Elbschleicher

Blog von Elbschleicher

09.12.2011 | 13:54

Von Jakob Augstein und Erich Kästner

 

Jakob Augstein mimt einmal mehr den moralischen Beserker in seiner SPIEGEL-Kolumne und bemüht dabei die wirksamste aller Keulen, die der Vergangenheit. Unter dem Titel "Wir hässlichen Deutschen" fährt er große Geschütze auf, faselt von Germanophobie, macht Merkel zur gefährlichen Kanzlerin. Das Übliche, so weit, so bekannt. Aus diesem Grund lese ich ihn so gerne. Je pointierter, desto verdaulicher. Schnell hakte ich ab, subsumierte seine Zeilen wie gewöhnlich unter dem Überbau "Ihr da oben, rechts vom Linken, Ihr verhunzt alles". Das tut mir immer gut; ein bisschen Frust über Bord werfen, um dann losgelöst im Alltagsrogramm fortzufahren. Ist der Nagel erst einmal im Holz versenkt, schlummert er dort seelenruhig, in etwa so lese ich Augsteins Kolumnen.

Dieses Mal war es aber anders. Ich stolperte über diesen einen Satz, der mich irrtierte: "für Deutschland (kann) es besser sein, gemeinsam mit den Partnern das Falsche zu tun, als allein auf dem Richtigen zu beharren." Pause. Sehr charmant, das Oxymoron, dachte ich, passt wunderbar zum Kuddelmuddel rund um die EU. Aber, fuhr ich in Gedanken fort, während der Nagel schon längst versenkt war, diesen Satz kennst du irgendwo her, der ist dir erst jüngst begegnet?

Ich ging auf memorarische Spurensuche und heute, mit einigen Stunden Abstand, offenbarte sich mir des Rätsels Lösung; gerade als ich während des Einkaufs vorm Eierregal stand, aber das nur so nebenbei bemerkt. 

Hat jemand "Fabian" von Erich Kästner gelesen? Dolles Ding, soviel vorab. Jedenfalls dort begegnete mir dieser Ausspruch. Ich blätterte mich durch den Roman, auf S. 42 meiner Ausgabe machte ich Halt. An dieser Stelle sagt der Zeitungsredakteur Malmy in einer Journalistenrunde und im Beisein des Protagonisten, der -  oh Zufall - Jakob Fabian heißt, folgendes: "Habe ich recht? Wegen solcher Idioten soll man den Kopf hinhalten? Ich denke nicht daran. Es wird weitergelogen. Es ist richtig, das Falsche zu tun."

Wenn man den Satz dann noch in seinen Kontext zurückführt, wird erst klar, warum Jakob Augstein anstatt in die rhetorische Keksdose, in den Topf mit dem kochend-heißem Wasser griff: Der Roman spielt gegen Ende der Weimarer Republik, kurz vor Hitlers Machtergreifung. Obwohl die Journalisten Malmy und der fürs Politische zuständige Münzer (Münzer!) von der politschen und ökonmischen Krise der Jahre Kenntnis nehmen, gar das dreckige Verhältnis zwischen Politik und Schwerindustrie durchschauen, verschweigen sie ihren Lesern Informationen, verfälschen oder erfinden diese - aus Profitgründen. Statt auf die Gesellschaft einzuwirken, lassen sie sich von der Krise treiben und fischen für sich die dicksten Fische heraus, natürlich alles im per Du mit der Politik.

Auch Jakob Augstein hat mit dem Satz einen großen Fang gelandet. Nebenbei gefragt: Kann es richtig sein, das Falsche zu zitieren?

 

 
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Kommentare
der Hetiritter schrieb am 09.12.2011 um 15:19
Ganz großes Kino, ich hatte es gelesen, vor über 30 Jahren.
Aber solange es nur um den Euro geht, geht es doch nur um Falschmünzer und da kann man das Falsche richtig zu zetieren.
seriousguy47 schrieb am 09.12.2011 um 16:27
Vielleicht sollte man Augsteins Satz auf ihn selbst anwenden, um zu verstehen, weshalb er vielleicht in einer Denkfalle steckt. Dann würde es sich in etwa so lesen: ""für Augstein (kann) es besser sein, gemeinsam mit den anderen Medienfritzen das Falsche zu denken, als allein auf dem Richtigen zu beharren." Im andern Fall hätte er nämlich einen verdammt harten Job in einer verdammt feindlichen Umwelt. Und ein jeder versucht ja, irgendwie (anständig?) zu überleben.

Und Augstein tut ja im Prinzip nichts anderes als an der traditionellen Staatsräson der BRD festzuhalten. Und wie die lautet, formuliert er, ganz anders als andere, in unverblümter Ehrlichkeit. Vielleicht ist das das Äußerste, was an Opposition derzeit für ihn möglich ist, will er sich nicht selbst beschädigen.

Und immerhin schafft er damit vielleicht ja auch für (sich selbst) und andere eine Gelegenheit, sich - jenseits aller salbungsvollen Kosmetik - mit der hässlichen Wirklichkeit dieser Staatsräson auseinander zu setzen, behauptet doch Augsteins unverblümter Satz, dass die offiziellen Deutschen immer noch das tun, was sie schon unter Hitler und davor taten: egal, was wir da tun, wir tun es jedenfalls nicht, weil wir selbst es für richtig halten, sondern weil es von uns erwartet wird. Und wir tun es alternativlos als Musterknaben. Diesmal ist es halt nicht Hitler, sondern "Europa". Davor waren es die "Alliierten", die "Westmächte", die "NATO", die "Freunde", wer auch immer....

Klingt jetzt fast schon nach NPD. Soll es aber gar nicht. Ich will nämlich gar nicht sagen, dass das in der Sache falsch ist oder war. Es ist die HALTUNG: man weiß bei diesen offiziellen und inoffiziellen Deutschen nie so recht, ob sie es nur tun oder auch meinen. Und da sehe ich die eigentliche Gefahr bei Augsteins Satz.

Schon die Wahrnehmung als "richtig" oder "falsch" kann allzu "deutsch" sein. Denn gelegentlich geht es ja auch um besser oder schlechter. Oder um ein größeres oder kleineres Übel. Um Versuch und Irrtum. Um meine Interessen und deine Interessen....jedenfalls um mehr als bloß richtig oder falsch. Das nicht zu sehen, deutet auf ein Übermaß an Ideologie und einen Mangel an Pragmatik in der Kunst des Überlebens.

Und das ist die selbstgestellte "deutsche" Falle, aus der immer wieder schäumend der "hässliche Deutsche" heraus steigt. Augstein hätte also weniger von "richtig" oder "falsch", als von unterschiedlichen Interessen, Abwägungen, sauren Äpfeln, Zugeständnissen und Kompromissen schreiben sollen, von Starrheit und Flexibilität, von Prinzipien Zwängen usw. usw. Und wenn dann am Ende herauskommt, dass es auf "richtig" oder "falsch" hinausläuft, dann sollte es um "richtig" gehen und nicht um irgendwelche "hässlichen Deutschen".

Wären vielleicht nur mehr Worte für dasselbe Ergebnis. Aber die zusätzlichen Worte könnten den Unterschied zwischen "guter" und "schlechter" Debatte ausmachen, weil sie mehr Schattierungen kennen als nur schwarz und weiß.

Und noch eins: "Ist es Zufall, dass ein CDU-Politiker schwadroniert: "Jetzt wird in Europa Deutsch gesprochen"?

Hallo, Herr Augstein! Das ist natürlich kein Zufall. Aber es ist doch auch nichts Neues! Remember "Ostpolitik"? "Hallstein-Doktrin"? Gänsefüßchen-DDR? ...... Was war das denn anderes?
Elbschleicher schrieb am 09.12.2011 um 17:31
Ich würde widersprechen, dass Augsteins Triebfeder Konformismus ist. Im Zuge des medialen Tête-à-têtes von zu Lorenzo und di Guttenberg (kann auch umgekehrt gewesen sein) war es für mich gerade Augstein, der merklich und öffentlich wahrnehmbar den Chefredakteurs der ZEIT rügte. Sein Kollegenzwang ist wohl weniger ausgeprägt, als der bei vielen anderen seiner Zunft. Dass er immer so schrill klingt, liegt wohl am Brustton der Überzeugung oder am Lolli-Syndrom.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 09.12.2011 um 21:51
@ Elbschleicher
"Sein Kollegenzwang ist wohl weniger ausgeprägt, als der bei vielen anderen seiner Zunft. Dass er immer so schrill klingt, liegt wohl am Brustton der Überzeugung oder am Lolli-Syndrom."

