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Ich lese gern abends vor dem Einschlafen im Bett. Nun ist da eine Bombe geplatzt, und deshalb habe ich heute morgen die Splitter vom Kopfkissen gewischt.
Nach dem Lesen dieser Seiten stehe ich noch unter dem verstörenden Einfluss des geschilderten Schockzustandes, den die Erzählerin erlebt hat. „Schockalzheimer“, nennt sie das.
Auf dem Weg zu ihrer Hochzeit verunglückten vor acht Jahren ihre Mutter und drei ihrer Brüder in einer Massenkarambolage, bei der das Auto ausbrannte und explodierte, so dass von den Brüdern nichts übrig blieb, nur die Mutter und eine Freundin überlebten, die Mutter schwerverletzt.
Der Verlust ihrer Brüder und die Umstände dieses plötzlichen Unfalls, also wie Elisabeth telefonisch von ihrem Vater davon erfährt, inmitten der englischen Verwandtschaft, die eigentlich auf die Hochzeitsfeier eingestellt sind, haben die Heldin seitdem niemals mehr zur Ruhe kommen lassen.
Sie ist auf der Stelle zunächst paralysiert, dann zersplittert, so dass sie sich selber und die Situation beobachtet und für ihre Mutter kaum Mitgefühl hat - obwohl sie nichts sehnlicher als deren Überleben wünscht - , stattdessen denkt „Ich will die nicht anrufen. Was soll ich ihr denn sagen“, und sich gleichzeitig dafür Vorwürfe macht.
Durch das viele Reden und Erzählen und Wiederholen der traumatischen Erlebnisse bis ins kleinste Detail scheint sie verzweifelt die verstreuten Teile ihrer selbst zurückholen zu wollen. In eine fühlende und in sich ruhende Mitte, die durch den Unfall „implodiert“ ist. Oder die es womöglich auch vorher nur rudimentär gegeben hat.
Wir alle haben schon vom posttraumatischen Stressyndrom gehört, und Charlotte Roche schildert uns seine Qualen, die zu Schlafstörungen, zwanghaftem Verhalten bis hin zu Wahnvorstellungen führen können.
Die Erzählerin sieht zum Beispiel einen Riss in der Decke und stellt sich vor, wie dieser größer wird und schließlich die Decke und das Haus einstürzen bis hin zum Tod ihrer Tochter und ihres Mannes. Was sie fast als Erlösung empfinden würde. Und sie ist süchtig nach der Aufmerksamkeit der Umwelt auf sie als "tapfere" und vom Schicksal schwer Getroffene. Sie spiegelt sich in den Blicken ihrer Mitmenschen, wahrscheinlich um sich überhaupt wieder wahrzunehmen.
Seit dem Unfall ihrer Familie lebt sie in ständiger Erwartung von Katastrophen, und versucht, innerlich gewappnet zu sein. Ein absurder, unerträglicher Zustand.
Symbolisch stehen dafür die kleinen Eicheln aus Silber und Gold, liebevoll auf dem Einband abgebildet, die eine düstere Bedeutung bekommen, wenn man als Leser erfährt, dass sie diese Eichel an einer Kette als das obligatorische „something old“ unter dem Hochzeitskleid tragen wollte. In diesem winzigen Schmuckstück ist ein Stück Zeit gleichsam e i n g e f r o r e n, da – wie wir erfahren – es damals nicht zur Hochzeit kam, sondern sie sich nach dem Unfall von dem Mann trennte.
Es gibt also ein extremes v o r h e r und n a c h h e r im Leben von Elisabeth und ich glaube, auch im Leben von Charlotte.
Kürzlich habe ich in einem Flughafen-Shop den aktuellen Stern mit einem attraktiven Foto von ihr auf dem Titelbild in der Hand gehabt und habe den Artikel über sie gelesen. Daher weiß ich nun, was ich vorher nicht ahnte, nämlich, dass ihre Familie tatsächlich bei dieser Massenkarambolage verunglückte. Es ist sogar ein Foto des komplett ausgebrannten Autos dabei gewesen. So nehme ich also an, Charlotte Roche ist ein Teil von Elisabeth und ich habe das Gefühl, sie schreibt, um ihren Verstand zu behalten, ihre Gefühle zurückzubekommen. Sie schreibt sich nicht nur alles v o n der Seele, sondern sie will ihre Seele wieder in Besitz n e h m e n - unter Kontrolle bekommen. Als Kontroll-Freak.
Sie schreibt im wahrsten Sinne des Wortes um ihr Leben.
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ja. tut sie. (um ihr leben schreiben)
und die frage ist eigentlich nur, wer recht hat. ihre therapeutin: das ist nur für die schublade. C.R.: ich schreibe, um gelesen zu werden. |
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schrieb am
30.08.2011 um 10:54
missionarisch ... das stand auf dem Stern Titel Bild - die Missionarin !
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meinst du das schreiben?
kann sein. was wäre die botschaft? |
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Aber man kann doch auch beides machen: aus therapeutischen Gründen schreiben und dabei gelesen werden wollen. So funktionieren doch auch ganz viele Blogs : )
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ja klar.
aber da ist das thema "trauma geht nie wieder weg" nur als subtext vorhanden. in schoßgebete wird dieser subtext lebenspraktisch vorgeführt. |
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schrieb am
30.08.2011 um 12:01
die Frage ist ob das nicht eben dann doch sehr zeitgemäss ist mit dem therapeutischen Schreiben, auch in blogs, und die Subebene interessanter wäre weil nicht so selbstreferenziell
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@ betsyp
stimmt, das fand ich etwas störend, den Titel "die Missionarin", der Stern denkt sich ja gern mal reißerische Überschriften aus. Bisher konnte ich, zumindest in dem Buch von Frau Roche, keine missionarischen Ansätze erkennen und fühle mich als Leserin auch nicht "unter die Fittiche" genommen, oder so. Man ist dem Redebedürfnis und der Hilflosigkeit der Erzählerin eher hilflos ausgeliefert, falls man sich denn auf ein u n v o r e i n g e n ommenes Lesen einlassen kann... Zum Umgang der Autorin bzw. Erzählerin mit den sensationslüsternen Medien ist mir aufgefallen, dass sie ziemlich neutral und sachlich bleibt. Obwohl die Boulevard-Presse sich direkt nach dem Unglück auf sie stürzt. Was wütend macht. Ich weiß nicht, ob ich selber da so ruhig geblieben wäre. Ich glaube, ich wäre insgesamt verbitterter und enttäuschter über das Verhalten der "zuschauenden" Öffentlichkeit. Respekt für den Umgang damit und die "Verarbeitungstechnik" an Charlotte Roche - jemand mit einem anderen Nervenkostüm wäre womöglich in der Psychosomatischen gelandet, was im übrigen auch keine Schande ist... |
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Die letale Sepsis eines faulen Backenzahnes beim alten Buddenbrook hat mich mehr umgehauen, denn derlei auf heutige Zustände zurückgeführt hat viel mit Armut und ihren Folgen zB. unterlassener Prophylaxe zu tun.
Was die Frage »Schublade/Öffentlichkeit« (>Rahab) angeht, sie ist nicht nur wesentlich sondern lenkt auf das Ungleiche in der Gesellschaft, wer sich eben was erlauben bzw. leisten kann, völlig unabhängig von ein paar erotischen Delikatesken. Roche leistet da der Therapie einen Bärendienst, wenn sie sie mit vermeintlich therapeutischem Effekt des modern talking angreift und sich zugleich durch den Erfolg ihrer Romane dessen versichert, was dem Leben eine Menge Annehmlichkeiten verschaffen kann, ua. einen in den Haushalt integrierten Leibtherapeuten, wie sie es augenzwinkernd in netter Runde bekannte. |
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sie greift nicht *die therapie* an, sondern das vermeintliche versprechen, irgendwann wäre die erfolgreich abgeschlossen. so als gäbe es die möglichkeit, hinter ereignis x zurückzukehren.
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schrieb am
30.08.2011 um 12:49
im Deutschlandfunk (oder Dradio, vergessen) wurden neulich vereinzelte Sätze aus dem Roman mit anderer Intonation und nicht von der Autorin selbst gelesen, das war schon sehr interessant weil klar wurde wie sehr die Sprache an die Person geknüpft ist und wie sehr sich alles um sich selber dreht in der Art des Schreibens.
Wenn es einen Kommentar zur Gesellschaft gibt ist der zu dem wie etwas medial vearbeitet wird sicher am relevantesten. Vielleicht allerdings genau dieses selbstreferenzielle auch - wenn ich über facebook etc als gesellschaftliches Phänomen nachdenke. |
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schrieb am
30.08.2011 um 12:49
im Deutschlandfunk (oder Dradio, vergessen) wurden neulich vereinzelte Sätze aus dem Roman mit anderer Intonation und nicht von der Autorin selbst gelesen, das war schon sehr interessant weil klar wurde wie sehr die Sprache an die Person geknüpft ist und wie sehr sich alles um sich selber dreht in der Art des Schreibens.
