leif eriksson

Thors Hammer

15.08.2009 | 16:06

EDEKA - Endgültiges Ende der Karriere für vier kleine Hessen

Eigentlich wollte Volker Zastrow eine Heldengeschichte schreiben. Herausgekommen ist eine öffentliche Hinrichtung. Zumindest für zwei Beteiligte. Und nebenbei macht er durch seine unfreiwillige Rehabilitierung Ypsilantis sogar Wahlkampf für die Hessen-SPD.

Sie selbst haben wahrscheinlich geglaubt, Zastrow werde ihr Bild als das der "Vier Aufrechten" in der Geschichte der SPD, der Geschichte Hessens und sogar in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland unerschütterlich und für Jahrzehnte -nein - bis in alle Ewigkeit haltbar zementieren, so wie sie es ihm in über hundert Stunden Interviews erzählt haben.

Vielleicht haben sie sogar geglaubt, ihre Karrieren könnten nach dem Erscheinen dieses Buchs und einer angemessenen Zeit im Untergrund - wenn "Gras über die Sache gewachsen wäre" - weiter gehen.

Doch nun - nachdem vor allem in Hessen und in der hessischen SPD das Buch sicherlich sehr aufmerksam gelesen worden sein wird, ist klar: Dagmar Metzger, Silke Tesch, viel mehr aber noch Jürgen Walter und Carmen Everts haben mit Zastrows "Die Vier. Eine Intrige" den EDEKA-Stempel unter ihre Parteikarrieren gesetzt bekommen.

Besonders die Vorgehensweise von Walter und Everts, die zeitweise von sich geglaubt haben mögen, sie und nicht Ypsilanti führten in Wahrheit die Hessen-SPD, ist derart krass wie skrupellos, gleichwohl nicht einzigartig unter deutschen Politkern, dass von ihnen für den Rest ihres Lebens wohl "kein Hund mehr ein Stück Brot annehmen" wird. Zumindest nicht links von der CDU. 

Dass auch sie selbst wissen, dass das Spiel endgültig zu Ende ist, lässt sich zwischen den Zeilen ihres schwachen Dementis ablesen, das noch am Tag der Ankündigung des Buches erschienen ist. Jürgen Walter hat bis heute die Bestätigung seiner Parteistrafe nicht kommentiert. Silke Tesch und Dagmar Everts hatten schon vorher ihre Rügen akzeptiert und halten sich bedeckt. Carmen Everts hat ihren Internet-Auftritt offline gestellt und es wird sich weisen, ob sie in Zukunft noch mit ihrer - von Fachleuten als eher schwach bewerteten - Dissertation prahlen wird, wenn ihr Doktorvater Eckhard Jesse und dessen Ansichten zum Nationalsozialismus und zum Antisemitismus näher beleuchtet werden.

Was von den vier Abtrünnigen als schwer erkämpfte "Gewissensentscheidung" dargestellt und von der interessierten Presse über Wochen geglaubt und verbreitet wurde, war nichts anderes als ein finaler Racheakt ( Everts zu Walter: "denen besorgen wir es noch einmal ganz schmutzig"). Es war der letzte Frontalangriff von posten- und machtgeilen Provinzpolitikern, die sich um den Preis ihres Ränkespiels - das Wirtschaftsministerium für Walter in einer Rot-Grünen Regierung - gebracht sahen. Dass sie sich selbst und ihren Einfluss maßlos überschätzt haben und schlicht und einfach baden gegangen sind, das mögen sie inzwischen eingesehen haben, wenn sie zu kritischer Reflexion fähig sind.

Aber auch andere hessische SPD-Politiker werden sich nun wohl (hoffentlich) unter verschärfter Beobachtung wieder finden. Markus Weiß, Nancy Faeser, Gerrit Richter und - mutmaßlich - Nina Hauer wie auch der sich im Ruhestand befindliche Gerhard Bökel haben ihr Schärflein zu diesem innerparteilichen Skandal mit bundesweiten Erschütterungen beigetragen.

Auch wenn Zastrow es mit seinem Buch ursprünglich nicht beabsichtigt hat: er handelte nach einer Taktik von Jürgen Walter, indem er ihn, dessen treue Vasallin Everts, Tesch und Metzger erst "aufs Dach gejagt" und ihnen "dann die Leiter weggezogen" hat. Dass er selbst einmal Opfer seiner eigenen Vorgehensweise werden würde, hätte Jürgen Walter sich wohl nie träumen lassen.

