Lars

Blog von Lars

13.02.2009 | 09:35

Oliver Pocher

Wenn man im Fernsehen Menschen wie Oliver Pocher nicht mehr zeigen würde, wäre die Welt ein besserer Ort.

In seinem gestrigen Beitrag bei "Schmidt & Pocher" zur Berlinale spielte er einen Boulevardjournalisten und sprach einen dunkelhaarigen, bärtigen Mann an, der aufgrund der Außentemperatur einen dicken Anorak und eine Inka-Strickmütze trug. "Der Iran", so Pocher, "ist ja auch ein großes Thema hier auf der Berlinale", woraufhin der Angesprochene leicht irritiert aber akzentfrei entgegnete, daß er griechischer Herkunft sei.

Das allein reichte Pocher jedoch nicht, und so machte er daraus im Laufe des Beitrags einen "griechischen Einwanderer", was der sympathische Mann zurückwies: "Wieso Einwanderer?" Pocher druckste herum. "Was denn dann?" "Sagen wir doch einfach Deutscher."

Es folgte eine eher laue Nummer, in der er verzweifelt versuchte, den Mann dazu zu bewegen, sich über Sandy Meyer-Wölden oder Jenny Elvers-Elbertzhagen lustig zu machen, wobei dieser jedoch nicht mitspielte, offenbar kannte er die Personen einfach nicht.

So vorgeführt zu werden, das konnte Pocher aber nicht auf sich sitzen lassen, und so verabschiedete er den bärtigen Mann mit der lustigen Mütze: "Und viel Erfolg noch bei der Jobsuche."

Es war nur ein schlechter Witz, klar, aber so ist Pocher: Wenn er weiß, daß ein billiges Klischee für eine nicht minder billige Pointe taugt, dann muß der Witz auch gemacht werden.

Ein paar Minuten später in der Sendung hat Pocher seinen nächsten großen Moment. Er darf in einem Dresdener Einkaufszentrum Passanten bloßstellen, die die Evolutionstheorie nicht erklären können und auch nicht wissen, daß Darwin sie entwickelt hat. Eine attraktive, junge Frau, die das ebenfalls nicht vermag, fragt er nach ihrem Beruf, worauf sie entgegnet, daß sie Friseurin sei.

Da ist Pocher wieder in seinem Element. Solarium, Friseurin, weiß nicht, wer Charles Darwin war. Da paßt wieder alles zusammen in Pochers Welt.

Charles Darwin hätte vermutlich seinen Namen geändert, wenn er gewußt hätte, daß man irgendwann einmal jemanden wie Pocher einen Sozialdarwinisten nennen muß.
 
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Kommentare
Dialogautor schrieb am 13.02.2009 um 10:01
Niveaulos. Platt. Anstössig. Unmoralisch. Beleidigend. Geschmacklos. Das sind die Vorwürfe, die regelmässig fallen und die letztlich die Komik des Oliver Pocher seit seinen Anfängen nicht unzutreffend beschreiben. Er war von jeher jemand, der provozieren wollte, der Grenzen überschritt und sich erst dann wohlfühlte, wenn andere beleidigt oder in Schamesröte das Gesicht verbargen. Die Qualität seiner Einlagen war von jeher durchwachsen. Absolut unwitzige Primitivfrotzeleien wechselten sich mit inspirierten Schockeinlagen, die in den besten Fällen schon sehr komisch sein konnten. Was ihn auszeichnet ist von jeher seine Schamlosigkeit in jeder Beziehung. Die Rampensauqualität, mit der er ohne Rücksicht gegen andere, aber auch gegen sich selbst dorthin geht, wo es weh tut. Das ist nicht immer schön anzusehen und oft auch recht blöde, aber es ist genau das, was Pocher ausmacht. Wer immer ihn auch einkauft, sollte wissen, was ihn erwartet und nicht hinterher herumjammern. Pocher ist geschmacklos, oft langweilig und bisweilen primitiv. Aber das alleine kann kein Absetzungsgrund sein, sonst ständen 70% des gesamten Öffentlich Rechtlichen Prime-Time-Programms zur Disposition. “Wer im Glashaus sitzt, sollte sich im Dunkeln umziehen.” Die Volksweisheit dürfen sich auch die Bedenkenträger beim SWR gerne an die Stirn tackern. Am besten in Spiegelschrift, damit sie sich das nächste Mal, wenn sie den Hustenreiz der geheuchelten Empörung verspüren erstmal in den Spiegel und ihre eigene Programmplanung gucken.
Guido Rohm schrieb am 14.02.2009 um 10:07
Kurz zur Erklärung für alle, wer Charles Darwin war… Charles Darwin, englischer Dramendichter, 1834-1835, der mit seinem Stück über den Hurenkrieg (1834-1835) bekannt wurde. Er heiratete 1835 die deutsche Dichterin Else Baum (1834-1835), die bereits 1834 mit ihrem Gedicht „1835“ zu Weltrum kam.
WOanders schrieb am 19.02.2009 um 22:56
Aber was wäre Deutschland ohne ihn ein Land der JA-Sager. Ich mag ihn auch nicht aber wir brauchen ihn wie heidiii und Dieeeter und um mal KEIM-zeit zu zitieren IRRE ins IRRENhaus und Schlaue ins Parlament. Nur eine Frage zum Schluß, warum haben wir so viele Plaudertaschen gewählt???
WOanders schrieb am 19.02.2009 um 22:56
Aber was wäre Deutschland ohne ihn ein Land der JA-Sager. Ich mag ihn auch nicht aber wir brauchen ihn wie heidiii und Dieeeter und um mal KEIM-zeit zu zitieren IRRE ins IRRENhaus und Schlaue ins Parlament. Nur eine Frage zum Schluß, warum haben wir so viele Plaudertaschen gewählt???
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