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HOTSPOT - Nachrichten von Unten!

17.11.2011 | 12:31

Brauner Terror, kleine Adolfs u. der VS: Ein Abgrund von Landesverrat?

Geboren und ermordet in Kassel: Halit Yozgat, 21

Mit den Naziterroristen aus Zwickau bricht auf einmal der seit den 1990er Jahren aktiv verdeckte braune Terrorsumpf mit Macht hervor: Durchs Land marodierende Mörderbanden üben nicht nur unerkannt von den Sicherheitsbehörden über dreizehn Jahre lang ihr blutiges Werk aus, nein es verdichten sich die Hinweise auf ein unterstützendes, vertuschendes Netzwerk bis in die Sicherheitsbehörden hinein!

Besonders der Hessische und der Thüringische Verfassungsschutz scheinen sich geradezu als regelrechtes "NS-Hilfswerk" zu entpuppen: Durchsetzt von rechten Beamten, Nazis mit V-Manngehältern und eventuell sogar aktiv an den Mordtaten beteiligt. Befand sich doch in mindestens einem Fall - dem Mordfall in Kassel - ein Mitarbeiter des Hessischen Verfassungsschutzes zur Tatzeit am Tatort! Und dieser Mann aus Hofgeismar war nicht nur in seinem Heimatort und bei der Kasseler Antifa mit dem Spitznamen "Kleiner Adolf" bekannt, er sollte auch - als Waffenbesitzer, der am Tatort zur Tatzeit anwesend war - ein Hauptverdächtiger sein. Stattdessen wurden alle Ermittlungen gegen den Mann eingestellt. Begründung: Er habe sich kurz vor der Tat in dem betreffenden Internetcafe nur zufällig Pornos angeschaut. Mit einer billigeren Ausrede ist wohl in der BRD noch kaum ein Mordverdächtiger davongekommen.

Überhaupt die gemeinsame Geschichte von Hessischem und Thüringer Verfassungsschutz. Nach der Wende gab der Hessische Staatsschutzapparat seine strammsten Antikommunisten als Aufbauhilfe an den östlichen Nachbarn ab. Auch einiger - im Westen zusehends "verbrannter" - Spitzel entledigte man sich im "Wilden Osten". Und so war die Arbeit der Thüringer denn auch: Den Blick stramm nach links gerichtet, bediente man sich zunehmend zweifelhafter bis illegaler Methoden, finanzierte aus "schwarzen Kassen" militante Neonazis und erklärte nach jeder faschistischen Mordtat aufs neue die These vom "verwirrten Einzeltäter". Dies lief so lange weiter, bis es selbst der CDU zu braun wurde: Im Jahre 2000 wurde der für die Vorgänge verantwortliche VS-Präsident Helmut Roewer vorzeitig aus dem Amt entfernt - nach über zehn Jahren, in denen sich VS-Skandal an Skandal reihte! Ins Amt gehievt und dort gehalten hatte ihn übrigens ein SPD-Mann: Innenminister und SPD-Thüringen-Chef Richard Dewes.

Einer dieser Skandale wirkt bis heute fort: Der Gründer und Chef des sog. "Thüringer Heimatschutzes" - jener braunen Schlägerbande also, die seit den 1990er Jahren Thüringen, Sachsen und auch Nordhessen heimsuchte und die geistige und politische Heimat der Terroristen aus Zwickau war - dieser Tino Brandt war, na was wohl, ein Mitarbeiter des VS Thüringen! Der denn auch freimütig erklärte, seine V-Mann-Gelder ausschließlich zum Aufbau des "Thüringer Heimatschutzes" verwendet zu haben. Der Thüringische VS hat also am Aufbau einer Terrorzelle in zumindest diesem einen Fall aktiv mitgewirkt! Helmut Roewer wurde übrigens wegen Untreue in über sechzig Fällen verurteilt: Ihm konnte nachgewiesen werden, das er Gelder des VS unter dem Tarnnahmen " Stephan Seeberg" dazu verwendet hatte, den rechtslastigen "Heron-Verlag" zu gründen. Auffällig ist dabei die Namensähnlichkeit (Kürzel in beiden Fällen: SS!) mit einem gewissen "Sebastian Seeman" - VS-Agent, Waffenschieber und Mitbegründer des europaweit agierenden rechtsterroristischen Netzwerkes "Blood and Honour", vorbestraft wegen u.a. Menschen-, Drogen- und Waffenhandels, Erpressung und Anstiftung zum Mord. Und nach kurzer Haftstrafe (!) schon wieder auf freiem Fuß!

