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Ein wochenlanger harter Wahlkampf ist in Berlin am Sonntag zu Ende gegangen. Die Hauptstadt hat nicht nur in ihrem normalen Umfang vibriert, sondern wurde auch mit Buttons, Plakaten und Wahlversprechen der einzelnen Parteien bombardiert. Die üblichen Parteien, die SPD, die CDU, die Grünen oder auch die Linken haben sich dabei in diesem Wahlkampf nichts geschenkt. Am Sonntag hat Berlin entschieden und die vier Spitzenparteien waren die SPD, die CDU, die Grünen und die Piraten. Dabei gilt als wirklicher Wahlerfolg, dass die Piraten es geschafft haben Berlin zu entern.
Am Sonntagabend war es klar - die SPD konnte sich als Spitzenpartei absetzen mit 28,3 %, dahinter gefolgt von der CDU mit 23,4%, die Grünen mit 17,6% und als wirkliche Überraschung gelten die Piraten! Die junge Piraten-Partei konnte mit 8,9% gleich in das Berliner Abgeordneten Parlament einziehen und hat einen Überraschungssieg hingelegt. So können gleich 15 Mann der Besatzung das Parlament entern und von nun an ernsthafte Politik machen. Ich habe mich gefragt was sich denn hinter der Piratenpartei versteckt? Warum konnten sie die Berliner dermaßen überzeugen?
Die Partei wurde am 01.01.2006 von Rickard Falkvinge in Schweden gegründet. Schnell hat ihre unkonventionelle Art auch auf andere Länder in Europa abgefärbt und sie konnten schnell neue Anhänger finden. Am 10.09.2006 wurde in Berlin die Piratenpartei Deutschland gegründet. Die Vorbereitung der Parteigründung spielte sich vorwiegend im Internet ab. Auf ihrer Homepage haben sie ihre Ziele formuliert: Ein großes Ziel ist die Bürgerrechte zu verteidigen, damit meinen sie einen stärkeren Schutz und Beachtung der Grundrechte. Ein anderes Thema ist die Informationelle Selbstbestimmung. Die Nutzung der persönlichen Daten muss besser und unabhängiger kontrolliert werden. Die Piratenpartei will sich für Nachhaltigkeit in der Umwelt einsetzen. So sollen die Ressourcen, die wir haben schonender und umsichtiger genutzt werden. Ein weiterer Punkt ist die Transparenz in der Verwaltungs- und Politikvorstellung, so dass der Bürger im Mittepunkt staatlichen Handels und Denkens steht.
Was sagt uns das also? Eine junge Partei, deren Mitglieder direkt aus dem Herzen der Bürger sprechen und dadurch für viele Wähler authentisch sind. Die Parteiziele sind vielleicht noch etwas schwammig und unerprobt, dafür aber echt. Passend zu den Parteimitglieder. Ich denke die Piraten stehen vor einer großen Aufgabe sich und die neuen Funktionen zu organisieren. Ob sie auch der Kapitän von Berlin werden bleibt abzuwarten, aber erst mal scheint es ja ein guter Erfolg für die Partei zu sein!
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So wird das nichts, liebe junge Dame.
Was haben wir hier qua Redaktion gelernt? Piraten sind Müll, jung, weiß und männlich, eher den rechten Burschenschaften zuzuordnen. Die notwendige Disziplin, das in der sachbezwangten Spur laufen wäre wohl lediglich durch die Androhung von Gewalt seitens der selbsternannten Erzieher herzustellen. Und die deutsche Nachkriegsgeschichte zur Domestizierung von irrlichternden Parteien kennt, was das geeignete Werkzeug betrifft, ein markanntes Beispiel: Die Dachlatte ! Wobei es dann doch mehr als ein Jahrzehnt dauerte, bis die Grünen Ende 1998 von den Frogs (Friends of Gerd) in die Spur gebracht wurden. Herrlich, dieses beinahe auf Knopfdruck abrufbare Feindbild. |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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