Wenn es einen Kommentar zur Gesellschaft gibt ist der zu dem wie etwas medial vearbeitet wird sicher am relevantesten. Vielleicht allerdings genau dieses selbstreferenzielle auch - wenn ich über facebook etc als gesellschaftliches Phänomen nachdenke. |
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schrieb am
30.08.2011 um 13:01
was ist mit modern talking gemeint ?>?
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keine ahnung. vielleicht, dass mann nicht tag und nacht in den höchsten höhen denkt, sondern im selbstgespräch die vorzüge von bohrer x gegen die nachteile von bohrer y abwägt?
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> betsyp
»was ist mit modern talking gemeint ?>?« Keine Vorstellung? Nun, zB. alles (Un)Mögliche very important public zu stellen, einen Dialog mit LeserInnenschaft zu simulieren, der wiederum therapeutisch gesehen insofern kontraproduktiv erscheinen muss, als er am Ende Potential entwickelt, Gefühle des Alleingelassenbleibens zu vergrößern. Rahabs Ergänzung »sie greift nicht *die therapie* an, sondern das vermeintliche versprechen, irgendwann wäre die erfolgreich abgeschlossen. so als gäbe es die möglichkeit, hinter ereignis x zurückzukehren.« impliziert. Die Offenheit von C.H. triggert in ausgedehnter Streuung (inhaltlich u. logistisch) uU. individuelle Erfahrungen und dann legst du (allg.) das Buch beiseite und schläfst hoffentlich noch gut. Ggf. schreibst du Tagebuch und hast bereits jenes wenig zielführende Alibi durchschaut und versuchst es doch mal mit Therapie etc. siehe >Rahab. Tabu hat mE. auch den Sinn, Intimes zu fokussieren, ihm seine immanente Kraft und dem Individuum noch Quellen größtmöglicher selbstentwickelter Energie zu belassen, zB. auch in der Arbeit mit der/dem Th. »Ich tue etwas für mich«. In aller Öffentlichkeit zelebrierte Brüche schwächen mM. dieses Potential und zerfasern es in diffuse Verhaltensvorgaben. |
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schrieb am
30.08.2011 um 19:20
dann war modern talking doch verstanden - das heisst dann ja gesamtgesellschaftlich gedacht, dass dieses Potential durch das, wie derzeit mit Intimität und Öffentlichkeit umgegangen wird,ein permanentes Unterlaufen einer Möglichkeit zu einer Zentrierung und damit konzentrierten Umsetzung in eine irgendwie subjektiv bedeutende Sache/Aktion ist....
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nein.
nicht dass der so viel besser wäre, aber ... das thema ist trauma und überleben, nicht der gewöhnliche ödipus-schnödipus. leser vadis möchte gern sublimieren. figur Elizabeth Kiel muß überleben. das ist ein kleiner unterschied. |
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schrieb am
30.08.2011 um 19:48
mir gehts ja eher um die Art als den Inhalt bei dem Gedankengang... ?
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gedankengang?
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schrieb am
01.09.2011 um 01:02
Überlegung - im Anschluss an Vadis´ Kommentar -
also was für Folgen haben eigentlich permanente in die Internetblase und sonstige Öffentlichkeit geblasene Intimitäten (als Selbstzweck) für den Einzelnen und alle zusammen |
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sie können in einem roman mit-verarbeitet werden.
aber: der gedankengang kann auch als abwehr dem roman gegenüber vorgebracht werden. |
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schrieb am
01.09.2011 um 09:43
ja aber für Abwehr gibt es ja Gründe, aber eben vielleicht unterschiedliche und vielleicht auch welche die nach reiflicher Überlegung irgendwie fundiert sind...
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für abwehr gibt es immer gründe ( -;) )
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schrieb am
01.09.2011 um 10:54
ist das jetzt so ein esoterisches Ding wie "was du abwehrst ist das was mir dein Problem erklärt" ?? ; )
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nein, das ist gute alte psychoanalyse.
in der es bekanntlich darum geht, dass sich wer sich selbst erklärt, nicht mann/frau hinter dem kopfende. und dazu (also dem, woran sich wer sich selbst erklärt) gehört die abwehr. was hinter der abwehr steckt - das kann sich also jeder mensch nur für sich selbst fragen/beantworten. oder es bleiben lassen. oder halt noch was zusätzlich davor stellen, auch das soll es ja geben. von alledem handelt der roman auch. |
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schrieb am
01.09.2011 um 11:16
schon klar dass das klassische Analyse ist, aber manchmal findet man/frau doch auch einfach etwas in seiner Form nicht gut und würde vielleicht ein ähnliches Thema in anderer Form besser/interessanter/bedeutsamer/komplexer finden, so wie im Vergleich Liebesleben/Schossgebete.
Das eine ist einfach komplexer und literarisch interessanter als das andere. |
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schrieb am
01.09.2011 um 11:22
aber handelt der Roman wirklich von Abwehr ?
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schoßgebete ist auch komplex. anders komplex, vielleicht.
aber was heißt schon 'komplex'? ich schwanke die ganze zeit zwischen 'so geht das nicht' und staunen, was da alles drin zu finden ist. bis hin zu: worauf verwendet die figur mehr energie - darauf, zu überleben, oder darauf, vorzuführen, wie überleben ganz bestimmt nicht geht. |
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schrieb am
01.09.2011 um 11:47
ja so eine Ambivalenz teile ich...und dann aber wieder, je länger der Abstand zum lesen ist, lässt die Wirkung nach und ich habe das Gefühl, in dem wie sich das dahinplappert bleibt nicht viel übrig am Ende - und damit will ich den Roman oder die Autorin nicht diskreditieren sondern meine eben eher die Form...ach ist das alles komliziert
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ich bin sicher, der roman handelt auch von abwehr.
es wäre natürlich viel schöner, Roche hätte das alles viel kunstvoller gestaltet, verwoben, entfremdet. hat sie aber nicht. sondern vorgeführt, *wie* trivial das überleben sein kann. und wieviel stoff dennoch darin steckt. |
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schrieb am
01.09.2011 um 12:02
aber Trivialität gibt es doch schon so viel - im Fernsehen...
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ich wollte damit nicht sagen, sie hätte einen trivialroman geschrieben
sondern: das unglück und seine therapie veredelt nicht. |
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schrieb am
01.09.2011 um 12:20
??
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schrieb am
01.09.2011 um 13:32
ich wünschte es würde mal ein anderes Buch hier so kontrovers und eingehend diskutiert...und nicht dieses bei dem mich das Gefühl beschleicht als reden viele über eine gute Bekannte die das Buch geschrieben hat : )
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der buddenbrock'sche backenzahn ist auch trivial. sehr sogar. und womöglich fänd ich ihn genauso eklig, wie andere irgendwas bei Roche eklig finden - ich müßte ihn nur daraufhin lesen, wie Thomas Mann sich über den buddenbrock'schen backenzahn über seinen (dem einen Buddeenbrock untergeschobenen) körper seiner identität vergewissert.
also: warum wird der buddenbrock'sche backenzahln als geistvoll gelesen und Roches powürmer nicht? |
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schrieb am
01.09.2011 um 16:37
weil die Powürmer in erster Linie als eine bewusste Provokation genutzt werden, vielleicht höchstens noch als Metapher dafür, dass der Mann nicht für jeden Quatsch hinzugezogen werden kann sondern man eben manchen Mist selber lösen und angucken muss, letzteres kann aber eben bewegender als über eine bewusste Provokation erzählt werden...
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versteh ich nicht!
die powürmer sind doch ein hochkomplexes bild dafür, wie etwas dem körper eingeschriebenes wieder zutage tritt, beispielsweise |
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schrieb am
01.09.2011 um 17:55
aber die kamen doch nur aus dem Kindergarten der Tochter, ganz harmlos, sonst wären es eher ... Hämorrhoiden gewesen ?? : )
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betsyp, ich fürchte, du hast keine ahnung, was für würmer kinder sich im kindergarten einfangen können! grauslich!
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schrieb am
01.09.2011 um 18:19
vielleicht gab es einen schlimmen Kindheitsschock mit einem kindergartenbedingten Wurmerlebnis und vielleicht deshalb meine Buchabwehr ; )
wenn die wüssten die Würmchen, um ihre prominente Rolle in Büchern und Blogs ! |
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jetzt nimm's mal nicht so naturalistisch, das ding mit den würmern. sondern als bild für den prozess, wie vorstellungen/wünsche/bilder/selbst-bilder in eine_n hineinkommen und wie sie wieder nach außen gelangen.