Und der hessische VS? Der Freund aus dem Westen und Aufbauhelfer Ost?

Nun, der hielt sich nicht nur selbst einige kleine und größere Adolfs. Auch dieser Dienst alimentierte und schützte die Nazis. Oder wie sollte man sonst die Tatsache bewerten, das der o.g. VS-Mitarbeiter aus Hofgeismar, der an mindestens einem Tatort zur Tatzeit anwesend war - mittlerweile besteht der begründete Verdacht, dass er auch an weiteren Tatorten der Mordserie anwesend war - dass dieser Mitarbeiter völlig unbehelligt blieb und bis heute im Staatsdienst beschäftigt? Der Verfasser dieser Zeilen kennt die Vorgehensweise der hessischen Staatsschutzbehörden und ihres damaligen und heutigen Dienstherren Bouffier jedenfalls gut genug, um zu wissen, das beispielsweise ein Lehramtsreferendar, der bei einer linken Organisation engagiert gewesen wäre, welche auch nur ansatzweise zu straftatenähnlichen Aktionen (wie z.B. einer Sitzblockade vor einem Atommunitionsdepot) aufgerufen hätte, seine Hoffnung verbeamtet zu werden, durchaus begraben konnte. Ja noch vor kurzem entfachte die CDU-hörige Kasseler Lokalpresse einen Sturm der Entrüstung, weil eine Privatschule ihre Turnhalle an Atomkraftgegner für ein Castor-Blockade-Training vermietet hatte!

Nein, auch der hessische VS überwachte lieber Nazigegner, als Naziterroristen. Und dies hatte Folgen: Bereits Anfang der neunziger Jahre war Kassel im Visier der Terroristen vom "Thüringer Heimatschutz" - damals noch unter dem Namen "AntiAntifaOstthüringen" aktiv. Laut Informationen aus den Kreisen der militanten Antifa war damals (1992-93) ein Anschlag auf das Kasseler Büro der JRE (Jugend gegen Rassismus in Europa) geplant. Die Rede war von Brandsätzen oder sogar von Angriffen mit Schusswaffen und Sprengmitteln. Nun ermittelte aber der hessische Staatsschutz nicht etwa gegen die Nazis, oder stellte das JRE-Büro unter Polizeischutz. Nein - stattdessen platzierte man in der JRE einen Spitzel: Deckname "Blume". Besonders perfide dabei war, dass es in der JRE sogar einen - vollkommen unbeteiligten - Menschen mit diesem Nachnamen gab. Und dann ließ man durchsickern, das es einen Spitzel mit diesem Namen gab. Besser hätte auch die Stasi nicht zersetzen können! Der - vermutlich - wahre Spitzel, ein noch heute in Kassel lebender "Journalist", Schwerpunkt - haha - "Rechtsextremismus", blieb dagegen bis heute unbehelligt und ist auch weiter in linken Zusammenhängen aktiv.

Der geplante Angriff fand dann nicht statt - ob nun Dank der Operationen der Militanten von der Antifa, welche das Büro über Wochen "im Auge" behielten oder weil die Absicht durchgesickert war, wissen wir nicht. Aber was wir wissen ist folgendes:

Der Staat hat uns nicht geschützt!

