Heute: Haus, Baum, Kind
Was bisher geschah: Habe mir die „Final Edition“ eines Männerdeodorants der Marke Axe gekauft. Bin etwas verunsichert im Hinblick auf die letzten Monate: Denke, dass ich in fast 30 Jahren auf diesem Planeten etwas bewegt haben wollen werde. Denke nicht, dass ich in den bisherigen 29 Jahren etwas bewegt habe. Werde deshalb eine To Do-Liste anlegen. Werde erst einmal sammeln, um kurz vor Schluss die wichtigsten zehn Dinge auszuwählen.
Das Wichtigste im Leben ist bekanntlich das soziale Engagement. Die Gesellschaft trägt uns alle, sie gliedert uns ein und fängt uns auf, wenn wir am Ende unserer individuellen Kräfte sind. Auf der anderen Seite kann die Gesellschaft nicht existieren, ohne dass jeder Einzelne ihr einen Teil seiner Kraft opfert. Ja, ich sage opfert, weil es nicht weniger sein darf als ein Opfer, eine karitative, selbstlose Denkweise, die fast allem Tun zugrunde liegt!
Bevor man anderen hilft, muss man aber zunächst sich selbst helfen. Das hat ein bekannter Philosoph mal gesagt, glaube ich, oder zumindest die Söhne Mannheims: „Kümmer Dich um Dein Leben, und dann kümmer Dich um uns.“ Heute fiel mir auf, dass ich während meines bisherigen Daseins weder Haus, Baum noch Kind zustande gebracht habe. Das gilt es nachzuholen. Nach genauer Restzeitberechnung wurde mir klar, dass es mit allen dreien knapp werden wird. Eine Palme kann man fertig kaufen, das wäre aber nicht dasselbe. Sollte ich ein Kind adoptieren? Ein Fertighaus aus Polen ordern? Es ist allerhöchste Eisenbahn. Ich werde Lösungen finden müssen.
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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