Kunibert Hurtig

Kein schöner Land zu dieser Zeit

12.02.2012 | 10:18

Integration gelungen …

kursive Textstellen sind Zitate

oder vielleicht auch nicht. So berichtete die SZ

www.sueddeutsche.de/panorama/soziale-spannungen-im-berliner-wedding-angriff-aus-der-falschen-richtung-1.1281636

gestern in einem aufschlussreichen Artikel von einem Überfall:

Im Berliner Stadtteil Wedding ist ein linkes Wohnprojekt von einer türkischstämmigen Gang überfallen worden. Die Autonomen wissen noch nicht recht, wie sie darauf reagieren sollen: "Da es sich weder um Nazis noch um Bullen handelt, sind die üblichen aktionistischen Mittel nicht anwendbar." Das Weltbild der Linken wankt.

Eine Bande großteils türkischstämmiger Migranten, die sich in Berlin-Wedding Streetfighters nennen, betreibt in Wedding ein Lokal, in dem offensichtlich nicht nur Pfefferminztee getrunken wird.

Angemietet hat den Ladenraum der "Präsident" der "Streetfighters", der Kurde Ahmet A. Er ist der Polizei bekannt. Vor ein paar Wochen ist er von Mitgliedern der Berliner "Hells Angels" überfallen worden. Die meisten der 23 "Streetfighters" sind wegen Gewaltdelikten mit dem Gesetz in Konflikt geraten. In einem Polizeibericht heißt es, die jungen Männer seien "heranwachsende Straftäter" und hätten "zumeist türkischen Migrationshintergrund".

Die Nachbarn fühlen sich ob des martialischen Auftretens und latenter Gewaltdrohungen vollkommen verunsichert und das dem Lokal gegenüberliegende autonome Wohnprojekt wurde angegriffen:

Am vergangenen Wochenende hat es in der Schererstraße geknallt. Etwa 30 Mitglieder der "Streetfighters" sind nach Polizeiangaben in das Haus der Alternativen eingedrungen, haben mit Baseballschlägern Fensterscheiben und Mobiliar von Kneipe und Info-Laden zertrümmert. Einen Tag später wurden zwei Musiker, die in dem linken Hausprojekt ein Konzert geben sollten, attackiert und verletzt.

Das passt ja nun so gar nicht in die spätromantischen Vorstellungen grenzenloser Integration der linken Denkungsart, denn

Wenn man die Globalisierungs- und Atomkraftgegner aufsucht, kommt man bis zum Hofeingang, dann wird man wieder nach draußen gebeten. Man ist auch gegen Journalisten hier. Die Visitenkarte darf man dalassen. Man werde zurückgerufen, wenn die Bewohner ein Gespräch mit der Zeitung okay finden, sagt eine junge Frau mit Rastalocken. Der Rückruf kommt nie.

Die Verunsicherung muss tief sitzen und jenseits der sattsam bekannten Sprüche aus dieser Richtung ist nichts zu vernehmen, ganz im Gegenteil: beredtes Schweigen überdeckt die ideologische Feste in sich selbst ruhender Gewissheiten.

Auffallend ist, dass die Bewohner der Schererstraße 8 sich nicht zum Zoff mit den türkischen Jugendlichen äußern möchten. Auf ihrer Internetseite flehen sie: "Liebe Leute, kommt NICHT bei uns vorbei. Es ist aus unserer Sicht wirklich nicht hilfreich. Wir freuen uns, dass ihr solidarisch sein wollt! Tut das aber NICHT heute und NICHT durch Konfrontation."

Aber es kommt ja noch schlimmer.

Der Sozialarbeiter erzählt auch, dass ihm türkische und arabische Jugendliche berichtet hätten, sie seien von "Streetfighter"-Mitgliedern angesprochen worden, sich der Gruppe anzuschließen. Sie würden mit dem Versprechen gelockt, dort "viel Geld" zu verdienen.