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schrieb am
01.09.2011 um 18:34
wie interpretiere ich denn parallel dazu unnaturalistisch dann die Anfangsszene ?
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ich interpretiere sie jedenfalls nicht als gebrauchsanleitung. so wie im kochbuch: brathuhn in fünf schritten (mit bildern bei).
ich las da etwas über eine sehr anstrengende und sehr genau auszuführende arbeit. bei der vorstellung, das nachzustellen, hat's mich gegraust. |
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schrieb am
01.09.2011 um 18:42
bei den Würmern graust es mich auch : )
ob das mit dem grausen bei der Anfangsszene die Intention der Autorin war das wage ich zu bezweifeln, eher das Gegenteil... aber das Brathuhn in dem Zusammenhang ist ja auch ein interessantes Bild.... |
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wer weiß?
lies es mal und frag dich dabei, ob diese beschreibung mitsamt allen einschüben deiner vorstellung von einer lustvollen vögelei entspricht. |
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schrieb am
01.09.2011 um 18:53
oder ich frage ob die Beschreibung für mich lustvoller Literatur entspricht und vielleicht - entschuldige die Metapher - beisst sich die Katze da in den Schwanz aka wir sind wieder weiter vorne in unserer Diskussion...
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oder auch so.
in jedem fall fragst du nach deiner vorstellung von/über etwas. und Roche schreibt an der stelle eine vorstellung. keine handlung. |
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schrieb am
01.09.2011 um 19:03
Moment - lost - an welcher - die Gebrauchsanleitung oder das Kindergartenproblem ??
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bei der gebrauchsanleitung für "wie kriegen Sie ein brathuhn knusprig".
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schrieb am
01.09.2011 um 22:08
ich stelle mir gerade vor wie das wäre wenn diese Formulierung in die Umgangssprache für Verhandlungen des weiteren Verlaufs der Nacht in Bars und Discos einginge....
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dann wäre was los?
vordergründig die frage ist ja nur: wer wird da eigentlich gegrillt? |
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schrieb am
02.09.2011 um 10:29
war nur so dahingeplappert, wobei sich das Brathuhn ja doch wortverwandt zeigt mit anderen benutzten Begriffen wie "vögeln" und sich somit als neu zu verwendendes umgangssprachliches Phänomen vielleicht sogar durchsetzen könnte...
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Warum in den Zeitungen schreiben, wenn man Bücher schreiben kann und nicht Hungers stirbt?
- Gustave Flaubert - |
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Mich hat "Schoßgebete" ziemlich kalt gelassen, das gilt auch für den Autounfall. Die Schilderung der Hochzeitsvorbereitung gehört zu den wenigen Ausnahmen. Obwohl diese weder inhaltlich noch sprachlich ungewöhnlich ist, war ich doch angerührt von der hoffnungsfrohen Leichtigkeit.
Davon abgesehen kann die Figur "Elizabeth Kiehl" keine Plastizität oder Tiefe entwickeln und bleibt nach meiner Wahrnehmung eine reine Projektionsfläche für alles, was sich gut "verkaufen" lässt. Frei nach Denis Scheck: Hier steigt jemand auf eine Apfelsinenkiste, predigt, predigt, predigt und wird von seinen Themen überwältigt, anstatt sie zu bewältigen. |
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@Calvani
Dass es einen kalt lassen kann, wenn andere Menschen ein Unglück oder Unfall erleben, wundert mich zwar, ist aber leider "normal". Wie anders ist es zu erklären, dass die Schaulustigen oder "Gaffer" auf der Autobahn zwar auf die Autowracks und Verletzten glotzen, sogar Fotos machen, dann aber seelenruhig weiterfahren - sie haben nicht im geringsten den Impuls oder das Bedürfnis zu helfen, beizustehen oder sich sonstwie nützlich zu machen. Sie fahren einfach weiter, zucken mit den Achseln, "was gehts mich an", denn sie hats ja nicht erwischt. Das ist das perverse "Glück" der Davongekommenen. |
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P.S. Versteh mich nicht falsch, ich will dich nicht in die Nähe der "Gaffer" rücken oder dir sowas unterstellen.
Jedoch wird auch das kurz im Buch angeschnitten: direkt nach der Massenkarambolage fuhren viele Autofahrer einfach an den Schwerverletzten vorbei, o h n e erste Hilfe zu leisten. Ein Thema, was uns alle betrifft, die mangelnde Zivilcourage und Hilfeleistung, da gibts ganze Fernsehsendungen drüber. Klar, das hat auch einen "Masseneffekt": je mehr Leute um einen "Unfall" oder ein "Opfer" herumstehen, um so weniger handelt der einzelne. Weil er hofft, dass die anderen das schon machen etc. Man ist auch erstmal gelähmt. Das kann allerdings fatal sein. |
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@Calvani,
können wir nicht einfach mehr eine Kranke krank sein lassen. Ihren Weg der versuchten Therapie, auch wenn er erfolglos bleibt, gehen lassen. Auf die Sezierung jeder Faser ihrer Seele verzichten. Bücher muss niemand lesen. Die Frau braucht seelische Umarmung welche ihr den Schutzraum gibt von innen wieder etwas zu gesunden. Wer ihre Bücher kauft gibt ihr materielle Stabilisierung. Ein wenig hilft auch das in unserer materiellen Welt. |
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P.P.S.
Ich schrieb weiter oben: "Das ist das perverse "Glück" der Davongekommenen." Und denke, das ist die falsche Formulierung. Denn es hat nichts mit Glück, sondern mit Abstraktionsfähigkeit zu tun. Der Mensch ist in der Lage, sich vom Unglück anderer gefühlsmäßig soweit zu distanzieren, dass es ihn nicht berührt. Ansonsten müsste er in irgendeiner Weise reagieren und/oder aktiv werden - und könnte dann womöglich seine eigenen Termine und Alltagsgeschäfte und -pläne nicht weiterführen. Ein Mensch, der angemessen auf Leid und Unglück anderer reagieren könnte/würde - stünde somit nicht mehr in vollem Umfang seiner eigenen Selbstverwirklichung zur Verfügung. Sich auf die Gefühlsproblematik anderer Leute einzulassen, könnte ihn von seiner Selbstbezogenheit ablenken. Ich nehme mich selbst davon keineswegs aus. Andererseits könnten sich auf diesem Neuland ganz neue Wege zum Du ergeben (schrecklich...) |
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@ Lee Berthine
Moment mal. Du verwechselst hier etwas: Realität und Fiktion. Dass ich bei der Lektüre wenig Mitgefühl hatte liegt nach meiner bescheidenen Meinung nicht an meiner mangelnden Empathie, sondern an der mangelnden Glaubwürdigkeit der Figur. @ Banabab Niemand muss Bücher lesen? Richtig. Bücherrezensionen muss auch niemand lesen. Und niemand muss Bücher veröffentlichen. Bewusst materiell stabilisieren würde ich in unserer Gesellschaft ohnehin lieber andere. Roche hat mit "Feuchtgebiete" sicher genug "stabilisierendes" Geld verdient. |
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@ BanaBab
das hast du schön formuliert, mit der "seelischen Umarmung" und materiellen Stabilisierung. Letzteres sehe ich vollkommen ein. Aber von der Öffentlichkeit wird wohl kein noch so erfolgreicher Autor jemals liebevoll umarmt. Entweder wird der bejubelt, gefeiert oder niedergemacht. Oder beides zusammen. So dass auf diese Weise nicht wirklich ein Seelenbalsam zusammengebraut wird. Es gibt ja diesen abgedroschenen Spruch von der Zeit, die alle Wunden heilt. Manche brauchen sehr sehr sehr viel Zeit. Und auch Ruhe. Einen Schutzraum. |
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@ BanaBab
das hast du schön formuliert, mit der "seelischen Umarmung" und materiellen Stabilisierung. Letzteres sehe ich vollkommen ein. Aber von der Öffentlichkeit wird wohl kein noch so erfolgreicher Autor jemals liebevoll umarmt. Entweder wird der bejubelt, gefeiert oder niedergemacht. Oder beides zusammen. So dass auf diese Weise nicht wirklich ein Seelenbalsam zusammengebraut wird. Es gibt ja diesen abgedroschenen Spruch von der Zeit, die alle Wunden heilt. Manche brauchen sehr sehr sehr viel Zeit. Und auch Ruhe. Einen Schutzraum. |
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@Calvani,
ich habe einige Rezensionen über Gebiete und Gebete von C.H. gelesen, etwas fragend amüsiert die psychischen Verwirrungen der Leserschaft beobachtet und nach dem Durchblättern der Bücher diese zurückgelegt. Ansonsten bin sehr für das Lesen guter Bücher:-) |
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Hallo Calvani,
ich verwechsle "Realität und Fiktion"? Mag sein. Wissenschaftler haben festgestellt, dass Teile des Gehirns und das, was wir umgangssprachlich als "Unbewusstes" bezeichnen, nicht wirklich zwischen Fiktion und Realität unterscheiden. Wenn man träumt, nimmt das Gehirn dies wie ein reales Geschehen wahr. Erst hinterher können wir uns mithilfe des Verstandes vom Traum distanzieren. Aus diesem Grund sind Fernsehfilme für Kinder so stark beeinflussend: ihr Gehirn unterscheidet die Bilder noch nicht in Realität und Fiktion. Die Fantasie eines Kindes ist erlebte Wirlichkeit. Okay, wir sind inzwischen erwachsen. Die Abstraktionsfähigkeit ist voll entwickelt. Das muss wohl auch so sein. |
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@Lee Berthine,
das Manko unserer Gesellschaft ist, nicht zu erkennen wenn Menschen es nötig haben Bücher zu schreiben (gilt auch für die inflationäre veröffentlichte Malerei zu Therapiezwecken) um ihre Verletzungen zu heilen bzw. den Versuch machen. Unachtsamkeit ist das Gesicht unserer Zeit.:-( |
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@Banabab
meinst du Unachtsamkeit im Sinn von Unaufmerksamkeit, also dem Gegenteil von Aufmerksamkeit? Schlüssig wäre ja dann die Krankheit unserer Zeit: das Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom oder ADHS. Kann man da nichts gegen machen, - außer Medikamente verschreiben? |
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Hui, mich hat das ganze Unfallkapitel, sprich die Vorbereitungen, der Unfall selbst und das, was danach geschah, sehr berührt. Ich mochte, wie die Situation beschrieben wurde, ich empfand dies als so realistisch und plastisch, teilweise fast als wäre mir selbst so etwas Sonderbares geschehen.