Das beweisen die Morde der NSU zur Genüge. Aber hat der Staat aktiv bei den Mördern mitgetan? Das ist - noch - nicht bewiesen und muss daher schonungslos aufgeklärt werden. Sollten sich die dahin führenden Hinweise aber bewahrheiten, dann, ja dann erleben wir keinen Skandal! Was wir dann sehen werden, ist ein "Abgrund von Landesverrat".

Denn nichts anderes ist es, wenn die Behörden Umstürzler, Mörder und Terroristen unterstützen:

Hoch- und Landesverrat.

Und in diese Richtung sollte auch angeklagt werden! Schluss mit den "Billigurteilen" für rechte Mörder, Terroristen und ihre Unterstützer!

 

Ach und noch was:

 

Liebe Kollegen von der "Qualitätspresse". Hört endlich auf, von den "Dönermorden" und von Opfern, die "hingerichtet" wurden, zu reden! Hier wurde weder für einen Döner gemordet, noch "gerichtet"! Hier wurden Menschen brutal abgeschlachtet. Im Namen des braunen Irrsinns, der wie ein böser Spuk nicht enden will. Und das - liebe Kollegen - sollte man/frau auch beim Namen nennen!

 

Für Redaktion HOTSPOT

Karsten F.G. Müller

 
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Kommentare
Columbus schrieb am 17.11.2011 um 12:48
Ein Hoch auf den HOTSPOT. Weiter so!
Christoph Leusch
Alien59 schrieb am 17.11.2011 um 12:58
Gut gesammelt. Danke.
Magda schrieb am 17.11.2011 um 13:24
Wunderbar - ich verlinke den Blog auf Jana Hensels Redaktionsbeitrag, wo ich auch kommentiert habe.

www.freitag.de/politik/1146-raus-aus-dem-untergrund
apatit schrieb am 17.11.2011 um 16:27
"Liebe Kollegen von der "Qualitätspresse". Hört endlich auf, von den "Dönermorden" und von Opfern, die "hingerichtet" wurden, zu reden! Hier wurde weder für einen Döner gemordet, noch "gerichtet"! Hier wurden Menschen brutal abgeschlachtet. Im Namen des braunen Irrsinns, der wie ein böser Spuk nicht enden will. Und das - liebe Kollegen - sollte man/frau auch beim Namen nennen!" Guter Beitrag und hier meine volle Zustimmung!
Joachim Petrick schrieb am 17.11.2011 um 17:48
@Karsten F.G. Müller

Das nenne ich klare Kante! Danke!

Von dem gesellschaftspolitischen Einschüchterungspotential war dabei noch nicht einmal die Rede, dass jetzt im Zusammenhang mit Klarnamen von vermeintlichen und wirklichen aber bisher "verschont" potentiellen Opfern unter der politischen Prominenz, darunter angeblich ein CDU- Mann, von Amtswegen, die Einschüchterungskampagne voll ins Laufen kommt.

siehe:

www.freitag.de/community/blogs/joachim-petrick/gefahrenlage-verfassungsschutzaemter

17.11.2011 | 17:20
"Gefahrenlage" Verfassungsschutzämter?
bnd mad verfassungsschutz staatsschutz polizei justiz politik terror seilschaften hölle rechtsextremismus npd sicherheitsdienste grundgesetz strafanzeigenpflicht ims v-leute gefahrenlagen eisenach kassel hamburg jena zwickau münchen hannover schünemann

Vom Wesen der Verfassungsschutzämter "HÖLLE! HÖLLE!":
I.D.A. Liszt schrieb am 17.11.2011 um 18:05
Volle Zustimmung!

Danke für die klaren Worte.
Logbuch
17:46
Duineder hat gerade einen Kommentar geschrieben.
17:39
Achtermann hat gerade einen Kommentar geschrieben.
17:39
DandelionWine hat gerade einen Kommentar geschrieben.
17:37
fahrwax hat gerade einen Kommentar geschrieben.
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alexbln hat gerade einen Kommentar geschrieben.
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