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Kultur : Identität: Mit Facebook gäbe es kein Bob Dylan

Anne Roth hat vergangene Woche festgehalten, wie wütend die Forscherin Danah Boyd auf Mark Zuckerberg und sein Konzept der "radikalen Transparenz" ist.

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Anne Roth hat vergangene Woche festgehalten, wie wütend Microsoft-Forscherin Danah Boyd auf Facebook-Gründer Mark Zuckerberg und sein Konzept der „radikalen Transparenz“ geworden ist. Internet-Kritiker Nicholas Carr legt nun in seinem Blog nach. Folgende Äußerung Zuckerbergs sei an Dummheit kaum zu überbieten:

„You have one identity … Having two identities for yourself is an example of a lack of integrity.“

Durch die „radikale Transparenz“ hätte jeder eine dauerhafte und nachvollziehbarere Biographiegeschichte im Netz, so Zuckerberg. Doch diese Identität wäre ein Gefängnis, entgegnet Carr. Unser Facebook-Profil sei ein öffentlicher Lebenslauf und keiner hätte mehr die Chance, sich selbst neu zu erfinden. Die Neuerfindung eines Robert Zimmerman – der seine Jugend in Minnesota hinter sich ließ, um mit einer Gitarre in New-York Bob Dylan zu werden – wäre im Facebook-Zeitalter gar nicht mehr möglich:

"The caterpillar Zimmerman, locked into his early identity by myriad indelible photos, messages, profiles, friends, and "likes" plastered across the Web, would remain the caterpillar Zimmerman. Forever."

Heute wäre Zimmerman in seiner „einen Identität“ gefangen. Heimtückischer als Facebooks Dateneinstellungen sei demnach das damit verbundene Identitäts-Gefängnis.

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