Ich fühlte mich zudem an ein Erlebnis erinnert, das doch immerhin einschneidend für mich war, nämlich den Tod eines sehr lieben Menschen vor fast 20 Jahren und das, was danach geschah, was danach mit mir geschah. Wie man dann ferngesteuert Dinge macht, wie man hysterisch lacht in Momenten, in denen es nichts zu lachen gibt. Wie man hilflos dieser Situation ausgeliefert ist und sich selbst dabei zuschaut, wie man funktioniert. Ehrlich, mich hat dieser Teil des Buches ziemlich umgehauen. |
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Manches ist klar beschrieben und ruft auch bei mir ähnliche Erinnerungen an eigene Erfahrungen hervor, nur empfand ich das nicht als eine Etappe im Kontext einer literarischen Figur, die mich mitreißt. Das Buch ist dafür ein viel zu wirres, unglaubwürdiger Rahmen. Ich habe ja nicht beim Autounfall angefangen zu lesen bzw. zu hören, sondern hatte schon vorher mehrmals gedacht: "Ja, klar, das muss jetzt auch noch rein ins Buch..."
In einer Reportage oder in Tagebuchaufzeichnungen ohne das Konstrukt und das Gesamtpaket drumherum hätte ich den Unfall und seine Folgen sicher anders gelesen bzw. gehört. |
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schrieb am
01.09.2011 um 00:59
"Unaufmerksamkeit unserer Zeit" und "ADHS" sind 2 komplett verschiedene Themenkreise
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" "Unaufmerksamkeit unserer Zeit" und "ADHS" sind 2 komplett verschiedene Themenkreise"
Stimmt, betsyp - meine Assoziationen sind gelegentlich etwas sprunghaft und ich überlege dann nicht genug, bevor ich schreibe. Unaufmerksamkeit unserer Zeit könnte aber dennnoch im weitesten Sinne mit dem Symptom des ADS in Verbindung stehen. Auch wenn es verschiedene Themenkreise sind. |
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schrieb am
01.09.2011 um 09:40
generelle Unaufmerksamkeit unserer Zeit und ADHS haben nichts miteinander zu tun...das ist nicht so....es gibt auch nicht wirklich ein ADS oder ein ADHS, sondern verschiedene...
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es gibt auch nicht wirklich e i n e gesellschaftliche oder generelle Unaufmerksamkeit -
sondern vielmehr die Unaufmerksamkeit vieler Individuen... |
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schrieb am
01.09.2011 um 14:11
stimmt : )
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unachtsamkeit ist etwas anderes als unaufmerksamkeit.
und die erstere ist eine gesellschaftliche. |
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schrieb am
01.09.2011 um 14:32
das stimmt auch.
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Warum, statt
"Der Unfall" (o.ä.) dann aber "Schoßgebete"? Die Titel-Überlegung zielt m.E. zu sehr auf die Gestade der "Feuchtgebiete". Nicht aus Zufall, wohl eher aus Berechnung. Katharina Müller oder Helen Meier oder Svenja Schmidt - hätten sie mit diesem Manuskript eine Chance bei irgendeinem Verlag gehabt? Oder ist hier doch nur ein zweites Mal eine populäre Figur vermarktet worden? Wolfgang Herles, ZDF, während der Vorstellung der neuen Literatursendung "Das blaue Sofa": "Schoßgebete - dieser neue Bestseller von Charlotte Roche sei kein literarisches Ereignis." Er halte dieses Buch "nicht für Literatur". In seiner neuen Sendung käme das Buch - falls überhaupt - nur als "kurze Watsch'n" vor. Ähnlich wie Denis Scheck also. [ Das erste "Blaue Sofa" soll am 16. September beginnen. ] |
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Das Thema an sich ist wichtig und ich finde es gut, dass es nach außen getragen wird! So muss man sich doch damit auseinander setzten und sicherlich geht es auch noch anderen Personen, die solch ein Schicksal erlitten haben so.
Auch ihr Buch zuvo fand ich schon recht wirr und konnte mich den Lobenhymden nicht anschließen! Ich habe es noch nicht gelesen, aber werde es sicherlich nachholen! |
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@Lena
Der Aspekt, den du erwähnst, nämlich dass es noch andere "Personen, die solch ein Schicksal erlitten haben" gibt, so oder ähnlich, finde ich auch wichtig. Denn das posttraumstische Stressymptom ist in unserer Gesellschaft weit verbreitet, auch wenn nicht jeder Betroffenen eine ärztliche Diagnose gestempelt bekommen hat. Früher gab es das auch schon, nur wurde es noch nicht so genannt, geschweige denn, therapiert. Meine Großeltern(generation), die z.B. den Krieg komplett erlebt haben, hatten durchweg psychische Störungen, die eben nur nicht als solche identifiziert wurden. Auch das Thema Depression ist ja erst in den letzten 20 Jahren aufgeblüht, vorher war ein Mensch eben mal traurig, melancholisch oder zurückgezogen bis hin apathisch. Man lebte damit, ohne es zu verarbeiten. Darum gibt es heute so viele (jüngere) Menschen, die den ganzen Ballast mühsam aufarbeiten - oder ignorieren. |
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@Lena
Der Aspekt, den du erwähnst, nämlich dass es noch andere "Personen, die solch ein Schicksal erlitten haben" gibt, so oder ähnlich, finde ich auch wichtig. Denn das posttraumstische Stressymptom ist in unserer Gesellschaft weit verbreitet, auch wenn nicht jeder Betroffenen eine ärztliche Diagnose gestempelt bekommen hat. Früher gab es das auch schon, nur wurde es noch nicht so genannt, geschweige denn, therapiert. Meine Großeltern(generation), die z.B. den Krieg komplett erlebt haben, hatten durchweg psychische Störungen, die eben nur nicht als solche identifiziert wurden. Auch das Thema Depression ist ja erst in den letzten 20 Jahren aufgeblüht, vorher war ein Mensch eben mal traurig, melancholisch oder zurückgezogen bis hin apathisch. Man lebte damit, ohne es zu verarbeiten. Darum gibt es heute so viele (jüngere) Menschen, die den ganzen Ballast mühsam aufarbeiten - oder ignorieren. |
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@ betsyp schrieb am 01.09.2011 um 13:32
ich wünschte es würde mal ein anderes Buch hier so kontrovers und eingehend diskutiert...und nicht dieses bei dem mich das Gefühl beschleicht als reden viele über eine gute Bekannte die das Buch geschrieben hat : ) Ich habe nicht den Eindruck, dass die, die das Buch jetzt nach Zugang des Textes durch Maike Hank lesen und dazu bloggen "kontrovers" diskustieren, vielleicht bunt durcheinander die Facetten des Roche-Textes irgendwie behandelnd aber sich eben einig, dass sei ein irgendwie gelungener Text einer "guten Bekannten". Auch nicht "eingehend" wird hier im Blog diskutiert, denn wirklich eingegangen auf den Text wird bisher an keiner Stelle: Nicht eine Textpassage wurde zitiert, um auch nur eine Meinung zum Text, am Text zu belegen. Für den Leser, der den Text nicht selbst gelesesen hat, darf hier munter alles behauptet werden, alles mit allem zusammengebracht werden, als sei Lesen und darüber Schreiben nur freie Assoziation, die alles oder nichts bedeuten muß, wo nichts erklärt werden muß, da alles vielleicht schon erklärt sei. Das gilt schon in der Psychoanylyse nicht, die hier ja auch schon verwurstet wurde. Sage jetzt keiner, um im Blog mitlesen, gar mitschreiben zu können, müsse man das Buch gelesen haben. Der verkennte das Wesen vom Schreiben über Literatur, Texte: Das Interpretierte, Kristisierte muß am Original deutlich (gemacht) werden, auf dass das Original deutlich werde. Sonst bräuchte nicht geschrieben werden, es sei denn es sollte nicht mehr sein als Selbstdarstellung des Schreibenden. Dann ginge es eben nicht mehr um den Text. |
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Uwe,
