lokalreporter

Berliner Betrachtungen

18.02.2009 | 14:01

Condé Nast beerdigt das deutsche "Vanity Fair" - titelt turi2

wie hätte man das ende der VANITY FAIR hätte verhindern können oder, was man als verleger von den gewohnheiten normalverdienender menschen lernt.

man hätte die lesegewohnheiten des personals zb in einem dienstleistungsbetrieb der hauptstadt als repräsentativen wert heranziehen können, in einem restaurant am gendarmenmarkt etwa, mit hoher promidichte und gut 100 mitarbeitern als kluger blattmacher wäre es doch interessant zu erfahren, wer und wieviele angestellte in einem betrieb dieser größe [und relevanz] mein magazin kauft?

nun, lieber blattmacher, das kann ich dir sagen! meines wissens kaufen [pro ausgabe] in besagtem unternehmen genau zwei [2] der mitarbeiter die VANITY FAIR für sich privat - der schwule restaurantleiter, der einen redakteur privat kennt gehört nicht dazu, er bekommt das blatt umsonst. die PR-frau und der geschäftsführer bekommen es ebenfalls geschenkt. die chefsekräterin und die schüchterne buchhalterin teilen sich den chef und eine [1] ausgabe.

die zweite [2] ausgabe kauft sich eine ehrgeizige auszubildene. kellner, köche, chauffeure und büroleute blättern darin rum, lästern ein wenig, würden allerdings nur dann zum kiosk gehen, wenn es von thematischer relevanz wäre. es stehen also sämtliche mitarbeiter auf dem trittbrett und lesen mit, mitleser halt [empirische studie, von mir höchstselbst durchgeführt]. zwei ausgaben auf 100 mitarbeiter[?] - das reicht deutschlandweit hochgerechnet gerademal für das gehalt des chefredakteurs.

dolles ding, ich weiß, was aber beweißt das? - es beweißt, dass die verantwortlichen macher den markt nicht kennen, dass sie sich immer nur in eine richtung drehen, dass redaktionelle hochklassigkeit und berühmte namen kein absatzgarant [mehr] sind. wie sagte gestern der ehemalige außenminister fischer treffend, auf die koch/kellner-allegorie der regierung schröder angesprochen: kellner kassieren am ende ab. genau, kellner sind erfahrungsgemäß mit besten effizenz-sensoren ausgestattet, sie haben haben oft plattfüße und sind mitunter unfreundlich, trends erkennen sie früher als andere - kluge verlagsleute könn[t]en so manches von ihnen lernen..
 
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Kommentare
Pjotr 'Petka' Pustota schrieb am 18.02.2009 um 14:58
Wenn diese Nachricht wirklich stimmen sollte, dein Artikel und die Meldung bei kress.de kein fake ist, dann ... yeppie ... habe ich evtl. schon morgen oder spätestens nächste Woche ein Problem weniger. Soviel also zu diesem young trend setting magazine - freut mich.
lokalreporter schrieb am 18.02.2009 um 23:14
nö, kein fake, scheint was dran zu sein :-)
vomsehen schrieb am 18.02.2009 um 22:41
Mich beschleicht auch eine gewisse Schadenfreude bei dieser Nachricht - kann mir da einfach nicht helfen... :-)
lokalreporter schrieb am 18.02.2009 um 23:12
scheint was dran zu sein, sämtliche mediendienste pfeifen es seit heute nachmittag von den dächern. habe übrigens vorletzte woche in einem nächtlich kassandrischen wutanfall die schicke vanity-fair-plastikuhr zerschossen..;-))
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