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Über die Erfolge der Massenblockaden am 13. Februar in Dresden und wie sich die mediale Berichterstattung zum Positiven wendete, auch durch die Arbeit des Presseteams vom Bündnis Dresden Nazifrei.
Der 13. Februar 2010 in Dresden und die Medien. Samstag, 11 Uhr
Von Erik Peter
Dresden, 13. Februar 2010. Wie im Vorjahr sind 6.000-7.000 Neonazis aus dem gesamten Bundesgebiet und dem europäischen Ausland angereist, um die Bombardierung der Stadt im Zweiten Weltkrieg als Anlass für ihren Aufzug zu missbrauchen. Doch schon der Anfahrtsweg zum Ort der Auftaktkundgebung wird vielen erschwert. Zur eigentlichen Startzeit um 12 Uhr haben es lediglich ein paar hundert Nazis auf den strikt abgeriegelten Bahnhofsvorplatz geschafft. Erst in den folgenden Stunden schlagen sich immer mehr Geschichtsrevisionisten von ihren Busparkplätzen zum Kundgebungsort durch. Doch aus der angekündigten Großdemonstration wird nichts. Bis zum frühen Abend werden alle Straßen rings um den Neustädter Bahnhof von über zehntausend Menschen friedlich blockiert. Ihre Masse und Vielfältigkeit treibt den politischen Preis einer Räumung für die Polizei so hoch, dass diese darauf verzichtet.
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Auf der LiMA berichtet Stefan Thiele im Vorlesungssaal „Roter Salon“. Er war mitverantwortlich für die Pressearbeit beim Bündnis Dresden Nazifrei und spricht nun vom Erfolg dieses Tages. Vor allem im Vorfeld, so Thiele, sei es für das Bündnis sehr schwierig gewesen, das Konzept der Massenblockaden und den Aktionskonsens der Nicht-Eskalation medial zu verbreiten. Die Dresdner Tageszeitungen sahen vor allem eine Bedrohung durch die anreisenden „Krawall-Touristen“ und verwiesen stattdessen auf die angekündigte symbolische Menschenkette der Oberbürgermeisterin. Andere Medien interessierten sich gar nicht für die Vorbereitungen, um Europas größten Naziaufmarsch zu begegnen. Ausnahmen waren die linken Zeitungen Taz, Neues Deutschland, Junge Welt und Freitag. Für einen ungewollten Schub in der Berichterstattung und Mobilisierung sorgte erst die Dresdner Staatsanwaltschaft, indem sie die Plakate beschlagnahmte, die zur Blockade aufriefen. Die kritische Resonanz in vielen überregionalen Zeitungen sorgte dafür, dass die Zahl der Blockade-Aufrufer explodierte. Am Ende waren es über 2000 Einzelpersonen und 600 Organisationen.
Am Tag des Geschehens waren Thiele und seine Mitstreiter in Dresden unterwegs. Auf den Straßen sprachen sie Journalisten direkt an, verteilten Pressemappen und verschickten aus einem Pressebüro stündlich neue Nachrichten zur aktuellen Situation. Am Abend, als die Nazis gestoppt waren, feierten zahlreiche Medien schon die Menschenkette fernab des Geschehens und fabulierten von Auseinandersetzungen zwischen Linken, Nazis und Polizei in der Neustadt. Doch dem Bündnis gelang das Geraderücken der verqueren Darstellungen durch eine eigene Pressekonferenz, in deren Folge die großen Nachrichtenagenturen realistische Abläufe des Tagesgeschehens verfassten. Besonders erstaunte Thiele, dass in den Folgetagen in den Dresdner Zeitungen eine Debatte über zivilen Ungehorsam entstand. Die Bürgermeisterin geriet unter Druck, da sie auch auf direkte Nachfrage jegliche positive Beurteilung der Blockade verweigerte. „Für das kommende Jahr ist eine gute Basis gelegt“, sagt Thiele und klingt dabei sehr optimistisch.
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um die Bombardierung der Stadt im Zweiten Weltkrieg als Anlass für ihren Aufzug zu missbrauchen >> Man brauch kein Nazifreund zu sein, um hier etwas mit dem Kopf zu schuetteln. Nur weils Nazis sind ist es doch noch kein Missbrauch. Und wenn sie Naziparolen groehlen tuen sie lediglich genau das. In dem Begriff des Missbrauchs klingt so ein "Dresden gehoert uns" mit, ein Meinungsmonopol, dabei gehoert die Strasse grundsaetzlich allen. So auch das im Prinzip voellig richtige Saechsische Demonstrationsrecht, das die Polizei lediglich nicht durchgesetzt hat, wie es ihre Pflicht gewesen waere, genauso wie die Verhinderung von Nazigegroehle. Ob die Nazis dumm gegroehlt haetten, wenn man ihnen das vorher ausdruecklich verboten haette, waere abzuwarten gewesen. So wie der Tag verlaufen ist, fand ich ihn ziemlich Scheisse. Richtig totalitaer. Die Polizei etc hatte lediglich den Fehler begangen, auf das Demoplakat schwachsinnig ueberzureagieren, der Ansatz war aber im Uebrigen voellig richtig. |
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Die "linken Flyer" die ich gesehen habe, waren inhaltlich nicht so klasse, dass man Leute, die anderer Meinung waren, schon als Geschichtsrevisionisten bezeichnen koennte. "Das Boese, dass von Deutschland ausging, kam nach Dresden zurueck" ist jedenfalls nicht ganz richtig. Etwas differenzierter kann man die Sache schon sehen, to put it mildly. Kriegsverbrechen, soweit es welche gab, mit Kriegsverbrechen zu kontern, ist nicht zu rechtfertigen. Und mit dem Holocaust hatte es eh nichts zu tun, der war den Alliierten naemlich ganz egal. Dagegen haben sie nichts getan.
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dass in den Folgetagen in den Dresdner Zeitungen eine Debatte über zivilen Ungehorsam entstand. Die Bürgermeisterin geriet unter Druck, da sie auch auf direkte Nachfrage jegliche positive Beurteilung der Blockade verweigerte. >> Das ist Selbstjustiz alleruebelster Sorte. |
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Fritz Teich schrieb am 14.03.2010 um 00:11
"Man brauch kein Nazifreund zu sein, ...." Nee braucht man nicht, aber Sie scheinen mit ziemlicher Sicherheit einer zu sein, wenn Sie der Ansicht sind, dass Neonazis mit Naziparolen auf den Lippen einen Gedenktag nicht mißbrauchen, den es gar nicht gegeben hätte, wenn die Nazis den Zweiten Weltkrieg nicht entfesselt hätten. Der Sinne des Gedenktages ist es, der Opfer zu Gedenken, die der Nazischuld zum Opfer fielen. Dass dies ein Bombenangriff der Allierten war ist Folge nicht Ursache der Nazigräuel. Ansonsten wälgern sie sich weiter in Ihrer Fäkalsprache. |
Ausgabe 07/12
16.02.2012
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