Und wie soll das gehen, das mit dem GELD VERDIENEN? Nun, offensichtlich so:

Im Eingang ihres Fahrradgeschäftes "Radhaus Wedding" steht Felicitas Rotzinger. Das Geschäft liegt Wand an Wand mit dem Vereinshaus. Rotzinger steht oft an der Eingangstür, "schauen, was so los ist hier". Es ist viel los in der Schererstraße, sagt sie. Im Sommer seien Jugendliche mit Baseballschlägern durch die Straße gelaufen, und immer wieder kämen tätowierte Männer in teuren Limousinen, verschwänden im Vereinshaus, und nach ein paar Minuten verließen sie wieder die Straße. Einer habe "Hells Angels" auf seinem Nacken tätowiert gehabt.

Nun haben sich also die schützenswerten Migranten mit kriminellen Faschisten, die ihre Flocken mit erzwungener Prostitution, Erpressung und Drogenhandel verdienen, zusammengetan, d.h. Sie wurden in den erlauchten Kreis der Kunden dieser Ganoven aufgenommen um ihre eigene Klientel, nämlich Jugendliche mit Migrationshintergrund, mit Drogen zu versorgen.

Ich weiß ja nicht was Muhabbetci dazu sagen würde … vielleicht Ausfall ist überall aber ich stehe auf dem Standpunkt, dass die großkotzigen Lippenbekenntnisse politischer Pappköpfe und ideologischer Fahnenflüchtiger sich in diesem Bereich als das erwiesen haben, als dass sie in Anbetracht der Gewaltexzesse schon seit Jahren erkennbar waren: leere Sprechblasen in rosaroter Hülle … eben auch beredtes Schweigen.

Kuni

 
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Kommentare
merdeister schrieb am 12.02.2012 um 11:48
Nach den Vorfällen war im Internet kurzzeitig eine Meldung zu lesen, in der von einer "enormen Schutzgeldforderung" der Gang die Rede war. Die Autoren: "einige aus der Scherer8". Das Hauskollektiv warnt dagegen vor "Falschmeldungen". Auch die Polizei hängt den Fall tiefer: Die LKA-Abteilung für Organisierte Kriminalität hat die Ermittlungen an die Polizeidirektion Mitte abgegeben. Schutzgeldforderungen seien nicht bekannt.

Das sagt die taz, also noch kein Untergang des Abendlandes.

Was passiert wenn wir mit "den Moslems" fertig sind, führt übrigens ein Regierungsstützer in den Niederlanden vor:

Offenbar reicht das Feindbild Islam nicht mehr aus, um die Menschen zu mobilisieren. Daher hat Wilders Partei, die sich paradoxerweise Partij voor de Vrijheid (Partei für die Freiheit) nennt und auch in Deutschland mit der Partei "Die Freiheit" und der antiislamischen Szene um Politically Incorrect oder Leuten wie Henryk Broder ihre Anhänger oder Nachahmer gefunden hat, eine Website - die Hotline Mittel- und Osteuropäer - am Mittwoch ins Netz gestellt, auf der die Niederländer Probleme mit Zentral- und Osteuropäern melden sollen, wozu eigentlich auch die Deutschen gehört. Telepolis.
merdeister schrieb am 12.02.2012 um 11:51
Ich würde übrigens, mindestens, den Namen des Nutzers aus dem Text streichen!!!
Kunibert Hurtig schrieb am 12.02.2012 um 12:11
... eine Website - die Hotline Mittel- und Osteuropäer - am Mittwoch ins Netz gestellt, auf der die Niederländer Probleme mit Zentral- und Osteuropäern melden sollen, wozu eigentlich auch die Deutschen gehört.

Das kennen wir aus verschiedenen Epochen und politischen Systemen: Denunziation des Missliebigen.
Aber darum ging es mir nicht ... mir ging es um zweierlei:

1. das Schweigen der Bedrohten, die sich immer schon als Verteidiger derer verstanden haben, von denen sie heute bedroht werden, und
2. die Kumpanei mit definitv kriminellen Gestalten, deren Lebensunterhalt aus Straftaten bestritten wird und deren Anschauungen denen von Nazis ähneln.

Es geht nicht um/gegen Islam, es geht nicht um/gegen Moslems, es geht schlicht und ergreifend um den Tatbestand intellektueller Agonie und argumentativer Hilflosigkeit im Angesicht des Tubabruchs, nämlich der tätigen Gewalt, die an vielen anderen Stellen als von gesellschaftlichen Prozessen verschuldet apostrophiert wird und in diesem Rahmen, wie man lesen kann, ein wohl relativ einfaches Motiv hat: kriminell sich gebärdendes Gewinnstreben und die Bedrohung durch Gewaltexzesse.