Bitte, erklären Sie mir doch einemal das "Lolli-Syndrom".
Ehemaliger Nutzer schrieb am 09.12.2011 um 22:06
einmal
Elbschleicher schrieb am 09.12.2011 um 22:26
Gemeint ist das Phänomen, wenn unter Kleinkindern die Zahl derer, die einen Lolli haben wollen, die der Lollis übertrifft. Naturgemäß wird der mit dem Lolli gesegnet, der am lautesten schreit.
Wenn aber alle schreien, dann ist der im Vorteil, der am lautesten schreit.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 09.12.2011 um 23:04
"Wenn aber alle schreien, dann ist der im Vorteil, der am lautesten schreit."

Sehr schön! Sie sind nicht nur optimistisch, was das Überleben des dF angeht , sondern sehen das Unternehmen gar voranschreiten.
Elbschleicher schrieb am 10.12.2011 um 00:06
Sie ironisieren, das gefällt mir. Die letzten Tage habe ich mich hier eingelesen, da von der Idee dieser Community angezogen, und ja, es taten sich Abgründe auf. Erinnert mich sehr stark an die Anfangszeit von Schwarz-Gelb, die haben sich auch nur miteinander beschäftigt, anstatt sich Themen zu widmen.
Popkontext schrieb am 12.12.2011 um 23:59
@Elbschleicher
Sie kommen aber auch gerade zu einem bestimmten Zeitpunkt. Ich habe mich hier vor sechs Monaten "eingelesen, da von der Idee dieser Community angezogen, und ja, es taten sich Abgründe auf." Da war es nicht Selbstbespiegelung, sondern teileweise übelster Umgangston, platte und z.T. hetzerische Artikel etc. Dass das hin und wieder mal diskutiert wird finde ich gar nicht schlecht, auch wenn die Form gelinde gesagt gewöhnungsbedürftig ist.
koslowski schrieb am 09.12.2011 um 18:38
Was ist denn nun der Skandal an dem Satz, der Sie so umgetrieben hat? Dass Augstein Kästner paraphrasiert? Dass er für Solidarität mit den anderen Europäern plädiert und gegen deutsche Rechthaberei? Dass er sich ( implizit) lustig macht über die Vorstellung, deutsch sein heiße, das als richtig und vorteilhaft Erkannte durchzusetzen, auch wenn Europa dabei draufgehen könnte? Ich verstehe Ihre Aufregung nicht.
Elbschleicher schrieb am 09.12.2011 um 19:16
Wer redet von Skandal? Um eines inhaltlich vorweg zu schicken: Dass Europa "draufginge", wenn Deutschland nicht seine monetäre Solidarität bekunde, ist ei populärer Zirkelschluss. Um das Dilemma auf die Spitze zu treiben: Würden Sie einem heroinsüchtigen Freund aushelfen? Zugegeben, das war billig. Aber würden Sie?
Und jetzt zum Anlass des Textes: Ist es nicht amüsant (casus et natura in nobis dominantur), dass sich Jakob Augstein einer Phrase von Erich Kästner bedient, vorsätzlich oder unbewusst sei dahin gestellt, die im Original von Kästner literarisch dazu verwendet wird, dass infame Wesen von Journalisten jener Zeit zu offenbaren, was vor allem darin besteht, eben kein gesellschaftlich konstruktiver Impulsgeber zu sein, sondern der herrschenden Meinung der Politik das mediale Fundament zu zimmern. Insofern entbehrte es nicht einer gewissen Schizophrenie, die mir beim Lesen begegnete. Daraus leite ich kein Symptom ab, schon gar keinen Skandal, sondern ein Schmunzeln.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 09.12.2011 um 21:31
@Elbschleicher

Mich persönlich stört, besser verstört, seit längerem, warum im deutschen Blätterwald diese Anleihen an die Historie resp. die Weimarer Republik laut werden, diese Vergleiche mit dem Vorabend von 1933! Die Finanzkrise kann dafür nicht die Ursache höchstens die Zündschnur sein. Denn wirtschaftliche und gesellschaftspolitische Vergleiche, insbesondere das Problem der ideologischen Kämpfe, mit der Vorkriegszeit, geschweige der Weimarer Republik sollte man mit Vorsicht angehen und wohl überlegt sein, was man damit intendieren will.

Ich frage ich mich allerdings auch, was bleibt eigentlich übrig von Ihren Überlegungen. Schaue ich mir die „Schlusssätze der Kolumne an, dann heißt es da: „Merkel muss in Europa jetzt endlich nachgeben. Sie ist Physikerin. Diese Gleichung der Vernunft sollte ihr zugänglich sein: Erstens kennen wir den besten Weg aus der Euro-Krise nicht. Manches spricht dafür, dass der von Merkel so verabscheute Einsatz der Europäischen Zentralbank dieser Weg ist. Aber Gewissheit gibt es nicht. Zweitens kann es für Deutschland besser sein, gemeinsam mit den Partnern das Falsche zu tun, als allein auf dem Richtigen zu beharren.“
Ganz ehrlich, so recht pointiert ist das nicht, wie Sie anfangs behaupten, eher ratlos, wie eben die Situation, „manches spricht dafür, (…) aber Gewissheit gibt es nicht.“ Ist das ernst gemeint, Ausdruck von Hilflosigkeit „gemeinsam mit den Partnern das Falsche zu tun?“. Über die Sinnhaftigkeit gemeinsam Falsches zu tun kann man sich nicht streiten. Wenn dies auch im Leben häufig vorkommt, so ist es doch mit der Vernunft nicht zu begründen.

Über die Kompetenz der Frau Dr. Merkel kann man sich führ wahr streiten. Die Tatsache, dass sie mal in Physik promoviert hat, ist kein ausreichender Grund dafür, ihr zu unterstellen, dass sie auch deswegen eine besonders geeignete, weil rational disponierte, Politikerin und auch Europäerin ist.

Wehrter Elbschleicher, Sie sind nicht der Einzige dem diese Kästner-Anleihe aufgefallen ist!
Nur wie soll man den Roman als solchen in Verbindung bringen mit der in Diskussion stehenden Kolumne?
Die Tatsache, dass Sie einen Satz herausklauben, ihn komplett ummünzen für ihr Verständnis von Jakob Augstein, hat jedenfalls mit dem Romanverlauf nichts zu tun. Da wird nämlich der Protagonist Jakob Fabian zum des Opfer des Systems und nimmt sich am Ende das Leben.
Ich frage Sie jetzt, haben Sie Kästners Roman überhaupt gelesen oder was soll diese ungeheuere Umdeutung?

Obwohl Sie ein Profi sind, ist es doch bemerkenswert, dass Sie sich hier als „Elbschleicher“ einführen, mithin nicht mit offenem Visier auf die Planche gehen. Dies mutet doch seltsam an!
Ehemaliger Nutzer schrieb am 09.12.2011 um 22:08
fürwahr
Elbschleicher schrieb am 09.12.2011 um 22:22
Helena, danke für Ihre ausführlichen Zeilen!
Zum Persönlichen: Ich will Ihnen zugestehen, dass (m)ein Synonym seltsam anmutet. Der Freitag kann jederzeit meine Kontaktdaten einsehen, insofern agiere ich mitnichten anonym. Wenn Sie wünschen, schreibe ich Ihnen meinen vollen Namen, gerne verifiziere ich ihn mit meinem Facebook-Account, wahlweise auch mit dem Personalausweis, Spaß beiseite. Schreiben ist nicht mein Beruf, ich verdiene kein Geld damit. Wenn ich dafür bezahlt würde, meine Meinung nach außen zu tragen, müsste ich dafür mit meinem Namen einstehen. So geht es nicht um mich, sondern um das geschriebene Wort. Ich verstecke mich nicht, sondern lasse meine Zeilen für sich stehen. Ganz bestimmt, das kann man anders sehen.
Profi? Leider nicht. Im Übrigen, Sie mögen es mir glauben, die "Kästner-Anleihe" war ein Zufallsprodukt, kein Suchergebnis und das beantwortet Ihre Frage: Ich habe vor gerade einmal einer Woche das Buch gelesen, ich füge hinzu: durchgelesen.
Zum Text: Sie verstehen mich miss. Es war keinesfalls meine Absicht eine Analogie von Jakob Fabian und Jakob Augstein zu konstruieren. Ich äußere mich auch im Eingangstext nicht über Augstein, allenfalls im ersten Absatz über seine Kolumnen. Was nun mein Text mit seiner Kolumne zu tun hat, fragen Sie mich? Zunächst ist dem Roman und der Kolumne die o.a. Phrase gemein. Bei Kästner ist es ein Selbstbekenntnis der Journalisten zu ihrem dubiosen Arbeitsethos, nämlich im Einklang mit der Politik zu den eigenen Vorteil zu arbeiten (bei Augstein, ich finde, das haben Sie vorzüglich filtriert, pure Hilflosigkeit). Davon ausgehend, könnte man fragen, wie steht es mit unserer Journalisten-Garde? Bei mir gehen Alarmglocken an, sobald Politik und Medien in der gleichen Tonlage reden - und besonders dann, wenn die Meinung des Volks dem zuwider läuft. Zwei, noch junge Beispiele: Rücktritt Köhlers, Euro-Rettung. Diesen Gedanken wollte ich anregen, nichts Anderes. Aber anscheinend ist etwas falsch gelaufen und -geschrieben, wenn ich mich ex post erklären muss.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 09.12.2011 um 23:36
@ Elbschleicher

