LiMA-Blog

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14.03.2010 | 11:55

Kommissar Bratfisch

Ein Krimi mit politischem Anspruch? Eine Geschichte mit linkem Kommissar? Gibt es nicht? Doch, im Regionalkrimi "Aktion Störtebecker". LiMA-Blog sprach mit dem Autor Klaus Scheld. 

Aktion Störtebecker, Samstag, 13 Uhr.

Von Maximilian Staude

LIMA-Blog: Worum geht’s denn in deinem Buch?

Klaus Scheld: Die Story spielt im Vorfeld der Bundestagswahl auf Rügen. Ermittler ist Kommissar Bratfisch, bei der Stralsunder Kriminalpolizei für Mord zuständig. Das erste Opfer ist ein ehemaliger NVA-Offizier, der der zu DDR-Zeiten Militärkader aus Jemen, Libyen, Afghanistan etc. ausgebildet hat. Schließlich taucht ein Bekennerschreiben auf, verbunden mit der Drohung, die Rügenbrücke in die Luft  zu sprengen, wenn die Bundeswehr nicht aus Afghanistan abgezogen würde.  

Die Besonderheit ist dabei, dass die Hauptfigur Bratfisch ein Mitglied der LINKEN ist. Sowas gab es in dem Genre noch nicht.

Welche Rolle spielt denn die linke Parteizugehörigkeit von Bratfisch im Buch?

Bratfisch fragt sich selbst, was eigentlich seine Rolle ist. Rügen ist bekanntlich eine linke Hochburg.  Die jüngeren Genossen sehen ihn aber vor allem als „Bullen“, Staatsdiener an. Seine Polizeikollegen dagegen als Spinner.  Anfangs weicht er den damit verbundenen Konflikten eher aus. So meldet er sich krank, um nicht beim G8 Gipfel in Heiligendamm eingesetzt werden zu müssen.  Im Verlauf der Handlung wird er sich immer klarer, wo eigentlich sein Platz ist.

Ich habe für das Buch übrigens ein langes Gespräch mit Frank Tempel geführt, der Kriminalbeamter war, bevor er nun für die LINKE im Bundestag sitzt.

Dazu kommt noch die Dimension der Aufarbeitung der DDR-Geschichte. Eine Offiziersschule zur Ausbildung ausländischer Militärs durch die NVA  gab es auf Rügen wirklich. Dort wurden Leute aus Nord- und Südjemen trainiert, auch aus Palästina und Afghanistan – alles Länder, die heute als „Brutstätten des Terrorismus“ verschrien sind. Von daher könnte es durchaus realistisch sein, wenn es Verbindungen zu einer Gruppe gibt, die mitten im Wahlkreis von Bundeskanzlerin Merkel das Wahrzeichen Rügenbrücke in de Luft sprengen wollen.

Das Buch aber auch dein Blog beschäftigt sich mit der Region Mecklenburg-Vorpommern und insbesondere Rügen. Woher kommt dein Interesse dafür?

Eigentlich bin ich Westdeutscher und komme aus Wuppertal. Ich war aber oft auf Rügen, kenne die Insel sehr gut. Und – wie gesagt – dort sind alle Zutaten für solch einen Politthriller vorhanden.

Wie war bisher die Resonanz auf dein Werk?

Die Kritiken der Regionalpresse waren recht positiv. Wegen juristischer Probleme fiel mein ursprünglicher Verlag aber weg. Das hat mich zurückgeworfen und viel Kraft gekostet, musste das ganze Marketing selber machen. Die Verkaufszahlen liegen dennoch im Durchschnitt von Regionalkrimis, da kann ich schon zufrieden sein.

Alle Infos zum Buch, dass im Sommer 2009 erschienen ist, unter:  aktion-stoertebeker.blogspot.com/

Kommissar Bratfisch bloggt auch auf Linkeblogs.de: linkeblogs.de/stoerti/

Foto: Janina Gutermann

 
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