Was die TAZ dazu schreibt scheint mir relativ gleichgültig, das Schweigen der Betroffenen in ihrem Betroffensein ist beredt, unglaublich beredt.

Es gibt da nichts zu beschönigen und es gibt auch keinen Grund zu Schweigen und die Dinge beim Namen zu nennen, auch wenn es nicht jedem so ganz genehm ist.
goedzak schrieb am 12.02.2012 um 12:06
Am Schluss in aller Deutlichkeit wieder die an anderer Stelle schon nachgewiesene rassistische Verallgemeinerung. Du unternimmst nicht den geringsten Versuch, Deinen Migranten-Hass wenigstens ein bisschen zu kaschieren. So sieht hate speech aus.
Kunibert Hurtig schrieb am 12.02.2012 um 12:14
goedzak schrieb am 12.02.2012 um 12:06

Du unternimmst nicht den geringsten Versuch, Deinen Migranten-Hass wenigstens ein bisschen zu kaschieren. So sieht hate speech aus.

Das hast Du mir schon ein paarmal unterstellt, darum gehe ich nicht darauf ein: es ist nicht wahr. [PUNKT]

Aber eine Frage ... ist der Verweis auf die Hells Angels auch rassistisch oder könnte der Dein Urteil mildern?
goedzak schrieb am 12.02.2012 um 12:53
Auch wenn es nix nützt, sag ich's nochmal.
In dem Kommentar 12:11 h tust Du es wieder: "das Schweigen der Bedrohten, die sich immer schon als Verteidiger derer verstanden haben, von denen sie heute bedroht werden,..." Wieder eine Verallgemeinerung, die Dich verrät. Die 'Linken' verteidigen (schon immer) die Kriminellen. - Nicht so gemeint? Dann anders: Die 'Linken' verteidigen die Migranten, die aber Kriminelle sind. - Das 'schon immer' denkt sich jeder, der möchte, leicht hinzu, und wenn das nicht Absicht ist, dann ist es billigend in Kauf genommen.
Kunibert Hurtig schrieb am 12.02.2012 um 13:04
goedzak schrieb am 12.02.2012 um 12:53

Die 'Linken' verteidigen (schon immer) die Kriminellen. - Nicht so gemeint?
Nein, nicht so gemeint.
Dann anders:
Die 'Linken' verteidigen die Migranten, die aber Kriminelle sind.

Schon wieder falsch ... aber sei getrost, auch Deine Wahrnehmung wird von mächtigen Instanzen in Deinem Kopf gefiltert und das Genehme artikuliert.
Wieder eine Verallgemeinerung, die Dich verrät.
Der Fall scheint mir jedoch sehr konkret, der Verallgemeinerer scheinst eher Du zu sein ...
was ist denn nun mit dem Drogenhandel? Was ist mit der unten angesprochenen Allianz mit den HA? Verteidigst Du das, nur weil ich es thematisiere? Das wäre ärmlich
barshai schrieb am 18.02.2012 um 09:55
Danke, goedzak!
Yola schrieb am 12.02.2012 um 12:31
@Kunibert Hurtig. "Ich weiß ja nicht was Muhabbetci dazu sagen würde … vielleicht Ausfall ist überall aber ich stehe auf dem Standpunkt, dass die großkotzigen Lippenbekenntnisse politischer Pappköpfe und ideologischer Fahnenflüchtiger sich in diesem Bereich als das erwiesen haben, als dass sie in Anbetracht der Gewaltexzesse schon seit Jahren erkennbar waren: leere Sprechblasen in rosaroter Hülle … eben auch beredtes Schweigen."

Das gleiche beredte Schweigen, welches auch der Freitag an den Tag legt, angesichts der hier 'eloquent' formulierten Fremdenfeindlichkeit, Kuni?
Kunibert Hurtig schrieb am 12.02.2012 um 12:56
Yola schrieb am 12.02.2012 um 12:31

Ziemlich dünn YOLA, wie alles was Sie so von sich geben. Was halten Sie denn nun von Der Allianz

Hells Angels / Streetfighters?