da verstehe ich nun aber nicht, wieso du dir von anfang an so sicher warst, es sei gescheiter Philip Roth zu lesen oder Bukowski. im übrigen: abgesehen davon, dass ich das buch weitergegeben (also jetzt nicht zur hand) habe - ich finde es ja ein bißchen viel verlangt, seitenweise den text zu zitieren. denn das müßte mann, um zu erklären, wie der text (die figur? ) sich an vorstellungen abarbeitet, beispielsweise (am anfang). in einem seminar, in dem alle den text vor sich liegen haben, wäre das einfacher. |
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@ Rahab schrieb am 01.09.2011 um 19:21
Liebeb Rahab, ich war mir nicht "sicher", dass Roth oder Bukowski, den übrigens nicht ich vorschlug, gescheiter wäre, sondern schlug es vor, weil ich nach dem Rummel um Feutchgebiete und insbesondere dem ZEIT-Interview an der Glaubwürdigkeit des Schreibvorhabens bei CR zweifelte. Ich ahnte, dass wieder nur die "Gefühle" beim Lesen eine Rolle spielen würden, ohne dass diese am Text festgemacht würden, es also nicht mehr um den Text selbst gehen würde. Natürlich kann sich ein Leser des Jahrgänge 1970 aufwärts mit dem Text einer Roche leichter "anfreunden" als mit Roth oder Bukowski, ihn darüber auch schneller nicht mehr bemerken, weil man zu leicht dann nur noch mit sich selbst beschäftigt ist, gerade, wenn man sich nicht im "Seminar" befindet. Von "seitenlangem Zitieren" sprachst Du, nicht ich, aber es gibt immer Schlüsselsätze oder überschaubare Passagen die man pars pro toto in diesem Sinne hernaziehen kann. Dies gilt sowohl im Falle des Verrisses, als auch bei Vergabe des summa cum laude durch den Rezensenten. Einnere Dich an das Leseprojekt "Die Enden der Parabel" von Thomas Pynchon, das letzlich scheiterte und das nicht nur am Seitenumfang. Ich wiederhole mein Kernargument: Das Interpretierte, Kristisierte muß am Original deutlich (gemacht) werden, auf dass das Original deutlich werde. Sonst bräuchte nicht geschrieben werden, es sei denn es sollte nicht mehr sein als Selbstdarstellung des Schreibenden. Dann ginge es eben nicht mehr um den Text. Das geht auch umgangssprachlich, dazu muß man kein Philologe sein. Und noch ein Argument dafür den Text nicht so aus dem Blick zu verlieren ergibt sich medientheoretisch aus der Blogsituation: Die Rezensenten sind zwar reale Menschen verschwinden aber hinter Ihren Nicks und sie spielen, manche mehr, manche weniger damit sich in einer gewissen Weise als nicht sie selbst darszustellen. Diese "Selbstdarstellung" des virtuellen Selbst drängt sowohl das reale Selbst in die Unsichtbarkeit, wie sie dem leser die Näherung an den Text verstellt. Wenn Roche öffentlich damit spielt, nicht die zu sein, die Ihre Leser in ihr zu erkennen glauben, obwohl sie alles tut, dass diese glauben, dass sei "echt Roche", dann ist das ein Problem, das Rezeptions- und Literaturkritik behandeln könn(t)en. All dies sollte aber kein Thema in Hinblick auf die Blogger-Leser, deren selbst, Selbstdarstellung im Blog selbst sein, gerade dann wenn der zu Rezensiernde Text ernst genommen werden soll. Übrig bleibt sonst, dass sich virtuelle Nicks einem Text nähern, der selbst schon mit Ihnen nur "spielt", weil die Autorin es so will(?), und das ganze wird nirgends überprüft. Für mich ist soetwas literarisch, literaturkritisch und als Diskussionspartner nicht das, was ich mir wünschte. |
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gut, du warst dir nicht sicher, aber zum medienrummel schien dir Roth (oder e2m Bukowski) besser zu passen ...
daran ist richtig: es ist bei Roche vielleicht ein bißchen schwierig, sich vom medienrummel zu lösen - was auch damit zu tun hat, dass sie sich auf die idiotischsten talk-shows einläßt - und es dort nicht fertigbringt, zu sagen: das und das hat mit meinem buch (mir) nichts zu tun, ich habe über was anderes geschrieben, das geht Sie nix an, und was der antworten noch mehr wären, die ein_e autor_in sonst noch geben könnte. macht sie aber nicht, sondern spielt, flirrt/flirtet.... ein vexierspiel. vielleicht dasselbe vexierspiel wie im text? ja, mann müßte sie wohl seitenlang zitieren. finde ich. schlüsselsätze gibt es nicht - oder: habe ich nicht in erinnerung (das buch ist grade bei meiner jüngsten). virtuell: vielleicht ein passendes wort für das, was sie auch vorführt: eine frau ist etwas virtuelles. ob ihr mann letzten endes nicht genauso etwas virtuelles ist, das ist noch nicht ganz raus. |
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Lieber Uwe Theel,
vielen Dank für den klugen Beitrag, den ich mir schon etwas länger gewünscht hätte. Mein Satz "ich wünschte es würde mal ein anderes Buch hier so kontrovers und eingehend diskutiert...und nicht dieses bei dem mich das Gefühl beschleicht als reden viele über eine gute Bekannte die das Buch geschrieben hat : )" war tatsächlich auch ein wenig ironisch gemeint, insofern als dass ich diese Betroffenheitsdiskussion zum Buch nicht wirklich passend finde. Das Problem ist, dass man aber kaum anders diskutieren kann bei der Schwere des Ereignisses inkl. Medienverwertung ohne dabei komplett rücksichtslos und ignorant und kalt zu wirken. Letzteres bin ich nicht - aber trotz allem finde ich es einerseits nicht wichtig das Buch an Textstellen auseinanderzupflücken, weil es mich als literarisches Werk nicht interessiert und zum anderen auf der Basis des ungeheuren Interesses und der vielen "I feel you" ( Hiphopper Sprache ) Kommentare eher als Phänomen interessant. Letzteres habe ich an mehreren Blog - Stellen vorsichtig, um die, die es fühlen nicht zu sehr vor den Kopf zu stossen - denn auch das ist ja eine Möglichkeit zu empfinden die ich als Konstruktion nicht entwerten möchte - versucht, aber irgendwie habe ich das entweder nicht deutlich genug oder nicht klug genug formuliert... Dass mich das Buch nicht literarisch interessiert und dass es nicht literarisch diskutiert wird aber sich so viele irgendwie darauf einigen können und etwas dazu sagen können ist ja gerade das interessante daran und für mich persönlich als Zeitphänomen zu werten, dass ich gerne besser verstehen und einordnen und auch diskutieren würde. sie schrieben dazu "Wenn Roche öffentlich damit spielt, nicht die zu sein, die Ihre Leser in ihr zu erkennen glauben, obwohl sie alles tut, dass diese glauben, dass sei "echt Roche", dann ist das ein Problem, das Rezeptions- und Literaturkritik behandeln könn(t)en." und das genau ist das, was ich meine und was mich interessiert, aber was natürlich all die, die das Buch als Fühl Buch lesen nicht hören lesen besprechen möchten - verständlich. wieder ihr Satz "Übrig bleibt sonst, dass sich virtuelle Nicks einem Text nähern, der selbst schon mit Ihnen nur "spielt", weil die Autorin es so will(?), und das ganze wird nirgends überprüft." zu dem ich mich frage, ob eben genau das kalkuliert ist, von der Autorin und das eben das "gefakete" ist, dass sie genau das in ihrem Roman nutzt, diese Blogoffensive der eigenen Gefühle und Erlebnisse etc. Das wäre ja schlimm, denn dann würde sie ihre Leser vielleicht sogar vorführen ?? Wie setzt man hier eigentlich Textstellen kursiv wie sie das gemacht haben ?? Über einen Hinweis dazu würde ich mich auch freuen....... |
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@ betsyp schrieb am 01.09.2011 um 22:06
