Lee Berthine

unicorn5rezepte

14.04.2010 | 11:47

Marx fürs Finanzministerium

Die Aktionskünstlerin Christin Lahr überweist jeden Tag genau einen Cent an das Bundesministerium für Finanzen in Berlin.

In die Betreffzeile des Überweisungsformulars gibt sie, statt des üblichen Aktenzeichens, einen Abschnitt aus dem Werk "Das Kapital" von Karl Marx ein.

Da in die Betreffzeile nur eine kleine Anzahl Zeichen passen, wird es sich noch die nächsten Jahre hinziehen, bis der ganze Text von Karl Marx auf diese Weise beim Ministerium eingeht.

Unter der Überschrift "Geben ist seliger denn nehmen" möchte die Professorin dem Finanzministerium ihr Kunstwerk der besonderen Art zukommen lassen, worüber dieses merkwürdigerweise überhaupt nicht erfreut ist.

Offiziell wollte sich bisher niemand aus dem Kreis der Beschenkten äußern.

 

 
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Kommentare
Deaktivierter Nutzer schrieb am 14.04.2010 um 11:59
Sehr stark. Erinnert mich an Ruppe Kosellecks Aktion "Freundliche Übernahme der BP". Seit vielen Jahren regt er sich über Ölklumpen am Strand auf, sammelt sie deshalb und verkauft sie als Kunstwerke in Tüten. Mit dem Geld kauft er BP-Aktien mit dem Ziel der Auflösung des Konzerns.
Tja, so sind die Wahlmünsteraner. Immer vorneweg.

www.koselleck.de/index_bp.html
Lee Berthine schrieb am 14.04.2010 um 15:16
@ Rainer

das mit den Ölklumpen als Kunstwerke und dann dafür BP-Aktien kaufen ist ja brilliant.

Dann kann der Konzern hoffentlich in Bälde übernommen werden! Super, äh ich meine, bleifrei!!! ; )
Rotspoon schrieb am 14.04.2010 um 14:54
Die Aktionskünstlerinnen kommen und gehen, die Gräßigkeit des Staates und das Finanzministerium aber bleben
Lee Berthine schrieb am 14.04.2010 um 15:21
@ Rotspoon

"...die Grässlichkeit des Staates und das Finanzministerium aber bleiben"

Muss nicht sein, denn in diesem Fall hat sich die Künstlerin da noch was bei gedacht:
das Buchungssystem könnte lahmgelegt werden, wenn noch mehr Menschen 1cent-Beträge mit Betreffzeilen überweisen, die nicht irgendwelchen verwaltungstechnischen "Vogängen" oder Aktenzeichen z u g e o r d n e t werden können.
Das Software-System kann mit solchen Daten - wie Texte aus Büchern - nichts anfangen und blockiert, wenn das öfter vorkommen würde...
Ich denke, das wäre so eine Art "sanfte" Revolte gegen ein übermächtiges Computersystem.
Aber nur, wenn auch Löffel und Löffelinnen mitmachen! :O)
luggi schrieb am 14.04.2010 um 16:14
@ lee
"...mit Betreffzeilen überweisen, die nicht irgendwelchen verwaltungstechnischen "Vogängen" oder Aktenzeichen
z u g e o r d n e t werden können..."

geht das auch mit Morsecode?

aber sonst, geile Idee so ein finanztechnischer DoS-Angriff (Denial of Services)

btw. was kostet die eigentliche Überweisung und wer verdient daran?
Lee Berthine schrieb am 14.04.2010 um 18:35
Ich vermute mal, das geht auch mit Morsecode!
ggf. auch mit Mausekot.

Aber Spaß beiseite, ob die Bank was dran verdient, hängt davon ab, ob dein Girokonto was kostet bzw. ob für eine Überweisung eine Gebühr berechnet wird.
Bei meiner Bank kostet eine Überweisung zum Beispiel nichts.
Dran verdienen tut die Bank nur für den Moment, wo sie den Betrag auf i h r e m Konto hat, i.d.R. ein oder zwei Tage, wo sie damit Zinsen verdient.
Bei einem Cent pro Tag würde sich das erst lohnen, wenn Zehntausende Leute täglich überweisen würden.

In diesem Fall müsste das Finanzministerium oder jeweilige Amt dann ein Unterkonto für "nicht zuodenbare oder zuzuordnende Verwendungszwecke" einrichten, da es über das geschenkte Geld nicht frei verfügen darf.

Wenn ich das mal weiterspinne, und sich die deutsche Bevölkerung täglich mit einem Cent beteiligt, könnte das ein Beitrag zur Lösung der Finanzkrise sein.
Dazu müsste vorher per Volksentscheid entschieden werden, dass das Finanzministerium über die eingenommenen Schenkungsbeträge n u r zur Schuldentilgung der Bundesrepublik verfügen darf...
B.V. schrieb am 15.04.2010 um 12:16
Eine schöne Aktion!!! :-)
hibou schrieb am 15.04.2010 um 12:24
vF (vom Feinsten!)
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