"Davon ausgehend, könnte man fragen, wie steht es mit unserer Journalisten-Garde?
Aber anscheinend ist etwas falsch gelaufen und -geschrieben, wenn ich mich ex post erklären muss."

Nein, gar nichts ist schiefgelaufen, Sie sind ein Profi!

"Zunächst ist dem Roman und der Kolumne die o.a. Phrase gemein."

Elbschleicher, Sie schreiben: "Davon ausgehend, könnte man fragen, wie steht es mit unserer Journalisten-Garde? Aber anscheinend ist etwas falsch gelaufen und -geschrieben, wenn ich mich ex post erklären muss."
Das ist charmant: Fishing for compliments!

Sie schreiben weiter: "Zunächst ist dem Roman und der Kolumne die o.a. Phrase gemein."
Elbschleicher, warum auch nicht! Darin besteht doch nichts Verwerfliches - in diesem Spiel mit dem Bildungseifer von Lesern/Innen.
Nur diese Phrase, wie von Ihnen umgedeutet, hat eben mit dem Werdegang des Protagonisten im Roman so gar nichts zu tun, und dies ist kein Zufall:
"An dieser Stelle sagt der Zeitungsredakteur Malmy in einer Journalistenrunde und im Beisein des Protagonisten, der - oh Zufall - Jakob Fabian heißt, folgendes: "Habe ich recht? Wegen solcher Idioten soll man den Kopf hinhalten" ….

Werter Elbschleicher, gehen Sie davon aus, dass ich nicht nur eine gründliche Leserin, sondern auch eine ebenso sorgfältige Auslegerin von Texten bin. Wie gesagt, die Pointen und der Verlauf des Romans, da lasse ich mir kein X für U vormachen.

Die Sache mit der Planche und dem offenen Visier hat sich nach Ihrer Replik erledigt.
Elbschleicher schrieb am 10.12.2011 um 00:19
Helena, Ihr Einwurf war berechtigt, gewissermaßen habe ich den Leser auf die falsche Fährte gelockt. Müssen Sie mir meinen Ballon zerstechen?
Recht haben Sie, die Phrase hat zunächst keinen unmittelbaren Einfluss auf Jakob Fabian. Andererseits ist die Begebenheit rund um diese Phrase ein Schritt von vielen, der zur Demoralisierung des Protagonisten beiträgt. So habe ich es jedenfalls gelesen.
Eine Sache am Rande: Nicht jeder ist mit einem so schönen Namen, wie Sie ihn haben, gesegnet. Gerade deshalb muss man sparsam damit umgehen. Wenn Sie das Dutzend "Elbschleicher" voll haben, spendiere ich Ihnen meinen - wir wollen nicht übertreiben - Vornamen. Deal?
Ehemaliger Nutzer schrieb am 10.12.2011 um 21:10
@ @Elbschleicher
„Müssen Sie mir meinen Ballon zerstechen?“

Was wollen Sie dann mit Ihrer Replik? Wollten Sie sich als Literaten in den Vordergrund spielen?
Oder wollen Sie die Gleichsetzung eines Werdegangs zwischen Jakob Fabian und Jakob Augstein hier evozieren?
Letzteres fände ich allerdings so perfide, wie ich es lustig fände, wenn JA sein Vermögen vorbildhaft in Griechische Staatsanleihen investierte und seine Familie, Freunde, Bekannte und die Leserleserschaft des dFreitag aufforderte, ihm nachzueifern Das wäre die von ihm eingeforderte echte deutsche Nibelungentreue. Aber wer J. Augsteins journalistische Arbeit kennt, weiß dass dies nicht so gemeint sein dürfte.
Elbschleicher schrieb am 12.12.2011 um 17:28
Nein, meine verehrte Helena, die Analogie war eben gerade nicht gewollt. Das wird im Blog-Text schon dadurch im Schriftbild evident, dass ein "Jakob" zwar in kursiver Schrift erscheint, aber dem ein per Gedankenstrich eingeschobenes "oh Zufall" vorangestellt ist; das Augenzwinkern können Sie nicht herauslesen, das kann passieren, ist im virtuellen Raum leider so, nächstes Mal setze ich einen Smiley dahinter. Im Übrigen: Würde ich eine Analogie herstellen wollen, hätte ich es begründen müssen. Aber bevor ich es begründe, hätte ich die These überhaupt aufstellen müssen. Beides blieb aus. Außerdem habe ich in einem Folgekommentar ausdrücklich dargelegt, dass ich nicht vorhatte, die beiden Jakobs zu vermengen. Warum legen Sie mir das fortwährend in den "Mund"?
Ehemaliger Nutzer schrieb am 12.12.2011 um 23:32
@ Elbschleicher

Werter Elbschleicher Sie schreiben, "Warum legen Sie mir das fortwährend in den "Mund"?"

und überlesen dabei geflissendlich den Konjuntiv

"Der Mensch verwendet instinktiv
zu hoffnungsfroh den Konjunktiv
und die Grammatik spendet Mut,
auch wenn sie dies oft grundlos tut
Den Konjunktiv, den stört das nicht,
er tut nur redlich seine Pflicht.
Als Service gegen Depression
hilft oft ein Satz mit „wenn“ ja schon. "

....und Sie wollen Schach spielen?
Ehemaliger Nutzer schrieb am 12.12.2011 um 23:33
Konjunktiv
André Rebentisch schrieb am 13.12.2011 um 03:43
Da hat jemand "evozieren" gesagt...
Elbschleicher schrieb am 13.12.2011 um 08:58
Geschenkt, ihre Rochade.
KarinL. schrieb am 21.12.2011 um 14:55
Hallo Helena,

"unsere" Situation, nicht nur in der EU, hat tatsächlich Parallelen mit der Weimarer Republik!
Da wir eine Geldsystemkrise haben, in der das Geldsystem zwangsläufig auf Grund des expotentialen Zinsanstiegs, zusammen bricht.

Daraus folgte eine Wirtschaftskrise, ebenfalls genau wie 1929 ausgehend von den USA!

Man lese auch hierzu

www.forum-systemfrage.de/Aufbau/ca/42n/ca42n.php?df_name=caDF40&tbch=ca&schp=rnachfrZ&ordner=42n

was dann in der Weimarer Republik folgte und warum, vor allem durch wen Hitler an die Macht kam, kann man in dem Forum sehr gut nachvollziehen. Es gibt eindeutige Parallelen.

Es gibt auch einen guten Grund warum die Rechtsextremen wieder in den Startlöchern stehen.
www.forum-systemfrage.de/Aufbau/ca/42n/ca42n.php?df_name=caDF40&tbch=ca&schp=rnachfrZ&ordner=42n

Leider verdrängen das zu viele.

Heute las ich, dass Günter Grass vor einer privaten Söldnerarmee warnt. Mit Recht sage ich nur! Es wird mit Sicherheit nicht die selbe Vorgehensweise wiederholt. Wir haben aber doch eine sehr gefährliche Situation, da in der EU die Rechtspopulisten unterwegs sind und auch Parteien am Rechten rand wieder Zulauf haben. Ungarn ist das beste Beispiel.