 

Anmerkung: Ich persönlich glaube - obwohl das von Zastrow nirgendwo angedeutet wird, dass es ein Bestandteil des Plans von Walter und Everts war, sie nach einer gewissen Frist zur Staatssekretärin in einem Walter-geführten Wirtschaftsministerium zu machen.

 

 
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Kommentare
Magda schrieb am 15.08.2009 um 17:45
Hallo,
ich wüsste gern, warum der Zastrow das gemacht hat. Oder hat er tatsächlich eine Würdigung im Sinn gehabt und ist dann durch die gewonnenen Erkenntnisse so empört gewesen, dass er es ungeschminkt kolportiert hat? Man kann sich nur wundern.

Sehr interessante Zusammenfassung. Hast Du das Buch gelesen?

"Doktorvater Eckhard Jesse" - gehört der nicht zu den ganz energischen Verfechtern der Totalitarismusdoktrin und zur "Extremismus von links und rechts-Fraktion"? Ich habe gerade in in Wolfgang Wippermanns Buch "Dämonisierung durch Vergleich" etwas über ihn gelesen. Scheint berüchtigt zu sein.
leif eriksson schrieb am 15.08.2009 um 17:55
Ja, ich habe das Buch mehr oder weniger an einem Nachmittag gelesen. Zastrow schreibt selbst im Epilog zu seinem "Werk", dass er ursprünglich vorhatte, eine "Heldengeschichte" zu schreiben.

Everts Doktorvater Jesse gehört tatsächlich zu einer dubiosen Clique von Historikern, die versuchen, den Nationalsozialismus zu historisieren und ihn unter anderem als bloße Re-Aktion auf den Kommunismus darstellen. Er gehört auch zu denjenigen, die versuchen, den berüchtigten Ernst Nolte (Historikerstreit 1986) zu rehabilitieren. Vielleicht noch schlimmer: Jesse ist der Meinung, dass die Juden auf Grund ihres Benehmens am Antisemitismus in Deutschland selbst Schuld sind. ((Uwe Backes/Eckhard Jesse/Rainer Zitelmann (Hg.) (1990) Die Schatten der Vergangenheit. Impulse zur Historisierung des Nationalsozialismus. S. 545 f.)
Magda schrieb am 15.08.2009 um 18:08
Ja, Du hast Dich auch sehr engagiert im FAZ-Forum geäußert. Es ist ja wirklich auch ein Ding. Eine solche Treibjagd wie die gegen Ypsilanti ist einmalig gewesen und hat mich auch sehr angewidert.

Danke für die Infos noch über Jesse. Ich verlinke mal zu dem Wippermann-Buch, obwohl das für Dich nichts Neues sein wird, was Wippermann da verhandelt.

tinyurl.com/m59kkn
leif eriksson schrieb am 15.08.2009 um 18:14
Dank Dir, Magda, den Wippermann kenn' ich tatsächlich schon. ;-)
leif eriksson schrieb am 16.08.2009 um 19:54
Hallo JA, man kann nur hoffen für die SPD, dass sie nach dem 27. September in die Opposition geht und nicht nochmal als Juniorpartner in eine große Koalition. Müntefering, Steinmeier, Steinbrück, Struck: Es ist der Schröderismus, der die SPD in ihrer tiefste (Legitimations-)Krise geführt hat. Und der endlich erledigt werden muss.

