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Wenn man zu wenig Einkommen hat, und das kommt zur Zeit in den besten Familien vor - studiert oder nicht, Berufsausbildung oder nicht, jahrelang gearbeitet oder nicht, Kinder großgezogen oder nicht - dann kann man beantragen, von der Gebühr fürs gnadenlos geniale Fernsehen befreit zu werden.
Selbstverständlich schaue ich hauptsächlich Sender ohne nervige Werbung in jedem Film, da ich sonst bis in die Puppen aufbleiben müsste, um den Film zu Ende zu schauen. Sachen wie DSDS, BigBrother und anderen Reality-TV-Rausch oder Ramsch schaue ich nie, und wenn dann nur aus Studienzwecken, wenn mein Freund mir das auch nicht abnehmen will.
Um es kurz zu machen, eigentlich schaue ich nicht so oft TV. Aber der GEZ-Mann könnte ja vorbeikommen - und dann - puh, man hört ja so Sachen...
Also hab ich brav einen Antrag auf Befreiung von den Gebühren gestellt, im Verlaufe dessen ich nachweisen musste, dass ich tatsächlich so wenig Geld bekomme, weil die Arbeitgeber nur noch Dumping-Löhne zahlen können oder ehrenamtlich Tätige oder gleich Praktikanten einstellen möchten.
An einem kühlen, grauen Tag wie heute, kommen schon mal melancholische Gedanken auf. Wie soll das weitergehen, was ist mit der Welt los, und vor allem was ist mit den Menschen los. Oder kommt nur alles irgendwie anders wieder, war alles schon da, und dreht sich endlos im Kreise. Lernen wir dazu, oder ist alles umsonst?
Da hinein platzt der Brief aus Köln von der Gebühreneinzugszentrale, schön schlicht gehalten, förmlich und "auch ohne Unterschrift gültig", weil maschinell erstellt.
Toll, meinem Antrag auf Befreiung von den Gebühren wird bis auf weiteres nachgekommen und netterweise noch Beipackzettel mit Rechtsbehelfsbelehrung und wichtigen Auflagen und Hinweise für mich.
Unterpunkt 3. erklärt ganz nüchtern, "Im Falle des Todes des Antragstellers erlischt die Befreiung" und Angehörige oder hinterbliebene Metbewohner müssten dann einen eigenen Antrag stellen. Denn merke, mit dem Tod des Antragstellers endet der Anspruch auf Befreiung von den Rundfunkgebühren.
Ist das nicht wunderbar formuliert? Gibt das nicht Grund für ein leises Lächeln trotz trüber Stimmung?
All meine Überlegungen, wohin gehe ich, woher komme ich, was ist meine Aufgabe während meiner mir auf der Erde bemessenen Zeit, gibt es noch mehr zwischen Himmel und Erde, werden Höllenkreise oder vertraute Verwandte mich nach meinem Ableben erwarten, und nicht zuletzt, wird jemand die Blumen auf meinem Grab gießen, wenn ich mir die Radieschen von unten ansehe? - all diese philosophischen oder gar spirituellen Gedanken verlieren mit diesem einen Satz ihre Wichtigkeit.
Ich fühle mich komplett erleichtert und sofort beschwingt und fast schon fröhlich, denn eins ist sicher, mit meinem Tod erlischt mein Antrag bei der GEZ.
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weit gefehlt. Nichts ist sicher.
Vonwegen nach dem Tod ist alles wie von selbst mit der GEZ erledigt. Der Antrag auf Befreiung erlischt zwar, aber nicht die Zulassung des Rundfunkempfängers und Fernsehers. Die müssen extra von den Hinterbleibenen gebührenpflichtig abgemeldet werden, weil für die Hinterbliebenen womöglich keine Befreiung von der GEZ- Gebühr gilt. So ist das mit der GEZ adrett. tschüss JP |
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weit gefehlt. Nichts ist sicher.
Vonwegen nach dem Tod ist alles wie von selbst mit der GEZ erledigt. Der Antrag auf Befreiung erlischt zwar, aber nicht die Zulassung des Rundfunkempfängers und Fernsehers. Die müssen extra von den Hinterbleibenen gebührenpflichtig abgemeldet werden, weil für die Hinterbliebenen womöglich keine Befreiung von der GEZ- Gebühr gilt. So ist das mit der GEZ adrett. Am besten kurz vor dem Ableben, alle Geräte fristgemäß mit Entsorgungs- bzw. Schenkungsnachweis bei der GEZ abmelden tschüss JP |
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Hi Joachim,
danke für diesen wichtigen Hinweis, das hätte ich ja beinahe übersehen. Also kurz vor dem Ableben sich doch noch noch nebst Geräten bei der GEZ abmelden. Soviel Zeit bleibt immer... ;) |
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Das hilft auch nicht. Die buchen trotzdem ab bzw. schreiben böse Briefe. Abmelden? Das Wort fehlt im Wörterbuch der GEZ.
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@ Alien59
Ganz ehrlich: die bösen Briefe wären mir ja sowas von wurscht, wenn ich erst tot bin... |
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Hi Lee Berthine,
so kann es gehen, wenn Gevatter Tod selber noch einen Tag die Flatter vor der GEZ kriegt, weil die ihm sonst im Fluge & Fluch de jure, de facto stellvertretend als Rechtsfolgeperson des Verstorbenen, des Dahingeschiedenen auf die Pelle rückt. tschüss JP |
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vielleicht hilft es, der Abmeldung bei der GEZ ein Video beizufügen, das, wie bei Selbstmordattentaten, die fachmännisch/fachfrauliche Sprengung des Fernsehers mit Kennungsgeräte- Nr. und des Radios dokumentiert?
tschüss JP |
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sicher ist auch das bei der GEZ nicht, aber ich rate, es zu versuchen?
Toi!oi!TOi! tschüss JP |
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Ja gut, es kann doch sein, dass der Tote weiter Fernsehen glotzt. Im Himmel (und bestimmt auch in der Hölle) gibt es TV-Geräte, oder Computer. Wenn es das nicht geben täte...warum sollte ich dann sterben? Wär doch langlangweilig. Also, wenn ich dann später nicht nur Halleluja pfeife sondern auch "Neues aus der Anstalt" betrachte, dann möchte ich dafür auch löhnen. Sonst kommt die penetrante GEZ-Werbung auch noch in den Himmel. Wäre aber auch nicht schlecht.
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@ Joachim
Klasse, ich denke, dass mit dem Beweis-Video ist eine brauchbare Anregung. Sehe mich schon röchelnd und auf den record-Knopf der Kamera drückend und letzte Beteuerungen murmeln. :O) @ luggi das wäre mal die ein oder andere Überlegung wert, ob in den verschiedenen Sphären des Jenseits (um nicht Himmel oder Hölle zu sagen) auch sowas wie GEZ-Gebühren und -Werbung anfallen. Wäre ja irgendwie nicht verwunderlich... :( |
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Na luggi, so einfach ist das aber nicht. Himmel ist 'ne neue Ebene, da gelten also auch andere Preisstaffelungen für die GEZ. Also: Neuer Antrag. Muss ja alles seine Ordnung haben. Der Papst ist nicht umsonst Deutscher.
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Ausgabe 07/12
16.02.2012
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