Und wenn ich mich in Foren so umschaue, kann einem schon Angst werden. Die Reaktionen der Foristen mit der Debatte um Sarrazin auf Zeitonline waren alles andere als mittig! Von links gar zu schweigen!
KarinL. schrieb am 21.12.2011 um 15:24
Vorabend Weimarer Republik

www.dradio.de/dlf/sendungen/essayunddiskurs/1178969/

Ich hatte versehentlich 2mal den selben Link gesendet.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 27.12.2011 um 13:55
@ KarinL
Eben erst habe ich den Blog von JJUng gelesen www.freitag.de/community/blogs/aredlin/wir-sind-empoert-und-jetzt
Da schreiben Sie "Was wir brauchen ist ein vollkommen anderes System! Nur darüber lohnt es sich zu diskutieren. Alles andere ist meiner Meinung nach Zeitverschwendung. "

Welche Farbe sollte das System denn Ihrer Meinung nach haben, wenn Sie dann einige Sätze später schreiben "Und wer hat schon wirklich Zeit sich mit all dem genauestens zu beschäftigen?! Das Leben besteht auch nicht nur aus Politik."

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Joachim Petrick schrieb am 12.12.2011 um 03:49
@Elbschleicher

""für Deutschland (kann) es besser sein, gemeinsam mit den Partnern das Falsche zu tun, als allein auf dem Richtigen zu beharren."

Bei mir steht der Satz auf der S. 41 der Büchergilde Gutenberg Ausgabe Erich Kästners Roman"Fabian" (die Geschichte eines Moralisten).

Ihre Überlegungen verdient einige Beachtung wie der ganz Roman "Fabian".
Wenngleich ich bei Jakob Augstein nicht auf den Beserker erkennen kann, eher auf ein strategisch bekanntes Kalkül der Westbindung Deutschlands tippe.
Da galt und gilt diese Parole
"....mit den Partnern das Falsche zu tun, als allein auf dem Richtigen zu beharren."
"
seit Jahrzehnten als unveräußerliches Essential der Transatlantischen Gemeinschaft in und mit der NATO.

Jakob Augsteins Denk Ansatz ist n. m. E. mutmaßlich, dass Deutschland nach einem scheiternden Euro aus der Westbindung Richtung Russland/Weissrussland/Ukraine, Kaukasus driftet.

Bei einer anderen Überlegung finde ich Ihre Überlegung zum Roman "Fabian" fündiger, nämlich bei der Überlegung, ob bei der ganzen sogenannten Finanzkrise , Staatsschuldenkrise, Eurokrise absichtlich eine Debatte über das falsche Thema geführt wird, um das eigentlich wirklich brennende Thema, der Krieg, den die NATO seit dem 12. September 2001 nach Nie Eleven gegen den vagabundierenden Rest der Welt führt, um die Staaten rundum den Iran, rundum um die GUS- Länder zu zerschlagen, ausgewildert zu militarisierten Banden zu treiben, auf Deubel komme heraus von den Medien gemieden wird.

Jakob Augsteins anfänglicher Furor gegen den Afghanistan Krieg im Jahre 2009 kommt mir heute eher stark heruntergeregelt vor, siehe der angebliche Eklat im Freitags Salon am 07. Dezember 2011(Pearl Habour Day/Angriff Japans gegen die Pazifik Flotte der USA am 07. Dezember 1941) .

Die gannzen Rettungspakete, Rettungsschirme, die Idee der Europbonds kommmt mir auf diesem Hintergrund vor, wie die vorsätzliche Organisation von bisher gar nicht vorstellbaren Verschuldungen der Eurostaaten, um weitergehende "stille wie unerklärte Kriege" mit und ohne UNO Mandat, weltweit finanziert, führen zu können!?.

Da würde das "Fabian" Beispiel von 1927, als es um die heimliche Aufrüstung der Reichswehr der Weimarer Republik über den Umweg der Roten Armee der UdSSR ging(Locarno-/Rapallo- Vertrag) , gut hereinpassen!, oder?
Joachim Petrick schrieb am 12.12.2011 um 04:39
Jakob Augstein scheint ein Profi in journalistischen Tiefenbohrungen zu sein, der der
Flachbohrung von Helmut Schmidt auf dem SPD Parteitag, dessen Seitenhieb gegen Merkel
"Deutschnational",
bohrend nachsetzt, um zu erforschen, ob da in der nationalen Gemütslage verlegerisch durch Empörungsjournalismus noch etwas zu holen ist, das, wie Öl glänzt und so teuer wie Medien Hüftgold ist?
Joachim Petrick schrieb am 12.12.2011 um 04:43
Journalistisch sind heute scheinbar nur noch Tiefenborhrungen. -erforschungen der Volksseeele angesagt, Zusammenhänge, weiterfürhrende Faktenlagen, die Recherche erfordern, sind aus vielerlei Gründen nicht mehr angesagt, u. a. , weil sich da keine Medienprodukte mehr darstellen lassen?
Ehemaliger Nutzer schrieb am 12.12.2011 um 15:15
@ Petrick

@ Lieber Herr Petrick,

ich lese jede Woche den Spiegel, schon aus rein nostalgischen Gründen. Ich bin damit aufgewachsen. Nachdem Elbschleicher vorzeitig das "Spielfeld" verlassen hat, frage ich Sie - rein rhetorisch, warum hier Woche um Woche in der SPIEGEL-Kolumne von JA nach "links" gefahndet wird. In der Sendung A & B diskutiert der SPIEGEL-Kolumnist J.Augstein mit dem BILD- ( ) N.BLome. Mir ist nicht bekannt, dass sich dSpiegel jemals als linkes Blatt positioniert hat, auch das mal so nebenbei bemerkt. Jahrelang hat ein Gabor Steingart dort das Lied der Wirtschaftsneoliberalen ganz laut gesungen, galt es doch, aus dem Chor der vielstimmigen Neoliberalenmeinungsmacher hervorzustechen, dem Reigen aus FAZ, Springers schöne alte WELT, teilweise SZ, dZeit, Handelsblatt, wo Steingart übrigens jetzt dient.

Ja, ich weiß, dass J. Augstein der Herausgeber des dFreitag ist, da haben Sie recht!

Ein echter Mediencoup wäre es freilich, ein wichtiger Aspekt einer kritischen Auseinandersetzung, wenn die Medien, mal ganz wilhelminisch formuliert, die Schneid hätte in der aktuellen Situation,diese Speerspitzen des deutschen Wirtschaftsjournalismus, also teilweise sich selbst, auf ihren Neoliberalismus hin zu befragen. Obwohl hier in dFreitag, z.B. im Zusammenhang mit Jauch und Sabine Christiansen (wieso eigentlich nicht auch Anne WilI?) die Rede davon ist, verpufft ausgerechnet das im großen Blätterwald.

Fällt diese Schonhaltung der Meinungsmacher unter Kollegenzwang und, oder weil die „Mitgeneräle“ des Neoliberalismus sich im „verdienten“ und schließlich kurzzeitig anberaumten „Feldurlaub“ befinden?

Wenn Elbschleicher davon spricht, Augstein litte im Falle di Lorenzo nicht an „Kollegenzwang“, dann gehört das zum Ablenkmanöver, denn abgesehen davon, dass diese Debatte in dFreitag über das Guttenberg-Comeback sachlich geführt wurde, abgesehen davon, dass für mich noch nicht feststeht, ob diLorenzo als „Dabbes“ aus der Sache hervorgeht, was momentan so aussieht, war diese Vorgehensweise schon deshalb angesagt, weil die Chose dieses Come-Back in eine Urne gehört mit der Aufschrift: Friede seiner Asche!

Den Ausspruch des SPIEGEL-Gründers R.Augstein „Im Zweifel links“ interpretiere ich übrigens als Ausspruch eines Kriegsteilnehmers(?), der den ganzen Nazi-Terror als sehr junger Mensch erlebt hat und daraus den Schluss gezogen haben könnte, es hätte für seine Vätergeneration eine andere Optionen geben können als „Der Untergang“, wäre man, ja, wäre man zur „rechten“ Zeit z.B. über seinen eigenen rechten Schatten gesprungen.