Andrerseits hätte eine Selbstauflösung der SPD durchaus ihren Reiz: In meinem Kaff regiert sie mit absoluter Mehrheit. Da wär' schön was los... :-)
leif eriksson schrieb am 17.08.2009 um 15:16
Trouvaille zu Jesse: "Unter der Leitung von Professor Eckhard Jesse ist dieser Lehrstuhl ideologisch noch weiter rechts anzusiedeln. Jesse leitet ein Promotionskolleg der CSU-nahen Hans-Seidel-Stiftung und dementsprechend wurden auch die Forschungsarbeiten seiner KollegInnen von jener gestützt. Einige Seminare der beiden letztgenannten Lehrstühle beinhalten obendrein mehrtätige Aufenthalte bei der Konrad-Adenauer-Stiftung in Wendgräben oder einen Abstecher zur KAS in Berlin, entsprechende "Informationsveranstaltungen’ natürlich inklusive.
Jesses Aktivitäten auf konservativem Terrain finden hier aber nur ihren Anfang: So versuchte er nicht nur kraft einer öffentlichen Ringvorlesung an der TU Chemnitz, mit einschlägigen Protagonisten der Neuen Rechten (bsp. Arnulf Baring), einen neuen Nationalismus (durch den Begriff ‚Patriotismus’ bagatellisiert) salonfähig zu machen und damit ein internes CDU-Papier von Matthias Rößler zu stützen, sondern bewegt sich und seine MitarbeiterInnen auch in verschiedenen neurechten Kreisen. Das reicht vom einseitig antikommunistisch Partei ergreifenden ‚Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung’ in Dresden bis zu Zirkeln der Neuen Rechten wie dem ‚Veldensteiner Kreis’. Die Thesen sind dabei stets die gleichen: seine ‚Totalitarismusforschung’ relativiert den Nationalsozialismus, seine ‚Parteienforschung’ relativiert den Rassismus der NPD und seine ‚Extremismusforschung’ relativiert eine Verschiedenheit zwischen Faschismus und Kommunismus.
(ki23.blogsport.de/2007/10/19/der-totale-experte-professor-eckhard-jesse/)
merdeister schrieb am 15.08.2009 um 18:49
Ob sich jetzt auch die Meinung der ganzen Stammtischklientel um die 50 zu Frau Ypsilanti ändert?
Titta schrieb am 15.08.2009 um 19:26
Frau Ypsilanti wird die eher weniger interessieren, eher der Verrat bzw. die Motive dafür.
leif eriksson schrieb am 15.08.2009 um 19:52
Welche Stammtische meinst du? Die realen oder die im Netz? Kleiner Scherz.

Ich denke, diejenigen, die Ypsilanti schon immer als Ausbund des Bösen und Vorbereiterin des Kommunismus (Energiewende! Bildungspolitik!) in Hessen gesehen haben, werden das auch weiterhin glauben.

Diejenigen, die der Viererbande ihr "Gewissen" nicht abgenommen haben, werden sich bestätigt fühlen.

Es kommt auf die Zweifler an. Und darauf, dass die sich dazu bewegen lassen, ein Buch zu lesen, das von einem ausgemachten Sozifresser geschrieben wurde, um den Sozis noch weiter zu schaden, aber als dessen genaues Gegenteil herauskam.
Jakob Augstein schrieb am 16.08.2009 um 11:41
Ich kann mir vorstellen, dass die SPD nach der Wahl zerbricht wenn sie unter 30 Prozent kommt. Es gibt einen kulturellen Graben in der Partei, so sieht es von außen zumindest aus, der immer weniger überbrückbar scheint.

Große Teile der SPD wären in Wahrheit in der CDU besser aufgehoben und würden sich dor vermutlich auch viel wohler fühlen. Weil sie ihren Impulsen folgen dürften und das lästige sozialdemokratische Erbe nicht mit sich herumschleppen müssten.

Die SPD könnte sich also auflösen und ihre Wähler und Mitglieder auf FDP, Grüne, CDU und Linkspartei verteilen.

Die nächste Partei, die dann an der Reihe ist, wären die Grünen. CDU und Grüne sind kulturell aufeinanderzugewachsen. Umwelt, Integration, Auslandseinsätze - da gibt es schon lange keine grundsätzlichen Unvereinbarkeiten mehr. Noch ein bisschen Gewöhnung, dann macht Hamburg Schule und die Grünen werden im Lauf der Zeit ganz und gar überflüssig und können sich dann ihrerseits zwischen CDU, FDP und Linkspartei verteilen.

Und dann haben wir wieder ein Dreiparteiensystem.
Wie früher :)
Streifzug schrieb am 16.08.2009 um 11:52
Hallo JA,

da bleibt es nicht stehen.
Da das gefühlte Alter der CDU-Wähler bei 101 liegt, stirbt diese Partei bis 1012 aus. Die FDP rutscht auf unter 5%, da sie viele Stimmen an eine Partei verliert, die das Feld von hinten aufrollt, die Piraten. Blieben Linke und Piraten übrig. Damit hätten wir ein Zweiparteiensystem. Diese beiden Parteien führen als Nächstes das Mehrheitswahlrecht ein. Dann sind wir da, wo momentan bestimmt Politiker hinwollen, allerdings mit einem ganz anderen Ergebnis ;)
Jakob Augstein schrieb am 16.08.2009 um 13:22
@streifzug

Nein. Ein Zweiparteinsystem finde ich inakzeptabel.

