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"Wie tugendhaft muss der erste Diener des Staates sein? Anne Will hatte zum verheißungsvollen Talk geladen, doch Ex-Bundespräsident Richard von Weizsäcker wollte nicht über die Affäre Wulff sprechen. So verkam die Debatte zur Preußen-Geschichtsstunde."
Matthias Zschaler in Spiegel online
Fernsehdiskussionen verkommen neuerdings automatisch, wenn man sich weigert über Wulff zu reden. Dabei tat Weiszäcker Anne Will nur einen Gefallen. Die hatte in Berlin-Mitte aus Anlass ihrer Sendung zwei Pappfiguren von Wulff und Friedrich II aufgestellt und sammelte dann etwas O-Ton ein, wer von beiden preußischer sei. Überraschung! Die Passanten waren übereinstimmend der Ansicht, dass der Preußenköning preußischer war als der Niedersachse Wulff.
Im Anschluss daran weigerte sich von Weiszäcker Wulff-Schelte zu betreiben mit dem Hinweis, dass man einen absolutistischen Herrscher kaum mit einem demokratischen Grüßonkel vergleichen könne (so hats ers latürnich nicht gesagt).
Soll mal niemand sagen, dass etwas Altersstarrsinn nicht doch für etwas gut sei. So hat der dummen Will schon länger keiner mehr die Meinung gegeigt.
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Aber von Weizsäcker hat sich auch geweigert, Nachfragen nach seiner Familie zu beantworten.
Das fand ich auch nicht gerade souverän. |
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Einem Alt-Bundespräsidenten einen direkten Vergleich zwischen "Fritz" und "Christian" abringen zu wollen, fand ich ziemlich, naja, abitioniert :o)
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Mir ist die gesamte Diskussion um Wulff völlig unklar. Verhaltensweisen, die für jeden Bürger normal sind werden von den Medien an den Pranger gestellt. Wenn jemand Freunde hat, die ihm finanziel helfen können, und dieses auch tun, sollte er glücklich sein, und mal ehrlich jeder von uns würde diese Möglichkeit nutzen. Genausowenig bezahle ich bei freunden wenn ich dort übernachte, genau wie ich ihnen bei mir auch keine Rechnung ausstelle. usw. usw. Rabatte beim Einkauf nimmt auch jeder mit.
Die wahren Hintergründe dieser Medienkampange sind mir noch nicht ganz klar. Ich tippe mal. Die Demontage eines Guttenberg, der von den Medienkonzernen als neuer "Führer" aufgebaut wurde, hat diesen gezeigt, das ihre Macht geringer ist als sie sich einbildeten. Das jetzt ist ihre Rache. Sie möchten beweisen, wenn sie schon keinen Politiker aufbauen können, können sie auf jeden Fall einen zerstören. Daraus schließe ich, so unsympatisch mir der Wulff auch ist, wäre es besser wenn er BP bleibt. Wie schon gesagt ich grübele noch über die Gründe. |
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Tatsächlich ist es wohl mehr die Rache der Medienleute für Wulffs Versuch, ein paar von ihnen zum Schweigen zu bringen. Das können sie ihm nicht durchgehen lassen. Dabei kommt ihnen die Skandalsucht, die sie dem Publikum antrainiert haben, zugute.
Sie sollen ruhig weitermachen, es ist immer noch besser als artige Hofberichterstattung. Aber es macht die Journalisten nicht zu Helden. Dass wir eine freie Presse haben, daran glaube ich erst, wenn sie ebenso über Wirtschaftskapitäne herfällt wie über Politiker. Ceterum censeo, Herr Wulff sollte seinen Hut nehmen. Je schneller die Bundespräsidenten ausgetauscht werden, um so augenfälliger wird ihre Austauschbarkeit. |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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