Unter dieser Rücksicht solcher - meiner rein persönlichen - Mutmaßungen ist dieses „Im Zweifel links“ zunächst auch die Aussage, die jedeR gute, am demokratischen Gemeinwesen interessierte, Konservative unterschreiben kann. „Im Zweifel links, hätte in besten Zeiten auch im Rheinischen Merkur oder in der, aus guten Gründen eingestampften Wochenzeitung, „Christ und Welt“ stehen können. „Im Zweifel links“ bedient Ränder von der intellektuellen „Herz-Jesu Katholikin“ (that’s me) über „Beton“-Kommunisten von anno dunnemal, die nur in der Marburg-Frankfurter und Berliner Luft so richtig gedeihen konnten, rfrustierten oder befreiten Ostdeutschen hin zu „und so weiter und so fort“. Mir gefällt das! Nicht nur aus unternehmensberaterischer Sicht für eine Zeitungsprolongierung, Auflagesteigerung (!), sondern vor allem um, wenn auch eher vernachlässigter, dafür honoriger Ränder willen, könnte die Zubereitung eines kräftigen Ratatouille eine schöne und vielversprechende Aufgabe sein. Ganz neue Geschmacks-komponenten entstünden, Gaumenfreuden der besonderen Art und als generations-übergreifendes Projekt. Die Alten müssten nicht befürchten, dass mittels Überfremdung durch Fast-Food-Kost ihre Rezepte verlorengingen, und die Jungen brauchten durch Modernisierung und Entrümpelung (Hirnwurst!) der Speisekarte, den alten Goût nicht einzukochen, um ihn in nährstoffzersetzende Einmachgläser zu konservieren, sondern könnten einen neuen, zeitgemäßen Geschmack kreieren. .Vegetarier und Fleischesser säßen gemeinsam ein einer kultivierten, d.h. überschauberen Tafel. Doch Sattdessen kommt mir aber das eine oder andere Mal zu viel an Überwürze vor. Vielleicht weil dann doch der Koch nicht selbst am Herd steht, sondern sich mit dem Katzentier – „Da muss das Tier nun durch“ – nur eine Dose Thunfisch teilt, oder die so wichtige Gartenarbeit an den Hilfsgärtner FSchirrmacher delegiert wird. Dabei weiß sowohl der einfache an Gärtner Pöschkes Ratschläge gewöhnte Hobbygärtner als auch der vom Architekten beratene und von helfenden Händen verwöhnten Gartenliebhaber, wie schwierig es ist, Unkraut loszuwerden: Ernst Jünger, Carl Schmitt, den alten Kaiser und seinen Schnurrbart, Kriegsspielzeug und Marschgetöse seiner Nachfolger incl.

Das Gekröse des Helmut Schmidt über Angela Merkel verbuche ich genauso wenig wie Sie, Herr Petrick, unter Senilität, sondern betrachte es als konsequente Haltung eines Ex-Verteidigungsministers, der schon immer wusste, wie man sich den Scheitel gerade zieht. Ansonsten müsste Schmidt ja darüber sinnieren, wie aus dem Verteidigungsministerium inzwischen ein Kriegsministerium werden konnte. Sicherlich macht er das längst, nur wir bekommen hier nichts davon mit, auch weil z. B. im dF-Salon ein Herr Erös „sinnigerweise“ die Diskussion so an sich gerissen haben muss, dass man Herrn Ulrich gar nicht dazu befragen konnte. War das nicht auch so weiterer Bärendienst von Erös? Ich war ja nicht dabei und kann das nicht beantworten.

Also, wenn sich so ein Elbschleicher, stellvertretend für Max Mustermann vor Eierregale stellt, wo ihn die zündende Idee erwischt, wie er mal die „linke“ Gesinnung von J.Augstein in die Pfanne hauen kann, dann wird daraus weder ein SPEIGEL-Ei noch „Rührei à la dFreitagC-Aufruhr“. Es scheint mir eher ein rechtes „faules Ei“ zu sein, das uns da von Elbschleicher serviert wird.
Sollte Elbschleicher aber tatsächlich seinem eigenen Un-Sinn aufsitzen, sich beim Lesen von Kolumnen, eigens geschmiedete Sargnägel in von ihm eigens dafür zurechtgelegte Gesinnungen einrammen zu müssen, dann erinnert mich das eher an diesen alten Psychiater-Witz: „Sitz ein Kranker auf dem Treppenabsatz und schlägt sich mit dem Hammer auf den Finger. Kommt der Arzt vorbei und fragt: „Herr Soundso, warum tun Sie das? Antwortet Herr Soundso: „Weil es so schön ist, wenn der Schmerz nachlässt!“

Diese o.a. J. Augstein-Kolumne betrachte ich übrigens als Ausdruck saisonal bedingter Erschöpfung. Ganz in Abwandlung der Nationalhymne unserer wunderbaren polnischen Nachbarn, die, obwohl, durch gewisse historische Erfahrungen bedingt, ganz im Sinne der Kolumne mitintonieren könnten, sich eben vor einem aktiven Deutschland ganz und gar nicht mehr fürchten, wohl aber vor Untätigen, eben auch wegen der ungarischen Verhältnisse, da den Polen – historisch bedingt - die Freiheit so wichtig ist, schenke ich Ihnen ein Augenzwinkern und stimme ein: „Noch ist dFreitag nicht verloren!“
www.youtube.com/watch?v=VV4ku_ouSN0
Herzlich Grüße und ein belgisches, d. h. ostfriesenfranzösisches
Salut
von der Spree an die Alster
Ihre
HN
Joachim Petrick schrieb am 12.12.2011 um 16:07
Liebe Frau Neumann,
ich habe Ihr oppulent üppiges Jakob Augstein Gelage voller Genuss zu mir genommen.
Frage Sie, ob Sie wirklich Helmut Schmidts Gekröse oder Getöse meinen?

Aus dem Munde mütterlicher väterlicher Jahrgänge Mutter habe ich immer mit Vergnügen den Begriff
"Gekröse"
als Namensgebung für das männliche Geschlecht aufgeschnappt.

Gut, dass Sie den Gabor Steingart erwähnen, der noch im Jahre 2004 vom damaligen Arbeitsminister Olaf Scholz nach Hamburg ins Altonaer Museum zu einer Debatte geladen wurde, wo Olaf Scholz dann beredt schwieg, damit Gabor Steingart umsomehr neoliberal fabulieren, hochstehende Phrasen mit Hauchsprengseln von investigativem Oberton, schwadronieren konnte, dass die Schwarte krachte, dem ganzen Saal das Lachen verging .

Herzliches Tschiao aus Hamburg

JP
Ehemaliger Nutzer schrieb am 12.12.2011 um 16:58
@Lieber Herr Petrick.

oh nein - Getöse!!! Laut Duden kann es aber auch Kram heißen! www.duden.de/rechtschreibung/Gekroese Da hae ich noch mal Glück gehabt!

Na, die SPD der gute Olaf und ja, der Jörg „Junker“ Asmussen, Neoliberale-Bannerträger mit SPD-Parteibuch: Letzterer ein Vorzeigebeamter, der im Finanzministerium für Steinbrück, Eichel den Neoliberalen par excellence gegeben hat, dass Merkel-Schäuble nicht auf ihn verzichten können. Jetzt wird er nach ganz oben in die EZB gehievt.
www.youtube.com/watch?v=ht3ZFKvKkqI

Salut
HN
Elbschleicher schrieb am 12.12.2011 um 17:48
"Nachdem Elbschleicher vorzeitig das "Spielfeld" verlassen hat (...)"

Entschuldigen Sie bitte, dass ich mich in den letzten 2 Tagen meinem Privatleben gewidmet habe. Ich habe mir ein Timeout genommen, nicht mehr.

"Also, wenn sich so ein Elbschleicher, stellvertretend für Max Mustermann vor Eierregale stellt, wo ihn die zündende Idee erwischt, wie er mal die „linke“ Gesinnung von J.Augstein in die Pfanne hauen kann, dann wird daraus weder ein SPEIGEL-Ei noch „Rührei à la dFreitagC-Aufruhr“. Es scheint mir eher ein rechtes „faules Ei“ zu sein, das uns da von Elbschleicher serviert wird.
Sollte Elbschleicher aber tatsächlich seinem eigenen Un-Sinn aufsitzen, sich beim Lesen von Kolumnen, eigens geschmiedete Sargnägel in von ihm eigens dafür zurechtgelegte Gesinnungen einrammen zu müssen (...)"

Bunte Worte, meine Holde. Wäre das nicht so gefällig geschrieben, würde ich mich arg provoziert fühlen, denn Sie hauen drauf, ohne Rücksicht auf Sachlichkeit und Inhalt. Ich merke ja, Sie glucken über Jakob Augstein; sind wir denn wieder Freunde, wenn ich Ihnen in aller Direktheit bekunde: ich lese Ihren Augstein sehr, sehr gerne. Wollen wir uns jetzt wieder mögen?
Joachim Petrick schrieb am 12.12.2011 um 19:46
Liebe Fruwe Neumann,
Danke für des Duden Kunde!