Dann müssen wir die Freitag Partei gründen!

In der wird alles so lange ausdiskutiert, bis wirklich alle einer Meinung sind!
Streifzug schrieb am 16.08.2009 um 13:45
Hallo JA,

"In der wird alles so lange ausdiskutiert, bis wirklich alle einer Meinung sind!"
Ich schluck das mal so :)

Es erinnert an die Ratsitzungen der "Indianer". Dann hätte ich auch ein schönes Motiv. Die FreitagsPartei, die "Partei der vielen Hände".

Cueva de las manos (Höhle der Hände) in der südargentinischen Provinz Santa Cruz, ca. 7300 v. Chr., heute Weltkulturerbe
merdeister schrieb am 16.08.2009 um 14:14
Gerne erinnere ich an dieser Stelle nochmal an die von mir vorgeschlagene Diktatur des gesunden Menschenverstandes.
Magda schrieb am 16.08.2009 um 16:24
@ merdeister -
Die Meinung der Stammtischklientel über oder unter 50 wird sich, glaube ich, kaum ändern. Ypsilanti wurde doch schon vor dem "Wortbruch" als Saftschubse und machtgeil (albernes Wort)beschimpft. Ich habe noch nie so eine mediale Meute erlebt, wie bei diesem Anlass. Ein Killerinstinkt, fast schon ein -virus hat sich da ausgetobt.

Du schreibst: "Gerne erinnere ich an dieser Stelle nochmal an die von mir vorgeschlagene Diktatur des gesunden Menschenverstandes." Zitatende

Ach um Himmelswillen. Alle glauben ja, eine Diktatur sei was von grundauf schlechtes. Mir ist auch ein Spruch wieder eingefallen, der - kaum habe ich ihn ausgesprochen - sofort zu betretenem Schweigen führt: "Nirgendwo lebt es sich besser, als in einer sanften Diktatur." Ich suche den Urheber des Spruches, aber habe ihn bisher nicht gefunden.
Wie auch immer; ich gebe zu bedenken: Der gesunde Menschenverstand wandelt sich leider zu schnell in ein gesundes Volksempfinden und dann haben wir den Salat. Das ist das Problem.
Gruß Magda
Magda schrieb am 16.08.2009 um 16:34
@ Titta - "Frau Ypsilanti wird die eher weniger interessieren, eher der Verrat bzw. die Motive dafür."

Ich weiß nicht, ob ich Dich richtig verstehe. Aber es kann schon sein, dass der "Stammtisch" über die Motive der Vier entsetzt ist, einfach, weil man sowas nicht an die Öffentlichkeit zerrt. Und weil die Sprüche von den tapferen Vier so einfach nicht mehr funktionieren.
Es gab auch schon ganz zynische Stimmen im FAZ-Forum, die meinen, die Hauptsache, es hat genützt und Ypsilanti verhindert. Ich bin kein Moralist, aber das fand ich schon von sehr undemokratischem Geist geprägt.
merdeister schrieb am 16.08.2009 um 23:28
Bei den Jungs an den Stammtischen hatte ich vor allem das Gefühl, dass die ein Problem damit hatten, dass eine Frau in dem Spiel der Macht mitspielt, der sie selber prinzipiell nicht abgeneigt wären. Und da wird man dann mal schnell unfair und bösartig, weil man Frust hat, weil man nicht zum Zug kommt...nicht mal zum Bahnsteig. So gesehen, ist das alles sehr verständlich.

Zur Diktatur des gesungen Menschenverstandes gibt es schon konkrete Pläne* Magda, Du bis natürlich auch eingeladen:

www.freitag.de/community/blogs/merdeister/das-kann-ich-auch

*auf die Gefahr, mich zu wiederholen...
leif eriksson schrieb am 16.08.2009 um 23:42
merdeister: Der Walter muss ja nun zum erstenmal in seinem Leben richtig arbeiten, wenn das Weibchen ihn nicht unterhält: Der Dienst-5er ist weg, die Diäten sind weg, die Aufsichtsratspöstchen sind weg.

An dessen Stammtisch möchte ich nichtmal geschenkt sitzen.
merdeister schrieb am 17.08.2009 um 07:08
Der Arme...
leif eriksson schrieb am 17.08.2009 um 11:14
Mein Mitleid hält sich da in engen Grenzen.
Titta schrieb am 18.08.2009 um 19:14
@Magda

Ich glaub, du hast mich richtig verstanden. So wie du es geschrieben hast, meinte ich es auch.

