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Kursive Textstellen sind Zitate
Das Imperium schlägt zurück, könnte man formulieren, wenn man den folgenden SPON-Artikel liest:
www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,813388,00.html
IBM will allein in Deutschland bis zu 8000 Stellen streichen, doch das ist nicht alles. Denn der Plan ist offenbar Teil einer grundlegenden Neuorganisation von Arbeitsstrukturen. Einem internen Papier zufolge, dass dem SPIEGEL vorliegt, will IBM die Beziehungen zu seinen Arbeitskräften radikal verändern.
An neuen Arbeitsstrukturen habe ich in der Vergangenheit selber intensiv mitgearbeitet. Das äußerte sich darin, dass ich (wir, also ein Team) bei FORD 12.000 Mitarbeiter antrafen, nach zwei Jahren waren 3.000 übrig geblieben, abermals 2 Jahre später musste jemand das Licht in der Halle einschalten, als ich dort etwas zu tun hatte.
Die radikalen Veränderungen in den Beziehungen zu seinen Arbeitskräften können eigentlich nur bedeuten, dass hier ein Zustand uneingeschränkten Wettbewerbs installiert werden soll, der in Ermangelung einer schlagkräftigen Vertretung auf Einkommensminimierung hinausläuft. Das wird in den folgenden Abschnitten des Artikels sehr deutlich.
So soll der Konzern künftig nur noch von einer kleinen Kernbelegschaft geführt werden. Spezialisten und Fachkräfte hingegen will IBM auf einer eigens gegründeten Internetplattform anwerben. Dort sollen sich freie Mitarbeiter aus der ganzen Welt präsentieren und nach bestimmten, von IBM entworfenen Qualitätsmerkmalen zertifiziert werden.
Und weiter:
Die in einer "Cloud" (Wolke) organisierten Arbeitskräfte, heißt es in dem IBM-Papier, würden internationale Arbeitsverträge erhalten, um restriktive Vorschriften in den jeweiligen Heimatländern zu umgehen.
Außerdem sollen sie auch nur für die Dauer der jeweiligen Projekte beschäftigt werden. Ein solches System, in dem weltweit Arbeitskräfte um befristete Jobs auf Internetplattformen konkurrieren, würde Konzernen wie IBM gewaltige Einsparungen bringen und die Effizienz erheblich steigern.
Gewaltige Einsparungen für IBM und gesteigerte Effizienz. Nun ja, wer’s glaubt wird selig. IBM konnte seinen Kunden schon immer ganz besondere Preise aufs Auge drücken, ohne dass immer gewiss war, ob die verkauften Eigenschaften dessen, was dem Kunden geliefert wurde, auch funktionell waren. Der Bonus des Unfehlbaren haftete IBM immer an und man ta(u)t alles, um diesen Nimbus zu pflegen und zu vertiefen.
So aus dem Gefühl heraus sage ich mal: das wird Jahre, wenn nicht Jahrzehnte dauern und ob das, was sich einige Betriebswirte mal wieder ausgedacht haben auch wirklich eintrifft, bleibt abzuwarten. Ob damit der viel beklagte Fachkräftemangel ausgeglichen werden kann ebenfalls.
Der Konzern selbst wollte keine Stellung nehmen. "Als innovatives Unternehmen", hieß es lediglich, "sondieren wir ständig eine Fülle von Wegen und Vorgehensweisen, die Kunden Mehrwert bieten. Produktivität zu steigern und Talente zu fördern, um die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern, ist eine entscheidende Komponente in unserem Geschäftsmodell."
Eine Fülle von Wegen, die dem Kunden Mehrwert bieten. Wer’s glaubt wird selig; es geht einzig und allein um die Ausbeutung von Menschen, um die Schmälerung von deren einkommen, um dieses Geld in die eigenen Taschen zu leiten. Dass auch nur ein einziger Kunde davon einen Vorteil hat, ist zu bezweifeln. Dass Tausende dadurch Nachteile haben, ist gewiss.
Kuni
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Als ich den SPON - Artikel gelesen habe, sind bei mir auch gleich alle Alarmglocken hochgegangen :-(
Wellcome in the Beautiful World 2025 :-@ |
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Danke für den Artikel , mit Interesse gelesen:
Sehr schlimm. Mir fällt dazu nicht mehr viel ein. |
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In den SPON-Kommentaren wird diese Aktion als selbstmörderisch bezeichnet. Also lassen wir mal IBM machen ...
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@all
Der entscheidende Satz liegt m.E. hierin: Die in einer "Cloud" (Wolke) organisierten Arbeitskräfte, heißt es in dem IBM-Papier, würden internationale Arbeitsverträge erhalten, um restriktive Vorschriften in den jeweiligen Heimatländern zu umgehen. D.h., dass die Einsparungen im Sozialbereich (Renten- und Krankenversicherungen) generiert werden (internationale Arbeitsverträge) was dem Bestreben gleichkommt, weltweit amerikanische Verhältnisse zu schaffen. Mit anderen Worten: die Ausbildungkosten für Fachkräfte und Talente tragen die jeweiligen Gesellschaften, die sich aus den Qualifikationen ergebenden Profite streichen die shareholder ein. Es lebe die international organisierte Asozialität. |
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Dass IBM IT-Konzepte in seine Unternehmensphilosophie einfließen lässt, ist nur konsequent.
Man kann sich aber auch eben mit Hilfe künstlicher Intelligenz wehren. Daniel Suarez, der Autpr von "Daemon", hat das in einem Interview mit der FAZ gut beschrieben: "Die Initiative muss daher vielmehr aus dem Volk kommen - und dabei denke ich nicht an Proteste und Demonstrationen, sondern an den Aufbau und die Erprobung neuer Wirtschaftsformen, digitaler Währungen, Augmented Reality und vermaschte Open-Source-Netzwerke, die eine neue Ökonomie und damit ein soziales Geflecht schaffen, das die etablierten Mächte samt ihren selbsternannten Torwächtern und Lobbyisten eher umginge als stürzte. Solch ein System würde zunächst nur in embryonaler Form geschaffen. Es zöge immer mehr Anhänger an, die aus der bestehenden Ökonomie herausgefallen sind, und setzte sich schließlich durch, wenn eine kritische Masse sich dem neuen System angeschlossen hätte." www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/digitales-denken/gespraech-mit-daniel-suarez-wir-werden-mit-system-erobert-14089.html |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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