Passt nicht ins Weltbild? Macht nichts?, meines wird auch Tag für Tag erschüttert, sozusagen permanente Hirnerschütterung, die ich mit C200 Potenzierungen des T-Rex behandle ... bekanntlich hatte der ja einen ziemlich großen Kopf mit viel Knochen dran und darum konnte dessen Gehirn nicht erschüttert werden.
Yola schrieb am 12.02.2012 um 13:24
@Kunibert Hurtig. "...meines wird auch Tag für Tag erschüttert, sozusagen permanente Hirnerschütterung..."

Das ist mir allerdings, dass darf ich gestehen, schon seit längerer Zeit aufgefallen, lieber Kuni. Ich würde allerdings bei der Ursachenforschung weit hinter die Potenzierung des T-Rex zurückgehen.
Kunibert Hurtig schrieb am 12.02.2012 um 13:36
Yola schrieb am 12.02.2012 um 13:24

Ja, liebe YOLA, mit Ferndiagnosen haben Sie sich schon häufiger profiliert, keine Frage. Sie meinen also meine permanente Hirnverschütterung ist ein atavistisches Artefakt, dem mit Homöophobie nicht beizukommen ist und mit dem ich dann wohl den Rest meiner Tage umherirren muss?
Ja, ich denke ich lebe viel zu spät; 1792 wäre ich vielleicht unter die Guilotine gelegt worden und sie hätte das applaudierend begleitet. Das wäre wäre ein Trost gewesen ... aber so???
Yola schrieb am 12.02.2012 um 14:45
@Kunibert Hurtig, das war keine Ferndiagnose (und von 'häufiger profiliert' kann schon gar keine Rede sein) sondern eine mitfühlende Bestätigung Ihrer Selbstdiagnose. Den Zusammenhang mit der angeblichen Ursache habe ich vorsichtig in Frage gestellt und Ihnen einen wohlwollenden Rat erteilt.
Dass Sie grobe Verallgemeinerungen und derbe Parolen den Feinheiten des sprachlichen Ausdrucks vorziehen, war mir allerdings schon bekannt.
Über Ihre Folgerungen daraus will lieber schweigen. Ich weiß, dass der Hund (um im Bilde zu bleiben), dem man einen Maulkorb anlegt, mit dem Hintern bellt.
Daniel Domeinski schrieb am 12.02.2012 um 14:01
Welchen Erkenntnisgewinn soll bei diesen Blogbeitrag herausspringen? Er führt nur die Spekulationen fort, die seit einigen Tagen in der Presse herumgeistern und garniert sie mit Gehässigkeiten gegenüber den "naiven" Linken. Die Rechte hat das wesentlich schneller als Herr Hurtig hinbekommen:

www.sezession.de/29995/auslandergang-greift-linkes-wohnprojekt-scherer8-an.html

Hier noch die Stellungnahme der Betroffenden:

scherer8.blogsport.de/
Kunibert Hurtig schrieb am 12.02.2012 um 14:22
Daniel Domeinski schrieb am 12.02.2012 um 14:01

… Er führt nur die Spekulationen fort, die seit einigen Tagen in der Presse herumgeistern …

am 4.02.2012 schrieben die Scherer:

Unsere Kneipe und unserer Infoladen wurden gestern Nacht angeriffen. Heute wurde die Band, die hier spielen sollte, vor der Kneipe abgefangen und verprügelt. Wir freuen uns, dass ihr solidarisch seien wollt! Tut das aber NICHT heute und NICHT durch Konfrontation.

am 6.02.2012 schrieben die Scherer

nach den Vorfällen am Wochenende ist es bei uns (erstmal) wieder ruhig.
Dafür brodelt die mediale Gerüchteküche. Neben Indymedia haben auch einige bürgerliche Zeitungen über die Zwischenfälle berichtet. Wir möchten euch jedoch bitten: Glaubt keinen Zeitungsberichten, Indymediabeiträgen oder kommentaren, die in unserem Namen verfasst worden sind.


Und nun meine einfache Frage: Ist es geschehen oder ist es nicht geschehen? Sind die Zeugen, die HA in großen Limousinen vorfahren sehen unglaubwürdig? Oder ist das Vereineinslokal der Streetfighters nur ein getarnter Kinderladen?
Daniel Domeinski schrieb am 12.02.2012 um 14:43
"Die Verunsicherung muss tief sitzen und jenseits der sattsam bekannten Sprüche aus dieser Richtung ist nichts zu vernehmen, ganz im Gegenteil: beredtes Schweigen überdeckt die ideologische Feste in sich selbst ruhender Gewissheiten."