Liebe betsyp, ich darf mich ebenso herzlich bedanken für Ihre Antwort. Um noch auf Ihre letzte Frage einzugehen: Ich fürchte, Roche will ihre Leser nicht verführen, sondern sie und ihre Leser sind eingebunden in denselben Mechanismus der Vermarktung einer angebotsbestimmten Wirtschaft mit einer "funktionierenden" Konsumentenschaft, dass sich darüber (bewußt) keine Gedanken gemacht werden, auch dies allen Beteiligten als ein "Großes Spiel" der folgenlosen Unterhaltung nur erscheint. Liebe Grüße Uwe Theel P.S.: Kursiv setzen sie den Text, indem Sie ihn in folgende, sogenannte "html-Tags" einschließen < i > Kursivtext < / i > Sie müssen beim Eintippen dabei nur die Leerzeichen zwischen den spitzen Klammern und vor und hinter dem eigentlichen Text "weglassen", dann sieht es in der Anzeige so aus Kursivtext Um Text fett zu zeigen müssen sie folgendes Tag schrieben < b > fettdruck < / b > Das sieht dann so aus: Fettdruck |
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> betsyp
Wie setzt man hier eigentlich Textstellen kursiv wie sie das gemacht haben ?? Über einen Hinweis dazu würde ich mich auch freuen....... So: ‹em›Wie setzt man...‹/em› Die kleinen Winkel müssen durch die großen ersetzt werden, das sind dann s. g. tags, die im Schriftbild nicht angezeigt werden. Wenn was fett sein soll, schreibt man ‹strong›fett‹/strong› (aber mit den großen ”<" und ">". |
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... und wie setzt mann frau kursiv
oder fett? auch darüber schreibt Roche. |
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@ betsyp
Nachtrag zu Uwe Theel am 01.09.2011 um 22:25 Wenn ich schrieb, dass allen Beteiligten das Schreiben und Lesen des Buches nur als ein "Großes Spiel" folgenloser Unterhaltung erschiene, dann deswegen, weil Roche im Interview des heutigen Freitag auf die Frage "Hilft Therapie?" nur zu antworten vermochte: "Ich hoffe ja, dass mein Buch wie ein großes Werbebuch für Therapie gelesen wird. Ich bin ganz begeistert von Therapie, auch Paartherapie. Ich kenne so viele Beziehungen, von denen ich denke, die gehen bald den Bach runter, die müssten vielleicht durch eine Paartherapie gerettet werden. was für mich nichts anderes aussagt, als dass Roche das gesellschaftliche Elend, nur weil es sich persönlich auswirkt und individuell nur erlebt würde, nur als in individueller Psychotherapie als "heilbar" betrachtet, dabei mit keinem Wort bedenkend, dass, selbst wenn das die Lösung wäre, dies nur einem kleinen, vermögenden Teil der Leidenden als realisierbar angeboten werden könnte. - Soviel "politische Naivität" ist mit "Großem Spiel" noch sehr nachsichtig bezeichnet, wie ich finde. Das Interview ist zu lesen unter: www.freitag.de/kultur/1135-ich-bin-nicht-elisabeth-k |
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Sehr gut!!
Du schriebtest oben »leser vadis«. Das ist nachwievor das Problem, ich hab weder F-Gebiete noch S-Gebete gelesen. Trotzdem geht es um DIE Frau, und insofern, wie du auch gemeint hast, um ihr (allg.) Leben, um das geschrieben wird. Man(n) kann also nicht anders, als die Arbeit Charlottens (sorry, Charlotte Roches) als wesentlich in der Reihe anderer ›Vor- und Weiterkämpferinnen‹ zu sehen. Am besten eigentlich, wenn sie erst garnicht als Kämpferin rüberkommt, was ihr auch irgendwie gelingt. Alle, die sie nicht ernst nehmen, tun ihr idS. einen großen Gefallen und merken nicht, dass sie sie schon ernst genommen haben. |
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Das schöne Paar rettete 150 Tausend Euronen.
Hab ich gerade auf dem Monitor. Mein K. ging an Rahab, passt aber auch zu Uwe Theel. Was übrigens meinen bisherigen kritischen Ansatz nicht mindert, denn es bleibt die Frage, von welchen Energien Kampf/Aufklärung etc. ausgeht, von denen der Individuen in der Masse, den ›Leuchttürmen‹ oder von den von den Leuchttürmen beeinflussten Individuen. Crossover vermutlich mal wieder. |
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schrieb am
01.09.2011 um 23:06
Lieber Uwe Theel,
Ich fürchte, Roche will ihre Leser nicht verführen, sondern sie und ihre Leser sind eingebunden in denselben Mechanismus der Vermarktung einer angebotsbestimmten Wirtschaft mit einer "funktionierenden" Konsumentenschaft, dass sich darüber (bewußt) keine Gedanken gemacht werden, auch dies allen Beteiligten als ein "Großes Spiel" der folgenlosen Unterhaltung nur erscheint ich hatte vorführen geschrieben ... aber abgesehen davon ist mir ihre Erklärung eigentlich zu - entschuldigen sie - oberflächlich und naheliegend, denn ich ahne oder hoffe, es ist schon noch diffiziler. Feuchtgebiete habe ich nicht gelesen, aber ich habe eine Ahnung dass es um die Anprangerung des Hygienewahns ging - und - wie ich aus Interviews heraushörte - auch darum, was so ein Buch mit der Autorin macht, wenn alle denken sie sei so, ungewaschen, was sich ja bei der Gerichtsverhandlung Roche gegen Bild Zeitung ad absurdum führte, als ihr Partner aussagen musste, seine Frau wasche sich doch tatsächlich. Wenn jemand so im Mediengeschäft unterwegs ist dann kennt er doch die Mechanismen und ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass sie nicht verstanden sind und jemand dann nur in ihnen funktioniert ?? |
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schrieb am
01.09.2011 um 23:09
also das mit dem partiell fett schreiben hat schon mal nicht geklappt.......
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@ Vadis,
tut ma leid, aba, ick vasteh Dir nich! |
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schrieb am
01.09.2011 um 23:11
@ vadis
Moment wie ist das gemeint - "als wesentlich in die Reihe anderer "vor und Weiterkämpferinnen" ??? |
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schrieb am
01.09.2011 um 23:12
warum denn nicht ?
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schrieb am
01.09.2011 um 23:23
@ Uwe Theel
die Bildzeitung veröffentlichte ein Photo von Roches Lebensgefährten mit der headline " das ist ihr Feuchtgebieter" irgendwie gab es danach eine Verhandlung Bild gegen Roche wo er aussagen musste, dass es nicht wirklich sie ist in dem Buch weil sie sich eben regelmässig wäscht - absurd - aber das las ich irgendwo finde es leider gerade nicht mehr... |
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@ betsyp am 01.09.2011 um 23:06
ob "vorführen" oder "verführen", wo immer Roche ihre Leser hinführt, mir scheint es nicht der richtige Ort. Zwar kann ein Text mehr wissen als sein Autor, aber dass ein Autor das nicht mindestens ahnt und ex postior auch formulieren könnte das glaube ich nicht. Was Roche über Ihren Text, ihre Art zu schreiben sagt, ist entweder hilflose, gar bewußtlose Selbstdesavouierung als Autorin, oder tatsächlich bewußtes Spiel mit dem Leser, wobei der Text dann so schlecht wäre, wie die Absicht mir klingt. Ich habe das Buch selbst auch nicht gelesen, was aber niemanden hindern sollte mich am Text des Buches zu widerlegen. Ich schließe aus den mir vorliegenden Selbstäußerungen der Autorin mutig auf das Buch: "1- 2- 3 - Risiko". Aber vielleicht schickt mir Maike Hank auch noch ein Exemplar, denn nachdem der Freitag so Werbung für das Buch macht, könnte da ja noch ein Exemplar vom Verlag im Schrank liegen. Dann würde ich mir den "Text" doch noch mal selbst vorknöpfen. Bis dahin nehme man mir es nicht übel, wenn ich da im Einzelfall ein wenig "oberflächlich" bleiben sollte. Es geht mir hier wesentlich um einen methodischen Ansatz, den lesende Kritiker m.E. erfüllen sollten. lg ut P.S.: wg. Fett und Kursiv-Druck der Eingans-Tag für fett ist < b > der Ausgangs-Tag < / b > Alles ohne Leerzeichen. Die "spitzen Klammern" "<", ">" sind in der vorletzen Tastenreihe, auf der zweiten Taste von links. Ansonsten schauen Sie mal da rein: www.html-seminar.de/befehlsuebersicht.htm Für Kursiv geht es genauso nur satt "b" den Buchstaben "i" nehmen (ohnen Anführungszeichen!) |
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schrieb am
01.09.2011 um 23:36
neinnein - so war das mit dem oberflächlich nicht gemeint !