@JA

Ich kann mir vorstellen, daß die SPD zerbricht, halte dies aber für wenig wahrscheinlich. Aus meiner Perspektive (Ruhrpott) macht der Seeheimer Kreis & Konsorten nicht den Kern der SPD-(Wählerschaft) aus. Der Pott ist in seinem Herzen, in seiner Tradition noch so rot (vgl. Poor on Ruhr), das wischt sich auch nicht weg, wenn die SPD im September unter 30% liegt. Eher werden sich die rechten Kräfte abspalten und eine linke Kern-SPD übrigbleiben, die dann wieder gemeinsam mit der LINKEN ... (Wir werden herrlichen linken Zeiten entgegengehen.)

@all

@merdeister

Das Problem von Ypsilanti ist in der Tat, daß sie recht gut aussieht. Machtstreben und gutes Aussehen wird in diesem Land halt noch bestraft, sofern es eine Frau in sich vereinigt. Merkel gilt in der Hinsicht ja als Neutrum und wirkt von daher nicht bedrohlich, also wählbar und vorstellbar bzw. eben sexuell unvorstellbar.
merdeister schrieb am 19.08.2009 um 07:20
So ist das wohl. Das kann sie natürlich nicht öffentlich sagen :-)
Streifzug schrieb am 19.08.2009 um 07:52
Titta,

Angela sexuell unvorstellbar? Du glaubst gar nicht, wie viele "Perverse" es unter den sogenannten Bürgerlichen gibt ;)
leif eriksson schrieb am 19.08.2009 um 09:23
Naja, Merkel mag nicht die Attraktivste sein. Andrerseits: Hat sich mal jemand den Kohl mit seiner Hann'lor' (respektive seiner Büroleiterin Weber) im Bett vorgestellt?

Oder Schrüder mit seiner Ex-Bild-Redakteurin? "Hol' mir ma' ne Flasche Bier..."

Das ist peinlicher.
Titta schrieb am 19.08.2009 um 17:35
Eben genau, es ist peinlich, weil eben nicht sexuell attraktiv.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 19.08.2009 um 17:57
Na, ihr Merkel/Sex-Diskutanten, Neutrum, unattraktiv, gar pervers? Dann ist wohl der Film "Wolke 9" (Andreas Dresen, mit Ursula Werner) ein ganz perverser Porno, vor dem uns Zensursula auch noch schützen sollte?

Angela und Andrea sind quasi gleich alt, dass die eine von mehr Leuten attraktiv gefunden wird als die andere, kann ich mir vorstellen, aber Herrn Prof. Sauer ob seiner Verbindung mit Merkel de facto zum Perversling zu erklären, ist krude.
Streifzug schrieb am 16.08.2009 um 21:53
Ist es nicht das uralte Spiel: Verräter werden verachtet und (aus)geschlachtet.

Welch krudes, verlogenes Spiel gespielt wurde, konnte man zeitgleich recht genau nachlesen, wenn auch nicht in den gängigen Medien, die bekanntlich die Hauptverbreiter der Lügen waren.

Wenn aus dem Hause der FAZ so ein "Aufklärungsbuch" erscheint, frage ich mich direkt: "Was wollen die verbergen?"

Die meiner Meinung nach dummdreisten, charakterlich defizitären Hauptpersonen dieser Handlung müssen nun auf dem brennenden Dach ohne Leiter verharren und sind der Verachtung der Öffentlichkeit ausgesetzt. Aber es bleiben wesentliche Fragen offen.

Wie war es noch mal mit all den Privatisierungen? Die Finanzkrise wirft ein neues Licht auf die Geschehnisse.
Wie war noch mal die Rolle des Seehofer Kreis mit dem werten Herrn Kahrs?
Wie war die wirkliche Rolle von Müntefering?
Wie weit stecken welche rechten Elemente innerhalb der SPD mit in diesem medialen Possenspiel?
leif eriksson schrieb am 16.08.2009 um 23:36
Lieber Steifzug,
kluge Fragen, die du da stellst.
Vielleicht waren die Vier am Ende nur nützliche Idioten, die zufällig (oder ein wenig angespornt) im richtigen Moment das taten, was wiederum anderen ins Spiel passte? Spannender Gedanke.

