Le chat pitre

Blog von Le chat pitre

28.10.2009 | 23:06

Das Varusjahr und der Stand des deutschen Nationalismus

 Ein Rückblick auf 2009

Referent: Alexander Häusler, Arbeitsstelle Neonazismus FH Düsseldorf

VeranstalterIn: Emily unberechenBar, attac campus bochum in Kooperation mit der RLS NRW  
Wann & Wo: Am Sa., dem 7.11.2009 ab 20:00 Uhr im Sozialen Zentrum Bochum
 
Jahrestage sind eine beliebte Gelegenheit für Kollektive, sich ihrer selbst zu versichern. Und insofern stand für das Jahr 2009 fürchterliches zu erwarten; 2.000 Jahre zuvor hatte der römische Hilfstruppenführer Arminius Verrat an seinem Förderer und Vorgesetzten Varus begangen und gemeinsam mit einer fragilen Koalition germanischer Warlords eine römische Streitmacht heimtückisch niedergemnetzelt und ausgeraubt.
Aus dem antiken Verräter und Räuber machten die deutschen NationalistInnen im 19. Jahrhundert einen Helden und Gründer der deutschen Nation. Und nach vollzogener Nationalstaatsgründung im Jahre 1871 formulierte dann ein Denkmal in Kurzform die Lektion, welche der angebliche Gründervater seinen Nachfahren hinterlassen hatte: Einigkeit sei die Grundlage deutscher Macht. Eine Lektion, welche der neue Nationalstaat ständig radikaler berücksichtigte. Vom Sozialistengesetz, Kirchenkampf und den Reden eines Treitschke bis Buchenwald und Auschwitz wurde unterjocht oder gar ermordet, was als Gefahr für diese Einigkeit betrachtet wurde.
Was ist im Gedenkjahr 2009 noch von diesem Nationalmythos festzustellen? Wer bezieht sich noch auf "Hermann" und wie?
Wir haben den Düsseldorfer Politikwissenschaftler Alexander Häusler gebeten, uns überblicksartig den Forschungsstand zum Thema Arminius darzulegen und über die Rezeption der "Hermannsschlacht" im Jubiläumsjahr 2009 zu informieren. Und die oben stehende Polemik korregiert er bestimmt auch.

Weitere Infos rund um das Thema: 
Ausstellungsprojekt: Imperium - Konflikt - Mythos
Radiodokumentation "2000 Jahre Varusschlacht und die Folgen.  Die Erfindung der Deutschen" von Gregor Papsch
Varusschlacht-Abrechnung mit einem Mythos von Harald Eggebrecht

 
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