Echt!:

"der Jörg „Junker“ Asmussen, Neoliberale-Bannerträger mit SPD-Parteibuch: Letzterer ein Vorzeigebeamter, der im Finanzministerium für Steinbrück, Eichel den Neoliberalen par excellence gegeben hat, dass Merkel-Schäuble nicht auf ihn verzichten können. Jetzt wird er nach ganz oben in die EZB gehievt."

Haben wirem nicht das ganze Staatskneten Zaster Desaster mit er IKB als stiller Bad Bank der Deutschen Bank zu verdanken?

Tschüss
JP
Ehemaliger Nutzer schrieb am 12.12.2011 um 20:03
@ Petrick
"Haben wirem nicht das ganze Staatskneten Zaster Desaster mit er IKB als stiller Bad Bank der Deutschen Bank zu verdanken?"

exactement! Genau genommen war ja dieser "Vorfall" der Auftakt der Bankenkrise, wenn ich mich nicht irre! In dem Fall spielte übrigens Steinbrück den Ahnungslosen!

Salut
HN
Ehemaliger Nutzer schrieb am 12.12.2011 um 20:44
@ Elbeschleicher

Nun hoffte ich, Sie seien ein(e) ganz, ein(e) Schneidiger/e. Doch nun kommen Sie mir mit dem Rückzugsgefecht „Operation Glucke“. Schade!
Elbschleicher schrieb am 12.12.2011 um 22:02
Darf ich Ihnen dazu meinen Großvater zitieren, der, während er mich Schachmatt setzte, folgendes sagte: "Ein guter Spieler hebt sich bis zuletzt!" Spielen Sie Schach, Helena?
Elbschleicher schrieb am 13.12.2011 um 09:31
@Joachim Petrick
Verzeihen Sie meine späte Antwort.

"(D)er Krieg, den die NATO seit dem 12. September 2001 nach Nie Eleven gegen den vagabundierenden Rest der Welt führt, um die Staaten rundum den Iran, rundum um die GUS- Länder zu zerschlagen, ausgewildert zu militarisierten Banden zu treiben, auf Deubel komme heraus von den Medien gemieden wird."

Finden Sie? Ich finde am Bundeswehreinsatz, wo auch immer, wurde schon erheblich Kritik geübt. Dass zu vergleichen mit dem Pro-Euro-Kurs in der gesamten Medienlandschaft, das Propagandablättchen und diverse Volksblätter ausgeklammert, scheint mir nicht gerecht gegenüber den Journalisten. Bis heute scheint mir unerklärlich, warum die Schreibzunft derart penetrant am Euro und seiner mutmaßlichen Klebewirkung für den EU-Frieden festhält. Ist's Kalkül oder Naivität? Ist's Überzeugung oder Unwissenheit? Das Argument ist dabei im Kern immer dasselbe und es wie ein Zirkelschluss, wie er im Buche steht.
Im Grunde müssen Sie ja besorgt sein, denn mit der Professionalisierung der Bundeswehr wird sicherlich ein Stück Transparenz mit wegrefomiert, das Mauscheln wird zunehmen.

Etwas Grundsätzliches noch: Wer hat eigentlich bestimmt, dass Europa eine "Schicksalsgemeinschaft" ist? Ist dem überhaupt so? Den Begriff salonfähig gemacht hat das Bundesverfassungsgericht. Jan Ross ging in seinem sehr lesenswerten ZEIT-Artikel "Unsere nette Familie" noch einen Schritt weiter und begründet Europas Daseinszweck durch eine "naturwüchsige Solidarität" und findet eine Entsprechung im sympathischen Bild der Familie. Aber war Europa nicht von Anfang an ein Gegenentwurf? War Europa nicht vielmehr eine historische Notwendigkeit, quasi eine geopolitische Antwort zum Nationalen mit einem unabdingbaren transnationalen Überbau? War Europa wirklich vom Schicksal bestimmt und kein Zufallsprodukt einer konfliktbeladenen Vergangenheit der Vielstaaterei?
Rapanui schrieb am 13.12.2011 um 10:13
@ Elbschleicher schrieb am 13.12.2011 um 09:31

Sie stellen überproportional viele Fragen oder um beim Schach zu bleiben: Sie philosophieren zu viel über die richtige Eröffnung.

Ziehen Sie endlich mal Ihre schweren Figuren!
Ehemaliger Nutzer schrieb am 13.12.2011 um 13:27
R@panui
Sie schreiben:
Ziehen Sie endlich mal Ihre schweren Figuren!

Da möchte ich rufen: Bingo, leider gibts nichts zu ziehen, der Herr/ die Dame blufft.
Joachim Petrick schrieb am 13.12.2011 um 15:49
@Elbschleicher

"Finden Sie? Ich finde am Bundeswehreinsatz, wo auch immer, wurde schon erheblich Kritik geübt"

Es geht mir hier nicht um erhebliche Kritik in diesem und jenem Detail des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan und anderswo, sondern um das allseitig politisch wie real monetär korrumpierende Konzept, das hinter diesen Kriegen n. m. E. steckt und keinerlei Kritik in den Medien erfährt.

Anders gefragt, wurde der Euro nur zum Zwecke der weltweiten Kriegsführung unter dem Label "Militärisch Humane Intervention" vom Stapel gelassen, um u. a. , Kosten verschleiernd, den Griechenweiter ungeheuere Rüstungskosten aufzuhalsen?
Inzwischen geht es ja icht mehr um den Euro als Währung, sondern um ein Investment, das Euro heißt.
KarinL. schrieb am 21.12.2011 um 15:01
Joachim Petrick,

vielen Dank für den sehr guten Kommentar!

Lg Karin
Rapanui schrieb am 12.12.2011 um 21:57
Upton Sinclairs "Jimmie Higgins" agitiert als Sozialist in einer us-amerikanischen Rüstungsfabrik für einen Streik gegen den Krieg (es ist der 1. Weltkrieg) und wird verhaftet. Der ihn verhörende FBI-Mann kommt nach einiger Zeit völlig verblüfft zur Erkenntnis, dass Jimmie kein deutscher Agent ist und schätzt ihn als vollkommen harmlos ein. Der FBI-Mann fragt Jimmie, woher er denn wisse, dass seine deutschen Klassengenossen auch gegen die Rüstungsproduktion in deutschen Fabriken streiken und führt ihm die bittere Realität vor.

Warum soll denn ein Linker in der politischen Auseinandersetzung zwischen zwei Flügeln der deutschen Elite die Partei einer Seite ergreifen? Höchstens aus Machtlosigkeit, weil er sonst zwischen beiden zermalmt wird. Es ist aus dieser Sicht keines weiteren Aufhebens wert, dass Jakob Augstein sich eben für den atlantischen Flügel, wir können diesen auch den Flügel der Westbindung nennen, entscheidet. Beiden Flügeln geht es sicher nicht, um ein emanzipatorisches politisches Projekt, sondern um die besseren Plätze in der vorderen Reihe am Trog. Da wo jeder ordentliche Deutsche seinen natürlichen Platz sieht.

Die dabei abgerufenen politischen Muster weisen klar in die atlantische Richtung. Hier das Wirtschaftwunder, die Versöhnung mit Israel und der Export in die USA, dort Diktator Putin, der Rechtsextremismus und die billigen Chinesen.

So billig wie bisher werden die Plätze vorn am Trog aber nicht mehr vergeben: Schick' Soldaten, kaufe mein Öl, trage meine Inflation, lasse meinen Geheimdienst und meine Banken in Ruhe, zügle Deine Journalisten, zahle dafür, dass ich Dir die Russen vom Hals gehalten habe.

Es ist ein historischer Klassiker: emanzipiert sich der Lehensmann von seinem König und kann er seine Reisigen und Kleinadeligen dafür gewinnen? Im Film, wenn Clive Owen als King Arthur seine Blut und Boden Jauche ins Gehirn der cineastischen Untertanen träufelt und mit Keira Knightley schöne neue Vasallen zeugt, sieht das alles ganz nett aus.