Beim Lesen Deiner ersten Zeile fiel mir übrigens spontan Gnaeus Marcius Coriolanus ein. Vielleicht ist der Walter ja ein ähnlich gestörtes Mama-Kind. Eine These, die sich durch verschiedene Aussagen im Zastrow-Buch sogar stützen lässt...
Streifzug schrieb am 17.08.2009 um 15:23
Hallo leif eriksson,

das Aufweisen solcher (geschichtlichen) Parallelen ist es, was in "wachsende Artikel" ausmachen würde.

Ein Mama-Kind, das würde wirklich so einiges erklären ;)
leif eriksson schrieb am 17.08.2009 um 15:49
Was käme wohl am Ende raus? Das unerträgliche Gesicht eines hässlichen Moloch?
Streifzug schrieb am 17.08.2009 um 15:54
Gollum?
leif eriksson schrieb am 17.08.2009 um 16:54
Ein Ork.
Streifzug schrieb am 17.08.2009 um 18:12
Egal ob Ork oder Kleiner Gollum aus Hessen, man sieht jedenfalls, welch Deformationen bei ungeeigneten Personen schon die Nähe zum "Ring der Macht" bewirkt.

Eine Frage bleibt noch offen: Wer ist bei denen Master-Blaster?
merdeister schrieb am 17.08.2009 um 18:20
Mork vom Ork?

(Mir ist wieder so letztwortig)
leif eriksson schrieb am 17.08.2009 um 18:33
Master Blaster? Johannes Kahrs?
Hans Hirschel schrieb am 17.08.2009 um 20:19
Hermann Scheer äußerte sich im Februar 2009 mal in den Blättern für deutsche und internationale Politik" in der Richtung, dass sie in Hessen den Atomkompromiss in Frage gestellt hätten, der eben auch ein Kohlekompromiss sei (ihr Energiekonzerne lasst die Atomkraft mehr oder minder auslaufen, wir Sozialdemokraten setzen uns weiter für die heimische Kohle ein).

Scheer führte noch andere Gründe für die anti Ypsilanti Kampagne an, die alle auch bedenkenswert sind. Aber sein Hinweis auf den "Atom-Kohle Kompromiss" der der bei Weitem interessanteste.

www.blaetter.de/artikel.php?pr=3004

Unter anderem schrieb Scheer:

"Der vorgesehene rasche Ausbau erneuerbarer Energien und dezentraler Kraft-Wärme-Kopplung sprengt auch den aktuellen Ansatz der SPD in der Bundesregierung, da er einen umfassenden Strukturwandel der Energieversorgung bedeutet. Er betritt energiepolitisches Neuland, denn er beruht auf einem Prioritätenwechsel in der Raumordnungspolitik, der nur auf Länderebene realisierbar ist, indem erneuerbare Energien zum vorrangigen öffentlichen Belang erklärt und damit umfassende Investitionsspielräume eröffnet werden. Damit aber wurde zugleich der Kohlekompromiss zwischen den Stromkonzernen und der SPD angegriffen, der auf dem Deal Atomenergieausstieg gegen die Befürwortung des Baus neuer Kohlekraftwerke beruht. Dieses Konzept wurde durch die hessische SPD-Linie in Frage gestellt – und es wäre nicht mehr zu rechtfertigen, wenn aus dieser eine erfolgreiche Regierungspraxis geworden wäre.

Diese Politik ging dem Energiekartell der Republik zu weit...."

Gruß hh
Streifzug schrieb am 17.08.2009 um 20:33
Na, dann passt Master Blaster ja in mehrfach übertragenem Sinn (für den, der die Story kennt).
leif eriksson schrieb am 19.08.2009 um 09:15
HH,
Die angestrebte Energiewende war natürlich der gewichtigste Grund für das mediale Trommelfeuer gegen einen Regierungswechsel in Hessen. Man stelle sich das Drama vor, RWE und Konsorten machten statt dreistelliger nur noch zweistellige Millionen-(oder sind es gar Milliarden?)gewinne. Nicht auszudenken...
Hans Hirschel schrieb am 19.08.2009 um 22:55
leif eriksson schrieb am 19.08.2009 um 09:15

"Man stelle sich das Drama vor, RWE und Konsorten machten statt dreistelliger nur noch zweistellige Millionen-(oder sind es gar Milliarden?)gewinne. Nicht auszudenken..."

