Lee Berthine

unicorn5rezepte

17.03.2010 | 13:39

Synaptische Gehirnschaft - Gemeinschaftswesen

Zigtausend  Nervenzellen sterben täglich ab, ein Vollrausch kostet einige Millionen graue Zellen. Und sekündlich werden neue gebildet, entstehen neue Verbindungen zwischen den Neuronen, zumindest im optimalen Fall.

Wenn die geistige Entwicklung nicht stagniert oder regrediert.

Faszinierend bei der Reizweiterleitung im Gehirn finde ich, wie in der Zeit nach der Geburt bzw. auch schon vorgeburtlich bis hin zur Ausreifung des Menschen zum Erwachsenen, das Netzwerk der Nervenzellen, durch Knotenpunkte verbunden, die Leistungsfähigkeit des Gehirns sich im täglichen Lern- und Wahrnehmungsprozess erst entwickelt.



Jede Sinneswahrnehmung durch Fühlen, Riechen, Schmecken und Sehen wird als Reiz weitergeleitet und stärkt dadurch den jeweiligen Nerv und die Synapsen, die diesen Reiz an andere Nervenstränge und ihrerseits Knotenpunkte weiterleiten.

Ich habe mir das immer wie ein Netz von Leuchtfäden vorgestellt, die dadurch, dass Strom durch sie fließt immer heller und stärker werden.

Wiederholung spielt hierbei eine große Rolle, das stupide immer wieder Bedenken und Aufsagen vom kleinen oder großen Einmaleins hat also doch Sinn gemacht.

Beim Lesenlernen kann man diesen Prozess und die enorme Leistung, die das Netzwerk Gehirn vollbringt, auch ganz gut veranschaulichen.  Erst die Buchstaben, fast schon sinnlich wahrgenommen durch ausladende riesige Schlaufen und Schleifen, die das Kind auf das Papier malt.

 Die Form des Buchstabens wird mit Auge und Hand wahrgenommen und als Sinneseindruck weitergeleitet und gleichzeitig mit der Bedeutung des Buchstabens verknüpft.

Jeder weiß, wie viel Übung und Wiederholung es gebraucht hat, bis man dann die ersten Worte lesen konnte.

Durch beharrliche und stetige Wiederholung der Buchstaben und Worte verknüpft mit ihrer Bedeutung, wurde die Datenweiterleitung allmählich zu einer breiten und schnellen Straße im Gehirn ausgebaut.

Je mehr und öfter diese Vernetzung von zunächst inaktiven (?)Nervenzellen stattfindet, um so flexibler und interaktiver wird der Denkvorgang.

Ich würde meinen, diese Interaktion zwischen den verschiedenartigen - interdisziplinären - Nervenzellen und die Flexibilität der Weiterleitung hin und her und kreuz und quer ermöglicht  erst sowas wie Intelligenz, Kombinationsvermögen, Abstraktionsvermögen bis hin zu hohen geistigen Gedankenleistungen.

Die Interaktion innerhalb des Netzwerkes spielt also eine große Rolle, damit das Netz nachher schön dicht beleuchtet ist und strahlen kann. Um es mal so bildlich auszudrücken.

Keine Synapse kommt auf die Idee, aufgrund von unliebsamer Konkurrenz bestimmte Informationen nicht weiterzuleiten oder bestimmte Nervenstränge zu ignorieren oder auszugrenzen.

Für Eitelkeit und Egoismus, nach dem Motto, nein die Idee hatte ich zuerst, ich gönne der Nervenzelle 8 oder der Synapse 999 ihren "Erfolg" und ihr glänzendes Weiterleiten nicht und ziehe mich beleidigt zurück oder fange an, gegen andere Teile im Netzwerk feindselige Gefühle zu entwickeln, ist einfach kein Raum.  Das wäre ja kontraproduktiv und selbstschädigend.

Das Gehirn funktioniert als Ganzes und ist ein fantastisches Beispiel für ein Organ mit ausgeprägtem Gemeinschaftssinn.
Denn nur in der gemeinsamen Interaktion und Kooperation kann sich sowas wie ein vernetztes Gehirn erst herausarbeiten.

P.S. Die Idee zu diesem Beitrag bekam ich durch diesen blog, in dem die Analogie zwischen einem Netzwerk und dem Gehirn hergestellt wurde.

 
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