Warum aber muss ich diesen ganzen Mist noch einmal miterleben?
Joachim Petrick schrieb am 13.12.2011 um 16:01
@Rapanui

Neu ist, dass mutmaßlich, statt Kriegsanleihen für die Finanzierung der Miltärisch Humanen Interventionen im Rahmen erklärter und unerklärter Kriege eigens eine Währung, der Euro, vom Stapel gelassen wurde?
Zeitwechslerin schrieb am 13.12.2011 um 14:49
WOW. Toller Blog, sehr gute Kommentare. Hab noch nicht alle gelesen, aber soweit.

Zum Blog: ja Fabian hab ich als Kästner Fan gelesen, aber ist mir vor allem wegen seiner tristen Sexualität/Liebesgeschichte im Gedächtnis gelieben. Ich glaube weder Kästner noch ich denken, es kann richtig sein, das Falsche zu tun.

Wichtig ist, dass wir an Werten festhalten. Unabhängig von den anderen. Nur: Gemeinschaft ist auch ein Wert. Daher denke ich so eine groß aufgehängte Grundsatzdebatte passt zur Frage des Euro nicht. Man tut das, was das Überleben aller sichert, und man tut es so sanft, verbindlich und freundschaftsfördernd wie möglich. Ich hab klarerweise ein Problem, weil ich weder in der Sache noch bei der Performance mit der Regierung d'accord bin. Beides ist scheiß. Aber ich glaube, dass sie in der Sache ihr Bestes versuchen (und niemand, auch wenn er glaubt, die besseren Konzepte zu haben, kann behaupten die Situation wäre leicht).

ABER, auch wenn ich nicht glaube, dass das bei der Eurokrise jetzt einschlägig ist: An irgendeinem Punkt muss man zu den eigenen Werten stehen. Wenn alle in den Krieg ziehen, müssen wir nicht mit. An irgendeinem Punkt sind Bündnispartner schnuppe. "I am not convinced".

Und IMMER, wenn ein Außenminister den Krieg verweigert, jault Deutschland auf, was denn die Bündnispartner... Deutschland soll genug tun, aber hoffentlich nicht genug Unrecht, um es anderen Recht zu machen. Ob der Euro auf die eine oder andere Art gerettet wird, egal. Ob man dabei anderen Ländern auf die Füße tritt: nicht mehr ganz egal.

Aber das ist alles noch keine Frage von Unrecht. Beim Euro gehts um Geld und um Gemeinschaft. Beides ist wichtig. Wenn der Euro nicht gerettet wird, ist die Gemeinschaft schwer beschädigt, und wenn wir ihn retten auf Kosten der Gemeinschaft, hätten wir uns die Rettung auch sparen können. Also es gibt zwei Ziele, die im Moment beide nicht gut erfüllt werden. Aber noch ist das Kind nicht im Brunnen. Sie tun ihr Bestes.

Was mir nur ECHT wichtig ist: Nur weil alle etwas von einem wollen, ist es kein Grund es zu tun. Es gibt noch höhere Werte als Gemeinschaft. Geld gehört nicht dazu. Aber ob man Unschuldige ermordet, wie es bei jedem Kriegseinsatz strukturell und NICHT nur als Unfall passiert, ist eine Frage, die nicht von Gemeinschaftserwartung und Taktgefühl abhängt.

Lasst uns die Dinge nicht verwischen. Beim Euro gehts um ein Bündnis, das Zahlungsmittel dafür ist Geld und Takt. Das können wir leisten (hoff ich doch, dass wir nicht am Ende versagen, weil wir Deutschen so taktlos sind *gg*). Da gibt es kein Falsch, es gibt nur Blöd.

Aber etwas tatsächlich Falsches zu tun, ist nie richtig. Wenn es wieder mal dahin kommt, müssen wir - auch mit allen Nachteilen - nein sagen, mit Kästner dem Moralisten und Borchert, der stellvertretend die Konsequenz aus unserer Schuld in diese zwei Worte gepackt hat. Sag nein.
Elbschleicher schrieb am 13.12.2011 um 15:52
"Wichtig ist, dass wir an Werten festhalten. Unabhängig von den anderen. Nur: Gemeinschaft ist auch ein Wert. Daher denke ich so eine groß aufgehängte Grundsatzdebatte passt zur Frage des Euro nicht."

Ich sehe es ähnlich. Zunächst einmal klingt es paradox, die Frage des Euro von der Frage Europas abzukoppeln, aber ich glaube, das ist der richtige Weg. Das Konstrukt Europa ist doch vor allem eines: ein Bekenntnis zu Frieden, Gemeinschaft und Werten; und nur um die zwei wichtigsten zu nennen: das Demokratie(-prinzip) und Rechtsstaatlichkeit (beides Werte, die die EU als Institution beträchtlich unterläuft).
Nun, was hat der Euro damit zu tun? Nichts, denn seiner Entstehung zugrunde liegen ökonomische Interessen (man sehe sich nur die Argumente pro Euro an) und vielleicht die eine oder andere verblendete Ideologie eines damals verträumten Politikers, eine Währungsunion wäre quasi das Sahnehäubchen.
Den Ton der Debatte setzte die Kanzlerin schon sehr früh: "fällt der Euro, fällt Europa" propagierte sie allerorts. Es ist widerwärtig, Ressentiments für rhetorische Taschenspielertricks zu missbrauchen, pfui Teufel!
Nicht nur, dass alle monetären Maßnahmen ins Leere greifen, zunehmend entsolidarisiert sich Europa (s. Großbritannien). Es hilft nichts, das Schicksal Europas an den Euro zu koppeln, nein, ich glaube, es schadet derweil sogar. Die Theorie wird gerade von der Realität überholt. Wenn es so weiter geht, scheint Europa wirklich zu zersplittern, es sei denn wir beginnen endlich die Frage des Euros losgelöst von dem Fortbestehen Europas zu diskutieren.
Elbschleicher schrieb am 13.12.2011 um 15:56
des Euro (...)
Joachim Petrick schrieb am 13.12.2011 um 20:00
@Elbschleicher

"Nun, was hat der Euro damit zu tun? Nichts, denn seiner Entstehung zugrunde liegen ökonomische Interessen (man sehe sich nur die Argumente pro Euro an) und vielleicht die eine oder andere verblendete Ideologie eines damals verträumten Politikers, eine Währungsunion wäre quasi das Sahnehäubchen."

Was ist, wenn der Euro nur als Kriegswährung konzipiert, nach Ende der Kriegsszenarien sich in seine Bestandteile aufgelöst, die Demokratien Europas für Jahre mindestens untergräbt, wie dieses jetzt schon geschieht?

Trotzdem birgt es jetzt womöglich entdemokratisierende Gefahrenlagen, wenn jetzt, mitten im verdeckten Weltfinanzkrieg, die Währungspferde unter Wert gewechselt werden?
Ehemaliger Nutzer schrieb am 14.12.2011 um 19:04
@ Elbschleicher