Ich fand ihre Interpretation der Absicht zu kurz gedacht - oberflächlich meinte hier eher zu schnell eingeordnet mit der Möglichkeit das ganze noch komplexer zu denken. Ich glaube ich möchte bald mal lieber über Bücher diskutieren die mir ehrlich am herzen liegen... Und danke für den Seminarlink - Befehlsübersicht hört sich auch schon fast nach gebieter an, ich gucke mal rein und hoffe klüger zu werden... |
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schrieb am
01.09.2011 um 23:41
UND@ Maike :
schick dem Mann ein Buch das könnte spannend werden !! |
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@ betsyp schrieb am 01.09.2011 um 23:36
Hallo betsyp, ich bin ehrlich begeistert, es kommt nicht oft vor, dass mich jemand im Blog auffordert, noch ausfürlicher, gar "komplexer" zu werden. "I`ll do my very best!" ;-) |
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schrieb am
01.09.2011 um 23:51
ich hoffe du erlebst bald "sie haben Post"
von Maike warten wirs ab ; ) |
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@ Rahab schrieb am 01.09.2011 um 22:37
"... und wie setzt mann frau kursiv oder fett?" Wie es der "mann" im Gegensatz zu der "Roche" macht, da schweigt der Gentleman, aber "man" macht es im Browser so: frau oder so: frau beides zusammen geht übrigens auch: frau |
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schrieb am
02.09.2011 um 08:30
@vadis vielleicht bekommen vermutlich die Leuchttürme den credit (Dollars), die anderen,die wirklichen Aufklärere, Erneuerer, den Respekt ?
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Vadis,
ich fand es angemessener, 'leser vadis' zu schreiben als 'diskussionsteilnehmer vadis' oder 'user vadis' oder '@vadis' - ich habe dich damit einfach zu einer lesenden figur gemacht. oder hast du etwa auch die Buddenbrocks nicht gelesen? das wäre dann nämlich ... keine ahnung was aber bestimmt nix gutes. ja, es geht darum, wie frau *wird*, fett oder kursiv oder fake oder verführerisch oder verführt oder abziehbild oder gefühlsecht oder ..... ein thema der frauenbewegung/der feministischen theorie und der verhaltensforschung und der maskuli(ni)sten gleichermaßen. wobei bei Roche es eher um das geht, was sich in ihren figuren abspielt als um das, was auf sie einwirkt. das kommt in der bearbeitung durch ihre protagonistinnen vor, nicht als ein ereignis außerhalb. (der unfall z.b. kommt nicht als polizeibericht oder sonstwie vertatbestandet vor, sondern als das, was sie nach und nach darüber erfährt - und was sie beginnt, sich dazu vorzustellen und sich weiter vorstellt und wie diese 'erfahrene vorstellung' in ihr wirkt) und die frage, die mich beschäftigt ist die, ob sie (also die autorin) das (die darstellung, was in der performanz eines gender geschieht) gut hingekriegt hat oder nicht. |
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@ Uwe Theel
Sie schreiben zum Thema Psychotherapie: ..."nur als in individueller Psychotherapie als "heilbar" betrachtet, dabei mit keinem Wort bedenkend, dass, selbst wenn das die Lösung wäre, dies nur einem kleinen, vermögenden Teil der Leidenden als realisierbar angeboten werden könnte." Soweit ich weiß, wird Psychotherapie seit einiger Zeit von den Krankenkassen übernommen, es genügt, vom Hausarzt eine Überweisung für therapeutische Gespräche (Verhaltenstherapie ebenso wie Psychoanalyse) zu erhalten. Dies gilt auch für Geringverdiener bis hin zu Sozialhilfe- oder AlgII-Empfängern. Wenn Sie unter einer saisonalen, z.B. "Winterdepression" leiden, angenommen, wie sie in Deutschland weitverbreitet ist, sind Ihnen Tür und Tor geöffnet, diese ausgiebig professionell bearbeiten zu lassen. Therapie ist somit, zumindest nach meinem Erkenntnisstand, in Deutschland nicht nur Eliten oder Vermögenden zugänglich, sondern einer breiten Masse. Zumindest als Option. Damit will ich nichts über Sinnhaftigkeit, Effektivität und Erfolgsaussichten derselben sagen. Das steht auf einem anderen Blatt. |
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@ Uwe Theel
Sie schreiben/Du schreibst zum Thema Psychotherapie: ..."nur als in individueller Psychotherapie als "heilbar" betrachtet, dabei mit keinem Wort bedenkend, dass, selbst wenn das die Lösung wäre, dies nur einem kleinen, vermögenden Teil der Leidenden als realisierbar angeboten werden könnte." Soweit ich weiß, wird Psychotherapie seit einiger Zeit von den Krankenkassen übernommen, es genügt, vom Hausarzt eine Überweisung für therapeutische Gespräche (Verhaltenstherapie ebenso wie Psychoanalyse) zu erhalten. Dies gilt auch für Geringverdiener bis hin zu Sozialhilfe- oder AlgII-Empfängern. Wenn Sie unter einer saisonalen, z.B. "Winterdepression" leiden, angenommen, wie sie in Deutschland weitverbreitet ist, sind Ihnen Tür und Tor geöffnet, diese ausgiebig professionell bearbeiten zu lassen. Therapie ist somit, zumindest nach meinem Erkenntnisstand, in Deutschland nicht nur Eliten oder Vermögenden zugänglich, sondern einer breiten Masse. Zumindest als Option. Damit will ich nichts über Sinnhaftigkeit, Effektivität und Erfolgsaussichten derselben sagen. Das steht auf einem anderen Blatt. |
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@ Uwe Theel
Sie schreiben/Du schreibst zum Thema Psychotherapie: ..."nur als in individueller Psychotherapie als "heilbar" betrachtet, dabei mit keinem Wort bedenkend, dass, selbst wenn das die Lösung wäre, dies nur einem kleinen, vermögenden Teil der Leidenden als realisierbar angeboten werden könnte." Soweit ich weiß, wird Psychotherapie seit einiger Zeit von den Krankenkassen übernommen, es genügt, vom Hausarzt eine Überweisung für therapeutische Gespräche (Verhaltenstherapie ebenso wie Psychoanalyse) zu erhalten. Dies gilt auch für Geringverdiener bis hin zu Sozialhilfe- oder AlgII-Empfängern. Wenn Sie unter einer saisonalen, z.B. "Winterdepression" leiden, angenommen, wie sie in Deutschland weitverbreitet ist, sind Ihnen Tür und Tor geöffnet, diese ausgiebig professionell bearbeiten zu lassen. Therapie ist somit, zumindest nach meinem Erkenntnisstand, in Deutschland nicht nur Eliten oder Vermögenden zugänglich, sondern einer breiten Masse. Zumindest als Option. Damit will ich nichts über Sinnhaftigkeit, Effektivität und Erfolgsaussichten derselben sagen. Das steht auf einem anderen Blatt. |
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Hallo Redaktion,
ist es möglich, die doppelten Kommentare zu löschen!? Es hat so lange gedauert, bis der server eine Reaktion zeigt, dass ich wohl mehrmals auf "okay" geklickt habe. |
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Hallo Redaktion,
ist es möglich, die doppelten Kommentare zu löschen!? Es hat so lange gedauert, bis der server eine Reaktion zeigt, dass ich wohl mehrmals auf "okay" geklickt habe. |
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schrieb am
02.09.2011 um 10:22
stimmt - das wollte ich auch anmerken, vergass es dann aber...
