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Dumm, dumm, dumm. Was war nur in die Frau gefahren? Sie muss gewusst haben, dass sie, ausgerechnet sie - der Dorn im Auge der katholischen Kirche und mittlerweile auch in den Augen vieler kriegs-, pardon, friedenssicherungslüsterner Politiker - sich keine öffentlichen Fehler erlauben darf, da ihre gesellschaftlichen und politischen Gegner zwar nicht hoffen durften, dass Margot Käßmann besoffen über eine rote Ampel fahren UND sich dabei erwischen lassen würde, ihnen dieses unerhoffte Geschenk aber trotzdem das bösartige Grinsen ins Gesicht treiben wird.
Bischöfin. Eine Frau im höchsten Amt der EKD. Meine Güte, was für eine Chance war das. Und nun das.
Nein, ich verurteile die Käßmann nicht, noch nicht, und hoffentlich wird es nie dazu kommen. Shit happens, und der Unterschied besteht in der Art und Weise, wie mit dem Shit umgegangen wird. Das wird sich noch zeigen. Ich hoffe für sie, dass sie Frau genug ist, mit der nun ins Rollen kommenden Schmutzkampagne in Würde fertig zu werden und nicht zu einem Tiger Woods zu mutieren, selbst wenn das bedeuten würde, zurückzutreten und sich ins Private zurückzuziehen.
Ob sie in der Öffentlichkeit noch mal eine Chance haben wird? Ich bezweifele es. Die Chance ist zu verführerisch für ihre Gegner, und mensch kann seinen Arsch drauf verwetten, dass in den nächsten Tagen und Wochen in der öffentlichen Berichterstattung keine unappetittliche Vermutung ausgelassen wird, dass Vorbildcharakter beschworen und die Diskrepanz zwischen von ihr eingeforderten, aber selbst (nicht) eingehaltenen Maßstäben überaus deutlich herausgearbeitet werden wird, von Gegnern, deren Gesichter auf "Betroffenheit und Ernst" gestylt sein werden. Ihre Äußerungen zur Fastenzeit bieten ja auch eine Steilvorlage.
Ich hoffe wirklich, dass sie als Mensch stark genug ist, mit der Häme fertig zu werden, aber ich befürchte, dass sie als moralische Instanz erledigt ist. Der Vergleich mit Michel Friedmann liegt nahe, wobei mir die Käßmann unendlich sympathischer ist als es Friedmann je war.
Aber trotzdem, so eine Chance so zu verspielen.
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so gestellt ist es beinahe schon keine Frage mehr ...
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nein, die frage ist, warum andere anders beurteilt werden.
da fiel mir noch ein hübscher midrash wieder ein. der geht so: „Tannaitische Lehre: ein Glas Wein ist für/macht eine Frau angenehm. Zwei davon sind eine Schande/Hässlichkeit (machen sie hässlich – aber auch: machen sie schamlos). Drei davon beansprucht/löst ihre Zunge. Bei vier beansprucht sie sogar einen Esel auf dem Markt und es kümmert sie nicht. Sagte Rabba: das wurde gelernt nur für/über eine Frau, deren Eheherr nicht mit ihr ist, aber wenn der Eheherr mit/bei ihr, dann gibt es nichts gegen sie zu murren. Und so war es mit Hanna, deren Eheherr mit/bei ihr war.“ (aus talmud babli ketubot 65a) |
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Habe ich das richtig verstanden: Hätte sie in Begleitung ihres/eines Mannes getrunken, wäre es in Ordnung ;-)
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wenn der sie dann nach hause gefahren hätte...
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Das sinnbildliche "Glas zuviel" dürfte in der Realität doch schon mehrere umfassen. Leider gibt es keine Möglichkeit, ohne Frau Käßmanns Körpergewicht die einigermaßen genaue Menge des von ihr konsumierten Alkohols zu bestimmen. Wie es ihr nun ergehen wird, bleibt abzuwarten - möglich ist alles. Der Papst ist unfehlbar, und eine EKD-Ratspräsidentin?
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Ich bin das alles genauso wichtig, wie Tiger Woods Rumbumsen.
Die Frau ist doch nicht stockbesoffen auf der Kanzel gestanden. Sie hat weder Sach- noch Personenschaden verursacht. Es ist wohl lächerlich, die berufliche und moralische Kompetenz an 1,5 Promille festzumachen. In Deutschland wird eine Menge getrunken, und eine Menge Leute fahren angetüttert herum, ohne daß immer etwas passiert. Auch ich bin schon mit zuviel Promille rumgefahren, aber mein Auto kennt den Heimweg. |
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Korrektur:
Ich find das alles genauso wichtig.... |
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Wann gibt es endlich eine Editierfunktion. Da ist ja noch ein Fehler :-(
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ich glaube, es ist relativ unerheblich, wieviele Gläser es waren; es hätte auch eine Line sein dürfen, ein bisschen Amylnitrit oder was Speediges. Sie steht im Zentrum massiver Aufmerksamkeit, und da ist so ein öffentlich dargebotener Fehler tödlich, im Normalfall.
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@ Lethe
Ich finde es erfreulich menschlich, daß die Bischöfin trinkt, und wenn jetzt die Meute unmenschlich hetzt, ist das nicht ihre Schuld. |
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Vielleicht sollte man, frau mal versuchen, die Trunkenheitsfahrt zu trennen von der Instanz Käßmann.
Also, mit Bekenntnissen zur eigenen Vergangenheit, respektive dem Umgang mit Drogen, kann ich keine Verbindung herstellen. Ein Fehler bleibt ein Fehler, auch ein sympathischer. Wobei ich den Eindruck habe, den Wilhelm Busch schon hatte, wer Sorgen hat, hat auch Likör. Mich hat diese Frau enorm beeindruckt. Da bin ich dann froh, das nichts passiert ist. Warscheinlich wollte Sie ihren Fahrer nicht mehr anfordern. Und das war er schon, der Fehler. Alles Gute, Margot Käßmann. |
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"Grundgütiger!" :-)
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mit der Art ihres Rücktritt hat sie sich meinen Respekt verdient.
Ganz nebenbei: Otto Wiesheu ist nach einer langen erfolgreichen Karriere in Politik und Industrie 2009 friedlich in den "wohlverdienten Ruhestand" getreten. So unterschiedlich sind Menschen. |
Ausgabe 07/12
16.02.2012
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