„Nicht nur, dass alle monetären Maßnahmen ins Leere greifen, zunehmend entsolidarisiert sich Europa (s. Großbritannien)“
Die Briten verdienen mit der Londoner City einen Großteil ihres BIP: Die Londoner City durch Regulierungsmaßnahmen zu schwächen, hieße GB zu schwächen. Das wusste schon Tony Blair, mit dem zusammen der SPD-Mann Schröder das hohe Lied des Neoliberalismus gepfiffen hat. Da war von Entsolidarisierung im Euro-Raum keine Rede.
Dass Rating-Agenturen GB noch nicht heruntergestuft haben, liegt auch daran, dass es sich hier besser resp. unkontrollierter zocken lässt für die Börsianer. Wer sägt den Ast schon gerne ab, auf dem er sitzt?
Cameron steht aus mehreren Gründen mit dem Rücken zur Wand, oder sagen wir mal, er hat die Wahl zwischen Skylla und Charybdis: a) die Briten haben im Vergleich zu Deutschland (30%) nur noch 13% produzierende Industrie. b) Cameron muss den konservativen Flügel in seiner Partei in den Griff bekommen. Die Konservativen in seiner Partei sind Pro-City, Edward Heath hin oder her, europadistanziert, weil sie die Zukunft GBs traditionell in Südost-Asien sehen. Andererseits stellt sich die Frage, ob er in die Opposition gehen will, aus der die Konservativen nach Jahren erst herausgekommen sind, denn c) die Liberalen, das lassen sie sich als Kernprogrammpunkt nicht nehmen, sind europafreundlich. Schau wir mal, wie Cameron die Kurve bekommt. Im Übrigen bin ich der Meinung, wenn es dem britischen Volk nicht genehm ist, zur EU zu gehören, dann ist dies deren souveräne Entscheidung. Wieso soll die Mehrheit der Euro und EU-Befürworter das nicht akzeptieren wollen?
Die Franzosen schauen voller Bewunderung auf Deutschland. Was die Sozialisten Frau Merkel und einem Nachfolger allerdings schon mal ins Gebetbuch schreiben, dass die französischen Sozialisten im Falle eines Wahlsiegs neben der deutschen Peitsche auch ein Zuckerli sehen wollen: Das sind die Sozialstandards! Da kann man Europa nur wünschen, dass die französischen Linken ans Ruder kommen. Doch für den Fall, dass Sarkozy bleibt oder seine Couleur, dann werden auch die darauf insistieren. Ansonsten heißt es in Frankreich: Marchons, marchons! Sollte da sollte der deutsche Michel dann nicht ganz stolz auf seine Nachbarn sein?
Also, einfach mal wieder eine französische Zeitung ganz klassisch in die Hand nehmen und lesen!
Für Polen, kein Krempelland, ist der EURO ein politisches Versprechen. Einfach mal aufwachen aus der schönen, alten Welt. Aber das ist ja auch das Problem Europas. Dieses Beharren auf alten Strukturen und anstatt vorwärts zu gehen, wird lieber aus Gründen der Bequemlichkeit dem Pessimismus das Wort geredet.
Mit einer Kommission in welcher der letzte abgehalfterte Lügenbaron eine Chance bekommt, ist allerdings kein Aufbruch in Sicht! Da ist Ausmisten angesagt!
Europa ist eine große Gemeinschaft: Warum schauen Sie und andere mal nicht gen Osten. Ist das zu unfein, passt das dem verwöhnten Näschen nicht? Pflegen Sie da etwa Ressentiments?
Übrigens, werter Elbschleicher, welcher Euro-Gegner Fraktion gehören Sie denn an? Bisher stellen Sie hier mehr Fragen als Sie antworten, stockten die Diskussion durch neue Argumente auf.
Elbschleicher schrieb am 14.12.2011 um 19:45
@Helena Neumann

"Die Briten verdienen mit der Londoner City einen Großteil ihres BIP: Die Londoner City durch Regulierungsmaßnahmen zu schwächen, hieße GB zu schwächen."
- Wer bitte will Regulierungsmaßnahmen einführen? Offenkundig lautet die Maxime: Märkte beruhigen, anstatt sie in ihre Schranken zu weisen. Solange das nicht passiert, was nicht passieren wird, wird sich weiter eine goldene Nase verdient, jedenfalls solange, bis sich die Bürger ihr Geld von der Bank holen. Beim Übrigen stimme ich ihnen zu.

"Die Franzosen schauen voller Bewunderung auf Deutschland." / "Ansonsten heißt es in Frankreich: Marchons, marchons!"
- Marchons? Sarkozy versucht sich ein Stückchen vom dem Aktionismus Merkels und dem Licht, den es auch auf ihn wirft, zu sichern. Nicht vergessen, liebe Helena, bald sind wieder Präsidentschaftswahlen; und die Franzosen lieben nichts mehr als das Gefühl von Beständigkeit und Sicherheit. Ob uns die Franzosen auch immer noch bewundern, wenn deutsche Sozialstandards eingeführt würden?

"Mit einer Kommission in welcher der letzte abgehalfterte Lügenbaron eine Chance bekommt, ist allerdings kein Aufbruch in Sicht! Da ist Ausmisten angesagt!"
- Das ist Realsatire.

"Europa ist eine große Gemeinschaft: Warum schauen Sie und andere mal nicht gen Osten."
- Wie weit? Bis nach Griechenland?
Ehemaliger Nutzer schrieb am 14.12.2011 um 21:21
@ Elbschleicher

Also, wie gehabt Fragen werden nicht beantwortet.
Elbschleicher schrieb am 14.12.2011 um 22:32
@Helena Neumann
Sie, meine Liebe, erwarten doch nicht, dass ich Ihre Frage beantworte, ob ich Ressentiments gegenüber Ost-Europa pflege.
Zu Ihrer Frage, welcher Fraktion der Euro-Gegner ich angehöre, weiß ich keine Antwort zu geben. Bin ich überhaupt Euro-Gegner? Eine Frage, ja, aber Situation sind leider nicht so schwarz-weiß, dass ich ein klares Ja oder Nein geben könnte. Können Sie es?
brefcourte schrieb am 14.12.2011 um 00:04
ich hoffe er hat richtig zitiert ...
ch.paffen schrieb am 14.12.2011 um 02:39
Danke für den blogbeitrag und danke für das pro und contra aus dF Community.

Feiner Lesestoff !!!!

@ Elbschleicher

Kann es richtig sein, das Falsche zu zitieren?

Wenn es dem Zweck dient (großer Fang), dann mag das für einen Verfasser okay sein. Da ich aber der - hups, tztztz, wie konnte mir denn sowas passieren „Theorie“ - bei Artikeln nicht anhänge, sondern da grundsätzlich bewußtes handeln (Vorsatz) des Autors annehme, handelt es sich in meinen Augen um ein bewußtes Mittel zum Zweck und nicht um ein Zitat.

Kleiner Anmerkung: JA hängt seinen Artikel an “Selbst wenn die Kanzlerin mit ihrem Kurs recht hätte: Es wäre für Deutschland besser, mit den Partnern in Europa das Falsche zu tun, als allein auf dem Richtigen zu beharren.“ auf. Das ist kein Zitat, sondern nach JA der “steile“ Kurs der Kanzlerin und den nimmt er sich vor. So wahnsinnig pfiffig scheint er die die ganze Sache nicht zu finden, sein Fazit Schwund im Freundeskreis von Deutschland.

Kauder mit seiner Aussage:“Europa spricht deutsch“ also zu kurz gesprungen .....

Eine Frage die ich mir in Zeile 1 des Blogs stelle ist
Warum nicht richtig schreiben? Beserker - unbewußter Tippfehler (har, har, har) oder volle Absicht?

Feine Restnacht noch Christiane
Elbschleicher schrieb am 14.12.2011 um 20:23
@ch.paffen

"Warum nicht richtig schreiben? Beserker - unbewußter Tippfehler (har, har, har) oder volle Absicht?"

Peinlich. Es war keine Absicht, liebe Christiane, sondern allenfalls bewusste Fahrlässigkeit. Das ist nicht einmal der einzige (Tipp-)Fehler, werde ich alsbald korrigieren, oder doch nicht? Glauben Sie mir, ich hatte den Text auf über 80 Datenträgern verteilt und dann die Doppelbelastung, schlafen und bloggen...

"Kleiner Anmerkung: JA hängt seinen Artikel an “Selbst wenn die Kanzlerin mit ihrem Kurs recht hätte: Es wäre für Deutschland besser, mit den Partnern in Europa das Falsche zu tun, als allein auf dem Richtigen zu beharren.“ auf. Das ist kein Zitat, sondern nach JA der “steile“ Kurs der Kanzlerin und den nimmt er sich vor. So wahnsinnig pfiffig scheint er die die ganze Sache nicht zu finden, sein Fazit Schwund im Freundeskreis von Deutschland."

Gerade, von Ihrem Kommentar inspiriert, habe ich Augsteins Kolumne nochmals gelesen. Für mein Dafürhalten klingt es wie ein Appell, nicht wie der Versuch, Merkels Eurokurs zu charakterisieren.
ch.paffen schrieb am 15.12.2011 um 01:47
@Elbschleicher

ne Tüte tiefempfundenes Mitleid@Doppelbelastung? oder vielleicht ein Titel?.....

Nenn es Appell an Deutschland richtige zu handeln, um nicht einsam zu werden. Ich nenn es pfiffiger Hinweis für Deutschland von JA.

Merkels handeln nennt er falsch, häßlich, gefährlich und wenig pfiffig für Deutschland.
Occupy EU @ Bürger Union. Damit schließt sich für mich der Kreis. Politik kann falsch, häßlich, gefährlich und wenig pfiffig für Deutschland sein, aber durch die Medien als pc verkauft werden.

Deutschland und seine Bürger sollten sich weder durch nen Doktortitel, die Anzahl der benutzten Datenträger noch durch den pc Stempel blenden lassen...., Falschaussagen sind häßlich und wenn es einer merkt machen sie ggf. auch einsam.

Feine Restnacht noch Christiane
Elbschleicher
Könnte auch politikverdrossen.
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wwalkie hat gerade einen Kommentar geschrieben.
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