Lindnerowski

Blog von Lindnerowski

24.08.2011 | 00:46

Dschihadist – oder fi**en forever

Eigentlich bin ich Dichter, so von der Art her; etwas zu Papier bringen, ansonsten Saufen und Drogen nehmen, Nächte durchmachen und bis in den späten Nachmittag den Kater kurieren. Im Unterbewusstsein hat sich jedoch der nach Schwanzdenken riechende Gedanke etabliert, dass man dadurch günstig und eben dichtermäßig zu seinem Stich kommt.

Man müsste sich das Publikum bei einer meiner hoch begehrten Lesungen vorstellen, wo in den vorderen Reihen die ganz schicken Mädchen sitzen, gerade aus dem minderjährigen Alter raus, an der Uni frisch eingeschrieben, die alle nicht nur die Worte meiner poetischen Meisterwerke von meinen Lippen saugen möchten.

Leider ist Null draus geworden. Habe nichts veröffentlichen können, meine Lyrik lag stets weit entfernt von den Programm aller Verlage. Mein Gekritzel war Mist.

 

Dann wieder mit eingezogenem Schwanz durch Bars und Trinkhallen unterwegs. Bis man mich aufgrund einer Freundschaft, einer Verbindung aus dritter oder vierter Hand zum Vertriebsmanager in einer Computerfirma machte. Da war ich plötzlich katapultiert worden, von der Penner-Parkbank in einen Bürosessel.

Um 7 wenn ich aus dem Hause ging, erstmal im Supermarkt ein Brötchen mit Hackepeter und zwei Kurze. In der Mittagspause das Leergut von der Frühstückspause wegbringen und noch einen Absacker. Dennoch hegte ich Illusionen, dass adrett gekleidete Pussys im Minirock Bock auf einen kurzen Toilettenschleck hätten.

Schließlich nahm ich noch hoffnungsvoll starke Pfefferminzbonbons zu sich, um die eine oder andere steife Bürokauffrau von meiner Omnipotenz zu überzeugen. Pech gehabt. Die Weiber blieben steif, und irgendwann landete ich auch steif auf der Straße. Der Rausch war gewaltig und endgültig und brachte mich mit Sirenengeheule und Blaulicht ins Krankenhaus. Da kam die Erleuchtung.

 

Nach monatelanger Ausbildung und Praktika, gefördert vom Jobcenter, wurde ich schließlich Rettungssanitäter. Ich wollte den Menschen helfen, sie von ihrem Leid befreien. Irgendwann bekam ich dann meine Klamotten und den Einsatzbefehl. Und ich dachte, dass ich meinen Batman-Gürtel trage mit Erste-Hilfe-Equipment, Taschenlampe, Messer und meine Uniform und die Stiefel. Außer der Gasmaske, war ich äußerlich und innerlich für einen ABC-Waffen-Angriff gerüstet. Und ich habe mir bereits vorgestellt – und das ohne Ego-Shooter-Spiele – wie zu dem Sanitäter-Zelt eine nicht allzu schwer verletzte Muschi kommt, sexy und doch hilflos, und mit verzogener Miene um ein Pflaster und etwas Aufmerksam winselt. Endlich würde der Hollywoodtraum deftig herausspritzen und alle Zweifel übergissen.

Doch beim Rettungsdienst trank man noch mehr und außer Fersenpflastern von falschen Schuhen und ein paar Wespenstichen bekam ich das schwache Geschlecht nie auf Kuss- oder Blasehöhe.

 

Dann begegnete ich einem bärtigen Mann und der meinte, dass mich der heilige Krieg weiterbringen könnte, denn ich könnte immerhin 99 Jungfern im Himmel knallen, wenn ich nur in rechter Sache abkratze.

Da ich ohnehin schon auf den Spruch „Alles Fotzen außer Mutti“ kam und mich mittlerweile auf dem Nullpunkt befand, so dachte ich – ok, man kann es ja versuchen.

Ein paar Mutproben im Anzünden von PKWs und dem Verprügeln von angeblichen Christen, zu denen ich auch früher zählte, hatte mich hart im hollywoodschen Sinne gemacht.

Ich habe tapfer gekämpft und doch endete ich an einer Federwippe vor einem großem Einkaufs-Center; ich schwör‘ ich war nüchtern. Meine Hände ließen los, als ich auf meine Mutti wartete, und ich knallte nach hinten mit dem Kopf gegens Beton. Alter, das Pferd wippte noch eine Weile.

 

Ich bin im Dunkeln und warte bis die 99 Puppen kommen. Vielleicht krieg ich noch einen tiefer gelegten BMW dazu, weil man die Weiber damit besser parkt. Na ja ich weiß, ich mach die Geschenke vorzeitig auf, obwohl ich noch nicht durch den verdammten Lichttunnel gegangen bin.

 Aber ihre Burkas reiße ich erst herunter und dann im Laufe der Jahrhunderte werde ich es wohl langsamer angehen lassen. Denn ich hatte schließlich nichts, und nun werde ich gleich 99 Tanten haben, die alle um die Klöten springen, um dem gefallenen Cowboy wieder aufzurichten. Ich habe zum ersten Mal Zeit.     

 

         

 
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Kommentare
abghoul schrieb am 24.08.2011 um 07:01
tsk..tsk..tsk
nicht neunundneunzig,..
zweiundsiebzig!
tlacuache schrieb am 24.08.2011 um 08:02
ob 99 oder 72,
gefaellt...
;-)
tlacuache schrieb am 24.08.2011 um 08:05
Ist uebrigens ein idiologieuebergreifendes Problem:
"Teenager-Affäre, Boetticher hadert"...
Auch so'n K.....f.....
mit schraegen Phantasien...
Lindnerowski
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fahrwax hat gerade einen Kommentar geschrieben.
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alexbln hat gerade einen Kommentar geschrieben.
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