Woher wollen sie das wissen? Haben sie sich mit den Hausbewohnern unterhalten? Oder lassen sie sich einfach von ihren ideologisch geprägten Hassbild von "linken Multikulturalisten" leiten?
Die Presse, angefangen beim Tagespiegel, hat ähnlich verfahren wie sie in diesem Blog. Das könnte auch ein Grund dafür sein, dass die Hausbewohner mit denen nicht reden wollen.

Niemand hat bestritten, dass es diese Überfälle gab. Aber die genauen Hintergründe sind bis heute unklar. Ihr Blog bringt uns in den wichtigen Fragen nicht weiter. Er führt nur dazu, bestehende Feindbilder zu verfestigen.
Kunibert Hurtig schrieb am 14.02.2012 um 14:29
Daniel Domeinski schrieb am 12.02.2012 um 14:43

Ja, viel Feind, viel Ehr ...
Ich hatte den Text übrigens von der verlinkten Seite in den Editor kopiert, das sah reichlich seltsam aus. Kurz danach hatte ich den BKA-Trojaner auf der Kiste. Ich werde gleich noch einmal den Text kopieren, er hat sich ja geändert. Wenn das dann nochmal passiert ...
Ansonsten ... nä, schaun wir mal
Kunibert Hurtig schrieb am 14.02.2012 um 15:05
Daniel Domeinski schrieb am 12.02.2012 um 14:43

Hab's anders kopiert.

Wie bereits gesagt, die text sind mal wieder selbstberedt:

Zitate sind kursiv
Wir haben uns seit den Ereignissen des Wochenendes vom 3./4. Februar öffentlich kaum geäußert. Wir entschieden uns so, da wir ganz klar nicht erwarteten, dass die Institutionen und Medien in diesem kalten, menschenverachtenden Land auch nur das Geringste an Hilfreichem zu unserer Lage beizutragen haben, weil sie dies nicht ansatzweise wollen oder können. Diese Auffassung hat sich uns in den letzten Tagen eindrucksvoll bestätigt.
Es sei anzumerken, dass die Institutionen in diesem kalten, menschenverachtendem Land dafür Sorge tragen, dass Mio. in Frieden und Sicherheit leben können, inklusiver derer, die genau das beklagen.
Denn was ist seither passiert?
Bullen in Zivil und Uniform zogen vor dem Haus hin und her, begafften unseren Laden, Plakate an der Fassade, gafften durch die Fenster, kichernd, Witze reißend. So klammheimliche Freude auf Seiten der Bullen überrascht uns nicht.

begaffen, gaffen …usw. Deutlicher kann sich das empfundene und gelebte Selbstbildnis nicht projezieren. Die das Interesse und die natürliche Neugier Dritter in einen Bedrohungswahn kanalisiert und das Amüsement über Sprüche wie auf dieser HP als klammheimliche Freude am Gesehenen umdeutet. Verfolgter kann man wirklich nicht mehr sein.
Es folgen einige Zeilen zu den Medien, das übliche Geschwafel …
Aus den meisten Artikeln und Kommentaren quillen rassistische und xenophobe Drohungen und Beleidigungen, Ignoranz, Ressentiment, offener Hass, interessiertes Desinteresse, die ganze Hässlichkeit der Verhältnisse.
Doch dann:
Dabei scheint das Motiv „linke Gutmenschen werden Opfer von kriminellen Ausländern“ sich wunderbar in ein bürgerliches Weltbild einzufügen; …
Hier scheiden sich aber doch die Geister. Wenn ein Trupp von 30 jungen Semi-kriminellen in ein beliebiges Haus eindringt, dort Scheiben und Einrichtung fragmentiert, am nächsten Morgen zwei Musiker zusammenschlägt, die das Haus betreten oder verlassen wollen, so haben wir es hier nicht mit einem Pappenstil zu tun. Wenn weiter bekannt wird, dass HellsAngels regelmäßig im Vereineinslokal auflaufen, dass der Drogenhandel floriert, dann scheint mir das nicht mehr spaßig und die oben zitierten Texte von der Stellungnahme der Überfallenen doch geprägt von einer ideologischen Verblendung, die ich mit einer veränderten Fassung der dort aufgeführten Adorno Zitats:
Die fast unlösbare Aufgabe besteht darin, weder von der Macht der anderen, noch von der eigenen Ohnmacht sich dumm machen zu lassen.
Nämlich:
Die fast unlösbare Aufgabe besteht darin, weder von der Macht der anderen dumm, noch von der eigenen Dummheit ohnmächtig zu werden.
petz schrieb am 12.02.2012 um 16:19
@Kunibert Hurtig

