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Neue Deutsche Prosa und wie sie die Literaturszene Deutschlands verhöhnt
Zunächst einmal, um Mißverständnisse zu vermeiden, eine kurze Erläuterung zu der Bezeichnung Neue Deutsche Prosa, oder kurz NDP. Es ist eine wörtliche Eigenkreation und bezeichnet jene Art von schriftstellerischen Ausuferungen, die in semi-intellektuellen Literaturblättchen gerne als ‚tiefgründig’ und ‚die Probleme der Mittelschicht akkurat und detailgenau offen legend’ dargestellt wird. Die Art von Büchern, die von Kritikern hochgejubelt werden und die der Durchschnittsbürger sich ins Regal stellt, oder verschenkt, um mondän zu wirken.
Julia Francks „Die Mittagsfrau“ ist Neue Deutsche Prosa.
Tommy Jaud und Benjamin von Stuckrad-Barre sind Neue Deutsche Prosa.
Nahezu alle Kurzgeschichten, die aus der ersten Person Singular geschrieben sind und den ‚wahren Alltag der Unterschicht (Verzeihung: des Prekariats)’ tiefsinnig widerspiegeln, indem sie auf Plot und Charakterentwicklung verzichten (denn wo findet sich das schon, im wahren Alltag?!) sind Neue Deutsche Prosa.
NDP besteht meist aus kurzen (nein: prägnanten!) Sätzen, hat innerlich leere, kaputte Protagonisten (wie das im Leben eben so ist) und ‚realistische’ wörtliche Reden (das heißt im Klartext: die Personen plappern sinnleer dahin und sagen oft „Scheiße“).
Für NDP benötigt ein Schreiberling keinen direkten Plot, genausowenig wie eine direkte Aussage – eine solche wird später, falls es das Geschriebene zu etwas bringt, von den Kritikern dazuerfunden; und falls dies unmöglich ist, so ist es trotzdem ein Werk von Brillanz, denn das wahre Leben, dessen Spiegel die NDP ja ist, hat eben keine klare Aussage.
Deswegen ist das Schreiben von NDP auch sehr leicht, was vielleicht der Grund für die momentane Überflutung des deutschen Literaturmarktes ist.
NDP findet sich auch in der Lyrik wieder, als NDL. Denn dank des morphens von NDP zu NDL kann nun jeder halbwegs geradeaus Denkende ‚Lyrik’ verfassen, indem ein banaler Satz auseinander genommen und gekonnt auf einer Seite verteilt wird; die Zeichensetzung kann dabei gerne in den Wind geschossen werden. Oft werden auch Titel und Groß- und Kleinschreibung von Selbigem zerblasen, vermutlich damit die Gedichtaussage nicht eingegrenzt wird.
sonnenstreifen
auf meinem teppich
wärmen den boden
doch nicht
mich
…Allein
Solche ‚Gedichte’ gewinnen PREISE!
NDP Kurzgeschichten gewinnen WETTBEWERBE!
Das ist verdammt weit weg von Goethe, Deutschland.
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Hahaha! Yepp, so isses!
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... "es handelt genau von dem, was man darin sehen möchte", erwiderte der Verfasser kryptisch.
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Mücken
Stiche. Das Leben! juckt "...gelingt es der Verfasserin auf beeindruckende Weise, die Sehnsucht junger Menschen nach dem Auskosten des Lebens in einer perspektivlosen Zeit in wenigen Worten einzufangen; sie bricht die Abgründe auf die unter der nur scheinbaren Belanglosigkeit eines Freibadnachmittages lauern." |
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MWAHAHAHAHAAAAA!!!
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Es geht darum Realitaet abzubilden. So wie sie ist. Jedenfalls ist das das Programm beispielsweise von Abfall fuer Alle und das war ok. Ob man es mag ist eine ganz andere Frage. Vielleicht sollte man die Texte ernster nehmen und genauere Fragen stellen. Airen, der Blogger, ist ein guter Kandidat. Mittelmaessiger Mittelstand...
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Na, im Gegensatz zu der jungen Dame ging es Airen "nur" um einen Bericht. Den Ansprüchen von Literatur traute der doch von vorne herein nicht über den Weg. Deshalb zeichnet sich STROBO zumindest durch eines aus: Authentizität. Kann ja nicht jeder von seinem Werklein behaupten ;-)
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Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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