Le chat pitre

Blog von Le chat pitre

26.08.2010 | 18:19

Frieden heisst Krieg

 Gegen den Naziaufmarsch am 4. September 2010 in Dortmund. Für die öffentliche Erinnerung an den Überfall auf Polen am 1. September 1939, an den deutschen  Vernichtungskrieg und die deutschen  Verbrechen.

Das vielversprechende Wörtchen Frieden hat in seiner Geschichte schon so einiges  über sich ergehen lassen müssen. "Mitten im  Frieden überfällt uns der Feind"  log etwa Wilhelm II in der Rede,  mit der er der Bevölkerung den Beginn des ersten  Weltkriegs  verkündete. Er selbst hatte den Krieg mit seiner  Hochrüstungspolitik  herbeigeführt. Und er blieb nicht der  einzige, der ungeachtet eigener Hochrüstung  vom Frieden sprach.  Und er blieb auch nicht der einzige, der sich bei der  Kriegsvorbereitung auf einen Zwangsdienst stützte, die  "Wehrpflicht";  am besten  abgesichert durch militäreigene  Kriegsgerichte. Die Wehrpflicht  nicht nur  auszusetzen, sondern   abzuschaffen, in der Verfassung mit Verbot zu belegen
  und  zu ächten steht jeder Demokratie gut zu Gesicht. 


Gegen Rassismus und Antisemitismus

Am 4. September in Dortmund geht es aber um etwas anderes. Es geht nicht darum,  dass die Nazis ihren Aufmarsch "Antikriegstag" nennen. Am 4. September geht  es darum, dass Nazis in Dortmund  aufmarschieren wollen. Und egal welches  Stichwort diese Gestalten in den Mund nehmen,  es kommt immer nur Rassismus  und  Antisemitismus heraus. Weil Nazis Geschichte und Gegenwart nun mal als einen fortdauernden und alle aktuellen Fragen bestimmenden Rassenkrieg  wahrnehmen. Rassismus und Antisemitismus aber gilt es entgegenzutreten.  Kommt zur Demonstration des S4-Bündnis in Dortmund.


Wehrmachtsverbrechen bleiben Fakt

Den ideologischen Zwang, jede beliebige Frage rassistisch und antisemitisch zu beantworten treibt die Nazis in diesem Fall dazu, gegen die Friedensbewegung  vorzugehen. Denn 1. September oder eben dem nächstgelegen Samstag davor oder danach geht  tradtitonell die Friedensbewegung  auf die Straße. Sie erinnert damit an den Tag, an  welchem die Nazi-Wehrmacht Polen überfiel und damit jenen Krieg begann, dem ihr  Oberbefehlshaber Adolf Hitler in seiner Ansprache zum Kriegsbeginn die Aufgabe  zuschrieb, das "Ende der jüdischen Rasse in Europa" herbeizuführen.

 

Die Friedensbewegung und der 1. September

Zum 40 Jahrestag des deutschen Überfalls auf Polen fanden solche Veranstaltungen noch massenhaften Zuspruch. Auf Einladung des Deutschen Gewerkschaftsbundes füllten friedensbewegte Menschen 1979 in Dortmund zum Beispiel mal eben das örtliche Veranstaltungszentrum „Westfalenhallen“. Dort lauschten sie im Anschluß an eine nachmittägliche Gedenkundgebung am Mahnmal für die Opfer des Faschismus in einem kleinen Wäldchen namens Bittermark zunächst Ansprachen von DGB-Oberen und Ministerpräsident Rau. Anschließend klang der Abend mit einem Konzert aus.

Im Jahre 1999 waren solche Großereignisse bereits ferne Vergangenheit.Die Demonstrationen der Friedensbewegung zum 1. September sind heute selten übermäßig gut besucht. Aber in den meisten Städten reicht es für öffentliche Wahrnehmung und eine Meldung in der Tagespresse und im Regionalfernsehen.
Und für Verärgerung bei den Nazis, reicht es auch. Denn ihnen gilt  der Krieg und das singuläre Menschheitsverbrechen,welches er ermöglichte, nicht als  Verbrechen, sondern als vorbildliche Heldentat. Die Erinnerung an deutsche  Verbrechen aus der öffentlichen Erinnerung zu verdrängen und durch welches  Thema auch immer zu ersetzen, auch darum geht es den Nazis am 4. September in  Dortmund. Damit sollen sie nicht durchkommen. 

Für eine andere Welt der Freiheit, Gleichheit, Solidarität
Kommt zur Demonstration am 4. September 2010 um 10 Uhr zum Hauptbahnhof in Dortmund.

attac campus bochum

 
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