Mensch, da ist ja nun einiges schwer durcheinandergeraten:

"...das Schweigen der Bedrohten, die sich immer schon als Verteidiger derer verstanden haben, von denen sie heute bedroht werden..."

Ist wirklich davon auszugehen, dass die Bedrohten der Schererstr. 8 sich immer schon als Verteidiger gewalttätiger krimineller Banden verstanden haben ("derer …, von denen sie heute bedroht werden")? Oder wird hier nicht – vielleicht unbeabsichtigt - unterstellt, dass das Verteidigen der Rechte von Minderheiten (z.B. Migranten) das Verteidigen krimineller Gewalt impliziere?

"Hilflosigkeit im Angesicht des Tubabruchs, nämlich der tätigen Gewalt, die an vielen anderen Stellen als von gesellschaftlichen Prozessen verschuldet apostrophiert wird und in diesem Rahmen, wie man lesen kann, ein wohl relativ einfaches Motiv hat: kriminell sich gebärdendes Gewinnstreben und die Bedrohung durch Gewaltexzesse."

Es ist ja wohl nicht ganz abwegig, das Motiv „ kriminell sich gebärdendes Gewinnstreben“ als von gesellschaftlichen Prozessen, wenn nicht allein verschuldet, so doch zumindest mit verursacht zu verstehen. Gewinnstreben, das nach derzeit gängiger Rechtsauffassung nicht als kriminell sich gebärdend verstanden wird, ist schließlich nicht minder prägender Bestandteil gesellschaftlicher Prozesse.
Gewalt, die … ein wohl relativ einfaches Motiv hat: ... die Bedrohung durch Gewaltexzesse.
Inwiefern hat die Gewalt das Motiv „Bedrohung durch Gewaltexzesse“? Ist da irgendwas Kluges gemeint, das ich nicht verstehe, oder handelt es sich einfach um ein Problem der Satzkonstruktion?

(Nebenher: der Tippfehler „Tubabruch“ ist freilich nicht schlimm, aber irgendwie Klasse: Rohrbruch…)

"das Schweigen der Betroffenen in ihrem Betroffensein ist beredt, …"

Vielleicht schweigen die Betroffenen ja gar nicht so laut, sondern wollen nur nicht von uns und anderen öffentlich klugscheißend beredet werden. Verstehen könnt´ ich´s!

"…es gibt auch keinen Grund zu Schweigen und die Dinge beim Namen zu nennen,…"

Na was denn nun?

Lieber Kunibert Hurtig, es ist wahrscheinlich ganz ungerecht, Ihnen eine minderheitenfeindliche (huch, darf man Migranten „Minderheit“ nennen, oder ist das irgendwie anfechtbar?) Haltung zu unterstellen. Nur schiene es mir bei einem – mal unterstellt: ernsthaften –Anliegen wichtig, sich um präzisere Argumente zu bemühen. Sie scheinen hier doch mit gar zu viel Lust die reißerische Formulierung der SZ „Das Weltbild der Linken wankt.“ hoffnungsfroh aufzugreifen. (Je nun, das Wanken gehört halt zum Weltbild wie der Zweifel zum Glauben; wohl dem, der die Tricks kennt, sich durch Vereinfachung dieses Schleudertrauma vom Halse zu halten.)
Dass es auch unter Bevölkerungsgruppen mit Migrationshintergrund (uff, so ist´s korrekt!) GewalttäterInnen und FaschistInnen gibt, ist kein hinreichender Grund, von der Verteidigung der Idee einer offenen und gerechteren Gesellschaft abzugehen. Da muss es kein „Wanken“ geben.

