Lee Berthine

unicorn5rezepte

02.10.2010 | 19:51

Himmlischer Friede

Was haben China und Stuttgart gemeinsam?

Als ich die Nachrichten über die Demonstration in Stuttgart gegen den geplanten neuen Bahnhof und für die Bäume und den Naturschutz* hörte, fiel mir aus irgendeinem Grund die Demonstration von Studenten auf dem Tian´anmen Platz 1989:

Als Tian’anmen-Massaker bezeichnet man die gewaltsame Beendigung eines Volksaufstandes, der aus der monatelangen Besetzung des Platzes des himmlischen Friedens in Peking durch eine ursprünglich studentische Demokratiebewegung hervorgegangen war. Am 3. und 4. Juni 1989 schlug das chinesische Militär im Zentrum Pekings gewaltsam die Proteste der Bevölkerung nieder. Vor allem im chinesischen Sprachraum wird die Bezeichnung „Zwischenfall vom 4. Juni“ (chin. 六四事件, liù-sì shìjiàn) verwendet, die jedoch nicht mit dem Tian’anmen-Zwischenfall von 1976 verwechselt werden darf. Trotz der Namensgebung kam es auf dem Platz selbst und unter der studentischen Demokratiebewegung, im Gegensatz zu den Krawallen im Rest von Peking, zu keinen Todesfällen.[1][2]

Die Anwesenheit internationaler Pressevertreter, die eigentlich über den Staatsbesuch Gorbatschows berichten sollten, hatte zuvor die chinesische Demokratiebewegung und ihre Forderungen weltweit bekannt gemacht. Dieses Ereignis beendete eine Phase politischer Aktivität unter den Studenten Chinas

Quelle: Wikipedia 

Campact fordert mit einer Unterschriftenaktion, dass der brutale Polizeieinsatz in Stuttgart gegen die friedliche Demonstration Konsequenzen haben muss:

 www.campact.de/bahn/ml4/mailer


* "für die Bäume und den Naturschutz" - eine wahrhaft fortschrittliche Forderung zu Zeiten der Resourcen- und Sauerstoffknappheit, Bodenerosion und aussterbender Waldtierarten.

Ein innovatives Projekt, sich gegen eine "Euro-Trasse" zu wehren, die die Landschaft und wertvolle Umwelt verschandelt - und der Verleihung eines Nachhaltigkeits-Preises würdig!

(Anmerkung von L.B.)

 

 
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Kommentare
goch schrieb am 02.10.2010 um 21:08
@Lee Berthine:Als ich die Nachrichten über die Demonstration in Stuttgart gegen den geplanten neuen Bahnhof und für die Bäume und den Naturschutz hörte, fiel mir aus irgendeinem Grund die Demonstration von Studenten auf dem Tian´anmen Platz 1989:

Vielleicht hattest du die Assoziation, dass die Herrschenden zu allen Zeiten Probleme damit haben, dass man sich nicht sein Volk wählen kann sondern es leider umgekehrt läuft ?
Lee Berthine schrieb am 03.10.2010 um 11:19
@ goch

Das kann mal wohl sagen, dass die Herrschenden Probleme haben, und sie sollten noch viel mehr davon bekommen...
Die unglaubliche Hummel schrieb am 02.10.2010 um 22:00
@goch
Damit haben die gar kein Problem. Und wenn das gesamte Volk auf die Straße gehen würde, müsste man sich immer noch anhören, dass diese Demonstranten nicht den Willen der Mehrheit repräsentieren. Denn die Mehrheit ist die Mehrheit im Parlament. Und die repräsentiert doch nach bestem Wissen und Gewissen das Volk. Also kann die Mehrheit im Parlament auch darüber entscheiden, was die Mehrheit des Volkes will. Das ist zwar keine Demokratie, sondern ich glaube Oligarchie, aber mit Demokratie meint der gemeine "westliche" Politiker ja auch nicht "Zum Wohle der Mehrheit und vom Volk", sondern, sondern...
Ähh.
Hm.
Was meint so ein demokratiehassender Demokrat denn eigentlich?
"Zahlt mir meine Pension und stört mich nicht dabei, das Prestige unseres glorreichen Landes mit solch wichtigen Monumentalbauten wie Berliner und Stuttgarter Bahnhöfen zu mehren. Seid Ihr denn keine Patrioten?"
Die Proteste in Peking waren aber ürigens dann doch etwas existenzieller, denn bei uns fahren noch keine Panzer auf und mit AK47 wird auch noch nicht geschossen. Von Folter, Arbeitslager und Todesstrafe will ich mal gar nicht reden...
Lee Berthine schrieb am 03.10.2010 um 11:21
@ unglaubliche Hummel

"denn bei uns fahren noch keine Panzer auf und mit AK47 wird auch noch nicht geschossen. Von Folter, Arbeitslager und Todesstrafe will ich mal gar nicht reden..."

ja, zum Glück, n o c h nicht!!!
luggi schrieb am 03.10.2010 um 08:37
Hallo Lee,
ich würd' ja Peking und Stuttgart vergleichen.

