal so eine Sintflut, dann wird es auch in China knapp … oder die Nahrungsmittelpreise steigen ins Absurde, Geld genug ist ja da.
Nun ist es jedoch nicht so, dass die zunehmende Desertifikation allein auf den Klimawandel zurück geführt werden kann, sondern auch der Mensch mit seinen landwirtschaftlichen und kulturellen Gepflogenheiten trägt wesentlich dazu bei: Viehreichtum ist in den tradierten afrikanischen und indischen Gesellschaften die Form von Wohlstand, die gleichzeitig dafür sorgt, das Versteppung und anschließende Verwüstung durch Überweidung die landwirtschaftlich nutzbaren Flächen, letztlich also den Viehbestand dezimiert, was dann wiederum mit Hunger einher kommt. Auch dies kann als Rückkopplungsprozess verstanden werden. Leider existiert derzeit keine Graphik über den Rückgang landwirtschaftlich nutzbarer Flächen. Jedoch wissen wir, dass diese nicht unbeschränkt vermehrbar sind und wir wissen auch, dass wir die Erträge nicht beliebig steigern können. Urwaldrodungen haben sich zwar als kontraproduktiv erwiesen; dies scheint sich jedoch noch nicht überall herum gesprochen zu haben. Es wird frisch, fromm, fröhlich und frei weiter gerodet. Selbst bei Artikeln, die diese Zustände – na sagen wir mal – anprangern, findet sich Werbung mit Anlagen für Tropenholz, die zum Einen Profit verspricht, zum Anderen mit Nachhaltigkeit einher gelabert kommt. Pervers! Auf jeden Fall treffen wir bei den beiden vorgenannten Phänomenen, nämlich Klimaerwärmung und Desertifikation, auf eine Faktor, der beides verstärkt: der Mensch.
Dieser hat sich nun, fast vollkommen abgekoppelt von natürlichen Selektionsvorgängen, zum erfolgreichsten Großsäuger dieses Planeten entwickelt:
Die Anzahl der Mitglieder unserer Art, die durch den Einfluss von Wildtieren umkommen, lässt sich noch nicht einmal in Promille der Gesamtbevölkerung ausdrücken.
Die Anzahl der Menschen, die durch Seuchen und/oder Krankheiten umkommen, ist durch den medizinischen Fortschritt ebenfalls drastisch zurück gegangen.
Die Anzahl der Menschen, die durch Hunger umkommen, ist ebenfalls rückläufig, auch wenn noch Millionen am Rande des Hungertodes leben. (diese Einschätzung vom 24.02.2011 ist überholt! Der Hunger nimmt zu)
Gleichwohl oder gerade deshalb ist ein exponentielles Bevölkerungswachstum feststellbar:

Abb. 5
Wir können leicht erkennen, dass diese Entwicklung nicht unbeschränkt fortgeschrieben werden kann. Irgendwann hat jeder seinen Quadratmeter, auf dem er verhungert und/oder verdurstet. Das Entscheidende jedoch liegt darin, dass die zunehmende Anzahl der Menschen die im Vorherigen festgestellten Tendenzen der Klimaerwärmung und der Desertifikation verstärken und somit dem Bevölkerungswachstum zu einem bestimmten Zeitpunkt eine Grenze setzt, die wahrscheinlich nicht zu einer Stabilisierung der Bevölkerung auf hohem Niveau führt, sondern zu einem dramatischen Zusammenbruch der Funktion, also zu einer drastischen Reduzierung der Menge lebender Menschen.

Abb. 6
Denn nicht nur der Rückgang landwirtschaftlich nutzbarer Flächen ist zu verzeichnen, sondern ebenfalls die Überfischung der Meere, die wiederum zu einem erheblichen Teil die Proteinversorgung des Menschen gewährleisten. Rund um die Philippinen z.B. wird fast nur noch Jungfisch gefangen, der noch gar nicht ins vermehrungsfähige Alter gekommen, mithin irreversibel verloren ist. Auch dies ist ein Rückkopplungsprozess, dessen Funktion über kurz oder lang zusammenbricht, sprich: keine Fische mehr im Meer.
www.spiegel.de/thema/bevoelkerungsentwicklung/
www.bueso.de/news/welt-droht-nahrungsmittelkrise-preisschock-ist-bereits-da
www.suedasien.info/analysen/668
www.bundesregierung.de/Content/DE/Magazine/MagazinEntwicklungspolitik/090/Doorpage-90.html
www.sueddeutsche.de/wissen/welternaehrung-auf-den-feldern-waechst-zu-wenig-1.215949
www.zeit.de/2011/06/Ernaehrung
In Anlehnung an einen Kommentar des Foristen gibraltar in der ZEIT geht es bei dem, was wir Menschen als solche auf den Weg gebracht haben schon längst nicht mehr nur um den Sieg der stärkeren Spezies oder um eine ausgewogene Balance aller Arten, weil wir Menschen uns diesem Konzept entziehen.
Das ist zu kurz gedacht. Nur weil wir gelernt haben das Feuer zu kontrollieren, oder weil wir einen Teil des Evolutionsdrucks auf uns selbst bestimmen? Nur weil eine unserer Generationen vielleicht 25-30 Jahre dauert und nicht 5 Minuten wie bei einem Bakterium bedeutet nicht, dass wir uns dem natürlichen Konzept entziehen. 3.000 Jahre Zivilisation sind gerade mal 120 Generationen... Massensterben via Pest und Hungersnöte inklusive. Mehr als einmal dürfte der Homo Sapiens in den vielleicht 250.000 Jahren seiner Existenz ganz real vor dem Aussterben gestanden haben. Alle anderen Menschenarten sind bereits ausgestorben... der Neandertaler verließ uns erst vor ca. 30.000 Jahren.
Der Forderung nach einer ausgewogenen Balance geriert vor diesem Hintergrund zu einer ökoromantischen Vorstellung. Dabei sind die natürlichen Populationszyklen stets mit explosionsartiger Vermehrung bei einem Ressourcenüberschuss wie auch mit brutalem Massensterben bei aufgebrauchten Ressourcen verbunden. Ganz besonders gilt dies für Lebewesen, die in der Nahrungskette weit oben stehen.
Und wie es scheint verbrauchen wir gerade innerhalb kürzester Zeit die lebenswichtigen Ressourcen, begleitet von einer gewaltigen Bevölkerungsexplosion.
Kuni
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lieber kunibert, was für ein glück, dass nicht die ökoromantiker den kurs bestimmen, sondern die hartgesottenen realpolitiker und realökonomen. die aussichten könnten gar nicht berechenbarer sein.
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Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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