Ich würde Ihnen nicht – wie goedzak – rassistische Verallgemeinerung unterstellen, nur eine gewisse Schludrigkeit und eine recht unangenehm wirkende Schadenfreude. Das allerdings finde ich schon ärgerlich genug.

Nun sei´s genug. Es grüßt mit dezentem Groll
petz
BanaBab schrieb am 12.02.2012 um 20:37
@petz,
Danke petz für die Klarstellung! Da brauche ich mich nicht zu wiederholen. KH leidet leider weiterhin an Integrationsfähigkeit von unvoreingenommenem Wissen und nimmt Realitäten nur festplattenreduziert wahr.
Die gesamte linke Gutmenschengesellschaft hat jetzt bestimmt richtig Schiss....hättest gern KH!:-))) vergiss es.
Kunibert Hurtig schrieb am 14.02.2012 um 15:18
der Tippfehler „Tubabruch“ ist freilich nicht schlimm, aber irgendwie Klasse: Rohrbruch…)

Könnte glatt in die Klasse Tiermedizin fallen:
Ein-Ender im Stimmbruch

Zum Kommentar: Stimmt schon, mich haben mal wieder diese unglaublichen Sprüche in den rötlichen Sprechblasen aufgerüttelt ... sonst hätte ich gesagt: der ganz normale Wahnsinn.
Um hier allerdings ein Mindestmaß an Aufmerksamkeit, welche auch immer, zu erreichen, muss auf jeden Fall der rassistische Detektierungs-Reflex befriedigt werden (kleiner Scherz)
barshai schrieb am 18.02.2012 um 09:54
Danke, Anke (S)!
Nietzsche 2011 schrieb am 12.02.2012 um 22:06
Man kann es natürlich unter den (ideologischen) Teppich kehren und bei der alten Leier bleiben "alle Migranten sind per se gut und schützenswert". Man kann aber auch wie K.H. mal die Fakten zur Diskussion anbieten. Zu den Fakten gehört eben, dass die Jugendkriminalität unter türkischen und arabischen Jugendlichen überdurchschnittlich hoch ist; was nicht zuletzt Kirsten Heisig beschrieben hat (bin selbst auch Jugendschöffe). Und das Problem der Linken besteht ja gerade darin, Fakten der Ideologie zu opfern.
Besser wäre, sie würden einfach Fakten anerkennen.
petz schrieb am 13.02.2012 um 10:14
@Nietsche 2011

Zu den Fakten gehört eben, dass die Jugendkriminalität unter türkischen und arabischen Jugendlichen überdurchschnittlich hoch ist

Eben, und das sind jene Fakten, die lt. KH an vielen anderen Stellen als von gesellschaftlichen Prozessen verschuldet apostrophiertwerden. (Was, zum Teufel, soll hier eigentlich "apostrophiert" heißen? Dummsprech!

Und Fakten ... opferngeht halt auch nicht (sie lösen sich dann wohl in gottgefälligen Rauch auf?), man kann sie höchstens ignorieren. Und genau dies ist es, was versucht wird, wenn die gesellschaftlichen Hintergründe für kriminelle Gewalt aus dem Diskurs ausgeblendet werden.

Gruß
petz
BanaBab schrieb am 14.02.2012 um 12:53
@Nietzsche 2011,
Fakt ist, die Sonne geht jeden Abend unter und lässt Euch im Dunkeln. Also ausweisen das Teil zumal sie jeden Morgen ohne Visum wieder einzureisen versucht.
Ein freundliches Wort zu einem Mitbewohner mit Migrationshintergrund bewirk mehr wie das permanente runterbeten von Kriminalstatistiken einer braunschimmernden Staatsstruktur.
Nietzsche 2011 schrieb am 14.02.2012 um 13:06
Gegen ideologischen Rotschimemr ist eben noch kein Mittel erfunden worden - danke für die Bestätigung meiner oben getätigten Aussage.
Und - eine Kommunikation verlangt immer zwei Seiten!
BanaBab schrieb am 16.02.2012 um 08:13
@Nietzsche,
versuchen Sie es doch einfach mal mit der Kommunikation, vergessen Sie für einen Augenblick ihre "überlegene Kultur" aus der Sie stammen, dann garantiere ich Ihnen es geht. Es ist sehr einfach wenn man es will.
Kunibert Hurtig
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