:-)

2009 hatte RWE insgesamt 49 Mrd. Euro Umsatz und 6,8 Mrd. Betriebsgewinn eingefahren.

www.ftd.de/unternehmen/industrie/:Energieversorger-RWE-Gewinn-zieht-trotz-Krise-an/552879.html

leif eriksson schrieb am 19.08.2009 um 09:09
Koch as Koch can: Hessische Staatskanzlei hat nicht vier, sondern sieben SPD-Abgeordente vor dem 3. November 08 angebohrt...Überraschend ist es nicht, aber interessant. Interview auf hr-online.de mit Schäfer Gümbel. Abschnitt von Minute 9:15 bis 11:06: tinyurl.com/pmqska .
leif eriksson schrieb am 20.08.2009 um 10:31
Ein weiteres Netzfundstück: www.youtube.com/watch?v=fqY1PHHl0Dc
leif eriksson schrieb am 20.08.2009 um 10:31
Ein weiteres Netzfundstück:
www.youtube.com/watch?v=fqY1PHHl0Dc
Hans Hirschel schrieb am 20.08.2009 um 13:17
Ansonsten viele Wörterwolken. Bin auf die energiepolitische Positionierung der Hessen SPD nach der Bundestagswahl gespannt.

Gruß hh
Hans Hirschel schrieb am 20.08.2009 um 13:38
leif eriksson schrieb am 20.08.2009 um 14:52
Ich halte zwar Zastrows Spruch, er habe ein vollkommen neues Bild von Politik bekommen, für eine Werbelüge. Schließlich kennt er auch Koch seit mehr als 10 Jahren. Und dieses Bubenstück hätte genauso gut von Koch selbst stammen können.
Volker Zastrow schrieb am 29.08.2009 um 15:38
Zastrows Spruch: Kenn ich den? Sag mal, Leif E.: Woher stammt das?
leif eriksson schrieb am 31.08.2009 um 00:43
Lieber Herr Zastrow, das haben Sie im Morgenmagazin von ARD oder ZDF gesagt. Wenn Sie sich an dem Wort "Werbelüge" stören sollten, so nehme ich es gerne zurück und korrigiere in: "Marketingsprech".

Ich lese Ihre Artikel in der FAS seit langem, weiß, dass Sie alles andere, nur kein neutraler Beobachter sind. Daher war ich über Ihr Buch auch sehr verwundert (Warum eigentlich? Letztlich ging's [b]doch[/b] gegen die verhassten Sozis, nicht wahr?). Immerhin scheinen Sie einen Wert wie Wahrheit noch zu schätzen. Was Sie positiv abhebt von vielen Ihrer Kollegen in anderen konservativen Blättern, denen der Bürger scheißegal, das Wohl des Anzeigeninserenten jedoch alles ist. Sie verstehen?

Im Übrigen möchte ich von einem Baring-Schüler nicht geduzt werden.
Volker Zastrow schrieb am 02.09.2009 um 14:53
Soll ich "Herr Eriksson" sagen? Hielt das für einen nickname. Aber bitte, lieber Herr Eriksson:

Nein, mich stört nicht die "Werbe-Lüge". Geben Sie doch einfach zu, dass Sie falsch zitieren. "Mein Bild von Politik hat sich verändert." So lautete der Satz. Sie verkehren ihn nahezu ins Gegenteil, allemal ins Absurde. Man sollte doch die Lügen, die man anderen vorhält, nicht selbst erfinden, oder?
leif eriksson schrieb am 02.09.2009 um 20:35
Lieber Herr Zastrow, ich schrieb "er habe ein vollkommen neues Bild von Politik bekommen", Sie sagten "Mein Bild von Politik hat sich verändert."

Es kann sein, dass ich mich verhört habe. Für diesen Fall zihe ich meine falsche Formulierung zurück, entschuldige mich ausdrücklich bei Ihnen und sage: Sorry!

Sebstverständlich wollte ich nicht den Eindruck erwecken, dass ein Politprofi wie Sie durch die wohlfeile Erkenntnis der Motive der 4er-Bande ein Damaskus-Erlebnis haben könnte.

Das wäre ja geradezu absurd.

Es ist Ihnen trotzdem zu danken für die Chronistenarbeit, die Sie geleistet haben.
Volker Zastrow schrieb am 02.09.2009 um 21:44
Danke, gern.
leif eriksson
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