Letztendlich geht es um Bevormundung durch legislative, exekutive und judikative Einrichtungen und den Umgang mit Widersprüchen. Hinzu kommt diese komische vierte Gewalt -> Bevormundung durch die Medien (siehe Strohschneider und Yuren).
Ich denk mal, der Sinn von S21 besteht in der Errichtung einer gewaltigen Shopping-Mall mit Bahnanschluss. Alle anderen Erklärungen machen wenig Sinn. Die Interessen der Baumagnaten werden mit Hilfe der Polizei durchgesetzt; wie weiland beim Aufstand der Schlesischen Weber. Grundsätzlich hat sich an diesem vom Kapital geprägten System nicht geändert.

Einen schönen Tag der offenen Moschee heute wünsche ich dir.
Lee Berthine schrieb am 03.10.2010 um 11:23
@ luggi

ja, Peking und Stuttgart vergleichen, stimmt schon. Ich fand China aber plakativer, bei Peking denk ich immer an die Ente. (Lecker)

Allerliebst, deine Wünsche zum Tag der offenen Moschee, kann sein, dass ich in ein Kloster gehe, oder einfach nur in den Wald.

Dir auch nen wunderschönen Tag!
BanaBab schrieb am 03.10.2010 um 12:13
@Lee Berthine,
".....kann sein, dass ich in ein Kloster gehe, oder einfach nur in den Wald."

Siehst Du da bist Du privilegiert, einem Teil der Stuttgarter wird gerade der innerstädtische Wald/Parkspaziergang verwehrt. Ich hoffe sie haben den Durchhaltewillen diesem unsäglichen Konglomerat der Politikwirtschaftsverwaltungsoligarchie die Stirn zu bieten und auch mit unserer Hilfe derartige machtbesessenen, angeblich legitimierten Regierungen mitsamt der Verwaltungsdiktatur wegzufegen. Mein Wort zum Sonntach:-)
Lee Berthine schrieb am 03.10.2010 um 17:19
@ Banabab
ja, das hoffe ich auch, dass sie
" den Durchhaltewillen diesem unsäglichen Konglomerat der Politikwirtschaftsverwaltungsoligarchie die Stirn zu bieten und auch mit unserer Hilfe..."

LG Lee
mcmac schrieb am 03.10.2010 um 12:43
Foto von der "Stuttgarter Mauer" am (ehemaligen) Nordflügel des Hauptbahnhofs...

platz

...hier die ganze Mauer (am 10. Aug. aufgenommen)...

s21_neu_pics_108010
Lee Berthine schrieb am 03.10.2010 um 17:19
Na, des passt ja !! ; )
goch schrieb am 03.10.2010 um 18:00
Peking ist überall!
goch schrieb am 03.10.2010 um 17:54
@die unglaubliche Hummel:Damit haben die gar kein Problem. Und wenn das gesamte Volk auf die Straße gehen würde, müsste man sich immer noch anhören, dass diese Demonstranten nicht den Willen der Mehrheit repräsentieren. Denn die Mehrheit ist die Mehrheit im Parlament.

Ich meine nicht nur, dass die Herrschenden nie ihren Traum erfüllt bekommen, die Untertanen total zu beherrschen, bzw. das sie alles willig schlucken und bejubeln, sondern auch, dass die Diskrepanz zwischen parlamentarischer (repräsentativer)Demokratie und direkter Demokratie ein Spannungsfeld ist, das eine Demokratie aushalten und ausleben muss.
Die (repräsentativ) Gewählten versuchen den Wahn zu nähren, dass alle 4 oder 5 Jahre ein Kreuz gemacht, genug Demokratie ist. Dazwischen gilt: wir haben einen Blankoscheck für (fast) alles .
Wenn sich Bürger handfest einmischen , widersprechen und Widerstand leisten , dann ist das ein Riss im Repräsentationsdemokratie-Verständnis.

Deine Vermutung, dass es rechten Politikern egal ist, ob das gesamte Volk gegen ihre Politik ist oder nicht, ist falsch. Sie sind gewählt, um die Mehrheit bei der Stange zu halten und es ist systemfunkional , wenn sie abgewählt werden, wenn sie diese Aufgabe nicht erfüllen. Mappus und die FDP haben zur Zeit nur noch 40 % der Wähler hinter sich.
Natürlich ist ihnen das nicht egal.
Oblomow Society schrieb am 04.10.2010 um 18:56
"Was haben China und Stuttgart gemeinsam?"

Wen kümmert es, wenn dort ein Baum umfällt? :-))))
Lee Berthine
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