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schrieb am
02.09.2011 um 10:27
@ Rahab okay - also dann diskutieren wir doch mal am Buch über Frauwerdung denn das ist ja sehr interessant - dann müssen wir denke ich
1. besprechen welches Frauenbild vor der Werdung aufgezeigt wird und 2. zu welchem geworden, sich hinentwickelt wird. Wodurch unterscheidet sich also das/die Frauenbild/er, woran macht sich das fest. Wie wird die literarische Figur als FRAU definiert, wie ist sie und in welchem Verhältnis steht ihr selbst Erleben zur momentanen gesellschaftlichen Situation der Frau ??? |
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danke, wie aufmerksam von dir... : )
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letzteres bezogen auf:
betsyp schrieb am 02.09.2011 um 10:22 stimmt - das wollte ich auch anmerken, vergass es dann aber... Möchte dich aber in deiner Diskussion mit Rahab über die "literarische Figur als FRAU... in der gesellschaftlichen Situation der Frau" nicht unterbrechen. Bin darauf sehr gespannt. Denn als Frau ist es immer nützlich, wenn einem jemand die gesellschaftliche Situation der Frau erklärt oder eben Wege aus der vorgegebenen Rollenfixierung aufzeigt. |
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später... mein schwanenhals braucht therapie!
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das bleibt alles in der schwebe, denn es gibt in der darstellung keine chronologie und auch keine kausalität. deshalb gibt es auch nicht das typische brigitte vorher/nachher.
und es gibt auch keine definition. sondern selbst-aussagen. als leser_in kannst du versuchen, dem eine/deine? definition zu unterlegen. ob es klappt? ich befürchte, dass nein. |
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@ Lee Berthine schrieb am 02.09.2011 um 10:09
Vorweg: Das Du ist schon ok. ad rem: Obwohl ich bei der psychchologischen Versorgung von Kassenpatienten so meine Problemem habe, zu glauben, dass diese optimal versorgt werden und nicht nurmehr wieder funktional aufgemöbelt werden, war mir das doch nur ein Nebenargument zum eigentlichen Problem: Ich kann mir nicht ganz vorstellen, dass Menschen sexuelle Probleme meistens nur haben, weil es ihnen "persönlich" irgendwie schlecht geht, sondern dass hier doch mindestens ebenso gewichtig, wenn nicht geichtiger sozialpsychologische Verhältnisse eine Rolle spielen, die der Einzelnen nicht steuern kann. Wenn ein signifikanter Teil der Bevölkerung (nach Maike Hank Frauen zwischen 30 und 40) jetzt von Roche in seinem sexuellen Erleben berührt zu sein scheint, von Roche gleichzeitig als persönlicher Therapie bedürftig erklärt wird, dann erscheint mir diese massenhafte"Krankschreibung" doch verdächtig als jeden Menschen auf sich selbst zurückwerfend. Was stellt sich Roche vor: Sollen regenerierte Zweierbatteriepäckchen, beziehungsweise Promiskuitätsbündel das System betriebsklimamäßig über die Runden bringen oder geht es wirklich nur um Utilitarismus? |
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> betsyp / 01.09.2011 / 23:11
Damit wollte ich ihr einen Platz im fraulich/weiblich/feministischen Diskurs einräumen. |
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Mich erinnert Charlotte Roches "Schoßgebete" an Sylvia Plaths "The Bell Jar". Bei allen Unterschieden. Confessional Fiction.
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@zephyr
An Sylvia Plath fühlte ich mich nur insofern erinnert, als dessen Figur in „Unter der Glasglocke“ eine Todessehnsucht ausdrückt. Ansonsten fand ich ihre Schilderungen viel tiefer unterhalb der alltäglichen Gefühlswelt liegend, ernsthafter und festgelegter irgendwie. In einer ihrer Kurzgeschichten erzählte Gabriele Wohmann von einer Protagonistin, die ihre Beine im Kamin verbrannte, weil sie nichts mehr fühlte, was mich damals beim Lesen sehr verblüfft hat. Sie schildert das so emotions- und auch hoffnungslos, dass man noch nicht mal schockiert war, sondern einfach nur die Nähe etwas ganz Schrecklichen spürte. Beide Autorinnen verzichteten auf psychologisch analytische Schilderungen, sondern überlassen die Denkprozesse dem Leser oder der Leserin. Man muss sich etwas mehr anstrengen, um zu verstehen, was da vorgeht. Dieses S e l b e r d e n k e n wird einem in „Schoßgebete“ weitgehend abgenommen, schade eigentlich |
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Schön, dass sich hier einige Leser und Leserinnen des Buches versammelt haben, um das es geht – und auch Kommentatoren, die das Buch noch n i c h t gelesen haben. Interessant auch, dass so nette Unterhaltungen stattfinden.
Aber ich bin doch ein kleines bisschen gekränkt, dass aus meinem Blogbeitrag scheinbar nicht hervorgeht, dass ich kapiert habe, dass die Autorin n i c h t mit der Erzählerin identisch ist. Diese Differenzierung ist doch eine Voraussetzung für die Auseinandersetzung mit jeglichem Text, sei es Literatur, Lyrik, Autobiographie oder Fiktion. Okay, die Frage, um welche Literaturgattung es sich beim vorliegenden Buch handelt, habe ich wohlweislich ausgespart. Es ist weder Autobiographie noch Tagebuch, weder psychologisches Sachbuch noch Fantasy-Roman. Das ist wohl auch der große Knüller an der Sache, das Rätsel, das Geheimnisvolle, das die Hauptperson wie auch die Autorin – trotz aller schonungsloser Offenheit – umweht oder umwehen soll. Eine Art Gespenst, das sich nicht fangen lässt. Ätschibätsch. |
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schrieb am
02.09.2011 um 12:29
das hat man schon herausgelesen, dass du das kapiert hast. Es geht ja mehr um die Rezeption - also wird das Buch rezipiert als Buch mit einer fiktiven Person oder vermischen sich in der Kritik das Wissen um die Autorin mit dem Inhalt.
Wenn es um FAKE geht dann ja nicht darum ob das die Geschichte der Autorin geht sondern mehr darum, was in dem Buch ernst gemeint ist und was ironische Untertöne hat. |
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Hm. Ironische Untertöne habe ich in den Schilderungen des Unfalls - sei er nun fiktiv oder nicht - nicht wirklich rauslesen können. Höchstens bei den später folgenden Bordellbesuchen, aber auch da kommt das nicht eindeutig rüber, ob das ironisch unterlegt ist. Ich hoffe es mal.
FAKE finde ich in diesem Zusammenhang etwas unpassend als Begriff, das assoziiere ich mit Verarschung. Fiktion ist mir da schon lieber. Bei einer antiken Sehenswürdigkeit im alten Griechenland las ich ein buntes selbstbemaltes Schild eines Verkäufers: ORIGINAL FAKE WATCHES. Solche Klarheit ist witzig und gleichzeitig ehrlich. Wenn die Autorin in Schoßgebete eigentlich nicht ernst genommen werden wollen würde, was könnte dann die Aussage des Buches sein? Da die Rezeption immer dem Leser überlassen bleibt, bin ich da etwas ratlos. |
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schrieb am
02.09.2011 um 18:52
also Roche beschreibt den Unfall selbst als "Bratpfanne nach der Blaseszene"
www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1408362/Charlotte-Roches-neues-BuchSchossgebete wieso darf eigentlich in dem Bericht plötzlich wieder ein Bild vom Unfall gezeigt werden ??? |
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@ betsyp
Du bist verdammt gut informiert, ich bin da nicht so auf dem laufenden, weil diverse andere Alltagskleinigkeiten noch Zeit beanspruchen. Also: "Bratpfanne nach der Blaseszene", hat sie das im Interview gesagt oder im Buch geschrieben? Falls es im Buch vorkommt, hab ich bisher noch nicht gelesen, bin erst bis Seite ca. 140 - oder gar überlesen, sorry. In meinem blog zum Thema "die community liest Schoßgebete habe ich mich bisher ausschließlich auf die Seiten des Buches bezogen, die ich gelesen habe. Das ganze Drumherum, Interviews, Videos, Zeitungsberichte etc. hab ich da überhaupt nicht berücksichtigt. Mir gehts mal nur um das Buch. "Bratpfanne nach der Blaseszene", das ist wohl witzig, wenn man das im Zusammenhang sieht? Oder liegts an mir, dass ich das nicht soo witzig finde? Werde nun hier etwas Pause machen, da ich erstmal Zeit finden muss, das Buch zu Ende zu lesen und wünsche allseits noch einen angenehmen Abend, viel Spaß beim Lesen, Nichtlesen und was man sonst noch alles so machen kann.... ; ) LG Lee |
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"und dann kommt die bratpfanne gottes" hat sie gesagt.
und die fand sie (also Charlotte Roche) nicht witzig. |
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schrieb am
02.09.2011 um 22:03
ich weiss, den ZDF Beitrag verstehe ich aber trotzdem nicht.
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Ausgabe 21/2012
24.05.2012
keine Versandkosten
kein Aufpreis
Einzelpreis: 3.60 €
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